In Bewegung bleiben – Heimat schätzen

IMG_4313 2Das in-Bewegung-Sein ist im Moment kein Problem. Tatsächlich hat der Wegzug aus der großen Stadt in dieser Hinsicht für anhaltende Unruhe gesorgt. Wenn Du inmitten von Feldern und Wäldern wohnst, musst Du Dich halt öfter auf den Weg machen. Und so nutzen wir die Gelegenheit, Städte wie Wiesbaden, Frankfurt und Mainz vor der Tür zu haben und gondeln auch recht regelmäßig nach Berlin.

Ganz wunderbar. Ja ja, neue Eindrücke und so. Aber ganz ehrlich – ich bin einfach wahnsinnig gerne zuhause. Ich mag die Rituale des Alltags, ich fühle mich am wohlsten, wenn ich selber kochen kann und ich muss nicht weit fahren, um den Kopf klar zu kriegen, sondern genieße es, die Gegend vor der Haustür zu erkunden.

Ich stelle tatsächlich mit Erstaunen fest, dass das Reisen an Reiz verliert, je zufriedener man, oder in diesem Falle ganz konkret ich, mit meinem Zuhause bin.

Zeit zu haben, meine Gedanken in Taten umzusetzen, den Sonnenschein vor der Wohnungstür zu genießen, Freunden ein Lebenszeichen zu senden oder eines der vielen ungelesenen Bücher zu entdecken. Das sind tatsächlich die Dinge, die mir immer kostbarer werden.

Und so schwindet der Druck, dass immer neue und spannende nächste Reiseziel zu finden. Eine befreiende Erkenntnis. Denn schon länger kam mir das gängige Arbeitnehmer-Urlaubs-Modell suspekt vor – nach einem anstrengenden Jahr kann niemand auf Knopfdruck abschalten und völlig zur Ruhe kommen. Oftmals wird der Urlaub dann zur Zerreis-Probe: Schön soll er sein, harmonisch, wenn man in Gesellschaft reist, je nach Geschmack möchte man von kulturellen Entdeckungen, Shopping-Geheim-Tipps oder wilden Party-Nächten berichten können.

Nö. Mag ich gerade nicht. Ich mag gerade nicht planen und dann abhängig sein von einer bestimmten Zeitspanne für meine innere Balance. Ich möchte mich lieber auf den Weg machen und in meinem Alltag das Maß an Entspannung und gedanklichem Freiraum finden, das mich ausgeglichen und zufrieden macht. So langsam nimmt dieses Modell Formen an.

Und für all die wunderbaren Gelegenheiten, die sich so bieten- und das kann durchaus auch ein kleiner Urlaub sein: Ich schaue einfach, was des Weges kommt.  Das „Einfach schauen“, fällt mir durchaus noch schwer, da ich sehr gerne Pläne schmiede, aber ich merke, wie es immer öfter gelingt das Pläne-schmieden aus dem Bereich des  „vielleicht irgendwann“-Projektes in etwas Konkretes umzuwandeln. Auch wenn das dann vielleicht „nur“ ein neues Rezept ist, statt einer Reiseplanung für einen Zeitraum, der noch abstrakte acht Monate entfernt liegt.

Und habe ich schon erwähnt, dass ich mein Zuhause sehr mag? Ja.  Nach Jahren in der großen Stadt Berlin, wo einen immer etwas in Bewegung hielt und nach draußen zog, empfinde ich eine unglaubliche Freude daran, zuhause zu sein.

Und so gestatte ich mir selbst den Spleen, zunehmend mit meinen kleinen Ritualen und Vorlieben zu verwachsen. Nicht aus Inflexibilität, aber ich merke, dass mir durch bestimmte Ordnungen und Abläufe viel mehr Raum und Energie bleibt. Für die konzentrierte Arbeit und ebenso für die kreativen und entspannten Momente.

Und nun nutze ich einen kleinen Moment der heimischen Entspannung, bevor das  Leben uns am Wochenende wieder an anderer Stelle verlangt.

Zuhause entdecken!

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