Kopfsache Haar – DIY Shampoo Selbstversuch

SchattenDas Gras ist immer grüner hinter dem Zaun, und wenn es die Haare betrifft, will man oder besonders frau gerne das, was auf dem Kopf der anderen so scheinbar perfekt und mühelos wächst.

Wer glattes Haar hat, sehnt sich nach Locken und Lockenköpfe suchen oft verzweifelt nach wirkungsvoller Glättung. Braun will Blond und Kurz lieber Lang…..Erste Welt Probleme, nicht wahr? Aber der persönlichen Art, besonders, da wir uns in einer Gesellschaft bewegen, in welcher der erste Eindruck eben stark an Äußerlichkeiten festgemacht wird und gesundes, glänzendes Haar eine unterschwellige Botschaft ist, die ihre Adressaten erreicht.

Selber habe ich mit meinen Haaren so ziemlich alles gemacht, was möglich ist. Angefangen mit der ersten Rot-Färbung mit 15, folgten dann über die Jahre alle Längen zwischen Lang und Pixie-Kurz, Schwarz-, Braun- und Rot-Schattierungen bis hin zu Wasserstoff-Blond.

Vor einem halben Jahr habe ich dann einen Schlussstrich gezogen. Keine Chemie mehr für den armen Kopf! Aus 80er-Jahre Madonna-Blond wurde wieder ein mittleres Rotbraun und sie dürfen wieder wachsen.

Und es begann die Zeit der Schadensbegrenzung – das massive Bleichen hatte Spuren hinterlassen, das Gegensteuern mit immer mehr teuren „Pflege“-Produkten hat zu einer „Überpflegung“ der Haare geführt, wie meine nette Friseurin in Berlin mich aufklärte, und ich war etwas verzweifelt.

Bis dahin hatte die Routine wie folgt ausgesehen: Shampoo, Spülung, Haarkur (2x wöchentlich, Hitzeschutz für Locken, Locken-Öl für mehr Definition und wenn es hart auf hart kam: Haarspray. Also im Schnitt an die sechs Produkte und das Ergebnis: die Griffigkeit einer Plastik-Perücke. Vielen Dank auch.

Nachdem ich mir gedanklich selber in den Hintern getreten habe für soviel Dummheit, begann das Umdenken. Zuerst wurden das Shampoo und die Spülung durch hochwertige und hochpreisige Bio-Produkte ersetzt, die Kur- und die Styling-Produkte durch Kokos-Öl. Anfangs unsicher, zögerte ich zudem die Waschzeiten immer weiter raus (dämlich, ja, ich weiß: Ich habe täglich gewaschen und mich gewundert über die Sch….-Struktur).

Dann habe ich erst Kokos-Seife  getestet und dann Aleppo-Seife aus Oliven- und Lorbeer-Öl – so sehr ich die Seife und den Geruch mag, hat dies bei mir nicht funktioniert: aus Plastikhaar wurde Schmierkopf… gruselig. Ich weiß bis jetzt noch nicht, ob es daran liegt , dass ich meine Haare so lange chemisch behandelt habe oder ob ich mehr Geduld hätte haben müssen, bei vielen funktioniert es ja wunderbar. Ich für meinen Teil habe weitergesucht.

Und die Lösung kam dann in Form eines Beitrags im Paleo/Primal-Forum auf Facebook. Dort hatte jemand einen Artikel zu einem DIY Honig Shampoo gepostet. Perfekt, das war ein neuer Einsatz für das riesige Glas teuren Bio-Honigs, das ein sehr trauriges Dasein in der Speisekammer fristete.

Das Rezept

Honig
Wasser
Ätherisches ÖL (bei mir einmal mehr Lemongrass)

  • Honig und Wasser im Verhältnis 1:3 mischen. Dazu am besten das Wasser leicht erwärmen, damit der Honig sich löst. 0-15 Tropfen ätherisches Öl dazu geben und fertig!!!

(Ich habe direkt einen halben Liter angesetzt und dann für den Urlaub noch einmal nachproduziert und bin absolut begeistert.)

Die Haare werden nun wie gewohnt nass gemacht und die Honig-Lösung (bei meinem mittellangen Haar 5-6 Teelöffel) behutsam mit den Fingerkuppen in die Kopfhaut einmassiert. Dafür ruhig einen Moment Zeit nehmen. Diese kleine Massage macht morgens wach und entspannt und zudem werden so Schmutzpartikel gelöst und die Durchblutung angeregt. Die Honig-Lösung greift zudem nicht in die natürliche Fett-Produktion der Kopfhaut ein und nach einer Umstellungsphase (bei mir ca. zwei Wochen) lässt das Nachfetten der Ansätze deutlich nach. Ich habe gelesen, dass sich bei vielen Nutzern zudem Schuppenprobleme haben beseitigen lassen. Nun reagiert ja jeder Kopf individuell, aber ich für meinen Teil bin hoch zufrieden.

Mein Lieblings-Nebeneffekt aber war, dass aus dem, was bei mir immer leichte Wellen genannt wurde, nun ein richtiger massiver Lockenkopf geworden ist, der glänzt und gesund aussieht und sich tatsächlich wunderbar kämmen lässt. Durch das ätherische Öl duften die Haare ganz zart und angenehm und nicht künstlich.

Tja, der Weg führt halt nicht zurück und es ist wunderbar zu merken, dass man zart duftend und gepflegt durch den Tag wandeln und dabei die Chemie-Kiste der omnipräsenten Kosmetikindustrie links liegen lassen kann! Widerstand kann eben tatsächlich daheim im Kleinen beginnen!

Also dann – Kopf anschalten!

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9 Gedanken zu “Kopfsache Haar – DIY Shampoo Selbstversuch

  1. Pingback: Bombenstimmung am Kaffeetisch | Teilstücke

  2. Hallo,
    benutzt du das Shampoo noch?
    Ich habe jetzt ein paar Wochen mit deinem Rezept experimentiert. Den Lockeneffekt habe ich auch. 🙂 Optisch sehen die Haare gut aus.
    Allerdings fühlen die Haare sich sehr hart und fettig an. Auch eine anschließende Spülung mit Apfelessig ändert daran nichts. Hast du einen Tipp für mich wie ich das ändern kann? Oder hast du für dich ein neues Rezept entdeckt?
    Freue mich von dir zu lesen.
    Liebe Grüße,
    Julia

    • Liebe Julia,
      endlich komme ich dazu, Dir zu antworten. Und Du triffst einen Nerv, da ich gerade am „reinstellen“ bin, was noch funktioniert. Zwischendurch habe ich mit Bio Haarseifen versucht aber irgendwie wird das nichts mit mir und den Seifen. Das Ergebnis ist strähnig und wenig schön. Was meinen Haaren immer wieder gut tut ist über Nacht Kokosöl in die Längen zu kneten und sie dann am nächsten Tag gründlich zu waschen.
      ich bin am überlegen in den totalen Shampooverzicht zu wechseln..ich werde gerne berichten..:-) Du siehst, das Kopfthema ist noch nicht abschliessend geklärt… 🙂

  3. Das Honig-Shampoo ist mir komplett neu und ich werde es auf jeden Fall einmal ausprobieren, da ich schon lange von den üblichen Marken weg bin, die täglich in der Werbung auftauchen. Ich nehme mir inzwischen nur noch Shampoos und Pflegeprodukte aus dem Bioladen mit, unter anderem auch Kokosöl, und bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Allerdings sind die Produkte dann auch bis zu dreimal teurer und es wäre natürlich super, wenn das Honig-Shampoo ähnlich gut funktionieren würde.

  4. Hrm, der Kunsthaar-Effekt hat sich bei mir in den letzten 3,4 Monaten auch immer mehr entwickelt. Plus starker Frizz, den ich schon im pitschnassen Haar fühlen kann. :-/ Der Unterschied: Ich verwende seit 6 Jahren nur noch Naturkosmetik. o_O

    Ich hab mittlerweile sicher 120-140€ für div. Shampoos, Spülungen, fette und Wirkstoff-Öle, DIY-Pflege usw. usf. ausgegeben. Ich hab gespült, gerinst, geölt, phasenweise versch. Inhaltstoffe gemieden (Tenside. Proteine, Alkohol) und und und. Der sogenannte Wet Assessment-Test blieb ergebnislos. Laut Friseurin keine kaputten Spitzen, laut meinem Griff ins Haar und dem Blick in den Spiegel sind sie trocken, strohig und dadurch volumiger – und die Spitzen fühlen sich an wie Backpinselborsten.

    Heute morgen habe ich es mit gestern Abend angesetztem Roggenmehl-„Shampoo“ probiert – 4 EL Roggenmehl, 230ml Wasser. Halbtrocken schön weich, nass und trocken nahezu wie immer.

    Christusdornpulver brachte Glanz, die Haare blieben dennoch trocken. o_O Selbst die sonst so pflegenden Pflanzenhaarfarben ändern nichts.

    Ich habe das ganze Jahr über so gut wie nie geföhnt, ich kämme mit den Fingern oder einem sehr groben Kamm durch.

    Meine Schilddrüse ist gut eingestellt (Hashimoto Thyreoiditis), meine Nährstoffmängel gefühlt nach wie vor ausgeglichen.

    Kurz: Ich weiß nimmer weiter.

    Kann zum frustriernden Hobby ausarten. Blöd, wenn man dann z.T. zu hören bekommt „Sieht doch toll aus, weiß garnet, was du hast!“ -_- Da fühlt man sich, als hätt man sich künstlich darüber brüskiert, dass ein Strähnchen bei starkem Wind verrutscht. 😀

    • Nach ein paar Tagen Auszeit komme ich endlich zum Antworten. Das klingt echt kompliziert. Und auch wenn andere die Haarpracht anders wahrnehmen, man selber sieht und fühlt es ja jeden Tag und hat eine gute Vorstellung davon, wie es ein sollte. Ich habe mittlerweile wieder zur Schere greifen lassen und meinen kurzen Ausflug in die Langhaarigkeit glücklich beendet. Ich bin doch ein Kurzhaarfreund. Und seit es wieder so kurz ist, verträgt mein Haar auch wunderbar Haarseife und wird meistens sogar ganz ohne Zusätze, nur mit Wasser gewaschen. mit kurzen Haaren geht das für mich sehr gut. Ich gönne mir dann halt eine ausgiebige Kopfmassage unter nicht zu heißem Wasser und Dusche kalt hinterher – das Ergebnis ist sehr gesund und herrlich pflegeleicht.

      • Hehe, ich versuche seit Jaaahren erfolglos, meine Haare wieder länger zu züchten. Nach etwa 6-10 Wochen lande ich mit „nur wieder in Form schneiden bitte, so wenig wie möglich ab“ aufm Friseurstuhl. 😀 Immo bin ich bei Woche 8, schaun wir mal. 😉
        Am Sonntag habe ich ’nen derben Viel Öl hilf viel-Anfall bekommen – muss meinen Blogpost die Tage mal fertigschreiben. Nur so viel sei verraten: Hat was gebracht. 🙂

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