Sommer-Frühstücks-Liebe: Lemon Bread

LemonUnter der Woche steht zum Frühstück Brühe auf dem Plan aber am Wochenende ist es schön, die Routine zu durchbrechen und so tobe ich mich gegen Ende der Woche meist mit neuen Rezept-Ideen aus dem Internet oder Freestyle-Versuchen aus.
Nun mag der ein oder andere denken, was ein Stress, aber das ist Ansichtssache und man muss ja nicht tun was man nicht mag. Für mich sind Kochen und Backen, zum Glück, sehr entspannende Tätigkeiten, bei denen ich gut nachdenken kann.
Backen war tatsächlich früher nie meine Stärke. Über Jahre gab es bei mir nur einen Kuchen. Mit der Ernährungsumstellung wurde es dann noch komplizierter – komische neue Zutaten, Nussmehle mit anderen Eigenschaften als Getreide. Es war tatsächlich im Ergebnis manchmal frustrierend, was da in der Anfangszeit entstand.

Was aber sicherlich auch daran lag, dass ich mit bestimmten Geschmacks -Erwartungen an die Ergebnisse meiner Experimente herangegangen bin und diese natürlich nicht erfüllt wurden.

Ungezählte Kuchen  und Kekse später wird es immer besser und auch Gäste merken nicht mehr, dass mit dem Kuchen „etwas nicht stimmt“.

Ein Rezept aus der Anfangszeit, das sich mir als besonders furchtbar eingebrannt hat, war ein Zitronen-Mohn-Kuchen. Die Stevia-Süße schmeckte zu sehr durch, das alles war zu trocken und und es brauchte literweise Tee um den Hals wieder frei zu bekommen. Damit war Zitronenkuchen erst einmal von der Liste.

Bis dieser wankelmütige Sommer begann und ich Lust auf etwas Frisches hatte. Zitrone – das schmeckt irgendwie wie Sonne, die durchs Fenster scheint. Das wollte ich. In Paleo-konformer Form. Zum Frühstück.

Und dann stolperte ich auf meiner Suche einmal mehr über das Blog Primally Inspired  und da war es, das Rezept! Ich habe die amerikanischen Mengenangaben einmal umgerechnet und jetzt steht der letzte Rest vom Schätzchen im Kühlschrank und wartet auf die nächste Kanne Earl Grey.

Und wie immer gilt: Kuchen ersetzt keine Mahlzeit! Ich lege immer wieder Tage ein, an denen ich komplett auf das süße Zeug und anderes Comfort Food verzichte und faste einmal in der Woche. Essen soll etwas Bewusstes sein und bleiben und man sollte sich niemals stimmungsmäßig von Essen abhängig machen, auch wenn dieses „gesund“ ist.

Aber für die besonderen Momente hier das Rezept:

Teig

6 Eier
40 Gramm Butter
Zesten von zwei (ungespritzten) Zitronen
Saft von zwei Zitronen plus Flüssigkeit nach Wahl (Wasser, Kokosmilch) um auf ca. 220 ml zu kommen
2 Teelöffel Vanille
5-6 Esslöffel Xucker
ca. 80 Gramm Kokosmehl

Glasur

2 großzügige Teelöffel Butter
3 großzügige Teelöffel Xucker
Zesten und Saft von einer Zitrone
1 Teelöffel Vanille

  • Ofen auf 18o Grad vorheizen.
  • Eier, Butter und Xucker schaumig schlagen.
  • Zitronen-Zesten, Zitronensaft + Flüssigkeit und Vanille dazugeben und weiter rühren.
  • Das Kokosmehl dazu geben und kneten. Der Teig hat eine feste, aber buttrig-geschmeidige Konsistenz. Wenn er zu krümelig wird, etwas Flüssigkeit nachgießen.
  • Den Teig in eine gebutterte Kastenform geben und im Ofen ca. 40 Minuten backen, bis der Kuchen an der Oberfläche schön gebräunt ist.
  • In der Zwischenzeit die Zutaten für die Glasur in einem kleinen Top erhitzen, bis der Xucker mit der Butter verschmolzen ist.
  • Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen, dann die Glasur verteilen und den Kuchen in das Gefrierfach (wenn es schnell gehen soll) oder in den Kühlschrank stellen, bis er komplett gut durchgekühlt ist.

Dazu passt perfekt ein leichter Earl Grey oder ein frischer Grüner Tee!

Guten Appetit!

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Seid zufrieden – Heute ist doch jetzt und Morgen auch

IMG_3937So, nun doch mal etwas persönlicher. Tatsächlich stehe ich noch sehr unter dem Einfluss der Lektüre von „The War of Art“ von Steven Pressfield. Aber schon länger trage ich es mit mir rum, das innere Zweifeln an den Mechanismen der modernen Sinn-Suche und manchmal macht es mich wütend. Oft traurig.

Dank gepflegter sozialer Netzwerke sind wir ja vermeintlich nah dran am Leben der Anderen. Und so bekomme ich dann am Rande oder näher dran mit, dass immer öfter Menschen um mich herum im Yoga-Camp verschwinden, sich teuren Detox-Kuren unterziehen, auswandern oder anderweitig abtauchen. Dann tauchen sie mit strahlenden Augen wieder auf und ich frage mich dann immer, was tatsächlich anders ist. Oder sie stürzen sich in immer neue Hobbies: Stricken, Tanzen, Collagen, Chor, Holzarbeiten…

Ich will nicht sagen, dass das grundsätzlich verkehrt ist, im Gegenteil, innehalten und sich selbst etwas Gutes tun, ist grundlegend notwendig und kommt in unserem Alltag viel zu kurz.

Jeder kennt doch wahrscheinlich das energie-sprudelige Gefühl, ein paar Tage aus dem Alltag entflohen zu sein und dann voll neuer Eindrücke und Impulse zurück zu kehren und sich vorzunehmen: „Ich mache das jetzt anders.“, „Ich werde mehr auf mich achten.“ „Ich werde endlich anfangen zu nähen.“, „Ich werde schreiben…fotografieren…kochen, eine Sprache lernen.“ Es gibt so vieles was wir uns dann vornehmen, mit dem guten Vorsatz, etwas Grundlegendes zu ändern. Wie heißt es doch: Der Weg in die Hölle ist gepflastert mit guten Vorsätzen. Drastisch, ja, aber doch so wahr.

Denn wir sind uns selbst oft so sehr entfremdet, dass wir nicht einmal mehr unser Bedürfnis nach Schlaf und Ruhe richtig einschätzen können. Zuviel muss gemacht werden. Auf zu vielen Ebenen wollen und müssen wir funktionieren, laufen wir dem Bild nach, wie es sein soll, unser Leben.

Und zu verlockend ist die Beschäftigung mit einer neuen Beschäftigung. Neues regt unser Gehirn an. Und es streichelt dem Ego, wenn wir Anderen von unseren vielfältigen Beschäftigungen erzählen und diese große Augen machen und fragen, wie wir das alles schaffen.  Das fühlt sich gut an gebe ich sofort zu. Jeder von uns kennt diese Seite, die man ja eigentlich gar nicht haben will. Wir sind so geprägt und erzogen worden. Wir erbringen Leistungen und wir wollen bitte sehr auch dafür gelobt werden. Wir wollen das Fleiß-Sternchen und den Blumen-Stempel für das seelische Aufgaben-Heft.

Und dann wollen wir mehr davon und je mehr wir von uns fordern, desto schneller überfordern wir uns auch. . .Wenn die Euphorie der Anfangs-Verliebtheit in das neue Instrument der Selbstverwirklichung verflogen ist, kann schnell ein fieser kleiner Ego-Kater einsetzen. Vielleicht bringt der neue Sport nicht sofort die gewünschten Effekte und Leistungen, vielleicht interessiert sich keiner außer mir für meine neue Leidenschaft und ich fühle mich allein, vielleicht macht jemand etwas anderes besser und erfolgreicher und es hört sich interessanter an.

Wer ist so reflektiert in den Anforderungen des Alltags, dass er die feine Linie erkennt und einhält, die Freude am Tun von falscher Motivation und selbst erzeugtem Stress trennt? Das ist verdammt schwer und voller Fallstricke.

Wir sind es nicht gewöhnt zu sagen: „Das ist mir zuviel, ich mache da nicht mit.“  Wir wollen sicher aufgehoben sein in der Menschengruppe, aber wir haben auch gelernt, dass wir besonders sein sollen/sind. Und deshalb sind wir nicht einfach so zufrieden, sondern suchen noch nach dem fehlenden Quentchen, das entweder unser Besonders-Sein unterstreicht oder es überhaupt erst sichtbar macht. Denn oft sind wir auch unsicher und trauen uns nicht so recht aus dem Schneckenhaus und sind in gewisser Weise bedürftig, denn wir glauben, wenn wir uns durch etwas Besonderes besonders machen, dann wird alles anders.

Ähm. Oder besser Ätsch – wird es nicht. Wir finden vielleicht mittelfristig eine gewisse Befriedigung, aber im großen Bestreben etwas Grundsätzliches zu ändern haben wir uns nur weiter verstrickt in unseren grundsätzlichen Problem-Themen.

Und oftmals ist die Motivation, die allem zugrunde liegt, doch dieselbe. Ich möchte glücklich, ich möchte zufrieden sein. Statt unsere kostbare Energie, die neben den Anforderungen des Alltags noch zu Verfügung steht, in immer neue nach außen gerichtete Projekte zu stecken, sollten wir sie nutzen und so mutig sein, die nächste Reise nach innen anzutreten.

Das mag jetzt wie wiedergekäuter, weichgespülter Esoterik-Müll klingen, aber es ist wahr.  Wissen wir denn wirklich, was uns glücklich und zufrieden macht? Jagen wir einem äußeren Bild nach, das uns sagt, wie das Ganze aussehen soll oder schaffen wir den Schritt und machen uns frei von dem, was andere von uns denken und gehen auf die Suche nach unserer Wunsch-Zufriedenheit?

Es geht nicht darum, sich mit verschränkten Armen außerhalb der Gesellschaft zu stellen und die Arroganz des Besserwissenden auszuspielen. Damit verkehren wir wieder nur gute Absichten in falsche Bilder.

Es geht um etwas anderes –  um ein wenig Nachsicht mit sich selbst. Es ist ok und es ist auch gesünder, wenn man nicht immer in der ersten Reihe stehen möchte. Man ist kein besserer Mensch, nur weil man sich gerne im Mittelpunkt wähnt. Und man ist kein schlechterer Mensch, wenn man solch ein Verhalten hinterfragt.  Vielleicht heißt Zufriedenheit ja erst einmal ganz konkret: „Ich gehe die nächsten zwei Wochen abends nicht aus sondern lege mich um 9 Uhr ins Bett und lese.“ Glückwunsch. Dann ist man sicherlich wacher und ebnet den Weg für andere, schöne Impulse.

Wenn man etwas ändern möchte, dann muss das gar nichts Großes und Besonderes ein, das jeder mitbekommt. Es kann etwas ganz Winziges, Unbedeutendes sein, solange es für einen persönlich wichtig ist.  Vielleicht ist es die Topfpflanze, die jetzt wöchentlich statt kurz vorm Vertrocknungs-Tod gegossen wird und einen Monat später ist es dann der Fernseher, der immer öfter ausbleibt.

Vielleicht ist es ein bewussterer Umgang mit Kommunikation: Anzufangen, nicht auf dem eigenem Standpunkt zu beharren sondern einfach mal andere ausreden zu lassen und sehen, was das einem persönlich für Impulse geben kann. Vielleicht, statt gleich völlig offline zu gehen und sich dadurch zu stressen, schafft man eine Systematik und legt Zeiten fest für die Kommunikation online und für die Zeit offline. Wenn man sich kleine Aufgaben sucht und diese für sich gewissenhaft und gegen jeden Schweinehund durchsetzt, auch gegen den, der einen zu großen Taten anstiften will, dann kommt da ein ganz sachtes kleines Gefühl zum Vorschein. Zufriedenheit mit sich selbst. Und dieses kleine Pflänzchen sollte man pflegen. Je stärker es wird, desto reicher beschenkt es einen.

Je mehr ich beginne, im Kleinen umzusetzen, desto mehr sortiert sich auch der größere Rahmen neu und Prioritäten können sich verschieben.  Kein leichter Weg, aber die Zufriedenheits-Pflanze belohnt für die Anstrengungen, sie weiß aber auch: der Wind wird stärker, je höher sie wächst.

Denn, möchte ich wirklich etwas ändern, möchte ich ausgeglichener und wacher durch mein Leben gehen, dann muss ich diesen Rahmen im Kopf behalten – es geht um ein ganzes Leben, deshalb wird sich dauerhafte Zufriedenheit nie als sofortige Belohnung für temporäre Heldentaten einstellen.

Das, was eine neue Beschäftigung mir als Belohnung oder eventuell vermeintliche Selbstverwirklichung verspricht, darf kritisch hinterfragt werden.

Denn: Es geht immer weiter, der innere Schweinehund liegt immer auf der Lauer aber statt sich in blinden Aktivismus zu stürzen und davon abzulenken, dass so vieles von dem, was wir uns wünschen, in uns selber liegt, sollten wir dem ungeliebten Verdrängungs-Tier mit Namen „Ich werde“ immer wieder gezielt einen Tritt geben und ihm zeigen, dass wir wachsam sind. Dann kommt der Punkt, an dem wir uns nicht mehr selbst sabotieren sondern wirklich zurückschalten können und den Kopf freibekommen für das, was uns innerlich wirklich antreibt und nur so können wir dann auch die Energie aufbringen, um das ernsthaft zu betreiben, wo unser Potenzial liegt. Und das dürfen dann gerne, Yoga, Stricken, Chor, Malen, etc. sein.

Es bleibt spannend!

Paleo Snack Attack

crackerSchön, wenn man Lösungen für die ganz eigenen Luxus-Probleme findet. In diesem Fall für Paleo Snacks.

Ich war nie so ein überzeugter Süß-Esser, zu Junk-Food-Zeiten waren Chips und alles Salzige viel attraktiver für mich und das waren auch die Sachen, die ich in der Anfangszeit der Ernährungs-Umstellung vermisst habe. Wohlwissend, dass sie voller Sch… stecken.
Aber Vernunft und Gier  mussten erst das neue Kräfte-Verhältnis testen.

Ich muss sagen, ich war ganz schön abhängig vom konventionellen Essen und seinen vielfältigen Erscheinungsformen.
Als, nach den haarsträubenden Informationen zu den Negativ-Wirkungen von Gluten, klar war, dass Getreide nun keinen Platz mehr im Nahrungsplan hat, wurde ich zwei Wochen lang von Laugen-Brezel-Fantasien gepeinigt und hätte mich am liebsten in der S-Bahn festgeschnallt um  sicher zu gehen, dass ich nicht einen der (miesen) Berliner Bahnsteig-Bäcker überfalle. Ich bin tatsächlich stark geblieben.

Und nachdem in der ersten Zeit in erst einmal ein Sortieren angesagt war: Was darf in der Küche bleiben und was kommt weg. Und nach den ersten, zugegebenermaßen, grausigen, Backversuchen hielten dann neue Rezepte sowie Sicherheit im Umgang mit neuen Zutaten und große Experimentierfreude bei uns Einzug.

Eines Tages stolperte ich dann über ein Rezept für Paleo Cracker! Mittlerweile sind diese in verschiedenen Variationen erfolgreich getestet worden und auch Normal-Esser waren begeistert. Sie sind schnell gemacht, zu schnell, was es schwer macht, sie nicht öfter zu produzieren und Maß zu halten.  Aber die Vernunft siegt (immer öfter).

Die Cracker schmecken einfach so oder zum Essen. Und sie eignen sich super als Reise-Proviant!

Das Rezept (ein Blech)

200 Gramm Mandelmehl
½ Teelöffel Salz
großzügig Kräuter nach Wahl (ich bevorzuge zwei Variationen: Oregano/Chili oder Curry/Cayenne-Pfeffer)
1 Eiweiß
2+1 Telöffel Olivenöl
1 Teelöffel grobes Salz

  • Backofen auf 190 Grad vorheizen.
  • Alle Zutaten mit 2 Teelöffeln Olivenöl zu einem festen Teig kneten.
  • Den Teig zwischen zwei Lagen Backpapier gleichmäßig dünn ausrollen und auf ein Backblech legen.
  • Die obere Lage Backpapier entfernen, den Teig mit einer dünnen Klinge in Cracker-Form vorschneiden.
  • Das restliche Olivenöl über den Teig träufeln und das grobe Salz verstreuen.
  • Nun für 8-10 Minuten in den Ofen (nicht zu dunkel werden lassen) und dann die Hitze abstellen und die Cracker weitere 10 Minuten im Ofen lassen.

Wer es schafft das Backblech abkühlen zu lassen ohne, dass es dann halb leer ist, ist gut!

Die Cracker schmecken auch sehr gut mit etwas Butter oder zu Guacamole.

Also dann, mäßigt Euch!

Guten Appetit!

Kickstart in den Tag – Wundermittel Knochenbrühe

collage.brüheEine häufige Frage für viele ist, was wir eigentlich zum Frühstück essen – da diese Mahlzeit ja traditionell mit Getreide besetzt ist. Ganz einfach: Bei uns ist das Frühstück zur Suppen-Mahlzeit geworden.

Ich war anfangs recht skeptisch was das Hantieren mit den Knochen betraf  und deshalb stammt das Rezept auch nicht von mir, sondern von meinem Mann. Rückblickend muss ich sagen, dass ich froh bin über die Hartnäckigkeit, mit der die Suppe bei uns eingeführt wurde. Anfangs hat mich der Geruch der vor sich hin siedenden Knochen echt gestört. Heute brauche ich meine tägliche Dosis Knochenbrühe. Und würde tatsächlich nicht mehr zu Instant-Brühe greifen. Es ist erstaunlich zu sehen, wie sehr die Lebensmittel-Industrie über Jahre unsere Sinne trainiert hat. Wir lehnen Neues oft erst einmal ab, wenn es in seiner Ursprünglichkeit nicht dem gewohntem Geschmack des Fertig-Produkt-Gegenstücks entspricht.

Aber damit ist ja zum Glück Schluss. Zurück zum lieben Suppentopf: Die Brühe sättigt nachhaltig und steckt voller wichtiger Mineralstoffe. Einen besseren Start gibt es  kaum. Und wie bei allem ist es hier nur eine kurze Umstellungszeit, bis man die lange trainierte Süß-Croissant-Marmeladen-Brot-Konditionierung durchbrochen hat! Und keine Sorge: Morgendliche Süß-Junkies essen nach der Brühe einfach noch einen Paleo-Keks.

Die Brühe ist auch immer eine optimale Grundlage wenn man einen Fasten-Tag einlegen möchte oder wieder ins Essen einsteigt: Ohne zu belasten, sorgt die Brühe für ein langanhaltend konstantes Energie-Level und es entstehen keine Energielöcher. Das ist meine Erfahrung. Diese Energielöcher (gerne am späten Vormittag und nach dem Mittagessen) haben mich früher wirklich beeinträchtigt und zu oft wurden sie kompensiert mit Zucker in jeder Form (Haribo,Kekse, etc.).

Mit einer vernünftigen Essens-Grundlage merkt man auf einmal, wie viele dieser oft unnötigen Zwischenmahlzeiten überflüssig sind.

Aber am besten probiert man es einmal selber aus! Die Brühe ist zudem eine super Grundlage für andere Rezepte wie etwa Gulasch. Wir haben immer eine Ration Brühe im Kühlschrank stehen, die für ca. eine Woche reicht. Man kann die Brühe auch portionieren und einfrieren.
Und nicht erschrecken- je nach Knochen geliert sie ganz wunderbar fest zu einem Suppenpudding!

Das Rezept

1,5 Kg frische Knochen vom Weide-Rind
1 großes Bund Suppengemüse (Möhren, Sellerie, Petersilienwurzel, Petersilie, Lauch)
1 großzügiges Stück Ingwer
1 Schuss Apfelessig (löst die Mineralstoffe aus den Knochen)
Gewürze (Kreuzkümmel, Senfkörner, Lorbeerblätter, gemahlener Koriander, Piment, Pfeffer, Paprika) – nach Belieben und Geschmack

KEIN SALZ während des Kochens!! Gesalzen wird erst am Ende bzw. wir salzen die einzelnen Portionen vor dem Servieren.

  • Die Knochen waschen und in einem großen Topf mit kaltem Wasser und dem Schuss Apfelessig bedeckt zum Kochen bringen. Wir nehmen nach der begrenzten Haltbarkeit unseres Schnellkochtopfes mittlerweile einen normalen, großen Topf aber es geht auch sehr gut und kürzer (3-4 Stunden) im Schnellkochtopf.
  • Die Knochen aufkochen und den Schaum, der sich auf der Oberfläche bildet, abschöpfen. Manche lassen ihn drin. Er trübt letztlich nur das Aussehen der Brühe.
  • Nun das geputzte und kleingeschnittene Suppengemüse, den kleingeschnittenen Ingwer und die Gewürze dazugeben. Man kann auch noch etwas Wasser angießen.
  • Alles einmal zum Sieden bringen und dann mindestens 24 Stunden auf kleinster Stufe weiterkochen. Wir haben aktuell einen Elektroherd aber haben die Suppe auch bedenkenlos auf dem Gasherd stehenlassen und sind zur Arbeit gegangen.
  • Wer nicht warten mag, kann sich zwischendurch eine Portion Brühe abschöpfen, Wasser nachgießen und die Brühe weiterköcheln lassen. Auch 48 Stunden schaden ihr nicht, sondern machen sie nur intensiver!
  • Am Ende die Brühe durch ein feines Sieb gießen und kurz zum Abkühlen in kaltes Wassers stellen. Dann ab damit in den Kühlschrank.

Man kann sich die Brühe pur mit einem Stück extra Butter und etwas frischen Kräutern oder etwas Wurst sowie Gemüse nach Wahl schmecken lassen. Ich bin eher puristisch und mag sie am liebsten pur oder mit Wurst und mit extra Butter und etwas Schnittlauch.

Und wer es vermeintlich eleganter mag, kann von seiner Bouillon schwärmen. Das ist nämlich nichts anderes.

Guten Appetit!

The War of Art- Ich gegen mich

warofart_bookAuf einmal schaut man ihm direkt ins Gesicht – dem ganz eigenen inneren Schweinehund. Und er grinst recht selbstfrieden. Zurecht, hat er einen doch immer wieder erfolgreich abgelenkt bei den (kreativen) Projekten, die man schon so lange in sich trägt und denen immer etwas im Wege stand: „Fang nicht heute an zu schreiben, warte bis nächsten Monat…nächstes Jahr…bis das Projekt zu Ende ist…bis weniger Stress ist“, „Du hast den Kopf nicht frei“, „Deine Freunde wollen dich sehen“, „Du musst dich erholen“, „Du musst…“…

Du musst dich verdammt noch mal zusammenreißen und anfangen!
Diese so simple und doch schwierige Einsicht bleibt (unter anderem) wie der sprichwörtliche Elefant im Raum stehen, wenn man nach kurzweiliger Lektüre „The War of Art: Break Through the Blocks and Win Your Inner Creative Battles“   von Steven Pressfield, aus der Hand legt.

Pressfield weiß, wovon er spricht, mit amüsanten persönlichen Geschichten führt er dem Leser immer wieder schonungslos vor Augen, wie offensichtlich und höchst effektiv wir uns in unseren kreativen Prozessen selbst blockieren. „Resistance“ – so heißt das schweinehundgestaltige Monster der Prokrastination  bei ihm. Und schonungslos demaskiert er es in allen seinen Facetten und lässt den Leser ertappt und etwas beschämt zurück – den Schweinehund in gedruckter Form vor Augen geführt, lassen sich selbst die gewieftesten, scheinbar unbewussten Ausweich-Manöver nur schwer verbergen.

Ein tiefsinniger Lese-Spaß, der Empfehlungs- und heilsame Pflichtlektüre sein sollte für jeden, der die Erfahrung kennt, wie schwer es ist die leere Seite zu füllen, den ersten Strich zu ziehen oder sich überhaupt erst an den Schreibtisch zu setzen und mit der Arbeit zu beginnen. Denn nicht der kreative Part ist das Problem, sondern das Beginnen. Die simple Umsetzung des Gedankens in die Tat.

Das ist die erste Lektion, die der Leser bei Pressfield lernt. Wenn Dein Herz dafür brennt – dann werde „Pro(fi)“. Nimm ernst was Du machen willst und überwinde die Angst vor dem Scheitern. Nimm jedes Zögern, jeden inneren Widerstand als Ansporn, dass Du auf dem richtigen Weg bist und bleib dran. Wer auf den richtigen Moment für die kreative Offenbarungs-Stunde wartet, wird diese nicht erleben. Aus leeren Blättern wir kein Meisterwerk, aber aus hundert erkämpften Seiten kann eine Geschichte entstehen.

Und eine weitere feine Empfehlung gibt er seinen Rat suchenden Lesern mit auf den Weg – überprüfe Deine Motivation. Was Du wahrhaftig, sprich authentisch und mit ernsthafter Arbeit und Inspiration schaffst, wird Dir immer Lohn an sich sein. Wer aus Geltungsbedürfnis und Selbstdarstellung heraus handelt, schafft auch, aber das Werk bleibt substanzlos und wird nie für eine innere Erfüllung sorgen, um dieses geschundene Wort zu gebrauchen.

Ich stehe Ratgebern skeptisch gegenüber, aber im Falle von Steven Pressfield spricht ein „Pro“ aus tiefer Erfahrung. Zu keinem Zeitpunkt blickt er vom Standpunkt besseren Wissens auf seine Leser herab, sondern zerrt Fallstricke ans Licht, die viel zu oft längst zu automatischen Verhaltensmustern geworden sind und uns in vielfältigsten Bereichen des Lebens hindern, unser Potenzial zu entfalten.

Eine Lektüre, die gibt.

Werdet „Pro“!

Kopfsache Haar – DIY Shampoo Selbstversuch

SchattenDas Gras ist immer grüner hinter dem Zaun, und wenn es die Haare betrifft, will man oder besonders frau gerne das, was auf dem Kopf der anderen so scheinbar perfekt und mühelos wächst.

Wer glattes Haar hat, sehnt sich nach Locken und Lockenköpfe suchen oft verzweifelt nach wirkungsvoller Glättung. Braun will Blond und Kurz lieber Lang…..Erste Welt Probleme, nicht wahr? Aber der persönlichen Art, besonders, da wir uns in einer Gesellschaft bewegen, in welcher der erste Eindruck eben stark an Äußerlichkeiten festgemacht wird und gesundes, glänzendes Haar eine unterschwellige Botschaft ist, die ihre Adressaten erreicht.

Selber habe ich mit meinen Haaren so ziemlich alles gemacht, was möglich ist. Angefangen mit der ersten Rot-Färbung mit 15, folgten dann über die Jahre alle Längen zwischen Lang und Pixie-Kurz, Schwarz-, Braun- und Rot-Schattierungen bis hin zu Wasserstoff-Blond.

Vor einem halben Jahr habe ich dann einen Schlussstrich gezogen. Keine Chemie mehr für den armen Kopf! Aus 80er-Jahre Madonna-Blond wurde wieder ein mittleres Rotbraun und sie dürfen wieder wachsen.

Und es begann die Zeit der Schadensbegrenzung – das massive Bleichen hatte Spuren hinterlassen, das Gegensteuern mit immer mehr teuren „Pflege“-Produkten hat zu einer „Überpflegung“ der Haare geführt, wie meine nette Friseurin in Berlin mich aufklärte, und ich war etwas verzweifelt.

Bis dahin hatte die Routine wie folgt ausgesehen: Shampoo, Spülung, Haarkur (2x wöchentlich, Hitzeschutz für Locken, Locken-Öl für mehr Definition und wenn es hart auf hart kam: Haarspray. Also im Schnitt an die sechs Produkte und das Ergebnis: die Griffigkeit einer Plastik-Perücke. Vielen Dank auch.

Nachdem ich mir gedanklich selber in den Hintern getreten habe für soviel Dummheit, begann das Umdenken. Zuerst wurden das Shampoo und die Spülung durch hochwertige und hochpreisige Bio-Produkte ersetzt, die Kur- und die Styling-Produkte durch Kokos-Öl. Anfangs unsicher, zögerte ich zudem die Waschzeiten immer weiter raus (dämlich, ja, ich weiß: Ich habe täglich gewaschen und mich gewundert über die Sch….-Struktur).

Dann habe ich erst Kokos-Seife  getestet und dann Aleppo-Seife aus Oliven- und Lorbeer-Öl – so sehr ich die Seife und den Geruch mag, hat dies bei mir nicht funktioniert: aus Plastikhaar wurde Schmierkopf… gruselig. Ich weiß bis jetzt noch nicht, ob es daran liegt , dass ich meine Haare so lange chemisch behandelt habe oder ob ich mehr Geduld hätte haben müssen, bei vielen funktioniert es ja wunderbar. Ich für meinen Teil habe weitergesucht.

Und die Lösung kam dann in Form eines Beitrags im Paleo/Primal-Forum auf Facebook. Dort hatte jemand einen Artikel zu einem DIY Honig Shampoo gepostet. Perfekt, das war ein neuer Einsatz für das riesige Glas teuren Bio-Honigs, das ein sehr trauriges Dasein in der Speisekammer fristete.

Das Rezept

Honig
Wasser
Ätherisches ÖL (bei mir einmal mehr Lemongrass)

  • Honig und Wasser im Verhältnis 1:3 mischen. Dazu am besten das Wasser leicht erwärmen, damit der Honig sich löst. 0-15 Tropfen ätherisches Öl dazu geben und fertig!!!

(Ich habe direkt einen halben Liter angesetzt und dann für den Urlaub noch einmal nachproduziert und bin absolut begeistert.)

Die Haare werden nun wie gewohnt nass gemacht und die Honig-Lösung (bei meinem mittellangen Haar 5-6 Teelöffel) behutsam mit den Fingerkuppen in die Kopfhaut einmassiert. Dafür ruhig einen Moment Zeit nehmen. Diese kleine Massage macht morgens wach und entspannt und zudem werden so Schmutzpartikel gelöst und die Durchblutung angeregt. Die Honig-Lösung greift zudem nicht in die natürliche Fett-Produktion der Kopfhaut ein und nach einer Umstellungsphase (bei mir ca. zwei Wochen) lässt das Nachfetten der Ansätze deutlich nach. Ich habe gelesen, dass sich bei vielen Nutzern zudem Schuppenprobleme haben beseitigen lassen. Nun reagiert ja jeder Kopf individuell, aber ich für meinen Teil bin hoch zufrieden.

Mein Lieblings-Nebeneffekt aber war, dass aus dem, was bei mir immer leichte Wellen genannt wurde, nun ein richtiger massiver Lockenkopf geworden ist, der glänzt und gesund aussieht und sich tatsächlich wunderbar kämmen lässt. Durch das ätherische Öl duften die Haare ganz zart und angenehm und nicht künstlich.

Tja, der Weg führt halt nicht zurück und es ist wunderbar zu merken, dass man zart duftend und gepflegt durch den Tag wandeln und dabei die Chemie-Kiste der omnipräsenten Kosmetikindustrie links liegen lassen kann! Widerstand kann eben tatsächlich daheim im Kleinen beginnen!

Also dann – Kopf anschalten!

Schokoladen-Tage in Bologna

MuffinSchokoladen-Tage sind eigentlich immer. Aber nur mit 85% Kakao und mehr und mit Bedacht. Aber so ein Stück zum Kaffee oder Tee – darf sein, muss (manchmal) sein.

Zuletzt hat die Schokolade in Form von Muffins die Reise nach Italien mit angetreten.

Wer den Paleo-Weg verfolgt, weiß, dass Reisen ihre Tücken haben. Ist die Ernährungslage vor Ort doch nicht immer so einfach zu gestalten wie mit der sorgsam gefüllten Speisekammer daheim. Aber es hat auch seinen ganz eigenen Reiz, sich durch die Supermärkte und Spezialitäten anderer Länder zu suchen und das ein oder andere Highlight zu finden.

Da die letzte Reise nach Italien noch ungezählte Panini und Cornetti beinhaltete (von Pasta ganz zu schweigen), haben wir vorgesorgt und uns ein paar besonders leckere Sachen einfach mitgenommen. So gab es zum fantastischen italienischen Espresso in Bolognas Strada Maggiore, der meinen Koffein-Konsum wieder extrem hochgeschraubt hat, eben Paleo-konforme Schoko-Muffins… das hat dem Italien-Erlebnis nicht geschadet. Im Gegenteil.

Meine Zutaten

(Ursprünglich ist das Rezept ein Kuchen, vor Jahren hat ihn eine Freundin gebacken und seitdem gehört er zu meinen Lieblingen, einfach auch weil er so schnell zubereitet ist)

200 Gramm bittere Schokolade (mind. 85%)
200 Gramm gemahlene Mandeln
200 Gramm Butter
4 Eier
2 Teelöffel Vanille
Prise Salz
1 Teelöffel Natron
4 Esslöffel Xucker

  •  Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  •  Schokolade, Butter und Xucker im Wasserbad schmelzen, bis eine homogene Masse entsteht.
  •  Die Mandeln, Natron, Salz, Vanille und die Eier unterrühren. Das ganze ergibt einen zähflüssigen Teig.
  •  Den Teig auf Muffin-Förmchen verteilen. Bei mir waren 14 Stück aus Papier. Auf ein Backblech und für ca. 20-25 Minuten in den Ofen, bis sich der Muffin gut aus dem Papier lösen lässt.
  •  Als Goodie kann man extra Schokolade als Topping nehmen oder man gibt Birnen und Walnüsse oder Kirschen in den Teig…
  •  Am besten schmeckten die Muffins ab Tag 2 aber nach dem Geruch, der aus dem Backofen kommt, müssen sie den erst einmal erleben…

Guten Appetit!!