Die inneren Werte – Sommerkuchen

Paleo SommerkuchenDas mit dem Jagen und Sammeln finde ich gerade im Hinblick auf saisonale Produkte ein gutes Prinzip. Es passt zum Schlagwort „regional“. Es wird dem verantwortungsbewussten Konsumenten ja immer schwerer gemacht sich vernünftig und nachhaltig zu ernähren.  Wir wissen nie mit Sicherheit, mit welchen Spielarten der Chemie unser Essen auf dem Weg auf unseren Teller alles in Berührung kam. Und immer das Abwägen ob es sinnvoll ist Obst aus Südamerika zu kaufen. Denn, wie nachhaltig ist das? Bei ein paar wenigen Produkten muss ich den langen Lieferweg in Kauf nehmen, da sie irgendwie zu den Grundlagen meiner Paleo-Küche gehören. Damit meine ich vor allem Süßkartoffeln, Kokos-Öl, Tee und Kaffee. Klar ist, dass ich diese Produkte nur aus biologischem Anbau und wo möglich aus Fair Trade-Projekten kaufe, die die Interessen der Menschen in den Herstellungsländern wahren.

Und ansonsten überlege ich es mir tatsächlich dreimal, was in den Korb kommt. Ich liebe Ananas und Papaya – aber da sie in Deutschland als Import-Ware eh nicht schmecken, lebe ich auch gut ohne sie. Bananen sind mir zu süß und seit ich vor Jahren einen Artikel über die großen Obst-Konzerne wie Chiquita und Del Monte gelesen habe, hat es mir dahingehend echt den Appetit verdorben. Standardisierte Bananenpflanzen, die eine Monokultur geschaffen haben, die  für die lokalen Arten ein Schlag ins Gesicht ist. Das Ganze unter schön klingenden, fragwürdigen Siegeln verkauft – ein PR-Coup. Und von den sozialen Bedingungen vor Ort ganz zu schweigen.

Zu den Obst-Riesen kann ich zudem nur die  Lektüre von Naomi Kleins „ Die Schock Strategie“ empfehlen – ein spannender Blick (nicht nur) hinter die Kulissen der katastrophalen Umwälzungen  in Südamerika ab den 60er Jahren, der einen tatsächlich geschockt zurück lässt.

Dazu muss ich sagen, dass ich wahrhaftig keine glühende Aktivistin in irgendeiner Form bin. Wie die meisten Menschen kämpfe auch ich jeden Tag mit meinem inneren Schweinehund und setze viel Energie ein, um das Faultier aus seiner Komfort-Zone zu bewegen. Die wenigsten überwinden ihre inneren Faultiere ohne Anstrengung. Wichtig ist mir nur, dass ich mich jedem Tag diesen Herausforderungen bewusst stelle und eben nachdenke über das, was ich tue. Und da das Essen ein ganz wesentlicher Bestandteil dessen ist, was ich für mich als Lebensqualität sehe und ich finde, dass die Tatsache in einer westlichen Industrienation zu leben und nicht am Hungertuch zu nagen einem eine gewisse Verpflichtung auferlegt,  schaue ich, wo sich vielleicht immer noch was ändern lässt. Denn mein Leben ist ja der Bereich, in dem ich am meisten Einfluss besitze und am ehesten Veränderungen erreichen kann. Und so wird dreimal überlegt ob die geliebte Avocado oder die leckere Kiwi mitkommen oder nicht – sie sind tatsächlich die Ausnahme geworden.

Nun wandert der Aufruf zur saisonalen und regionalen Küche ja schon länger durch die Lande, ich denke nur manchmal, dass vielen von uns mittlerweile ein Bewusstsein dafür fehlt, was eigentlich saisonale Produkte sind.

Das sind zum Glück Informationen, die sich einholen lassen. Und wenn es dann, wie jetzt im Sommer, regionale Köstlichkeiten wie diverse Beeren gibt, schlage ich zu und friere zu Hause einen großen Vorrat ein. Dann kann ich mich auch in dunkleren Monaten ein wenig an den letzten Sommer erinnern. Und ich kann plötzlichen Kuchen-Back-Attacken nachkommen!

Denn das war es, was ich eigentlich schreiben wollte:

Ein Rezept. Für einen Rhabarber-Erdbeer-Kuchen. Der ist vielleicht keine Schönheits-Königin aber er ist eine köstliche Ausnahme im gesunden Alltag!

Das Rezept

Der Teig
100 Gramm Mandelmehl
2 Eier
60 Gramm Butter
1 gestrichener Teelöffel Natron
1 gehäufter Teelöffel Vanille
1 Prise Salz
3 Esslöffel Xucker

Der Belag
1 Tasse Rhabarberstücke
½ Tasse Erdbeeren
2,5 Esslöffel Xucker
2 Teelöffel Vanille
3  gehäufteTeelöffel Butter
1 Hand Kokos-Chips

  • Ofen auf 200 Grad vorheizen.
  • Den Rhabarber und die Erdbeeren mit zwei Esslöffeln Xucker, der Vanille und zwei Teelöffeln Butter erhitzen und zu einem groben Mus (mit Stücken) einkochen.
  • Die Eier mit der Butter und dem Xucker schaumig rühren. Mandelmehl, Vanille, Salz und Natron unterrühren.
  • Den Teig in eine gebutterte Form geben und das Obst_Mus darauf verteilen. Für ca. 25 Minuten in den Ofen schieben.
  • Nun die Kokos-Chips in einem Teelöffel Butter mit etwas Xucker anrösten. Aufpassen, dass sie nicht zu dunkel werden! Wer mag, gibt noch etwas Vanille und eine Prise Salz dazu. Die Kokoschips für die letzten 10 Minuten der Backzeit auf dem Kuchen verteilen und mit backen.
  • Den Kuchen gut auskühlen lassen. Im Sommer schmeckt er am besten direkt aus dem Kühlschrank!

Guten Appetit!

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