Das Runde will auf den Tisch – Kokos-Kürbis-Taler und das Gemüse-Desaster

Paleo FladenMan könnte meinen, es gibt nur Kürbisse  und Süßkartoffeln  in den Tiefen meinen Vorratsschrankes. Hmm, nein. Aber ich mag beides sehr gerne und man kann wunderbar vielfältig damit kochen.  Zudem sind sie fantastische Nährstoff-Lieferanten und, was ich besonders wichtig finde bei einer Kohlenhydrat-reduzierten Ernährung: Sie halten den Blutzucker-Spiegel stabil  – also keine Heißhunger-Attacken obwohl doch erst eine Stunde zuvor ordentlich gegessen hatte.

Das mit dem Gemüse, auch wenn ich bei Süßkartoffeln und Kürbissen im Hinblick auf die Gattung wohl nicht von Gemüse sprechen kann, aber ich bin keine Botanikerin, finde ich nach wie vor verwirrend. Manche scheiden aus, einfach wegen ihres Kohlenhydrat-Gehalts, andere mag ich nicht essen, da ich mich frage ob saubere Landwirtschaft dahinter steckt.  Wir scheinen als Spezies ja viel Energie darin zu investieren, den Planeten von unserer belastenden Existenz zu befreien.

Dann wieder gibt es Gemüsesorten, die vertrage ich nicht mehr so ohne weiteres: Von Paprika rülpse ich, dass es nicht mehr zu entschuldigen ist und Tomaten sorgen mitunter für juckende Spannungen der Haut rund um den Mund. Und warum soll ich  mich wieder an etwas gewöhnen, das mir anscheinend nicht gut tut?

Dann Salat: Mag ich nach wie vor sehr gerne, aber ich habe immer etwas Sorge was drin steckt, auch bei Bio und mein Magen verträgt die rohe Struktur auch nur in Maßen. So verringert sich die Liste von ganz alleine und trotzdem ist eigentlich immer etwas Gemüse dabei – nur halt viel weniger. Wo ich früher zwei Zucchini, eine Aubergine und zwei Tomaten angebraten hätte, als Beilage für zwei Personen, reicht heute eine Zucchini voll und ganz. Total abgefahren, manchmal denke ich ich müsste mehr essen, aber einfach nur weil ich es jahrelang so gemacht habe.

Und eine ganz neue Erfahrung ist es auch unterwegs zu sein. Ein Grund für den Wegzug aus der großen Stadt war ja die Sehnsucht nach dem weiten Grün. Hier im Taunus haben wir es gefunden und so machen wir uns regelmäßig bei wunderschönen Wanderungen kaputt oder gehen Paddeln oder oder…der Rucksack ist viel leichter, wenn man nicht noch den nächsten Fix für den Blutzuckerspiegel mitschleppen muss. Manchmal nehme ich pro Forma etwas Kleines mit, denn da ist die heimliche innere Sorge man könnte in der Wildnis Mitteldeutschlands, fern ab jeder Zivilisation, verhungern. Und dann stelle ich meistens fest, dass ich den Proviant zuhause wieder auspacke. Und wer nun mault, dass man dann ja nirgendwo einkehren kann, dem muss ich sagen, dass ich kulinarisch unterwegs selten vom Hocker gehauen wurde und nichts spricht dagegen in der Manier guter alte Ausflugslokale einen fiesen schwarzen Kaffee  oder einen Teebeutel-Tee zu trinken. Das sorgt auch für gedankliche Zeitreisen. Und ganz selten findet man auch kleine Perlen, die dann auch die Geschmacks-Snobs unter den Wanderern (zu denen ich mich oftmals zähle) glücklich machen, mit einer italienischen Kaffeemaschine oder  losem Tee.

Aber zurück zudem was bleibt, wenn man durch eine Ernährungsumstellung sein Nahrungspalette neu sortiert. Es ist mir ein großes Vergnügen zu schauen, was alles möglich ist mit den Dingen, die ich mag. Süßkartoffel-Schoko-Brownie, Rote-Beete-Schoko-Kuchen…lecker oder nomnom wie man wohl sagt.

Ich habe mein Kürbisbrot abgewandelt und eine trockenere Version in Form von Talern oder kleinen Fladen daraus gemacht.

Mein Rezept

1,5 Tasse Kürbiswürfel (ca 250 ml)
100 Gramm  Butter
3-4 Esslöffel Kokosmehl
2-3 Eier (drei, falls der Teig mit zweien zu trocken ist)
Salz
Pfeffer
Cayenne Pfeffer
Getrocknete Korianderblätter

  • Den Ofen auf 200 Grad vorheizen
  • Die Kürbiswürfel in der Butter weich schmoren und dann pürieren.
  • 2 Eier quirlen und unter die etwas abgekühlte Kürbismischung rühren.
  • Das Kokosmehl nach und nach unterrühren, der Teig soll fest aber nicht zu bröselig sein – im Zweifel das dritte Eier hinzufügen
  • Nun nach Geschmack mit den Gewürzen abrunden. Ich empfehle etwas mehr Schärfe, die passt gut zu der buttrigen Süße des Kürbis.
  • Aus dem Teig 4-5 gleichmäßige Kugeln formen und auf dem Backpapier ausgekleideten Backblech zu Fladen drücken.
  • Für ca. 20-25 Minuten in den Ofen. Die Konsistenz sollte am Ende eher etwas trocken und die Oberfläche angebräunt sein.

Tipp: Dazu passen wunderbar krosser Bacon (auf dem Bild ist es gebratener Schweinebauch) und eine Curry-Butter!

Guten Appetit

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Die Sau der Stunde – die Unabhängigkeit und die Modeblogs

SommerschuheIch habe ja ein zwiegespaltenes Verhältnis zu Blogs – etwas schwierig, wenn man selber schreibt, ich weiß. Muss man als Blogger solidarisch sein mit allen anderen, die das Netz mit ihren Blogs fluten? Einerseits bin ich ja dankbar, dass ich all meine Informationen von zuhause und auch unterwegs über das Internet  bekomme und es ist die einzige Quelle, die noch bleibt, wenn man Informationen jenseits der Mainstream-Medien mit den letztlich immer gleichen Meinungen sucht, aber andererseits ist es auch zu einem Tummelplatz fragwürdiger Selbstdarstellungs-Modelle geworden.

Arbeitsbedingt habe ich in den letzten Jahren einige Zeit auf Mode-Blogs verbracht. Und ja, darunter gibt es auch anspruchsvollere, die ich durchaus interessant finde, aber dann ist da diese Kategorie Bloggerinnen, bei der ich mir nur an den Kopf fassen kann: Outfit-Posts. Was bringt einen dazu jeden Tag sein Outfit zu fotografieren und online zu stellen? Denn ja, das ist etwas anderes als jede Mahlzeit zu fotografieren. Irgendwie scheint es mir, dass der Austausch über Rezepte und Paleo-Themen einen Mehrwert bietet. Wohingegen der tägliche Abgleich von Outfit-Posts mir ein Unbehagen verpasst. Ich finde es beängstigend, wie markenfixiert große Teile dieser Blog-Puppen sind. Es ist beeindruckend, wie viele Handtaschen und Sonnenbrillen so manche 20-Jährige auffahren kann. Ich finde es muss nicht sein und den Eltern darf herzlich gratuliert werden, dass sie ihren Sprössling mit vollem Erfolg  auf Konsum getrimmt haben. Mitunter frage ich mich auch wie so ein Lebensstil sich weiterentwickelt – einen ernsthaften Job, wo es weniger um Äußerlichkeiten als um Kompetenzen und Persönlichkeit geht, sehe ich da nicht.  Tut mir leid, das mag man überzogen finden, aber die erfolgreichen intelligenten Frauen, die ich kenne, sind auf eine substantiellere Art attraktiv. Und ja, Attraktivität liegt im Auge des Betrachters. Aber ich finde es traurig und irgendwie befremdlich wenn sich da ein  Frauen/Mädchen-Typ beharrlich reproduziert, der irgendwie nicht viel vorzuweisen hat außer oberflächlicher Attraktivität. So mancher nennt sie Pferdeschwanz-Mädchen oder Perl-Hühner, sie selber sehen sich als trendbewusst und eingebettet in ein internationales Mode-Blog-Konglomerat von selbsternannten Fashionistas und „Wasauchimmer“-Girls. Von stilbewusst mag ich nicht reden – Stil ist etwas Eigenes, Gewachsenes und nichts was sich einfach so durch den Erwerb aktueller Kollektionen erzielen lässt. Und dennoch scharen diese Blogs zahlreiche Fans um sich. Leser, die sich überschlagen mit Komplimenten und als „Lovelies“ die Rückversicherung bilden für den Narzissmus oder auch die im wahrsten Sinne des Wortes verkleidete Unsicherheit der Bloggerin.

Was den Leserinnen geboten wird, ist wenig Inhalt, nur Schein. Oftmals sind es die Freunde der Bloggerinnen, die dann mittelfristig zu Fotografen avancieren und ihre Freundinnen in den immer wieder gleichen, austauschbaren Posen und Gesichtern für die Leserschaft festhalten. Welche Männer diesen Typus Frau an ihrer Seite wünschen – ich will es mir gar nicht vorstellen.

Ich bin keine geifernde Feministin, aber bei dem Blick auf diese Blogs (ja, es ist eine Unverständnis-Faszination, die einen immer mal wieder schauen lässt und dann reicht die Dosis wieder für Wochen) frage ich mich schon, wie man das Konzept des Selbstverständnisses und der Emanzipierung so ignorieren kann.

Pose und Outfit bedienen zumeist älteste Frauchen-Klischees, hilflos in High Heels und Flatterkleid oder gewollt sexy angehaucht, dass einen das Fremdschämen befällt.

Ganz besonders schmerzt es mich, wenn diese Bloggerinnen noch so jung sind, dass sie sich nicht mal ein Bier kaufen dürften und dann aber betont abgebrüht in Heerscharen das Zelt der Mercedes Benz Fashion Week bevölkern.  So junge Gesichter sollten nicht so geübt sein in einem dermaßen zur Schau gestellten Ausdruck der Langeweile.  Kleine Mädchen mit zu viel Kajal auf zu hohen Schuhen und in zu kurzen Kleidern – das geht über das Experimentieren dieses Alters hinaus. Das ist die Kommerzialisierung einer Phase der Unsicherheit, in der ein wenig Naivität erlaubt sein sollte. Aber die Unternehmen haben es längst erkannt – Bloggerinnen werden gezielt durch Produkt-Seeding als Marketing-Instrument eingesetzt. Für die Mädchen ist es eine kostenlose Aufstockung der Requisite, für die Leserinnen eine Kaufempfehlung. Und nicht nur Produkte, auch Events werden genutzt um diesen Kanal der scheinbar unkommerzielleren Produkt-Kommunikation zu bespielen. Und dann sieht man auf vielen Blog die immer gleichen Bilder der immer gleichen giggelnden Mädchen mit ihrem Foto-Flunsch, in Pose geworfen, neben wahlweise zuckerbunten Cupcakes oder Smoothie-Flaschen. Langweilig!!! Und doch geht es immer noch weiter. Obwohl die sich wiederholenden Inhalte doch längst zeigen, dass hier massiv gepusht wird von Unternehmensseite.

Ein Beispiel: Birkenstock (trage ich selber gern, Modell Madrid wer es wissen möchte). Seit ein paar Jahren schleicht sich der Schuh den Weg zurück auf die Straßen und dann plötzlich schreiben die coolen Säue unter den Blogs darüber. Die sind nochmal etwas anderes als die Blogger-Puppen, hier will man nicht gefällig sein und hier findet sich mitunter sogar Inhalt mit Substanz, auch wenn es traurig macht wie die Autorinnen zerrissen sind zwischen Konsum und Konsum-Kritik, aber das führt zu weit.

Birkenstock: So ganz von alleine tritt sich so ein Trend nicht los und wenn zeitnah so viele Blogs die Schuhe hochjubeln (und sie sind auch wirklich toll!), dann hat die Birkenstock PR-Abteilung Gas gegeben und es sind mindestens Schuhe geflossen.

Und so verliert sich die Demokratisierung der Mode, die den Blogs vor nicht allzu langer Zeit noch jubelnd auf die Fahnen geschrieben wurde.  Hier löst sich die vermeintliche Durchlässigkeit auf, die dem Internet in Bezug auf die exklusive Mode-Industrie anfangs attestiert wurde. Der Markt ist gesättigt, die alten Hasen der ersten Blogstunden sind  zum Teil gut im Geschäft und den meisten, die nachkommen, fällt es schwer einen eigenen unabhängigen Weg zu gehen. Die Fußfallen und –fesseln, welche die Industrie auslegt, sind zu perfide.

Für mich ist die Zahl der Blogs im Bereich Mode, die vielleicht wirklich noch eine Bereicherung darstellen indem sie mit Kreativität und Meinung punkten, extrem zusammengeschrumpft. Stattdessen wächst ein narzisstisches, zerrissenes Panoptikum heran, das mich ängstigt.  Die totale Kommerzialisierung. Dann bleibt wachsam zu beobachten, welche Bereiche den nächsten Hype erleben. Auch bei den Koch-Blogs gibt es Produktplatzierungen und nicht nur sinnvolle.

Wie viel zu oft verkehrt sich der Genuss, die unschuldige Freude an etwas, plötzlich in eine kritische Haltung. Aufmerksam sein, hinschauen und hinterfragen, was einem so serviert wird. Denn die Augen wieder zu schließen, wenn sie einmal geöffnet wurden, wäre ein Akt der Selbstverleumdung.

Kritisch sein!

Bombenstimmung am Kaffeetisch

Lemon BarEs gibt so einige üppigere Rezepte aus der Paleo-Küche, bei denen traue ich mich kaum sie weiterzugeben. Zu hoch ist das Sucht-Potential, da ich ja eigentlich nur schreibe um einen Einblick in einen ganz unspektakulär einfachen Paleo-Alltag zu geben, der ein normales Leben mit einer bewussten Lebensweise vereint. Aber es schmeckt so gut!

Persönlich bin ich anfangs bei so manchen durchdesignten US Paleo-Blogs vor Ehrfurcht in die Knie gegangen und habe mich gefragt wie machen die das? Soviel Kochen und Backen und immer appetitlich präsentiert und nebenbei noch Fermentieren und Dehydrieren und eEnkochen und Kosmetik selber herstellen und ein wahnsinniges Sport-Pensum absolvieren und und und…das hat mich erstmal wieder zurück getrieben in das innere Gedankenreich und mich Abstand nehmen lassen von einem Blog-Projekt.

Aber irgendwann dachte ich dann, warum nicht zeigen dass es auch anders geht. Oder was heißt anders –  einfach machen und sich nicht so sehr darum scheren, was andere denken. So wunderbar die Paleo-Lebensweise ist – für viele ist sie ein Randthema und wenn es dann noch weitergeht und man auch anfängt andere Produkte wie Kosmetik selber herzustellen und immer mehr gesunde alternative Lösungen für konventionelle Produkte sucht, wird man mitunter sanft belächelt und in die Sonderling-Schublade gesteckt.

Man kann dem sicherlich entgegensteuern wenn man sich ganz viel Mühe mit der Präsentation der Rezepte und dem Design des Blogs gibt, aber ich glaube mein Schwerpunkt liegt einfach auf dem Erzählen der kleinen Dinge, die so rund herum um das Kernthema Essen passieren.

Ach ja, eine solche Sache, die dem Umfeld auf der Seele zu brennen scheint, ist mein Gewicht. Ich weiß nicht was ich wiege, seit meiner Waagen-Abhängigkeit in Teenager-Jahren mache ich einen Bogen um die Dinger, denn es ist letztlich egal für meinen Alltag. Seit sich allerdings im Zuge der Ernährungsumstellung doch deutlich etwas an meinem Erscheinungsbild geändert hat oder zu haben scheint, man selbst steckt ja drin und sieht sich jeden Tag, gilt nun häufig eine der ersten Bemerkungen bei einem Wiedersehen meinem Gewicht, ob ich schmaler, kräftiger, gesünder, fiter oder mitgenommen aussehe. Und dann frage ich mich manchmal schon, was die Intention ist, denn natürlich, auch ich mache anderen Menschen Komplimente, aber die klingen anders und nicht so feststellend. Wenn ich keinen guten Tag habe, weil auch ich schlafe manchmal zu wenig dann ist es so als hätte ich damit dem Gegenüber den Beweis geliefert, das die Paleo-Ernährung nicht so gesund ist, wie ich immer behaupte. Dasselbe gilt für  vermeintliche Gewichtsschwankungen, die ich selber gar nicht registriere, denn alles passt, nichts kneift. Es verändert sich höchstens noch der Körper durch den regelmäßigen Sport.

Liebe Leute, Komplimente sind etwas wunderbares, von Herzen kommend, sind sie kleinen Geschenke des Alltags, die man seinen Mitmenschen machen sollte, wenn sie ehrlich sind. Das zeugt von Aufmerksamkeit und Respekt. Aber eine ständige Thematisierung meines Gewichts/Körpers – muss nicht sein. Und ganz ehrlich: Jemanden, der unsicherer ist, kann man mit solchen Kommentaren auch in üble Gedankengänge und Selbstzweifel schicken. Das ist nicht nett. Ich kommentiere ja auch nicht das Hautbild oder die Haarstruktur oder oder oder…suche mir irgendeinen blöden Aufhänger um irgendwie zu piksen.

So, das wollte mal raus. Und weil es so gut passt kann man sich ja nun gedanklich  wieder an die Kaffee-Tafel begeben, zu einer wirklich unverschämt lecker-sommerlichen Kuchen-Bombe: Lemon Bars

Das Rezept

Teig

2 Eier
¼ Tasse weiche Butter
3 Teelöffel Xucker
¼ Tasse Kokosmehl
¼ Tasse Kokosraspeln
½ Tasse Kokoschips
Prise Salz
1 Teelöffel Vanille

  • Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  • Die Eier mit dem Xucker und der Butter schaumig rühren.
  • Kokosmehl. Kokosraspeln, Kokoschips, Vanille und Salz unter die Eiermischung rühren bis sich ein klebriger Teig bildet. Aufpassen, dass man die Kokoschips nicht zu klein rührt, sie dürfen ruhig etwas größer sein, das sorgt für eine schöne Konsistenz des Boden.
  • Nun den Teig in einer gefetteten Form mit höherem Rand verteilen, dass sich eine gleichmäßige Teigschicht bildet.
  • Die Form für ca. 20 Minuten in den Ofen geben. Der Boden soll einmal durchbacken und darf ruhig etwas gold-braun auf der Oberfläche sein.

Die Creme

1 Tasse Zitronensaft (ca. 7-8 mittlere Zitronen)
6 Eier
4 Esslöffel Xucker
1/2 Tasse geschmolzene Butter
Prise Salz

  • Zitronen auspressen und den Saft durchsieben, damit keine Teilchen zurückbleiben.
  • Nun den Zitronensaft zusammen mit den 6 gequirlten Eier, dem Xucker und der Prise Salz in einer Rührschüssel über Wasserdampf (nicht im Wasserbad, zwischen Schüssel und Wasser soll etwas Luft bleiben langsam erhitzen.
  • Dabei ständig mit dem Schneebesen  weiterrühren, damit sich keine Klümpchen bilden!
  • Wenn die Ei-Masse sich langsam erwärmt, die geschmolzene Butter unterrühren und weiter mit dem Schneebesen dabeibleiben bis sich die Masse beim Rühren langsam verdickt.
  • Weiterrühren bis sich ein dickliche Pudding/Creme-Konsistenz ergeben hat.
  • Nun d die Zitronencreme auf dem fertig gebackenen Boden verteilen und die Form in Kühlschrank geben bis alles komplett durch gekühlt ist (ca. 3-4 Stunden).

Tipp: Der Kuchen schmeckt durch die vielen Eier am ersten Tag am besten und eignet sich auch hervorragend als Dessert!

Einfach noch  mit etwas Kokoschips garnieren und in Stücke schneiden – und  Sommer schmecken!

Guten Appetit!

Ich will Dir fressen – ne, doch nicht

Frucht Gummi PaleoIch bin ja noch mit Hallo Spencer groß geworden.  Einmal die Woche wurde die Sesamstraßen-Routine von dieser rückblickend etwas irren und deshalb so sympathischen Truppe abgelöst. Besonders eingeprägt hat sich mir der Jungdrache Poldi, der seinem Umfeld zumeist mit dem Ansatz begegnete „Ich will Dir fressen!“ – in ausufernden Dialogen, die man sich heute wahrscheinlich zurück ins Kinder-Programm wünscht (ich habe weder Kind noch Fernseher), wurde dieser Wunsch natürlich pädagogisch wertvoll anders gelöst. Dennoch – der Satz hat sich eingebrannt und bis zur Umstellung auf die Paleo-Ernährung auch das Gefühl mein Umfeld anfallen zu wollen, wenn ich in einem Hungerloch steckte.  Für die Menschen in meiner Nähe besteht nun  keine Gefahr mehr und ich selbst bin froh, der Welt ausgeglichener und freundlicher entgegen zu treten und nicht innerlich von einem abfallenden Blutzucker-Spiegel beherrscht zu werden.

Tatsächlich vergesse ich manchmal das Essen für lange Zeiträume – der Körper nimmt sich was er braucht und er braucht viel viel weniger als ich immer dachte. Zusätzlich ist das Intermittent Fasting ein fester Bestandteil des Lebensrhythmus geworden.  Nun ist das so ein Thema, wo es schwer fällt eine verbindliche Richtlinie vorzugeben, da muss jeder ausprobieren und schauen was man am besten verträgt. Wir sind gerade bei einer Mischform angelangt. Einen Tag in der Woche heißt es „Eat Stop Eat“ dabei beträgt das Fastenfenster 24 Stunden und um es sich einfach zu machen, kann man den Beginn der Fastenzeit in den Nachmittag legen, so hat man die Schlafenszeit in die Fastenzeit integriert. Und dazu ergeben sich gerade von alleine 16/8 Tage.

Gerade bei periodischen Fasten gilt einmal mehr, dass man nicht blind einem Schema folgt sondern auf den Körper hört und die Lebensumstände mit einbezieht. Wenn ich die Fasten-Perioden unkompliziert in meinen Alltag einbinden kann, ohne mich unter Druck zu setzen, bin ich auf einem guten und gesunden Weg. Das periodische Fasten sollte jedoch nicht in Stress ausarten oder die Form einer versteckten Essstörung annehmen, so kann jeder positive Effekt ins Gegenteil verkehrt werden.

Ich merke einfach ganz konkret, dass mich das periodische Fasten klarer macht und ich mich besser und länger konzentrieren kann. Der innere Poldi ist zum Schweigen gebracht. Und die Abhängigkeit von der Mahlzeiten-Aufnahme sinkt. Zudem hat das periodische Fasten eine Vielzahl von positiven Auswirkungen auf die Gesundheit, in die es sich lohnt einzulesen, genauso wie in die unterschiedlichen Modelle.

So, nun will ich mein Umfeld ja nicht mehr anfallen aber dafür produziere ich andere Dinge, die ich mir gerne einverleibe.  Nachdem nun selbst gemachtes Frucht Gummi durch eine Vielzahl von Blogs wanderte, habe ich mich in die Küche gestellt und auch einmal experimentiert.

Da ich nicht so ein Freund von Fruchtsäften bin, habe ich genommen, was die Speisekammer hergibt. Variationsmöglichkeiten gibt es zahlreiche…ich werde sicher mehr machen.

Zitrus-Ingwer-Grüner-Tee- Gummis (noch etwas sperrig im Namen aber super!!)

Saft einer großen reifen Grapefruit
Saft von zwei Zitronen
Schale von einer unbehandelten Zitrone in Streifen geschnitten
1 großzügiges Stück Ingwer, geschält und in Streifen geschnitten
2 Esslöffel Xucher (in diesem Fall wollte ich es eher sauer halten)
2 Teelöffel milder Grüner Tee
12 Blatt Gelatine (ca. 3 fache Menge der Rezeptangabe, abhängig von der verwendeten Flüssigkeitsmenge)400ml Wasser

  • Die Gelatine-Blätter in kaltem Wasser einweichen.
  • Das Wasser mit dem Ingwer, der Zitronenschale und dem Xucker erhitzen, dann 5-10 Minuten kurz vorm Siedepunkt ziehen lassen. Zwischendurch probieren, es soll nicht zu bitter werden. Den Zitronen und Grapefruit-Saft hinzugeben und die Teeblätter und das ganze weitere 4 Minuten ziehen lassen.
  • Die Flüssigkeit durch ein feines Sieb abgießen und dann die eingeweichten und ausgedrückten Gelatine-Blätter unterrühren.
  • Das Ganze in ein flacheres Gefäß mit planem Boden füllen und über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Tipp: Die geschmackliche Basis war so lecker, dass ich sie beinahe getrunken hätte. Die Mischung lässt sich ohne Gelatine auch perfekt als Eistee trinken. Oder für Gäste mit Sekt aufgießen oder mit weniger Gelatine zu einem Wackelpudding verarbeiten….oder oder…

Ach ja: Menschen mit ästhetischen Ambitionen nutzen Silikonförmchen für eine formschönere Präsentation. Ich mag kein Silikon, deshalb lebe ich sehr gut mit der Würfelform, sie tut dem Geschmack keinen Abbruch, aber ich suche noch nach geeigneten kleinen Ausstechformen…..

Guten Appetit!

 

Sommertage und das dicke Kind

Paleo DiätDer Himmel trägt sommerliches Grau, was die Frage ob Schwimmbad oder Schreibtisch hinreichend beantwortet. Eine gute Gelegenheit sich vielleicht einmal im Geschriebenen nackig zu machen.  Immerhin keine Sonnenbrand-Gefahr aber ein wenig Selbstüberwindung gehört dazu, dass innere dicke Kind nach außen zu tragen. Denn, Schwächen zeigt man nicht so gern. Aber gemäß der täglichen Schweinehund-Konfrontation drehe ich ihm eine lange Nase und lasse die Hosen runter. Oder so.

Wer sich im Internet über die Paleo-Ernährung informiert wird früher oder später auch auf die Vorher-Nachher-Bilder stoßen.

Es ist beeindrucken zu sehen, welche Veränderungen Menschen über die Umstellung der Ernährung erzielen können. Diese Menschen haben ihr Leben verändert.

Und ich werde dann immer leicht wütend wenn ich an die einschlägigen Frauen- und Lifestyle-Magazine denke, die einem jedes Jahr wieder den Bikini-Notfalls-Plan und die neusten Diät-Trends präsentieren. Man muss ihnen ja zu Gute halten, dass mittlerweile auch die Paleo-Ernährung auftaucht. Wenn auch nicht immer gut recherchiert und mitunter etwas tendenziös in der Darstellung. Es ist halt nicht so konform mit dem was uns der Mainstream bisher eingetrichtert hat.  Aber mal ganz ehrlich, die herkömmlichen Diäten haben doch eines bewiesen – sie wirken nicht oder nicht langfristig und kehren noch immer grundsätzliche Fakten unter Teppich: Es gibt nichts geschenkt in der Arbeit an der äußeren Hülle und mit dieser ist es auch nicht getan. Wer Änderungen erfahren will, muss sie konsequent umsetzen und darf nicht auf schnelle Belohnungen hoffen. Aber gekonnt wird da in den Redaktionen und bei den Urhebern der Konzepte mit den Sehnsüchten und Wünschen von uns Leserinnen gespielt. Und das Thema rührt so tief, dass wir es sogar schaffen unsere Rationalität auszuschalten und unsere Intelligenz zu beleidigen.

Aber zurück zum Wesentlichen: Ich mag nicht von Diäten sprechen, nicht von Diäten wie wir es heute zumeist verstehen. Für mich ist das Paleo-Konzept tatsächlich ein ziemlich weitgreifender Lebens Entwurf, der über  den bewussten Umgang mit Nahrung hinaus führt in andere Bereiche. Das ist der eine Grund. Der andere ist, dass bei mir ein innerliches Sich-Winden einsetzt wenn ich von Diäten spreche. Ich habe meine Erfahrungen hinter mir. Nie so wirklich schlimm, dass ich stark übergewichtig war, aber immer war ich am Kämpfen und es gab Schwankungen, die ich mit viel Anstrengungen versucht habe aufzufangen. Indem ich Punkte zählte, für teures Geld Diät-Fraß vertilgte, kurzzeitig Sportsüchtig war und und und….dauerhaft unzufrieden. Das vor allem.  Und das viel zu lange. Angefangen hat es mit 16 Jahren und einer Abhängigkeit von der täglichen Waagen-Tortur und hat mich dann begleitet.  Erschreckenderweise mein halbes Leben lang.

Wie oft war meine Stimmung und Tagesform abhängig  davon, was die Waage sagte und nachdem ich diese verbannt hatte (so viel Intelligenz besaß ich noch) hing es an den Klamotten. Ein ständiger Wechsel zwischen sich verhüllen um von den selbstempfundenen Makeln abzulenken und dem, meist leider sehr temporären, Gefühl der Akzeptanz.

Und das Schlimmste für mich war – ich wusste gar nicht wo ich hin wollte. Ich war nicht stark übergewichtig und hatte kein klares Ziel vor Augen, ich war nur nie zufrieden und habe eigentlich nur gesehen was  mir alles nicht gefiel an mir. In meiner Unzufriedenheit wurde das Ganze dann nur verstärkt und es gab eine Zeit, in der mich dem Gefühl zu sehr hingegeben habe – meine Erfahrung war ja: Ist egal was ich mache, ich werde eh nie so aussehen wie….ja, wie was oder wer? Auch wenn ich mich runterhungere werde ich nie 1,80 sein und Körper sind ja, wunderbarerweise, nicht genormt. Ich wusste nicht wo ich hin will mit meinem Äußeren, ich wusste nur dass mir nicht gefällt, was ich da im Spiegel sah, in den ich nicht so gerne schaute. Und dieser wenige Respekt mir selbst gegenüber rächte sich. Auf einmal zeigt die Waage, die ich zufällig kreuzte, 80 Kilo bei 1,65m an. Das ist nicht ok. Das ist zu viel und es sieht auch nicht gut aus. Ich hatte Kopfschmerzen, Knie-Probleme und Magen-Probleme.

Ich habe damals die Notbremse gezogen, wahnsinnig viel Sport gemacht und mein Leben umgekrempelt. Es zeigten sich Erfolge, ich war zufriedener aber noch nicht richtig. Auf einmal war es nicht nur mein Körper sondern auch das Sport-Pensum, die mich bestimmten. War ich zwei Tag nicht Laufen, sank meine Stimmung und ich hatte das Gefühl mit jeder Minute neue Kilos anzusetzen. Mir taten die Knie weh beim Laufen aber ich machte weiter, dazu noch Schwimmen und Yoga. Es war aber mehr ein Kampf als Vergnügen. Mein Körperbewusstsein und ich hatten dann nach ungefähr 2 Jahren einen Status Quo ausgefochten. Es war ok so wie es war. Nicht mehr und nicht weniger. Ich wollte mich davon nicht mehr bestimmen lassen.

Das ging aus ganz gut, war aber unterschwellig da, als ob eine Aussprache mit einem nahen Menschen im Raum steht, der man aus dem Weg geht.

Dann, vor etwas über einem Jahr, hielt dann die Paleo-Küche Einzug.  Und plötzlich änderte sich noch einmal alles. Kleine Wehwehchen verschwanden und ich merkte, dass eine Grund-Angespanntheit eben kein Normal-Zustand ist. Und, mein Bauch stand nicht mehr im Zentrum des Körpergefühls. Ein total komisches Gefühl nach langen Jahren einer angespannten Beziehung. Er gab auf einmal Ruhe. Keine Schmerzen, Unruhen oder Ballon-Zustände. Das war eine solche Erleichterung. Und dann nahm ich auch noch ab. Das hatte ja nicht im Vordergrund gestanden und bei mir dauerte es tatsächlich, während mein Mann in rasanter Zeit dahin schmolz , ließ mein Körper sich Zeit. Aber irgendwann merkte ich, dass aus einer Kleidergröße 40-38, erst eine 38 wurde und dann eine konstante 36. Und da stehen wir jetzt. Und ich habe keinen Grund mich zu beklagen. Das neu gewonnene Energie-Level hat den Sport zu einem regelmäßigen Begleiter gemacht. Allerdings in einem Maße, das mir gut tut und an dem sich meine Stimmung nicht mehr aufhängt. Und auf einmal sind da Muskeln, von denen ich nie dachte, dass ich sie einmal sehen würde.

Also alles gut, oder? Hmm, jein. So sehr mich der Blick in den Spiegel jetzt erfreut (ich muss zugeben manchmal ganz erstaunt zu sein), so sehr merke ich auch wie tief das gestörte Gefühl zu mir selber sitzt. Irgendwie war da immer ein gefühltes dickes inneres Kind, das alles Äußere weggewischt hat und für  Unzufriedenheit sorgte. Ich habe das Gefühl nach gut 20 Jahren konstanten Kampf um ein (mir nicht bekanntes) Wunschbild, ist erst jetzt der Zeitpunkt da, dem dicken Kind die Hand zu reichen und es in den Ruhestand zu schicken. Wenn ich die Länge der Zeit dieser inneren Auseinandersetzung und Unzufriedenheit betrachte, macht mich das traurig, bestärkt mich aber auch darin es nun besser zu machen. Und ich frage mich wie vielen es geht wie mir. Ob es in meiner Generation überhaupt so etwas gibt wie ein entspanntes, gesundes Körper-Bewusstsein. Ich fürchte fast nein, oder es ist nur ein kleiner Teil der Frauen (und auch Männer), die sich wirklich akzeptieren und angenommen haben. Und damit meine ich nicht, sich mit Übergewicht abzufinden, denn damit tut man seinem Körper einfach nichts Gutes und die gesundheitlichen Vorteile einer gesunden Ernährung und eines entsprechenden Gewichts sollten einem die Mühe wert sein – ist die langfristige Belohnung doch mehr als entschädigend. Ich meine die innere Einstellung, dass das Wohlbefinden eben nicht an den zwei Kilo hängt, die vermeintlich noch runter können – denn die bleiben als eingebildeter Störfaktor, bis man sich selbst die Hand reicht und einen Schluss-Strich zieht unter den Selbstbetrug und die Schinderei.

Ach ja und wenn ich ins Freibad gehe, denn die Sonne ist wieder da, dann leiste ich mir ein Akt der inneren Rebellion – ich ziehe meinen Bauch nicht ein!

Die inneren Werte – Sommerkuchen

Paleo SommerkuchenDas mit dem Jagen und Sammeln finde ich gerade im Hinblick auf saisonale Produkte ein gutes Prinzip. Es passt zum Schlagwort „regional“. Es wird dem verantwortungsbewussten Konsumenten ja immer schwerer gemacht sich vernünftig und nachhaltig zu ernähren.  Wir wissen nie mit Sicherheit, mit welchen Spielarten der Chemie unser Essen auf dem Weg auf unseren Teller alles in Berührung kam. Und immer das Abwägen ob es sinnvoll ist Obst aus Südamerika zu kaufen. Denn, wie nachhaltig ist das? Bei ein paar wenigen Produkten muss ich den langen Lieferweg in Kauf nehmen, da sie irgendwie zu den Grundlagen meiner Paleo-Küche gehören. Damit meine ich vor allem Süßkartoffeln, Kokos-Öl, Tee und Kaffee. Klar ist, dass ich diese Produkte nur aus biologischem Anbau und wo möglich aus Fair Trade-Projekten kaufe, die die Interessen der Menschen in den Herstellungsländern wahren.

Und ansonsten überlege ich es mir tatsächlich dreimal, was in den Korb kommt. Ich liebe Ananas und Papaya – aber da sie in Deutschland als Import-Ware eh nicht schmecken, lebe ich auch gut ohne sie. Bananen sind mir zu süß und seit ich vor Jahren einen Artikel über die großen Obst-Konzerne wie Chiquita und Del Monte gelesen habe, hat es mir dahingehend echt den Appetit verdorben. Standardisierte Bananenpflanzen, die eine Monokultur geschaffen haben, die  für die lokalen Arten ein Schlag ins Gesicht ist. Das Ganze unter schön klingenden, fragwürdigen Siegeln verkauft – ein PR-Coup. Und von den sozialen Bedingungen vor Ort ganz zu schweigen.

Zu den Obst-Riesen kann ich zudem nur die  Lektüre von Naomi Kleins „ Die Schock Strategie“ empfehlen – ein spannender Blick (nicht nur) hinter die Kulissen der katastrophalen Umwälzungen  in Südamerika ab den 60er Jahren, der einen tatsächlich geschockt zurück lässt.

Dazu muss ich sagen, dass ich wahrhaftig keine glühende Aktivistin in irgendeiner Form bin. Wie die meisten Menschen kämpfe auch ich jeden Tag mit meinem inneren Schweinehund und setze viel Energie ein, um das Faultier aus seiner Komfort-Zone zu bewegen. Die wenigsten überwinden ihre inneren Faultiere ohne Anstrengung. Wichtig ist mir nur, dass ich mich jedem Tag diesen Herausforderungen bewusst stelle und eben nachdenke über das, was ich tue. Und da das Essen ein ganz wesentlicher Bestandteil dessen ist, was ich für mich als Lebensqualität sehe und ich finde, dass die Tatsache in einer westlichen Industrienation zu leben und nicht am Hungertuch zu nagen einem eine gewisse Verpflichtung auferlegt,  schaue ich, wo sich vielleicht immer noch was ändern lässt. Denn mein Leben ist ja der Bereich, in dem ich am meisten Einfluss besitze und am ehesten Veränderungen erreichen kann. Und so wird dreimal überlegt ob die geliebte Avocado oder die leckere Kiwi mitkommen oder nicht – sie sind tatsächlich die Ausnahme geworden.

Nun wandert der Aufruf zur saisonalen und regionalen Küche ja schon länger durch die Lande, ich denke nur manchmal, dass vielen von uns mittlerweile ein Bewusstsein dafür fehlt, was eigentlich saisonale Produkte sind.

Das sind zum Glück Informationen, die sich einholen lassen. Und wenn es dann, wie jetzt im Sommer, regionale Köstlichkeiten wie diverse Beeren gibt, schlage ich zu und friere zu Hause einen großen Vorrat ein. Dann kann ich mich auch in dunkleren Monaten ein wenig an den letzten Sommer erinnern. Und ich kann plötzlichen Kuchen-Back-Attacken nachkommen!

Denn das war es, was ich eigentlich schreiben wollte:

Ein Rezept. Für einen Rhabarber-Erdbeer-Kuchen. Der ist vielleicht keine Schönheits-Königin aber er ist eine köstliche Ausnahme im gesunden Alltag!

Das Rezept

Der Teig
100 Gramm Mandelmehl
2 Eier
60 Gramm Butter
1 gestrichener Teelöffel Natron
1 gehäufter Teelöffel Vanille
1 Prise Salz
3 Esslöffel Xucker

Der Belag
1 Tasse Rhabarberstücke
½ Tasse Erdbeeren
2,5 Esslöffel Xucker
2 Teelöffel Vanille
3  gehäufteTeelöffel Butter
1 Hand Kokos-Chips

  • Ofen auf 200 Grad vorheizen.
  • Den Rhabarber und die Erdbeeren mit zwei Esslöffeln Xucker, der Vanille und zwei Teelöffeln Butter erhitzen und zu einem groben Mus (mit Stücken) einkochen.
  • Die Eier mit der Butter und dem Xucker schaumig rühren. Mandelmehl, Vanille, Salz und Natron unterrühren.
  • Den Teig in eine gebutterte Form geben und das Obst_Mus darauf verteilen. Für ca. 25 Minuten in den Ofen schieben.
  • Nun die Kokos-Chips in einem Teelöffel Butter mit etwas Xucker anrösten. Aufpassen, dass sie nicht zu dunkel werden! Wer mag, gibt noch etwas Vanille und eine Prise Salz dazu. Die Kokoschips für die letzten 10 Minuten der Backzeit auf dem Kuchen verteilen und mit backen.
  • Den Kuchen gut auskühlen lassen. Im Sommer schmeckt er am besten direkt aus dem Kühlschrank!

Guten Appetit!

Sackgasse Bequemlichkeit – Where the Magic happens

ComfortzoneNach einem halben Jahr in einer neuen Lebenssituation klopft mir die Reflektion an den Kopf und will ein wenig Rückschau geleistet bekommen. Wie geht es mir denn so, jetzt hier, ohne die große Stadt, mit der eigenen Firma, gemeinsam mit dem Mann, auf dem Dorf, in einer völlig anderen Ecke Deutschlands?

Vorab, liebes rückschauendes Ich – es geht mir sehr gut! Und auch wenn ich nicht so genau sagen kann, was in 6 Monaten sein wird, würde ich den Schritt raus aus dem Gewohnten immer wieder gehen. Und weil die Gedanken inmitten der Hügel so ungezwungen schweifen, lasse ich ihnen mal freien Lauf. Denn es treibt mich wirklich um, was es ist, das uns abhält vom ehrlichen Glück.

Nun, mag man sich denken, das war ja kein Auswandern in ein Land jenseits unserer Bequemlichkeits-Maßstäbe. Das mag stimmen, aber es war der Schritt raus aus einem Leben in der großen Stadt Berlin, mit einem dieser coolen Jobs, einem gesichertem Einkommen, dem Freundeskreis vor der Tür und einer gewissen Planungssicherheit.

Rein in das Landleben, in einer Gegend, die man nicht kennt, wo man sich alles, inklusive des eigenen Unternehmens neu aufbaut.  Abends keine Bars direkt vor der Tür, eine sehr reduzierte gastronomische Landschaft  und keine immer neuen Konsum-Impulse, die helfen sollen, das Bild vom Ich zu komplettieren. Oh, es klingt wohl durch, dass ich es mag auf dem Land.  Auf dem Land – dabei sind wir so schnell in zahlreichen Städten aber doch reicht der urbane Würgegriff nicht ganz bis in die Felder.  Aber Stopp, statt mich in Lobeshymnen ob der neuen Heimat zu ergehen, wollte ich mich den Veränderungen der letzten Monate stellen.

Veränderungen sind ja so eine zweischneidige Sache: Auf der einen Seite fürchten wir den Stillstand, wenn dieser bedeutet, dass wir stagnieren und uns nicht weiterentwickeln. Auf der anderen Seite sind Veränderungen immer auch etwas nicht ganz Kalkulierbares. Wir können nie sicher sein ob das, was wir uns vorgenommen haben auch genauso passieren wird.

Das Besondere an den Veränderungen ist: Es verändert sich eh immer alles und  wir bleiben vielleicht vermeintlich verhaftet im Gewohnten aber dann wird das Bleibende durch äußere Faktoren verändert.

Es ist also an uns, die Spielräume zu nutzen, die wir haben. Ich kann durch mein Leben stolpern und lamentieren über Ungerechtigkeiten, die mir widerfahren und um mich herum verständnisvolle Mitgefühlsbekundungen einholen oder ich kann mich hinsetzen und überlegen was ich ändern kann. Und ich lasse da jetzt Gegenargumente, die Existenzsicherung  etc. betreffend, nicht gelten. Wenn es dir nicht gut geht, dann musst Du etwas ändern. Wenn Du nichts änderst – dann mach es mit Dir selber aus aber das Gefühl wird nicht vergehen bzw. immer wieder kehren, dass etwas falsch läuft. Ich kann mir immer wieder Argumente zurechtlegen, die durchgreifende Wechsel verhindern aber dann  muss ich mich auch mit einer gewissen wiederkehrenden Frustration arrangieren. Ich meine jetzt nicht die kleinen Unzufriedenheiten des Alltags, die sind Teil des Lebens, in dem wir uns jeden Tag wieder neu sammeln und motivieren müssen. Ich meine die Lebenssituationen, in denen man merkt, dass man an seinen Fähigkeiten vorbei lebt, nicht gut mit seiner Gesundheit haushaltet und sich im falschen Lebensentwurf wähnt. Da darf man auf Dauer keine Entschuldigung gelten lassen.

Man muss sich selbst zuliebe Mut beweisen. Die einschlägigen Magazine sind doch voll solcher kreativer Erfolgsgeschichten von Menschen, die ihr Leben umgekrempelt haben, um etwas anderes zu tun, sich selbst näher zu kommen. Sei es mit bunt gefärbter Schafwolle aus Neuseeland, Papier-Fliegern oder einem neu gelernten Handwerk. Diese Geschichten kitzeln eine Sehnsucht in uns wach. Wir lesen sie voller Bewunderung für die Leistung dieser Menschen und auch ein bisschen mit dem kleinen Gedanken daran, was man selber alles auf die Beine stellen könnte, wenn nicht …Und doch haben wir wieder Argumente griffbereit warum wir nicht..,und außerdem, man sieht ja wie wenige solcher Geschichten es gibt.

Stopp! Es gibt so wenige solcher Geschichten, weil so wenige den Schritt raus aus dem Gewohnten wagen. Das ist absolut verständlich aber es lähmt uns und limitiert uns selbst in dem, was wir können und vielleicht ganz innen drin wollen. Diese Stimme, die dann angesichts solcher Erfolgsgeschichten etwas drängender wird. Dieses sehnsuchtsvolle Gefühl, das einen drängt zu schauen, was es noch gibt.  Nachgeben! Nichts ist trauriger, als sich am Ende seines Lebens der Momente zu erinnern, in denen man die Möglichkeit verpasst hat, für sich selbst und andere etwas Wahrhaftiges zu tun. Etwas wagen, für sich einstehen. Das heißt eben nicht grenzenloser Egoismus.

Sich verändern ohne Angst zu haben vor dem, was man verliert. Denn Veränderungen kleiden sich oft in Verluste. Da wird es Freunde geben, die den Wechsel vielleicht nicht verstehen und plötzlich ist die Beziehung verändert aber man darf diese Menschen gehen lassen, es werden neue kommen.

Es ist nicht einfach wenn man etwas ändert, das in den Mitmenschen auf ein ganz subjektives Echo trifft. Ändere ich meine Lebensweise und lebe eine konsequente gesunde Ernährung, kann ich schnell zur Projektionsfläche werden für jemanden, der mit diesem Thema zu kämpfen hat aber eher bereit ist die Veränderungen ins Lächerliche zu ziehen als hinzuschauen, was es bei ihm ausgelöst hat.

Verlasse ich die große Stadt, den gewohnten „Lifestyle“ und gehe plötzlich früh schlafen um früh aufzustehen und berausche mich lieber an Natur als in Bars, bin ich vielleicht total öde  und irgendwie etwas versponnen geworden für Leute, die mich jederzeit betrunken im Nachtleben in die Arme geschlossen hätten. Aber dann sind es vielleicht deren eigene Sehnsüchte, die sie schnell im Urteil werden lassen. Solange es sie nicht zwingt selbst etwas überdenken zu müssen. Wer neue Wege gehen will, darf keine Angst vor Unangepasstheit haben. Everybodys Darling und die coolste Sau der Party können nicht für sich allein glücklich im Selbst sein.

Veränderungen sind nicht bequem. Kein Instant-Lösungen für das schnelle Glück. Aber wer das sucht, muss nicht viel ändern – Konsum in all seinen Ausprägungen ist da die Droge. Genauso wie die permanente Selbstbestätigung von Außen für Narzissten.

Aber wenn ich in Kauf nehme, etwas für mein Glück zu riskieren dann werde ich belohnt.

Belohnt mit Energie und Motivation für neue Projekte, denn wenn der erste Schritt getan ist – was kann mich dann noch stoppen? Belohnt mit neuen wertvollen Begegnungen. Und belohnt mit der Gelegenheit mich selber und meine Talente und Ansichten noch einmal neu kennenzulernen.

Ich mag das.