Gute Begleiter – Kürbis-Brot

Kürbis-BrotSo, ich will unbedingt noch einen zuverlässigen kulinarischen Begleiter vorstellen, bevor ich  mich dem totalen Koch-Wahnsinn hingebe – das Wochenende steht in Form von Gästen vor der Haustür und ich habe eine irgendwo in mir tief verwurzelte Sorge, es könnte jemand nicht satt nachhause gehen.

Seit man als Kind bei den Verabredungen der Erwachsenen etwas vom besonderen Essen probieren durfte, ist dieser Zusammenhang fest verwurzelt: Ein schöner Abend bedeutet gutes Essen und Gastgeber-Sein. Beides Dinge, die ich sehr mag. Auch wenn es da kurz immer den Moment gibt, in dem ich denke, das schaffe ich alles nicht.  Dieses Gefühl resultiert meist aus dem Blick auf die umfangreiche Einkaufsliste, die einen kritischen Gedanken auf den Weg schickt – muss das sein? Ja, für mich muss das sein. Kochen bis zum Umfallen und dann in einem Zustand seliger Zufriedenheit zu fallen wenn Gäste über dem Essen ins Gespräch kommen. Dazu kommt, dass ich aus dem Alter raus bin, in dem die Menge des vorhandenen Alkohols über den Gelungenheits-Grad eines Abends entschied. Erwachsen-Sein kann so lecker sein!

Und dabei geht es auch nicht um ein Fischen nach Komplimenten : Haut rein und seid glücklich und wenn sich schmatzendes Schweigen ausbreitet, dann ist das größte Kompliment! Alles andere wäre Narzissmus, ausgetragen auf dem Rücken der Gäste. D s gibt es auch, aber dann schmeckt es halb so gut.  Und wenn ich ganz ehrlich bin, ich liebe die Vorbereitungen im Vorfeld – wenn aus einem Haufen Einkäufe ganz viele unterschiedliche Mahlzeiten entstehen, wenn man merkt, dass das Zeit-Management immer besser wird und man über viele Handgriffe nicht mehr so lange nachdenken muss. Und weil ich das Wirbeln beim Kochen so genieße, tue ich mich immer schwer Zuarbeiten zu delegieren – am liebsten mache ich alles selber. Das ist etwas, woran ich noch arbeiten werde. Denn helfende Hände sind ja angenehm.  Das Selbst ist halt auch eine sogenannte „Work in Progress“.

Damit den nicht Paleo-Essern unter den Gästen (was alle betrifft) nichts fehlt, gibt es immer auch Brot auf dem Buffet. Niemanden soll etwas aufgedrängt werden. Aber ich mache meistens noch eine Paleo-Variante. Im Prinzip ist es ja am sinnvollsten, sich den Automatismus „Ich brauche Brot zum Essen“ abzugewöhnen, denn Paleo-Brot bedeutet immer viel Nuss-Mehl. Aber für Ausnahmen finde ich das absolut ok. Man sollte halt einfach nicht das konventionelle Essen 1:1 übertragen und sich täglich ein halbes Paleo-„Brot“ reinziehen.

Ein brotiger Begleiter für diverse Essen ist das Kürbis-Brot. Ich habe es mir irgendwann aus einem amerikanischen Halloween-Menu geklaut. Ich weiß leider nicht mehr wo. Durch die süßliche Note ist es ein interessanter Kontrast zu vielen Speisen und ist wunderbar wandelbar in Würzung. Ich habe es abgewandelt und eher herzhaft gemacht

Mein Rezept

2,5 Tassen Mandelmehl (ich habe es nicht in Gramm umgewandelt sondern einfach dieselbe Tasse genommen, ca. 220 ml, um das Verhältnis beizubehalten)
1-1,5 Tassen Kürbis-Mus (aus gekochten oder gerösteten Kürbis, diesen einfach pürieren)
3 große Eier
0,5 Teelöffel Natron
große Prise Muskat
1 Teelöffel geriebenen Ingwer
2 Teelöffel Curry
1 Teelöffel Cayenne-Pfeffer (ich mag es scharf)
0,5 Teelöffel Salz

  • Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  • Alle Zutaten mit dem Hand-Rühgerät mixen. Ist der Teig zu flüssig, etwas Mandelmehl hinzu. Ist er zu trocken etwas mehr Kürbis und eventuell ein Schluck Wasser. Es soll ein kompakter fester Brei sein.
  • Eine Auflaufform großzügig fetten.
  • Teig einfüllen, glatt streichen und für 25-30 Minuten in den Ofen. Es bildet sich eine leichte Kruste und die Masse leistet leichten Widerstand wenn drauf drückt aber es soll nicht zu trocken sein.

Raus auf den Ofen und in Stücke schneiden – am besten ein Stück Butter auf das warme Kürbis-Brot und sofort genießen.

Guten Appetit!

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6 Gedanken zu “Gute Begleiter – Kürbis-Brot

  1. Ich hab’s gestern ausprobiert und gleich etwas mehr davon gemacht. Übrig war trotzdem nichts 🙂 Es hat uns wirklich sehr gut geschmeckt und ich werde es alternativ noch einmal mit Mandelmehl testen!

    • Das freut mich zu hören! Ich muss es auch mal wieder machen. Aber ich versuche diszipliniert zu sein und nicht die ganze Zeit zu meine Lieblingssachen zu backen. Stattdessen mache ich dann was Neues. 😉

  2. Pingback: Das Runde will auf den Tisch – Kokos-Kürbis-Taler und das Gemüse-Desaster | Teilstücke

  3. Ich habe zur Halloween-Zeit auch sehr viel mit Kürbis ausprobiert und bin richtig auf den Geschmack gekommen. Vorher hatte ich es eigentlich nie auf dem Speiseplan. Kürbisbrot habe ich allerdings noch nie ausprobiert, auch wenn ich vorher schon einige glutenfreie Brotvarianten gebacken habe, vor allem mit Buchweizen oder auch Nussmehlen. Besonders die Gewürzmischung klingt super, denn ich mag es auch gern scharf, aber ein Brot mit Cayenne-Pfeffer gab es bisher bei mir noch nie. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es schmeckt.

    • Lieber Daniel,
      ich wünsche Dir viel Freude beim Ausprobieren und hoffe, es schmeckt. Manchmal denke ich, Brot ist ein wenig die falsche Bezeichnung, wenn man getreidefrei bäckt, aber es ist auf jeden Fall eine tolle Beilage und verträgt sich gut mit Kürbissuppen und Salaten. Kürbis ist einfach eine feine Sache. 🙂

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