Olive-Fluff – Flohsamen Oliven Brot

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Persönlich rege ich mich ja immer über die Tofu-Produkte auf, die Fleisch nachbilden.  Jetzt frage ich mich gerade ob ich versuche, Brot nachzubilden.

Aber sei es drum, zu Suppen, Saucen, Butter oder gutem Olivenöl ist es einfach schön, etwas fluffiges Gebackenes zu haben.Wie bei allen Sachen, die ich mit Nuss-Mehl mache, gilt auch hier: nicht jeden Tag. Zum einen erhält das den Charakter des „Besonderen“, zum anderen ist Nuss-Mehl in hohen Dosen nicht für jeden gut verträglich und zudem soll die Paleo-Ernährung ja Spaß machen und gesund sein ohne die Belohnungs- und Stressmechanismen nachzubilden, die viele mit konventionellem (Junk-Food) ausleben.

Das Grundrezept habe ich hier gefunden. Das Wunderbare ist, dass es sich nach Lust und Laune umwandeln lässt: pur, mit Kräutern, Speck, Zwiebeln, Oliven…

Meine Zutaten (für 5 Stück)

Grundrezept Fluff-Brot:

ca. 75 Gramm Mandelmehl
5 Teelöffel gemahlene Flohsamen (gestrichen)
1-2 Teelöffel Natron (nach Geschmack – das Natron hat die Tendenz sich etwas durchzusetzen)

1 Teelöffel Salz
3 Eiweiß
1 Tasse kochendes Wasser
1 Handvoll Oliven gehackt
1 Esslöffel scharfe Paprikaflocken
3 Esslöffel Kräuter nach Wahl (ich habe italienische Kräuter genommen)

  • Den Ofen vorheizen auf 180 Grad.
  • Die Eier trennen und mit den übrigen Zutaten mit den Knethaken des Rührgeräts mischen.  Während des Knetens nun langsam das kochend heiße Wasser zugießen.Der Teig soll eine klebrige Konsistenz haben und wird sich um die Knethaken herum zusammenballen.
  • Ein Backblech mit Backpapier auslegen und aus dem Teig 5 gleich große Teigrollen formen. Diese mit etwas Abstand auf dem Blech verteilen – sie vervierfachen ihr Volumen!
  • Und nun für 50-60 min in den Ofen! Die Brote gehen zwischenzeitlich auf wie Luftballons und es bildet sich eine gebräunte Kruste. Am Ende der Backzeit fallen sie dann wieder etwas in sich zusammen und erinnern an Vollkorn-Baguette-Brötchen.

Nun schnell das erste warme Stück mit Butter essen!

Guten Appetit!

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Wenn man’s nicht essen kann, gehört’s auch nicht auf die Haut – oder wie ich mein Herz an das Kokos-Öl verlor

IMG_3692Ich bin (oder war?) das, was man ein typisches Opfer der Kosmetik-Werbung nennen könnte. Kein Sommer ohne diverse Neuanschaffungen im Nagellack-Bereich (auch wenn es am Ende immer der gleiche ist, der die Zehennägel schmückt), die Überzeugung, dass mich mehr Lippenstifte glücklicher machen – auch wenn ich das Gefühl eigentlich nicht mag. Und ungezählte Lidschatten-Töne – obwohl ich höchstens zum Kajalstift greife.

Und nicht zu vergessen die ewige Suche nach der perfekten Wimperntusche für die perfekte Länge…

Dann waren da noch all die Cremes, die mich frischer machen und Produkte, welche die Haare seidiger machen sollten – eigentlich gab es immer ein Argument für etwas Neues im Badezimmerschrank.

Ganz plötzlich dann, mit der umgestellten Ernährung, schlich sich die Erkenntnis ein: Gesunde Ernährung bringt mehr als jede teure Feuchtigkeitscreme. Und die Haare wachsen dank der guten Nahrung schneller und seidiger als je zuvor. Tatsächlich hat der Verzicht auf Giftstoffe im Essen dazu geführt, dass ich immer sensibler auf neue Produkte reagiert habe.

Ich habe letztlich den Blick auf die Inhaltsstoffe gewagt und kein Wort verstanden. Wenn ich genau darauf achte, was ich esse – wie kann ich dann die Scheuklappen aufsetzen bei dem, was ich mit meiner Haut anstelle? Die Konsequenz war schnell gezogen und äußerte sich in einer riesigen Plastiktüte voller Kosmetik und Körperpflege-Produkte, die ich entsorgt habe. Auch wenn es zugebenerweise kurz hart war, den Rest Chanel-Nagellack zu entsorgen. Aber dieser Moment des Zögerns hat mir gezeigt, dass es gut ist, sich da ein Stück weit unabhängig zu machen.

Und dann war ich ehrlich zu mir selbst: Ein Minimum an Kosmetik habe ich mir erlaubt, da ich vor Geschäftsterminen und anderen Anlässen das Ritual des Schminkens sehr mag. Aber ich habe mich begrenzt – nur das, was ich wirklich brauche und regelmäßig benutze. Das sind: Ein Lippenstift, eine Wimperntusche, zwei Kajalfarben, ein Rouge, einen Puder und einen Nagellack. (die Produkte sind von Lavera oder Benecos) Und ja: ein bisschen Mädchen-Glitzer-Puder-Zeugs ist auch dabei.

In Sachen Hautpflege gibt es nur noch ein Produkt: natives Kokosöl!

Ausschlaggebend waren sicher auch Artikel wie dieser.

Für das Gesicht, aber auch für den Körper nach dem Duschen, greife ich jetzt in das große Glas, das vorher nur in der Küche stand. Die Haut wird unglaublich zart und samtig und das Öl zieht erstaunlich schnell ein und ist sehr ergiebig. Im Gesicht erfrischt es und besonders die Augenpartie wirkt erholter mit einer extra Portion Öl. Und das Beste: Überreste an den Händen fungieren als Handcreme oder werden in die Haare gegeben wie ein Haarwachs, um fliegende Härchen zu bändigen.

Gerade bei meinem lockigen Haar ist das Kokos-Öl perfekt, um ein bisschen extra Feuchtigkeit zu geben und die Locken zu definieren. Gerne mache ich vor dem Waschen auch einmal eine extra Haarkur und gönne den Haaren eine extra Portion Öl, das ich dann auswasche.

Momentan warte ich gerade auf eine Lieferung ätherischer Öle und dann werde ich in die Produktion duftender Körperöle einsteigen und einmal das DIY–Deo-Rezept  ausprobieren – denn was in den Hochleistungs-Deodorants unserer Tage steckt, ist mehr als gruselig!

Tatsächlich ist es ein Weg, der immer weiter führt: Wer einmal begonnen hat zu beobachten, was er sich und seinem Körper jeden Tag zuführt, kann entweder die Augen verschließen oder weitergehen und schauen, wo sich immer noch etwas ändern lässt.

Und wo man sich frei machen kann von verführerischen Werbungen, die gerade auch im Bereich der Körperpflege vermehrt auf den hochpreisigeren Bio-Zug aufspringen und mit dem schwankenden Gewissen der Leute Geld verdienen. Und die Zeiten des Klischees sind vorbei, dass eine bewusstere Einstellung zu Kosmetikprodukten gleich zu ungeschminkten, Rohleinen tragenden, moralaposteligen Wesensveränderungen führen muss.
So, dann mal auf und einen Blick ins Badezimmer geworfen!

Wohl bekomm’s!

Der Spargel im Speck

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Als Kind habe ich Spargel gehasst, konnte die erwachsene Begeisterung nicht verstehen. Stattdessen habe ich Kartoffeln mit Nussbutter und Schinken gegessen. Heute kommen mir Kartoffeln nicht mehr in den Topf – ich bin auf den Spargel umgestiegen. Und wenn dann Spargelzeit ist, heißt es Freiwillige zum Schälen verpflichten oder das Ganze als Gelassenheitsübung sehen – die Qual wird belohnt.

Meine Zutaten:
Weißer Spargel
Speck in Scheiben (entsprechend der Anzahl der Spargelstangen)
(Weidemilch)Butter
Feldsalat
Walnüsse
Kürbiskernöl
Olivenöl
Rotweinessig
Körniger, französischer Senf
Salz
Pfeffer
Xucker

  • Also fix den Spargel geschält – nicht den dünnen, damit er nicht bricht, aber auch nicht die holzigen, dicken Dinger. Eher die delikate Mitte. Pro Person rechne ich mit 400-500 Gramm. Ja, wenn man die  „Sättigungsbeilagen“ weglässt, kann man sich auf die Hauptdarsteller des Essens konzentrieren.
  • Aber, ich schweife ab. Den geschälten Spargel für 10 Minuten in Salzwasser mit einem Stückchen Butter kochen, bis er der Gabel noch Widerstand bietet, dann abgießen und kurz unter kaltem Wasser abschrecken.
  • Jetzt je zwei Stangen Spargel in zwei Scheiben dünnen Speck wickeln, das Ganze in einer Auflaufform sortieren und bei 180 Grad in den Ofen bis der Speck schön kross ist (bei mir waren das ca. 15 Minuten).
  • In der Zwischenzeit großzügig (Weidemilch-)Butter in einem Topf zerlassen für die Nussbutter. Beurre Noissette – das klingt wunderbar nach Bocuse und Stoffservietten.
  • Profis sieben die Butter durch ein Tuch, ich lasse sie im Topf, da ich das Röstaroma dann noch schöner finde (zudem gibt es Grenzen der Umstandskrämerei). Also schön aufpassen, ab einem bestimmten Punkt wird die Butter dunkel und beginnt das Röstaroma zu verbreiten, dann runter vom Herd und noch etwas frische Petersilie hineingerührt.
  • Als Beilage gibt es einen schlichten Feldsalat mit gerösteten Walnüssen und einer Kürbiskernöl-Vinaigrette.
    Für die Vinaigrette nehme ich Kürbiskernöl und Olivenöl (im Verhältnis 3:1), Rotweinessig, körnigen französischen Senf, einen Spritzer Zitrone, Salz, Pfeffer und eine Prise Xucker.

Jetzt noch schnell die Tulpen und bunten Servietten auf den Tisch und den ästhetischen Ansprüchen ist Genüge getan.

Guten Appetit!