Von großen und kleinen Pferdemädchen und dem lieben Sport

ReitsportIch habe es getan: Kaum raus aus der großen Stadt habe ich das Reiten wiederentdeckt.

In meiner Kindheit hatte er mich bereits fest im Griff – der Pferde-Virus und ich muss mich rückblickend bei meine Eltern bedanken für die starken Nerven mit denen sie diverse Pferde-Dramen durchgestanden haben.

Tauchte im Urlaub irgendwo ein Reiterhof am Wegesrand auf, war es schwer mich davon zu überzeugen, dass ich das Reiten auf den heimatlichen Reitstall verschieben soll.  Nein! Ich wollte an irgendwelchen Stränden entlang galoppieren und überhaupt war doch jedes Pferd mein bester Freund und hatte gerade zu mir eine ganz besondere Beziehung! Mit ungefähr 13 Jahren war dann aber erst einmal Schluss mit diesem Lebensinhalt.

Meine Freundinnen und ich verlagerten das Leben raus aus dem Reitstall und so verschwanden die Pferde erst einmal in der Erinnerung. Nur, irgendwann drängten sie sich wieder in den Vordergrund. Und plötzlich musste ich wieder an jeder Pferde-Weide am Wegesrand stehenbleiben und Hallo sagen.

Die logische Konsequenz war dann Reitunterricht. In der großen Stadt Berlin gestaltete sich das noch schwer, ohne Auto und ohne Zeit, und ich wollte nicht lange Fahrten in Kauf nehmen, um dann am Stadtrand auf  abgestumpften Groß-Pferden durch eine Reithalle zu zuckeln.

Also wartete ich ab und hier im Taunus fand sich dann die Lösung – ein Hof mit Islandpferden. Und nun geht es einmal die Woche aufs Pferd und ich stelle fest – es hat sich einiges verändert.

Statt die großen Tiere unbedarft mit der ganzen Tier-Liebe zu überfordern, zu der kleine Mädchen fähig sind, ist da jetzt ein großer Respekt vor den großen schönen Tieren, die einem auch jede Woche wieder zeigen, dass man noch eine Menge lernen muss. Aber jedes kleine Erfolgs-Erlebnis wird belohnt und allein der Umgang mit den Tieren sorgt für eine Entspannung und innere Ruhe, die man sonst schwer findet. Denn man ist gezwungen ganz im Moment und konzentriert auf das Tier zu sein. Der eigene Stress und die eigene Unruhe werden oftmals direkt gespiegelt durch ein genervtes Pferd. Und dann haben beide Seiten keinen Spaß.

Wenn man sich aber drauf einlässt und sich selbst zurück nimmt und sich einfach auf das Tier und das Reiten konzentriert, wird man mit einem echten Glücksgefühl belohnt.

Und so ist die Reitstunde nun fester Bestandteil des wöchentlichen Sportprogramms. Denn obwohl das Reiten auf manchen Ebenen über Sport hinausgeht, sollte man auch nicht unterschätzen, welche Vielzahl unbekannter Muskeln im Sattel aktiv wird.

Das ist der eine fixe Wochentermin, der andere Termin führt jede Woche einmal zum Krafttraining  ins Sportstudio. High Intensity Training – niemals wollte ich früher mit den Geräten eines Sportstudios in Berührung kommen.  Und dann auch noch mit Gewichten. Am Anfang hatte ich Angst, dass am Ende der Reise ein Ich in der Figur einer 80-er Jahre  Kugelstoßerin steht.  Weit gefehlt und völlig unbegründet.

Die Haltung ist deutlich besser, es sieht alles irgendwie besser aus und das allgemeine Wohlbefinden hat zugenommen.

Wenn man einmal anfängt, das Internet zum Thema Paleo zu durchforsten, fällt schnell auf, dass viele sich dieser Ernährungs- und Lebensweise über den Sport genähert haben. Wer also mehr Informationen zu der Wechselwirkung Ernährung und Trainingsleistung sucht, der wird mit Google glücklich.

Mein Ansatz war ein anderer, über das bewusster essen und leben wollen landete ich bei der steinzeitlichen Ernährung und der Sport kam dann in einem zweiten Schritt dazu.

Neben dem Reiten und dem Krafttraining  versuche ich noch zwei Pilates-Einheiten in der Woche unterzubringen. Diese kann man mit etwas Übung wunderbar zuhause absolvieren und ich finde es eine schöne Unterstützung des Krafttrainings, denn das Pilates zwingt einen zu sehr kontrollierten, gezielten Bewegungen, was einem mit einer verbesserten Körperbeherrschung bei allen anderen Sportarten zu Gute kommt.

Und wenn uns dann nicht das Leben durch die Republik treibt, werden die Wochenenden für Wanderungen im Taunus genutzt. Ich glaube, ich habe noch nie zuvor so viel Sport so mühelos in meinen Alltag integriert, was einfach auch daran liegt, dass ich mehr Energie habe und Prioritäten anders lege.

Es gibt da einfach ein Bewegungsbedürfnis, aber nicht aus dem Unwohlsein heraus, dass man schlechte Ernährung kompensieren möchte, sondern einfach, weil da ein angenehmer Energie-Überschuss und Freude an der Bewegung sind, die ausgelebt werden wollen.

Und der innere Schweinehund, der hält tatsächlich meist die Klappe, wo er mir früher halbe Tage lang Argumente ins Ohr gebrüllt hat, warum ich meinen Sport ausfallen lassen kann.

In Bewegung kommen!

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