Lasst sie Wasser trinken… ääähh kaufen

IMG_3509Die großem Treibkräfte des Marktes und des Marketings schaffen es immer wieder, intelligente Bürger im Bestreben, sich unabhängig zu machen, zu entmündigen.
Es ist ja auch vertrackt. Da will man sich etwas Gutes tun und beschließt, der kunterbunten Welt der Soft– und Wellness-Drinks zu entsagen und zurück zum Wasser zu kehren und dann wird auch dieser gute Ansatz korrumpiert.

Mit den gesundheitlichen Bedenken gegenüber Softdrinks waren die bekannten Anbieter gezwungen, auf das veränderte Trinkverhalten zu reagieren, um diese Käuferschicht nicht zu verlieren. Und wie macht man das? Man schafft Angst und Unsicherheit und präsentiert eine attraktive Lösung.

Die Angst wurde hier geschürt, indem Unsicherheit gestreut wurde bezüglich der gesundheitlichen Risiken von Leitungswasser. Die Lösung: Eine breite Palette an Sprudel- und stillem Wasser in frischem Design und mit den richtigen Schlagworten, um einem das Gefühl zu geben, sich eigentlich an einer frischen Quelle in unberührter Natur zu laben.

Und auf einmal laufen alle los und zahlen für etwas, das sie so haben könnten. Billiger, weniger gesundheitsschädigend und ohne die Umwelt zu belasten – Leitungswasser.

In einer Welt, in der Zugang zu sauberem Trinkwasser längst zum Spekulations-Objekt geworden ist, sind die, die sich glücklich schätzen könnten, diesen Zugang zu haben, animiert loszurennen und sich die nächste Plastikflasche zu kaufen.

Und es geht noch einen Schritt weiter – zeig mir Deine Wasserflasche und ich sag Dir wer Du bist. Die 19-Cent-Flasche vom Discounter macht nicht viel her. Urbanes Jung-Volk, gesundheitsbewusste Schönheits-Trinkerinnen und spirituelle Sinnsucher haben die Wahl zwischen französischem Bergwasser, lebendigem Wasser, Vollmond-Wasser, Diät-Wasser mit extra Mineralgehalt… Es gibt Restaurants, die statt einer Weinkarte eine Wasserkarte und einen entsprechend geschulten Sommelier bieten.

Wenn einem dann gar nichts mehr einfällt, um der Fatigue des Überangebots zu entkommen, kann man sein Essen dann mit dem entsprechend (teuren) Wässerchen hinunterspülen und dazu fachsimplen. Dann immerhin in Glasflaschen.

Dieser Irrsinn wird auf den Punkt gebracht in dem absolut empfehlenswerten Video „The Story of Bottled Water“ von Anni Leonard und dem Team von Story of Stuff.

Mehr muss man dazu gar nicht sagen.
Der zum Denken befähigte Mensch kann hier schnell eigene Schlüsse ziehen.

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