Herbstbücher und Essen nach Farben – Kürbis

Kürbis und LektüreNeulich hatte ich Bücher in der Post, die mir ein aufmerksamer Mensch als Lektüretipps einfach direkt geschickt hat, statt nur den Autor zu empfehlen. Da die dann folgenden grauen Tage auch wirklich keinen Grund boten, um mehr als die Nase aus der Tür zu stecken, habe ich mir die Zeit neben der Arbeit zwischen Rezepten und Büchern aufgeteilt. Bücherempfehlungen sind wie alles im Leben nie ein Garant dafür, dass man die Begeisterung teilt. Die Vorstellung vom Leseglück ist sehr persönlich und Geschmäcker sind verschieden.

Aber im besten Falle gewinnt neue Freunde und wenn man sie ausgelesen hat, möchte man diesen Büchern auch ein Zuhause geben, damit man sie wieder und wieder in die Hand nehmen kann. Es gibt ja so Filme, die manche Menschen wieder und wieder schauen, weil sie sie so mögen. So geht es mir mit manchen Büchern.  Es gibt Bücher, die hinterlassen ein so gutes Gefühl und stupsen irgend etwas in einem an, dass man sie gerne  wieder und wieder in die Hand nimmt und jedes Mal entdeckt man neue Facetten. Mitunter erlebt man dann auch einen gewissen Trennungsschmerz, wenn man merkt, die frühere Lieblingslektüre passt nicht mehr zu der veränderten Lebenssituation, aber genauso oft kann man sich auch über unbekannte neue Seiten freuen, die man vorher so nicht wahrgenommen hat.

Eines der Bücher, die sich da in der Post befanden, wird ganz sicher einen Platz in meinem Bücherregal finden. Es ist Der Duft des Regens von Frances Greenslade. Wieder ein Buch, bei dem ich kurz über den deutschen Titel stolperte. Hoffentlich ist es kein Kitsch, bitte keine falschen Sentimentalitäten. Nein, nicht Falsches und Gekünsteltes, dafür immer mal wieder einen echten Klops im Hals und ein paar Tränen. Ja, ich bin viel zu emotional beeinflussbar, was Filme und Bücher betrifft. Es kann der schlimmste Hollywood-Müll sein, wenn die dramatische Musik beginnt, kann ich schwer schlucken und wenn dann noch kleine Tiere sterben… Na ja, zum Glück sehe ich mir zunehmend so gut wie keinen Müll mehr an (inklusive Tatort, meine immer wiederkehrende Enttäuschung) und mittlerweile stehe ich zu dieser Sentimentalität. Blöd war sie nur bei intellektuell anspruchsvollen Kino-Verabredungen, wo ich dann im Dunkeln versuchen musste lautlos zu schniefen und hoffte, dass die Mascara nicht verwischt. Bloß keine Blöße geben.  Lieber schon mal die Argumente zu Inhalt und Ästhetik des Gesehenen zurecht legen. Die Zeiten sind vorbei und wenn ich jetzt schniefen muss, ist es mir egal, wer sich daran stört. Im Zweifel schaut nur die Katze seltsam konsterniert. Der besondere Mensch weiß Bescheid.

Aber wer sich nicht scheut, berührt zu werden, der sollte der Protagonistin unbedingt in ihr ganz besonderes Leben in die kanadischen Wälder und Kleinstädte der 70-er Jahre folgen.  Ein Leben, das sich so schmerzhaft, spannungsgeladen, intensiv und wunderschön vor dem Leser ausbreitet, dass es fast nicht möglich ist eine Lesepause einzulegen. Und neben der Rührung bleibt, zumindest bei mir, ein Gefühl der Sehnsucht, auch einmal einzutauchen in diese Landschaft mit ihrer Schönheit und ihren wunderlichen Menschen, die so haften bleiben. Und vielleicht ist der Titel gar nicht so verkehrt. Der Duft des Regens, den kennt jeder wie wohl den Duft des Herbstes, auch wenn man sich das vielleicht nicht immer bewusst macht. Und so wie man tief in der Erinnerung immer wieder durch diese Düfte angerührt wird, hallt das Buch noch lange nach, mit seiner schönen eindringlichen und wunderbar unsentimentalen Stimme.
Da möchte ich gerne noch einmal hinein gezogen werde.

Dafür mag ich den Herbst. Für ausgedehnte Lesemomente. Und für Kürbis.

Kürbis vom Blech mit Bratwurst

1 Kilo Butternut-Kürbis
3 drei kleine scharfe Chilischoten, gehackt
1 Stück Ingwer (3 Zentimeter), gehackt
1 große Knoblauchzehe, gehackt
grobes Salz
Olivenöl
Grobe Bratwürste vom Weiderind

  • Den Offen auf 200 Grad vorheizen.
  • Den Kürbis schälen, die Kerne entfernen und das Kürbisfleisch in Spalten schneiden.
  • Die Spalten mit den Gewürzen, bis auf das Salz und dem Öl in einer Schüssel gut durchmischen und dann auf ein Backblech mit Backpapier geben.
  • Für 15-20 Minuten in den Ofen.
  • In der Zwischenzeit die Rinderwürste braten oder wahlweise mit auf das Backblech legen.
  • Zum Ende hin testen, ob der Kürbis schön weich und nicht zu dunkel ist.

Den Kürbis mit groben Salz bestreuen und fertig…Dazu passt neben Senf auch wunderbar etwas Pflaumen-Chutney.

Guten Appetit!

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