Was’n das? Essen, echt und zum Anfassen in Zeiten des Plastikfraß

Paleo Fisch GrillAuch wenn man sie zu guten Teilen abgelegt hat, kann die eigene Naivität immer wieder Anlass für Heiterkeit oder ratloses Kopfschütteln sein. Irgendwo im sozialen Netz fand ich gestern einen Artikel verlinkt, der einem noch einmal klar zeigt, was die Lebensmittelhersteller in ihren Konsumenten sehen: Blöde, manipulationswillige Schafe, die sich das Denken ersparen, indem sie den Marken vertrauen und weiterhin bereitwillig für ihre bequeme Unwissenheit zahlen. Wobei Unwissenheit hier bedeutet, das Offensichtliche auszublenden, nicht Unwissenheit in Ermangelung zugänglicher Informationen.

Aber sei es drum, diese Gesellschaft bekommt vielleicht halt einfach das, was die Strippenzieher denken, das sie verdient.

Nur worüber rege ich mich eigentlich auf? Über das scheinheilige doppelte Spiel, das sich Konzerne wie  Heinz, Unilever und Nestlé wunderbar in klingelnde Kassen übersetzen lassen.

Das Szenario ist das Folgende: Weltweit kaufen Menschen mit der allergrößten Selbstverständlichkeit Produkte, die vielleicht noch althergebrachte Namen tragen, aber mit dem Ursprungsprodukt nur noch wenig gemein haben. Man denke nur an Inhaltsstoffe im Käse, Fertigkuchen und ominöse Würzmischungen, die uns das Leben leichter machen sollen. Ohne groß zu hinterfragen wandern die Dinge in die Einkaufswägen, ist ja auch so wenig Zeit und geht so schnell und was Gutes drin ist, steht groß vorne drauf. Wenn die Erleichterungen des Alltags aber langfristig schwerer machen, muss sich was ändern! Und so rutschen wir vor den Regalen einfach einen Meter weiter und kaufen Produkte derselben Unternehmen, die uns das Leben schwerer gemacht haben und suchen nach Hilfe. Und in den Marketingabteilungen werden die Hände gerieben und es ist ein großer Spaß. Beispiel: Grusel-Pampen wie Slim Fast, das eigentlich aus dem Hause Unilever stammt.  Scheint, man hat sich in der Zauberküche von Knorr und Kunst-Fetten wie Becel, Rama und Lätta der völligen Verkünstlichung von Nahrungsmitteln verschrieben. Aber es läuft, es läuft. Weltweit ersetzen Menschen ihre Mahlzeiten durch Slim Fast Produkte und haben keine Zweifel daran etwas zu konsumieren, dessen Inhaltsstoffe einem den Appetit verderben. Aber hey, es sind Vitamine zugesetzt. Na dann – wohl bekomms. Und als kleines Goodie obendrauf – Allpharm, der Hersteller von Slim Fast, hat auch noch feine biologische Insektizide im Programm. Wunderbare Welt der Chemie.

Subtiler wird es dann mit dem System vom Weight Watchers. Denn hier ist der Ansatz nicht der Schlechteste. Das dem Prinzip zugrunde liegende Punkte System, das Nahrungsmitteln aufgrund ihre Zusammensetzung Punkte zuteilt, zwingt zu einer bewussteren Ernährung, will man sein erlaubtes Punktekontingent einhalten oder unterbieten und abnehmen. Ad absurdum wurde das System aber mit dem Einstieg des Nahrungsmittel-Konzerns Heinz geführt. Der Hersteller von so überflüssigen wie schädlichen Produkten wie Ketchup, Fertigsoßen und Instantsuppen beglückt Konsumenten mit einer breiten Palette an Weight Watcher Fertigprodukten, die eine, ach so große Hilfe sind und einem durch die ausgewiesenen Punkte in der Diät unterstützen sollen. Ohne zu hinterfragen wird hier zugriffen. Man tut sich ja was Gutes, macht Diät! Das Denken wird ausgeschaltet und der Fertigfraß  dankend konsumiert.

Man denkt, es tut Menschen einfach nicht weh genug, als dass ein allgemeines Umdenken stattfinden könnte. Die gedankliche Transfer Leistung, dass was ich essen damit in Verbindung zu bringen wie es mir geht und welche Auswirkungen Nahrung auf den Körper hat, versagt immer wieder an irgendeiner Stelle der Gedankenkette. Würde man diesen Gedanken zu Ende denken, würde man zu vieles in Frage stellen, sich bewegen – etwas ändern müssen. Nö, heute nicht.

Besser selber machen: Whole Foods – im Englischen, wird im Deutschen mit vollwertiger Ernährung  übersetzt, was bei uns oftmals mit Vollkornkost gleichgesetzt wird. Das Konzept, das sich aber dahinter verbirgt, ist das einer Ernährung, die auf frischen, unbehandelten (sprich: frei von Zusatzstoffen) Lebensmitteln basiert.

Der einzig vernünftige und der ursprünglichste Weg sich zu ernähren, der einen sensibel werden lässt für die Perversionen, die die Lebensmittelindustrie produziert und welche Auswirkungen diese Produktionsbedingungen auf unsere Umwelt haben.

Deshalb: Mut gefasst, selber entschieden und immer wieder Neues ausprobiert, das einen da so in seinem natürlichen Zustand anlacht.

Wie neulich im Urlaub:
Sardinen aus der Bretagne
Einfach so auf den Grill.

Das Rezept
4-5 mittlere Sardinen pro Person
Olivenöl
Salz
Zitrone
Pfeffer

  • Den Grill runterbrennen bis die Kohle mit weißer Asche bedeckt ist.
  • Die Fische ausnehmen unter kaltem Wasser abspülen und trocken tupfen. Merke: Die Augen der Fische müssen klar sein. Hat ein Fisch trübe Augen, ist er nicht frisch und wird nicht gekauft!
  • Den Grillrost mit Olivenöl einreiben und die Sardinen ebenfalls mit Öl bestreichen.
  • Nun von jeder Seite ca. 5 Minuten knusprig grillen und wenden bevor der Fisch am Rost klebt.
  • Die Sardinen auf einen Teller eben und noch etwas Olivnenöl, Zitronensalz und nach Geschmack Pfeffer drüber geben.
  • Zum Essen nun, je nach Größe, den Kopf entfernen und die die Hauptgräte mit der Schwanzflosse entfernen. Bei kleineren Fischen lässt sich diese Gräte durchaus mitessen. Das ist eine Frage des Geschmacks.

Dazu Paleo-Brot, gegrillter Fenchel,schlichten grünen Salat mit Zitronensaft, Olivenöl Salz und Peffer und ein paar Beeren nach Wahl oder Apfelstücke.

Guten Appetit!

Advertisements

Ein Gedanke zu “Was’n das? Essen, echt und zum Anfassen in Zeiten des Plastikfraß

  1. Pingback: Falsches Filet, falsche Freunde und die richtige Form | Teilstücke

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s