Konsum, Küchen-Gadgets und Gemüse-Chips

collage_chipsFrisch zurück aus der großen Stad Berlin, bin ich noch etwas benommen von den vielen Eindrücken.
Fast 15 Jahre habe ich aus vollster Überzeugung in Berlin gewohnt und bin nun erstaunt, wie sich meine Perspektive in dem halben Jahr Großstadt-Abstand verändert hat.

Sicher, man kann Berlin nicht absprechen durchaus inspirierend zu sein, aber lustigerweise sind andere Ort das ja auch. Aber das ist ein anderes Thema.

Was mich vor allem immer wieder verstört, ist, wie sehr die Stadt einen unbewusst mit sanfter Eisenfaust zurückzieht auf den Pfad des Konsums. Immer neue Läden locken mit immer schöner gestalteten Auslagen. Dies gilt eigentlich für jeden Ort, der mit mehr Angebot aufwartet als unser kleines Dorf, wo die wenigen Werbungen eher örtlichen Veranstaltungen gelten als dem Konsum. Aber ein bisschen ist es schon so – ein Besuch in Berlin ist wie die Verabredung mit einer sprudelnd-unterhaltsamen Freundin, die einem mit der Rechnung für das kurzweilige Treffen sitzen lässt.

Nun ist mir dies über lange Jahre nicht unangenehm aufgefallen,  aber irgendwann wuchs der Verdacht, da irgendwie einen schlechten Handel abgeschlossen zu haben.

Beziehungsweise trat die schüchterne Erkenntnis ans Licht, dass vieles von dem, was Berlin an Möglichkeiten bietet sich abzulenken, zu konsumieren, die Zeit zu vertreiben, eher wie ein Make-Up wirkt, das nicht schöner macht, je dicker man es aufträgt. Nun ist das mit dem Make-up und dem ästhetischen Empfinden ja eine sehr subjektive Sache. Deshalb muss wohl auch jeder seinen Weg finden, wenn er denn einen sucht.

Meiner endete oder begann damit, einen festen Job in leitender Position in einer dieser unzähligen Berliner Agenturen aus dem diffusen Bereich Lifestyle und Medien zu kündigen, die Koffer und Kisten zu packen und mit dem Liebsten in ein kleines Dorf inmitten sanfter Hügel zu ziehen und das eigene Büro zu starten. Raus aus der Stadt, raus aus dem Angestellten-Verhältnis.

Und auch hier, inmitten wogender Kornfelder und sonnenfleckiger Buchen-Wälder, möchte das Kaufverhalten immer wieder kritisch hinterfragt werden.
Das klappt nicht immer.

Und so bin ich für meine Verhältnisse mal total durchgedreht und habe mir zwei Dinge für die Küche geleistet. Dinge, bei denen sich noch zeigen muss, ob sie Dauerbewohner im der Speisekammer werden oder eher im Einsatz für gutes Essen überzeugen.

Zwei Dinge, die ich bisher in meinem Leben nicht vermisst habe und die nur deshalb plötzlich am „Haben-Wollen-Horizont“ erschienen, weil sie mir auf diversen Paleo-Koch-Blogs begegneten.

Und so stehen da nun ein erstaunlich großer Dehydrator und ein kleiner Spiralschneider  in der Küche und locken mich zu neuen Koch-Experimenten vom Schreibtisch.
In Ermangelung von Zeit ist bisher erst der Dehydrator zum Einsatz gekommen.

Ich habe nämlich immer eine Leidenschaft für Gemüsechips gepflegt. Leider kannte ich diese lange Zeit nur aus England und als sie dann bei der LPG in Berlin auftauchten waren sie leider auch mit blödem Sonnenblumen-Öl und schmeckten ziemlich mau. Erste Selbstversuche im Ofen führten zu einem Ergebnis, das nahe an Kohle-Tabletten war.

Also wieder einmal umdenken und selber machen! Erster Versuch: Süßkartoffel-Chips aus dem Dehydrator.

Mein Rezept

2 mittelgroße Süßkartoffeln
Salz
Cayenne-Pfeffer
Zimt
Olivenöl

  • Die Süßkartoffeln gründlich waschen, säubern und in möglichst dünne Scheiben schneiden (in Handarbeit mit dem Messer oder einer Reibe).
  • Die Scheiben mit etwas Cayenne-Peffer, Salz und Zimt mischen und im Dehydrator verteilen. Die Trockenzeit ist abhängig von der Hitze und der Dicke der Scheiben. Bei ca. 95 Grad und dünnen Scheiben waren meine nach 3,5 Stunden kross. Zur Sicherheit zwischendurch testen.
  • Die krossen Kartoffelscheiben abkühlen lassen und mit 1 Teelöffel Olivenöl und einer zweiten Prise Gewürze nach Geschmack würzen.

 

Wie bei konventionellen Chips entsteht hier schnell ein Zu-Greif-Reflex und ehe man sich versieht, ist die Schale leer – ich empfehle, die Chips bewusst zu portionieren.

Guten Appetit!

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Ein Gedanke zu “Konsum, Küchen-Gadgets und Gemüse-Chips

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