Wenn man’s nicht essen kann, gehört’s auch nicht auf die Haut – oder wie ich mein Herz an das Kokos-Öl verlor

IMG_3692Ich bin (oder war?) das, was man ein typisches Opfer der Kosmetik-Werbung nennen könnte. Kein Sommer ohne diverse Neuanschaffungen im Nagellack-Bereich (auch wenn es am Ende immer der gleiche ist, der die Zehennägel schmückt), die Überzeugung, dass mich mehr Lippenstifte glücklicher machen – auch wenn ich das Gefühl eigentlich nicht mag. Und ungezählte Lidschatten-Töne – obwohl ich höchstens zum Kajalstift greife.

Und nicht zu vergessen die ewige Suche nach der perfekten Wimperntusche für die perfekte Länge…

Dann waren da noch all die Cremes, die mich frischer machen und Produkte, welche die Haare seidiger machen sollten – eigentlich gab es immer ein Argument für etwas Neues im Badezimmerschrank.

Ganz plötzlich dann, mit der umgestellten Ernährung, schlich sich die Erkenntnis ein: Gesunde Ernährung bringt mehr als jede teure Feuchtigkeitscreme. Und die Haare wachsen dank der guten Nahrung schneller und seidiger als je zuvor. Tatsächlich hat der Verzicht auf Giftstoffe im Essen dazu geführt, dass ich immer sensibler auf neue Produkte reagiert habe.

Ich habe letztlich den Blick auf die Inhaltsstoffe gewagt und kein Wort verstanden. Wenn ich genau darauf achte, was ich esse – wie kann ich dann die Scheuklappen aufsetzen bei dem, was ich mit meiner Haut anstelle? Die Konsequenz war schnell gezogen und äußerte sich in einer riesigen Plastiktüte voller Kosmetik und Körperpflege-Produkte, die ich entsorgt habe. Auch wenn es zugebenerweise kurz hart war, den Rest Chanel-Nagellack zu entsorgen. Aber dieser Moment des Zögerns hat mir gezeigt, dass es gut ist, sich da ein Stück weit unabhängig zu machen.

Und dann war ich ehrlich zu mir selbst: Ein Minimum an Kosmetik habe ich mir erlaubt, da ich vor Geschäftsterminen und anderen Anlässen das Ritual des Schminkens sehr mag. Aber ich habe mich begrenzt – nur das, was ich wirklich brauche und regelmäßig benutze. Das sind: Ein Lippenstift, eine Wimperntusche, zwei Kajalfarben, ein Rouge, einen Puder und einen Nagellack. (die Produkte sind von Lavera oder Benecos) Und ja: ein bisschen Mädchen-Glitzer-Puder-Zeugs ist auch dabei.

In Sachen Hautpflege gibt es nur noch ein Produkt: natives Kokosöl!

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Für das Gesicht, aber auch für den Körper nach dem Duschen, greife ich jetzt in das große Glas, das vorher nur in der Küche stand. Die Haut wird unglaublich zart und samtig und das Öl zieht erstaunlich schnell ein und ist sehr ergiebig. Im Gesicht erfrischt es und besonders die Augenpartie wirkt erholter mit einer extra Portion Öl. Und das Beste: Überreste an den Händen fungieren als Handcreme oder werden in die Haare gegeben wie ein Haarwachs, um fliegende Härchen zu bändigen.

Gerade bei meinem lockigen Haar ist das Kokos-Öl perfekt, um ein bisschen extra Feuchtigkeit zu geben und die Locken zu definieren. Gerne mache ich vor dem Waschen auch einmal eine extra Haarkur und gönne den Haaren eine extra Portion Öl, das ich dann auswasche.

Momentan warte ich gerade auf eine Lieferung ätherischer Öle und dann werde ich in die Produktion duftender Körperöle einsteigen und einmal das DIY–Deo-Rezept  ausprobieren – denn was in den Hochleistungs-Deodorants unserer Tage steckt, ist mehr als gruselig!

Tatsächlich ist es ein Weg, der immer weiter führt: Wer einmal begonnen hat zu beobachten, was er sich und seinem Körper jeden Tag zuführt, kann entweder die Augen verschließen oder weitergehen und schauen, wo sich immer noch etwas ändern lässt.

Und wo man sich frei machen kann von verführerischen Werbungen, die gerade auch im Bereich der Körperpflege vermehrt auf den hochpreisigeren Bio-Zug aufspringen und mit dem schwankenden Gewissen der Leute Geld verdienen. Und die Zeiten des Klischees sind vorbei, dass eine bewusstere Einstellung zu Kosmetikprodukten gleich zu ungeschminkten, Rohleinen tragenden, moralaposteligen Wesensveränderungen führen muss.
So, dann mal auf und einen Blick ins Badezimmer geworfen!

Wohl bekomm’s!

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2 Gedanken zu “Wenn man’s nicht essen kann, gehört’s auch nicht auf die Haut – oder wie ich mein Herz an das Kokos-Öl verlor

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