Bulletproof ist überall und gerne mit Vanille

Bulletproof KaffeeManchmal stehe ich auf dem Schlauch. Das gibt niemand gerne zu,  wollen wir doch alle wieselflink und clever immer schnell alles wissen. Aber da ein Teil meines Kopfes permanent am Wälzen von Gedanken ist, während ein anderer Teil sich obsessiven Essen-Gedanken hingibt und wieder ein anderer Teil mit so profanen Dingen wie Tagesplanung beschäftigt ist, muss ich manchmal zweimal hinschauen. Vor allem wenn es mich betrifft. Oder ganz banale Alltagsdinge.
Und so hat es mich neulich wie der Schlag getroffen, als ich gerade mit einem konzentrierten Gedankenrunzeln vor dem Rechner saß und einem Kunden die passenden Worte verpasste, dass ich irgendwie dahin gekommen bin, wo ich immer hin wollte.

Wie zur Bestätigung trippelte in dem Moment ein laut schnurrendes Etwas über die Tasten und ich musste eine kleine Pause machen, um den Schaden zu begutachten und nutzte den Moment um dankbar zu sein.

Mit ungefähr Zwölf habe ich mal versucht einen Abenteuerroman zu schreiben. Die heimlich fabrizierten Seiten haben mich lange begleitet, aber ich habe sie nie jemanden gezeigt. Tatsächlich scheiterte ich damals am Essen – meine junge Heldin sollte aufbrechen in die Wildnis und ich verzweifelte schier an der Überlegung, was ich ihr an Proviant mit auf dem Weg geben sollte. Und so landeten die 25 mit Filzschreiber verfassten Seiten erst einmal in der Schublade. Irgendwann, vor wenigen Jahren, habe ich mich endgültig getrennt, da ich meine eigene Schrift nicht mehr lesen konnte. Ja, das mit dem Schönschreiben fand ich immer blöd, diese Mädchen, die saubere Kringel statt I-Punkten setzten. Als würde das den Inhalt besser machen. Das waren auch so Mädchen, die sich dann während meiner äußerlich etwas unangepassteren Phase darüber mokierten, dass ich mit Laufmasche ins Theater gehe – klar, kann ja dann auch schlechter denken. Manchmal schockiert es mich, wenn bei den Gerade-so-Erwachsenen schon die festzementierten unflexiblen Erwachsenen durchscheinen…Lasst Euch doch bitte etwas Flexibilität! Angepasstheit ist ein großer Druck…der erklärt vielleicht auch wieso dann so oft zur Seite gebissen wird, wenn diese durchbrochen wird. Ich verstehe das im Nachgang, aber traurig ist es schon, wenn man rückblickend sieht, wie sehr wir uns selbst und andere sich im Wege standen.
Ich war nie eine Rebellin, aber in manchen Dingen hatte ich meinen eignen Kopf und meine eignen Vorstellungen. Dazu gehörte auch uniforme Kleidungsregeln der Altersgenossen bewusst zu durchbrechen. Das war der Freiraum, den ich brauchte in dem Korsett von Schule und Heranwachsen.

Und wenn ich keine Rebellin war, so gehörte ich auch nicht zu der, mir bis heute unangenehmen Menschengruppe, die jede ihrer Fähigkeiten, Errungenschaften und jedes Talent permanent  vor sich her tragen. Nein, da war und ist viel eher eine Unsicherheit und wenn keine Unsicherheit, dann eine Bescheidenheit, mich niemals selbst zu ernst zu nehmen. Und dankbar zu sein.

Nun sitze ich nicht an der Vollendung eines großen Romans, dieses Ziel ist in den Hintergrund getreten, aber ich verbringe meine Tage mit dem, was mir nach dem Essen am liebsten ist: Worte. Geschriebene Worte. Für mich, aber vor allem für unsere Kunden. Es ist schön wenn man Sprache immer wieder neu denken und formulieren kann. Es gibt Wörter und Begrifflichkeiten, die habe ich so gern wie gute Freunde.

Und ich freue mich mal ganz unbescheiden darüber, dass man sich das Leben ganz wunderbar angenehm machen kann.

Und besonders freue ich mich darüber, dass ich seit der Heimarbeit im eigenen Büro einfach richtig gerne früh am Morgen am Schreibtisch sitze. Gerne auch mit einem Kaffee und seit wir neulich vergessen hatten Brühe zu kochen, am liebsten mit einem Bulletproof Kaffee….

Einem was….? Genau. So habe ich auch erst einmal geschaut und etwas gerätselt, als das Koffein anfing unter diesem Namen durch diverse Blogs zu geistern.
Erst dachte ich, das wäre eine fancy Kaffeemarke. Dann habe ich schnell quer gelesen und habe gesehen, dass es eine Erweiterung des Kokosöl-Kaffees ist und habe wie angegeben zusätzlich zum Kokosöl noch Butter in die Tasse gegeben. Das kam hier gar nicht gut an. Eine dicke Fettlache und irgendwo dann der Kaffee. Ja, wer in Ruhe liest ist klar im Vorteil. Das Geheimnis war das Mixen der Zutaten! Kokosöl, Butter und Kaffee. Ja, dass ist lecker und ihm werden gute Dinge nachgesagt.

Das mit dem Fettabbau stelle ich jetzt mal so in den Raum.  Ich habe nicht viel Fett, das ich abbauen möchte und trinke das Hype-Zeug erst seit wenigen Tagen. Aber was ich sagen muss, es ist ein fast so schöner Kickstart in den Tag wie Brühe. Und deshalb sehr zu empfehlen. Denn so richtig fettig starte ich am besten in Tag.

Das Rezept

250 ml Kaffee
80 Gramm Butter aus Weidemilch, dass ist wichtig, wegen der gesunden Fette und das macht es auch kompliziert denn die ist nicht immer leicht zu finden.
2 Esslöffel Kokosöl
1 Teelöffel Vanille

Ab in den Mixer oder mit dem Pürierstab verquirlt – et voilà: lecker, cremig…

Guten Appetit!

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2 Gedanken zu “Bulletproof ist überall und gerne mit Vanille

  1. Pingback: Ruhig bleiben – Tee trinken – Bulletproof, zumindest der Tee | Teilstücke

  2. Pingback: Unerwartete Wendungen, schwierige Heldinnen und ein Rezept für kurze Nächte: Gillian Flynn | Teilstücke

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