Der Fisch stinkt vom Kopf oder kommt auf den Tisch – Zitronen-Wildlachs mit Zucchini-Knoblauch-Spaghetti

Zitronen Wildlachs mit Zucchini SpaghettiDass sich mit der Umstellung der Ernährung auch so einiges anderes an meiner Sicht auf die Welt geändert hat, werde ich ja nicht müde zu betonen. Die Welt unterlässt es ja auch nicht einem immer wieder unter die Nase zu reiben, was alles seltsam läuft.
Auf der Suche nach unbelasteten Lebensmitteln, die keine Spur der landwirtschaftlichen und sozialen Verwüstung hinter sich her ziehen, fällt einem zwangsläufig das ein oder andere ins Auge. Und wenn man schon bei der Nahrungsmittelsuche auf Informationsquellen abseits der Mainstream-Medien zurückgreift, warum sollte man das nicht auch in anderen Bereichen tun?
Leider haben die Leitmedien  in unserem Land allein durch ihren Namen und ihre Strahlkraft ein Etikett der aufklärenden, unabhängigen Berichterstattung aufgedrückt bekommen.

Es empfiehlt sich, allein schon der geistigen Flexibilität wegen, auch im  vermeintlichen Abseits zu stöbern und sich selbst eine Meinung zu bilden.
Ich halte einfach nichts davon etwas zu lesen und zu schlucken und dann ohne kritische Fragen meinem Argumentations-Repertoire hinzu zu fügen. Denn so läuft es doch meist mit der Meinungsbildung. Wir schmücken uns mit einer offenen Geisteshaltung und schrecken aber innerlich davor zurück uns in Diskussionen auf unsicheres Gelände zu begeben, wo wir vielleicht nicht auf die üblichen, bestens vorbereiteten Argumentationskonserven zurück greifen können. Unter dem Deckmantel der objektiven Urteilsbildung suchen wir doch unbewusst immer nur nach den Argumenten und Fakten, die unsere Haltung untermauern.  Das lohnt ein genaueres Hinsehen. Wenn man sich des Öfteren in ähnlicher Besetzung zusammenfindet, wird man feststellen, dass die meisten Menschen ein paar Lieblingsthemen haben, über die sie gerne sprechen und man muss leider konstatieren, dass da oftmals Narzissmus hineinspielt, denn viele erliegen dann der Versuchung andere auf das eigene Themen-Spielfeld zu ziehen und ihnen argumentativ die Haut abzuziehen. Das ist kein guter Stil, sondern Manipulation. Der Gesprächspartner war dann Profilierungswerkzeug und um Austausch ging es nie. Ich steige mittlerweile aus solchen Diskussionen aus. Man erkennt recht leicht, wem an einem Austausch gelegen ist: Nachfragen und vielleicht auch einmal Recht geben oder die eigene Position revidieren führt zu inspirierenden Gesprächen, wohingegen das intellektuelle Sezieren des Gegenüber einen Sch…bringt. Aber so ist es halt, wir scheinen irgendwann im großen Stile eingeimpft bekommen zu haben, dass eine eigene Meinung zur Grundausstattung gehört, aber bitte nicht zu eigen daher kommen sollte.

Sieht man die politischen Ränkeleien zu kritisch und äußert zu wenig Optimismus, gilt man als fatalistischer Pessimist und es wird dezent mit den Augen gerollt, befindet sich dort doch jemand auf dem falschen Weg.  Und das  denke ich mir nicht aus, sondern kenne es durchaus. Aber ich finde manchmal darf der Bauch mit diskutieren und wenn wir nun schon oftmals im so großen Stil die ernsten Themen beackern, sollte einem doch die Transferleistung zugetraut werden eigene Schlüsse zu ziehen aus dem, was man sich an Informationen zugeführt hat. Ich bin es leid immer nur die Rechtfertigungsfloskel „Das habe ich in der FAZ/SZ/… gelesen“ zu hören. Das ist zu einfach und zu  mutlos.

Ich plädiere für ein bisschen mehr Leidenschaft.

Ein wunderbares Beispiel für Geistesgröße und ein einen Intellekt, der von Herzen kommt, ist der amerikanische Politologe und Autor Dr. Michael Parenti. Jedem der mag, kann ich nur empfehlen sich einen seiner Vorträge auf Youtube anzuschauen.
Haarscharfe politische Analysen, beeindruckender Wortwitz und Perspektiven, die zum Nachdenken anregen – so etwas hätte ich mir von meinen Professoren in der Uni gewünscht…

Eines meines Leidenschaftsthemen ist, wer hätte das gedacht, natürlich das Essen. Aber was im Zusammenhang mit unserer Nahrung alles an  Skandalen und Ungerechtigkeiten verübt wird, ist zum Verzweifeln.
Was ist das für eine Gesellschaft, die ganze Supermärkte voller Tierbedarf nötig zu haben scheint, wo man zwischen gefühlten 60 Sorten Katzenfutter wählen kann, mit dem guten Gewissen, die liebe Mieze in den meisten Fällen von irgendwelchen Lockstoffen abhängig zu machen.
Und das eigene Essen – ich mag Fisch, aber welchen kann ich noch ruhigen Gewissens kaufen?
Und das gilt ja nicht nur für Fisch, für zu viele Lebensmittel stellt sich diese Frage, aber das ist ein Thema für sich.
In diesem Fall war der Fang der Wahl Wildlachs.
Und im Ergebnis kam der Spiralschneider zum Einsatz für ein perfektes Sommeressen:

Zitronen-Wildlachs mit Zucchini-Knoblauch-Spaghetti (hier für drei Personen)

Das Rezept

500-600 Gramm Wildlachs-Filet
5 mittlere Zucchinis
1 große Zitrone
2 große Knoblauchzehen
Frühlingszwiebeln
Butter
Olivenöl
Salz
Pfeffer

  • Den Fisch in großzügig Butter mit Salz, Pfeffer und dem Saft der Zitrone andünsten und in Gabel-große Stücke teilen, sobald er gar ist.
  • Parallel die Zucchinis mit dem Spiralschneider in Streifen raspeln. Den Knoblauch in viel Olivenöl andünsten, nun die Zucchini dazugeben und mit etwas Salz und Pfeffer und gelegentlichem Rühren in wenigen Minuten gar dünsten, bis die Zucchini gar und etwas glasig ist.
  • Die Frühlingszwiebel in feine Streifen schneiden und direkt vor dem Servieren undter den Fisch heben
  • Die Zucchini-Spaghetti auf den Tellern anrichten und den Fisch dazu geben.
  • Noch ein paar zusätzliche Spritzer Zitrone und etwas Olivenöl darüber geben…Fertig…

Guten Appetit!

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2 Gedanken zu “Der Fisch stinkt vom Kopf oder kommt auf den Tisch – Zitronen-Wildlachs mit Zucchini-Knoblauch-Spaghetti

  1. Hallo!

    Sehr erfrischend deine Beiträge und die Art wie du es rüberbringst…gefällt mir.
    Für mich ist es teilweise etwas schwierig Argumente für etwas zu finden für etwas dem ich nachgehe oder für gut befinde besser gesagt die richtige Beschreibung fehlt mir manchmal.
    Ich bin auch eher kritisch etwas gegenüber und pessimistisch weil ich eben denke auf dieser Welt und heutzutage vergolgt jemand eher einen schlechten Gedanken-besonder in der Lebensmittelindustrie-als etwas gutes tun zu wollen. Aber ich denke von der Einstellung bin ich auf dem richtigen Weg und freue mich diesen durch zahlreiche Blogs wie deinen z.B. gefunden zu haben. 🙂

    LG Christoph

    • Lieber Christoph,
      vielen Dank für Dein Feedback! Für mich war es auch ein Prozess, den Mut zu haben mich nicht hinter gefälligen Phrasen zu verstecken. Aber wie Du sagst, es ist so schön zu sehen in wie vielen Köpfen Gedanken mit Substanz am Werke sind und dass diese sich nicht scheuen sie zu äußern. Ein schönes Wochenende! maiebrit

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