Das ich, das andere und der Kohl – Faux Filet mit Aprikosen-Wein-Kohl

Paleo KohlZu den Dingen, die ich zutiefst verabscheue, gehört das Putzen. Nun bin ich kein total chaotischer Mensch, aber auch kein Pedant. In unserem kleinen Haus wird gelebt und gearbeitet und das prägt die Atmosphäre.  Es ist belebt.
Seit wir nun aber diesen vorlauten felinen Vierbeiner im Haus haben, gibt es einen neuen Gradmesser für den Moment, an dem die schönen Holzböden mal wieder eine Entstaubungskur brauchen: Wenn das arme Tier nach ausgiebigen Toben in Ecken nämlich plötzlich aussieht als würde es von einer fiesen plötzlichen Schuppen-Krankheit geplagt.

Dann muss man da durch. Mag ich nicht. Gar nicht. Da wächst der Schweinehund auf doppelte Größe an und zaubert Ablenkungstätigkeiten aus dem Hut. Man könnte noch schnell irgend etwas Kochen oder Backen. Etwas Neues und dann macht es keinen Sinn vorher Aufzuräumen. Oder den Kleiderschrank ausmisten oder raus an die frische Luft oder….Und da der besondere Mensch wohl ein ähnliches inneres Tier bezwingt, gehen wir nicht so motiviert an die Sache heran. Zudem habe ich mir sagen lassen, dass es wohl einen sonst nicht erkennbare Wesenszug gibt, der sich beim Putzen mitunter Bahn bricht und mich in ein besserwisserisches Monster verwandelt. Dann weiß ich plötzlich alles besser was Technik und Vorgehen angeht. Peinlich, das. Und es ist mir unangenehm und ich arbeite dran. Es wird auch besser.
Und ich bin nun echt nicht so die Putz-Heldin, sicher gibt es da noch ganz viele Tipps, die man mir geben könnte, aber einmal drinnen in der unliebsamen Beschäftigung will ich es eben gut machen und meine irgendwie, nur ich wüsste wie das geht.
Ich werde Gelassenheit praktizieren. Aber vielleicht bin ich auch einfach traumatisiert, denn die Unlust angesichts der Ordnung war in Kinderjahren noch ausgeprägte und ich habe meisterliche Fertigkeiten im Verstecken von Chaos  und in oberflächlicher Ordnung entwickelt. Unter dem Bett, in Schubladen und Schränken…so sah mein Aufräumen meist auf und bei allen wunderbaren Freiheiten, die die Eltern mir ließen, war für mich die höchste aller Strafen, wenn mir angedroht wurde, ich müsse unter Aufsicht aufräumen, wenn ich nicht selber für Ordnung sorge.
Nun vielleicht spielt dass dann alles zusammen, lieber ist mir das Aufräumen nicht, aber ich genieße das Gefühl, wenn alles wieder frisch und geputzt ist und sich die Sonne auf dem Boden spiegelt und man wieder etwas geschafft hat.

Und der vierbeinige Räuber muss eben in den Keller oder die Scheune ausweichen um sich für den Moment ein paar Flusen zu fangen.

Gerade spiegelt sich Sonne auf dem Boden, was sehr schön ist, aber vorher hat der Schweinehund mich im Griff gehabt und deshalb schmorte es da vor sich hin:

Geschmortes Faux Filet mit Aprikosen-Wein-Kohl
Am Ende wurde aus Ablenkung so eine köstliche Belohnung.

Das Rezept
500 Gramm Faux Filet am Stück vom Weiderind
7 getrocknete Aprikosen
Ein halber kleiner Weißkohl
Zwei Zwiebeln
Butter
Senf
Trockener Weißwein
Salz
Pfeffer
Kümmel
Kreuzkümmel

  • Das Fleisch abspülen, trocken tupfen, pfeffern und großzügig mit Senf einreiben.
  • Im Bräter scharf von allen Seiten  in einem geschmacksneutralen Fett der Wahl scharf anbraten.
  • Zwiebeln schälen und in Stücke schneiden, Aprikosen in kleine Stücke Schneiden und den halben Kohlkopf in großzügige Stücke schneiden.
  • Die Zwiebeln, den Kohl und die Aprikosen zu dem Fleisch geben und mit einem großzügigen Schluck Weißwein angießen. Ich habe 150 ml Riesling genommen.
  • Salz, Pfeffer und Kümmel und Kreuzkümmel (ich habe die Samen, nicht die gemahlene Variante verwendet) sowie ein paar große Stücke Butter (ca. 80 Gramm) dazu geben und dann Deckel drauf.

Das ganze schmort dann einfach entspannt ca. 2 Stunden vor sich hin und riecht so gut, dass die Böden gleich noch etwas schöner glänzen und Wohlbehagen sich breit macht.

Guten Appetit!

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2 Gedanken zu “Das ich, das andere und der Kohl – Faux Filet mit Aprikosen-Wein-Kohl

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