The War of Art- Ich gegen mich

warofart_bookAuf einmal schaut man ihm direkt ins Gesicht – dem ganz eigenen inneren Schweinehund. Und er grinst recht selbstfrieden. Zurecht, hat er einen doch immer wieder erfolgreich abgelenkt bei den (kreativen) Projekten, die man schon so lange in sich trägt und denen immer etwas im Wege stand: „Fang nicht heute an zu schreiben, warte bis nächsten Monat…nächstes Jahr…bis das Projekt zu Ende ist…bis weniger Stress ist“, „Du hast den Kopf nicht frei“, „Deine Freunde wollen dich sehen“, „Du musst dich erholen“, „Du musst…“…

Du musst dich verdammt noch mal zusammenreißen und anfangen!
Diese so simple und doch schwierige Einsicht bleibt (unter anderem) wie der sprichwörtliche Elefant im Raum stehen, wenn man nach kurzweiliger Lektüre „The War of Art: Break Through the Blocks and Win Your Inner Creative Battles“   von Steven Pressfield, aus der Hand legt.

Pressfield weiß, wovon er spricht, mit amüsanten persönlichen Geschichten führt er dem Leser immer wieder schonungslos vor Augen, wie offensichtlich und höchst effektiv wir uns in unseren kreativen Prozessen selbst blockieren. „Resistance“ – so heißt das schweinehundgestaltige Monster der Prokrastination  bei ihm. Und schonungslos demaskiert er es in allen seinen Facetten und lässt den Leser ertappt und etwas beschämt zurück – den Schweinehund in gedruckter Form vor Augen geführt, lassen sich selbst die gewieftesten, scheinbar unbewussten Ausweich-Manöver nur schwer verbergen.

Ein tiefsinniger Lese-Spaß, der Empfehlungs- und heilsame Pflichtlektüre sein sollte für jeden, der die Erfahrung kennt, wie schwer es ist die leere Seite zu füllen, den ersten Strich zu ziehen oder sich überhaupt erst an den Schreibtisch zu setzen und mit der Arbeit zu beginnen. Denn nicht der kreative Part ist das Problem, sondern das Beginnen. Die simple Umsetzung des Gedankens in die Tat.

Das ist die erste Lektion, die der Leser bei Pressfield lernt. Wenn Dein Herz dafür brennt – dann werde „Pro(fi)“. Nimm ernst was Du machen willst und überwinde die Angst vor dem Scheitern. Nimm jedes Zögern, jeden inneren Widerstand als Ansporn, dass Du auf dem richtigen Weg bist und bleib dran. Wer auf den richtigen Moment für die kreative Offenbarungs-Stunde wartet, wird diese nicht erleben. Aus leeren Blättern wir kein Meisterwerk, aber aus hundert erkämpften Seiten kann eine Geschichte entstehen.

Und eine weitere feine Empfehlung gibt er seinen Rat suchenden Lesern mit auf den Weg – überprüfe Deine Motivation. Was Du wahrhaftig, sprich authentisch und mit ernsthafter Arbeit und Inspiration schaffst, wird Dir immer Lohn an sich sein. Wer aus Geltungsbedürfnis und Selbstdarstellung heraus handelt, schafft auch, aber das Werk bleibt substanzlos und wird nie für eine innere Erfüllung sorgen, um dieses geschundene Wort zu gebrauchen.

Ich stehe Ratgebern skeptisch gegenüber, aber im Falle von Steven Pressfield spricht ein „Pro“ aus tiefer Erfahrung. Zu keinem Zeitpunkt blickt er vom Standpunkt besseren Wissens auf seine Leser herab, sondern zerrt Fallstricke ans Licht, die viel zu oft längst zu automatischen Verhaltensmustern geworden sind und uns in vielfältigsten Bereichen des Lebens hindern, unser Potenzial zu entfalten.

Eine Lektüre, die gibt.

Werdet „Pro“!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s