Weg sein – Auswärts essen (Passau)

Paleo RestaurantIn der großen Stadt war ich lange Zeit daran gewöhnt, regelmäßig essen zu gehen.  Man hatte keinen Stress mit dem Einkaufen und wenn man Freunde traf, blieb niemand auf dem Abwasch sitzen.

Bezahlbare Möglichkeiten gab es viele und noch dazu wirklich gutes Koch-Handwerk. Mutige Rezepte jenseits einer Küche mit weißer oder brauner Soße und dem immer gleichen (Tiefkühl-) Gemüse. Ich selbst habe es so nicht mitbekommen, aber die Vielzahl der Gasthöfe, die noch immer eine entsprechende Karte aufweisen, spricht für sich.

Mit Umstellung der Ernährung kamen ein paar Lieblings-Restaurants nicht mehr in Frage. Hausgemachte Nudeln und Pizza – das wollte ich ja gerade vermeiden. So schrumpfte die Liste an Restaurants erst einmal etwas zusammen. Natürlich kann man anmerken, dass es überall möglich ist einen Salat und ein Stück Fleisch zu bekommen, aber ich möchte nicht überall ein Stück Fleisch essen.  Das ist der Snobismus, den ich mir erlaube, wo immer es mir möglich ist zu schauen, dass die Zutaten aus der Region kommen, aus bewusster Landwirtschaft. Gleiches gilt auch für die tierischen Produkte.

Das Internet hat die entsprechende Suche bedeutend einfacher gemacht und oft reicht tatsächlich ein kurzer Blick auf die Karte um zu schauen, ob es passen könnte.

Und da das bei der Paleo-konformen Ernährung nicht immer so einfach ist, ein überzeugendes Angebot zu finden, habe ich mir vorgenommen, die kulinarischen Fundorte, die sich auftun, zu sammeln. Und wenn jemand Tipps für den Taunus hat – immer gerne her damit!

Auf das Sauvage in Berlin, so etwas wie dem Aushängeschild oder auch dem kulinarischen Missionar der Steinzeit-Ernährung in Deutschland, habe ich ja schon kurz verwiesen. Aber gerade regionale Küchen-Traditionen bieten das ein oder andere, auf das sich der Steinzeit-Gast freuen kann.

Letztes Wochenende hatte sich ein solcher kulinarischer Fundort zu erkennen gegeben – in Passau.

Passau, die verschlafen anmutende mittelkleine Flüsse-Stadt war zuletzt ja vor allem im Zusammenhang mit dem Hochwasser in den Medien zu sehen. Wenn man heute durch die Straßen läuft, blicken einen auch noch erschreckend viele leere Schaufenster kleiner Läden an, aber unzählige Plakate künden von echter Hilfsbereitschaft, mit der sich die Passauer geholfen haben.

Vor dem kleinen Trip nach Passau hatte ich im Internet zwei Bio- Gasthäuser aufgetan, die eine ganz wunderbar ansprechende Karte hatten. Das Haus „Zum Grünen Baum“  war leider Opfer des Hochwassers geworden und dort steckt man noch in der Renovierung.

Das Wirtshaus „Zum Fliegerbauer“ hatte aber offen und wenn man je einen guten Grund für ein Auswärts-Essen gesucht hat, neben dem Genuss, dann hilft vielleicht dieser: Jeder entbehrliche Euro der Einnahmen des Fliegenbauers wird in die Renovierung des Grünen Baumes fließen.

Und wem das als Argument nicht reicht, dem sei versichert: Atmosphäre und Qualität machen einen Besuch mehr als wert!

Ruhig gelegen, knappe fünf Autominuten außerhalb der Innenstadt, kann man im Fliegerbauern in entspannter Atmosphäre regionale Köstlichkeiten aus biologischem Anbau genießen. Entspannt deshalb, weil der Ort einfach schön ist. Nicht gewollt auf Landhaus getrimmt oder gezwungen rustikal sondern einfach schön.

Wenn man ankommt möchte man sich einfach unter einen der Sonnenschirme setzen und nicht mehr aufstehen. Auch die Innen-Räume sahen einladen aus, aber draußen lockte der Sommerabend.

Die Karte war überschaubar, was ich immer beruhigend finde, und auch auf die Nachfrage nach Inhaltsstoffen und dem Verzicht auf Soßenbinder, Brot und Kartoffeln, behielt die unfassbar freundliche Bedienung ihre herzliche Ausstrahlung.

Zu empfehlen sind die kleinen Köstlichkeiten der Brotzeit-Karte: kalter Braten, saures Rindfleisch in Kernöl und Wurstsalat.

Auf der Speisekarte gab es einen köstlichen gemischten Salat mit einer sehr abwechslungsreichen Kombination von Salaten, Rohkost, Blüten und gebeizter Forelle.

Das Highlight war für mich der Hauptgang: Schweinebraten mit Speckkraut. Genauso soll Schweinebratens ein, dem gibt es nichts hinzuzufügen und das Speckkraut hatte eine angenehme Kümmel-Note. Dazu gab es einen grünen Veltiner. Das alles waren Zutaten für einen wirklich ganz wunderbar entspannten Abend in sympathischer Gesellschaft. Der einem zudem die ein oder andere Inspiration für eigene Rezepte mitgegeben hat.

Da solche Auswärts-Essens-Orte tatsächlich selten sind , was nicht an uns als schwierigen Essern sondern an der erschreckend schlimmen Liste an Zusatzstoffen und fragwürdigen Zutaten liegt, die oftmals verwandt werden, bleibt ein solches Fundstück natürlich im Gedächtnis und wird bestimmt wieder besucht!

Passau besuchen!

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