Sylvester kurz und knapp

SylvesterabendKeine langen Listen mit guten Vorsätzen, keine zu vielen Pläne. Auch keine Knaller und kein Getöse. Kein verkaterter 1. Januar. Eher ruhig und bewusst genießen. Ganz weit weg von all dem Rummel, so möchte ich mein Sylvester. Er macht mich nicht mehr zappelig der letzte Abend des Jahres. Als müsste man hier noch einmal mit dem Sylvester-Programm alles nachholen, was man über das Jahr vermeintlich versäumt hat. Ganz ehrlich, ich war noch nie ein großer Freund von Sylvester-Partys. Ich will nicht mitten in der Nacht durch Böller Wurfschneisen hüpfen und irgendwie liegt mir die alkoholverklärte Aufgekratztheit nicht mehr. Sie ist etwas anderem gewichen. Dem Bedürfnis noch einmal mehr durchzuatmen. Keine Anforderungen und Ansprüche an den letzten Abend des Jahres stellen. Ich erinnere mich an mehr als eine anstrengende Diskussion, weil niemand sich festlegen will auf eine Sylvesteraktivität, es könnte ja noch etwas Großes um die Ecke kommen… Am schönsten tatsächlich waren immer die Abende mit netten Menschen und gutem Essen und einer gewissen Unaufgeregtheit.

Aber auch hier werden wir ja schon seit Wochen ordentlich weichgekocht von den Medien. Na, schon ein neues besonderes Kleid für die Sylvesternacht im Schrank?

Ich will die Wanderschuhe einpacken und weg von der unvermeidlichen Knaller- und Böllerflut. Keine rosa Marzipanschweine, fettige Krapfen. Bleigießen, das mag ich gerne. Aber vor allem möchte ich etwas Raum im Kopf zum Witerdenken.
Denn für das neue Jahr ist da einfach nur der Wunsch weiter im Fluss zu bleiben, mit dem was sich so ergibt auf dem Weg. Den Mut wünsche ich uns allen.

Und besser als der hoch verehrte Herr Kästner kann man die sinnlose Selbstkasteiung in Form guter Vorsätze gar nicht in Worte fassen:

 

Spruch in der Silvesternacht
Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.

Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat!

Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos!

(Erich Kästner)

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Pause machen, Beliebtheits-Wettbewerbe und mit Zimtsternen an der Weihnachtsstimmung arbeiten

Zimtsterne in FrankreichDa hatte ich mich wohl zu früh gefreut und die letzte vorweihnachtliche Woche schon im Geiste ganz entspannt verplant. Ein paar Karten schreiben, die Ruhe des Geschäfts nutzen und sich schon mal im Kopf auf die Zeit zwischen den Zeiten, dieses komische Gefühl zwischen Weihnachtsrummel und Sylvesterhysterie einzustimmen. Denkste. Wirbeln ist angesagt. In diesem Jahr begegnen wir dem Trubel durch völligen Entzug. Ab in die französischen Berge und genießen, dass die Franzosen ihr Jahr ohne Knallerei ausklingen lassen. Pause machen. Denn was da zu Ende geht, war mit Sicherheit eines der bewegtesten Jahre meines Lebens. Und da ich selber mittendrin stecke, mache ich mir das oftmals nicht bewusst.

Ich werde immer ganz verlegen, wenn jemand sagt, dass wir mutig seien, einfach so weg aus Berlin, aus der Festanstellung in das eigene Büro, auf dem Dorf… Das ist ein so liebes Kompliment, diesen Mut zu sehen. Ich nehme ihn persönlich gar nicht so wahr. Der kleine Mut, er hätte sicherlich auch manchmal mehr Aufmerksamkeit von mir selbst verdient. Aber solche Dinge fallen mir schwer. Ich tue Dinge, aber indem ich sie tue, erscheinen sie mir gar nicht mehr so groß und ich wundere mich dann mitunter, was für Themen manche Menschen da gut sichtbar für das Umfeld vor sich hertragen. Hätte ich gerne mehr davon? Ich glaube nicht. Der Grad ist mir zu schmal.  Aber es macht das Leben mitunter nicht einfacher, wenn man immer wieder auf diesen Typen Menschen trifft, der ja in unserer Gesellschaft besonders gepäppelt wird.

Tatsächlich ist eine ganz klare Erkenntnis dieses Jahres, dass ich deutlich weniger Menschen in meinem Leben brauche, als ich immer dachte. Ich bin ein sehr soziales Wesen. Ich liebe den Austausch und finde Menschen grundsätzlich faszinierend und spannend, aber einen großen Teil dieser Neugier stille ich durch die vielen Begegnungen, die sich zwangsläufig über meine Berufswahl ergeben und der Kreis der lieben menschlichen Konstanten um mich herum hat sich verändert, auch verdünnt und zum großen Teil intensiviert. Dafür bin ich dankbar.

Das war eine spannende Entwicklung und es ist wunderbar durch Veränderungen den Impuls zu bekommen, Freundschaften und Kontakte noch einmal anders zu pflegen. Pflege haben sie nämlich verdient, wenn sie Substanz haben.  Und das Thema loslassen spielt auch hier wieder mit hinein. Weniger, dafür enge Kontakte im persönlichen Umfeld heißt irgendwie auch, sich ein bisschen unabhängiger machen von dem, was andere denken mögen. Das bedeutet nicht, dass ich nicht freundlich bin. Den zwischenmenschlichen Respekt eines zivilisierten und erwachsenen Umgangs setze ich mal voraus. Aber ich denke so langsam bin ich ja erwachsen geworden und die Beliebtheitswettkämpfe aus Schulhofzeiten dürfen bitte auch in jenen fernen Tagen bleiben, sie waren mitunter schmerzhaft und turbulent genug. Ein wenig befreiend ist dies auch, wenn man feststellt, dass einen gar nicht jeder mögen muss. Ich mag auch nicht jeden und lieber – statt immerzu gefällig zu sein (ich bin eine sehr ausgleichende Waage) – möchte ich lernen noch öfter auch mal Nein zu sagen und Grenzen zu ziehen. Leicht fällt mir das tatsächlich nicht. Der andere Teil von mir ist da recht ausgeprägt. Aber es muss sein. Für sich selber. Denn erschreckend viele Menschen wissen, dass andere Menschen eher nicht laut und nach draußen sondern leise und nach innen sind und nutzen das aus. Machen wir uns doch nichts vor. Wir haben ein komplexes Sozialverhalten. Aber das ist ein Thema für sich.

Weniger ist also manchmal echt mehr und ich mache den Wert meiner Person auch nicht abhängig von Facebook-Kontakten oder Zugriffszahlen auf diesen Blog.  Abe es gibt sie da draußen, die Leute mir ihrer ganz persönlichen Social Media Strategie. Gruselig. Gruselig auch, weil da einfach soviel (falsche) Oberfläche aufgebaut wird. Und das führt mich zurück zu dem Weg durch dieses Jahr,  der hat sich so ergeben und alles, was wir getan haben, erschien irgendwie schlüssig und sinnvoll und die Unklarheiten und Wenns und Abers, die konnten das gute Gefühl, das der Bauch hatte, nicht aufwiegen. Und auch wenn nicht immer nur alles Sonnenschein über lieblichen Hügeln ist, sondern auch das ein oder andere Aushalten in auftragsärmeren Zeiten zu bewältigen ist, gibt das innere behagliche Stimmchen mir doch jeden Morgen recht, wenn es mit halboffenen Augen durchs Fenster gähnt und hinter den Häusern auf dem Hügel den Waldrand sieht, mal im Regen, mal verborgen im Nebel oder unter einem glasklaren Himmel. Dann fällt alles an den richtigen Platz. Es war der richtige Weg. Es ist der richtige Weg.

Und während ich hier schreibe fällt mir ein, wie ich vor dem Wegzug noch mit einer Freundin gespaßt hatte, ich könnte dann ja so einen „Raus aufs Land“-Blog schreiben, so Landlust-Phantasien und Ästhetik für müde Großstädter wie mich. Aber das war nicht dran und das war auch nicht ich, da wäre es weiter nur um Projektionen und Bilder gegangen. Ich mag Konzepte, die auch Raum zum Scheitern lassen. Und dieser Blog ist eigentlich mehr als Übung in Disziplin und private Schreibübung entstanden. Um den inneren Schweinehund zu überlisten.

Und dann hat er sich verselbstständigt, denn plötzlich war da sehr wohl ein „Raus aufs Land“-Konzept, nur völlig anders geartet, als ich es mir anfangs hätte vorstellen können. Die Rezepte, die für mich der Aufhänger waren, sind geblieben, so schreibe ich endlich einmal auf, was ich so koche.
Aber zu den Rezepten kamen all die Themen, die sich nah und fern so um das Essen ranken. Und die abstrahlen auf weitere Themenkreise, bis man plötzlich einen Schritt zurück tritt und sich bewusst macht, wie alles irgendwie immer zusammenhängt. Ja ja, wissen wir doch. Mmmh, aber denken wir es oft genug konsequent durch? Warum wir immer wieder Lebensmittelskandale serviert bekommen, wenn sich an den Produktionsweisen nichts ändert? Warum sich aber nur wenig ändern kann, wenn die Menschen in immer größerer Unsicherheit leben, was vermeintlichen Status und die schiere Existenz betrifft? Warum Chancengleichheit ein schlechter Scherz ist, wenn die mit Geld sich eigene Lösungen suchen und die ohne schon als Kinder Schei.. fressen müssen? Warum wir nichts ändern können, weil uns so wenig Zeit bleibt, weil wir so viele Träume und Wünsche haben, die uns durch eine feinsinnige Marketing-Industrie eingepflanzt werden, dass kaum noch Raum bleibt für die echten Wünsche und Bedürfnisse. Warum immer einer die Rechnung zahlt und allzu oft nicht wir, sondern Menschen und Natur an anderen Orten, schön weit weg, dann ist es nicht so real. Aber hey, wir tun ja auch ganz viel dafür, dass es denen besser geht. Ja, klar. Es ist eine Welt, die mir ehrlich gesagt nicht sehr gefällt. In der tatsächlich zu wenig getan wird um das Richtige zu fördern, das erschreckend oft das Uneigennützige, Mitdenkende ist. In der viel zu viele neue sozialengagierte und grün und nachhaltig gestrickte Mäntel von Beratungsunternehmen der Politik und großen PR-Akteuren entworfen werden, die hier ein Pflästerchen aufkleben, dort Aktivität erzeugen und ablenken, aber nichts so richtig ändern. Oftmals machen mich Artikel, die ich lese, wütend. So richtig. So, dass ich erst einmal raus muss mit dem Kopf. Weil dann genau das erzeugt wird, was beabsichtigt ist, ich fühle mich ohnmächtig.  Ich weiß nicht, wo ich als Einzelperson noch ansetzen kann, wenn so viele vermeintliche Handlungsspielräume kontrolliert geschaffen wurden und Engagement in seichte Wirkungsgewässer leiten. Radikalismus ist mir fremd. Fehlgeleitet. Aber  es gibt so viele Themen, die jeden von uns betreffen. Wenn wir im Endeffekt nicht einmal mehr über unser Körperbild eigenständig Urteile fällen können, wenn wir nur noch mit erheblichem Mehraufwand kontrollieren können, was wir essen. Wenn wir nicht nachvollziehen können, wie das, was wir in unserem Alltag nutzen, gefertigt wird, wenn wir nach jeder Wahl murren, dass sich nichts ändert, aber doch wieder losrennen wie die Schafe, wenn es darum geht ein Kreuzchen auf dem Wahlzettel zu machen. Wenn Narzissmus und Egoismus belohnt und Empathie und Zurückhaltung hinderlich werden. Dann läuft doch etwas falsch. Aber dieses Bewusstsein sollte einen nicht davon abhalten, zu genießen, dass einem ein Leben als Spielraum bleibt und man sich darin seine eigenen Räume schaffen kann. Und jedes Stück eigener Weg, das man für sich entdeckt oder sich erkämpft, ist ein gutes Gefühl, ganz tief drinnen. Und außerdem gibt es immer noch so viele Menschen zu entdecken, die ähnlich denken, die etwas zu sagen haben, die inspirieren und Mut machen. Das versöhnt mich dann immer wieder.

Und wenn ich schaue, wie viele Menschen sich in den wenigen Monaten seit dem Start diesen Blog angeschaut haben, dann bleibt mir der Mund offenstehen und ich empfinde ehrlich eine gewisse Demut, wenn ich feststelle, dass sich jemand die Zeit nimmt und liest, was mich ganz persönlich bewegt. Und das ist jedes Mal auch wieder ein Grund, den Schweinehund niederzuringen und sich hinzusetzen und zu schreiben. Und es ist schön zu sehen und auch zu lesen, dass man mit so mancher Frage und so manchem Gedankenweg nicht alleine ist. Das macht Mut. Dafür lieben Dank.

Und bevor ich mich nun hoffentlich die Tage mal endlich in einen Urlaub verabschiede, der mich weg vom Bildschirm bringt und hin zu frischer Luft und vielen Büchern und Zeit zum Denken, noch schnell ein blitzschnelles Rezept für die Weihnachtsstimmung in letzter Minute. Die Zimtsterne vom wunderbaren Paleowiki, das ich jedem Paleo-Interessierten nur empfehlen kann, als Informationsquelle! Ich habe ganz minimal andere Verhältnisse genommen und schreibe es  auf, aber mit dem Wiki liegt man auf jeden Fall richtig richtig.

Ich wünsche besinnliche Feiertage und freue mich auf ein spannendes neues Jahr.

 Zimtsterne

200 g gemahlene Mandeln
100 Gramm Mandelmehl
200 g gemahlene Haselnüsse
6 Esslöffel Xucker
3 Esslöffel Zimt (Ceylon)
4 Eiweiß
Prise Salz

  • Den Ofen auf 150 Grad vorheizen.
  • Die Eiweiß mit einer Prise Salz schöne steif schlagen, bis man die Schüssel theoretisch auf den Kopf stellen könnte, ohne dass Eischnee rausfließt.
  • Nun noch einmal den Xucker unterschlagen, bis die Masse schön glänzt. Von dieser Masse nun 5 Esslöffel zur Seite stellen für den Guss.
  • Die Nüsse und den Zimt mit Sorgfalt und Vorsicht unterrühren, bis sich eine gleichmäßige Masse ergibt. Nicht mit dem Quirl, besser mit einem Löffel oder, wer hat, einem Teigschaber.
  • Den Teig zwischen zwei Lagen Backpapier ausrollen, die Sterne ausstechen, mit dem Eischnee bestreichen und bei 150 Grad ca. 30-40 Minuten auf mittlerer Schiene trocknen. Der Guss soll nicht zu dunkel werden.

Tipp: Am nächsten Tag ist der Guss dann fest und sie schmecken genau so, wieZimtsterne schmecken sollen. Und für die Lagerung empfiehlt sich eine Dose.

Guten Appetit!

 

Unerwartete Wendungen, schwierige Heldinnen und ein Rezept für kurze Nächte: Gillian Flynn

Gillian FlynnBuchempfehlungen können total daneben gehen, aber mitunter liest man etwas, das möchte man einfach jedem um sich herum in die Hände drücken, mit der nachdrücklichen Aufforderung: „Lies das.“ Damit man danach die Eindrücke teilen kann.  Das klappt nicht immer. Und bei Büchern, die einen persönlich stark berührt oder beeindruckt haben, kann so etwas sich fast schon wie eine persönliche Zurückweisung anfühlen. Wie, das hat Dir nicht gefallen? Verstehe ich gar nicht. So sollte es nicht sein. Jeder sitzt ja in seinem ganz eigenen inneren Lese-Kämmerchen und was da für untergründige Themen mitschwingen, darauf haben wir keinen Einfluss. Trotzdem sollte man niemals aufhören Bücher zu empfehlen. Geschichten am Leben erhalten, indem möglichst viele Menschen sie lesen.

Angesichts angestrengt gekrauster Stirnen in vorweihnachtlich überfüllten Buchhandlungen muss ich auch sagen, dass ich es gar nicht schlimm finde ein bereits gelesenes Buch geschenkt zu bekommen oder selber weiterzugeben. Es ist eine sehr persönliche Geste. Und wenn man weiß, dass man ein Buch nicht noch ein zweites Mal liest, sondern es still im Regal verwahrt, ist es auch ein Geste des Respekts vor dem Werk, wenn es weiter gelesen wird.  Viele Leute sehen ein gebrauchtes Buch vielleicht nicht als Geschenk von Wert an, oder aber sie horten die gelesenen und ungelesenen Bände einfach auch aus ästhetischen Gründen oder um die Bandbreite des eigenen Wissen und der intellektuellen Fähigkeiten zu demonstrieren. In dem Falle ist ein gebrauchtes Buch vielleicht vergebene Liebesmüh. Ich besitze Bücher, von denen mag ich mich auch nicht trennen, einfach weil ich immer wieder reinschaue, diese verleihe ich aber gerne. Und andere verschenke ich, weil sie mir bereits den Kopf mit Geschichten gefüllt haben und nun andere daran ihre Freude haben sollen. Zu diesen Büchern gehören die der amerikanischen Autorin Gillian Flynn. Neben der Freude dominiert hier aber eher Abgründiges…

Ich habe mit ihrem aktuellen Titel Gone Girl angefangen,  und habe direkt danach noch Finstere Orte  und Cry Baby gelesen. Das erste Buch fiel mir auf zufällig in die Hände und ich war so begeistert von der Sprache, so gnadenlos, bitterböse und durchaus auch zum Schmunzeln und die Geschichte so verdreht und spannungsgeladen mit Wendungen und Abgründen, dass ich es kaum aus der Hand legen wollte.
Wer „gute“ Literatur gleichsetzt mit gedrechselten Sätzen wird hier vielleicht nicht auf seine Kosten kommen. Und wer Krimis durchweg als zu billige Unterhaltung abtut, sollte sich hier eines besseren belehren lassen.

Ich habe mich immer wieder voller Staunen gefragt, was für ein Kopf wohl solche unglaublichen Geschichten konstruieren kann. Und ein Blick auf das sympathisch-attraktive Foto der Autorin führt dazu, dass ich gerne mal bei einem Abendessen neben ihr sitzen würde. Ich habe so eine innere Liste von Autoren, mit denen ich gerne mal in der Küche sitzen würde, bei einem langen Essen, etwas Rotwein und noch mehr Tee. Aber vielleicht projiziert man da auch zu viel rein und die sind gar nicht so interessant wie ihre Bücher … Ich glaube aber irgendwie schon.

Neben der so echt wirkenden, schnörkellosen Sprache ihrer Protagonisten sind es diese selbst, die mich in den Bann der Bücher gezogen haben. Wer eine heile Welt sucht, wird bei Gillian Flynn nur die Splitter und ausgeblichenen Anziehbilder ebendieser finden. Amerikas Mainstream Popkultur in seiner  perfidesten Form.

Es gibt Menschen, die sind böse. Die suchen nur den eigenen Vorteil, sind skrupellos, kennen keine Empathie und gehen unbeirrt ihren Weg, notfalls eben auch durch Blut und Gewalt und über Leichen. Ja, ja, kennen wir schon.
Nein, so nicht ganz…  Denn im Personenkarussell findet man hier eine beeindruckende Dichte an bösen Frauen. Brutalen Frauen. Kaputten Frauen. Allerdings auf eine Weise kaputt, die kein Mitgefühl erzeugt, sondern einen das Fürchten lehrt. Und durch ihre ungnädige Haltung, ihre Zerbrochenheit und die Unfähigkeit sich anzupassen an das vermeintlich normale Umfeld in amerikanischen Kleinstädten, entlarven die Charaktere die ein oder andere scheinheilige Moral. Und das in einer zufälligen Unabsichtlichkeit, die manchmal weh tut. Immer wieder legt man das Buch aus der Hand und muss den Kopf schütteln über den Lauf den die Geschichte nimmt. Man wird gefühlt zum Komplizen der vielen abgründigen Handlungen. Dank verschiedener Erzählstränge, wechselnder Perspektiven oder einfacher Rückblenden aus unterschiedlichen Perspektiven bekommt man immer neue Puzzleteile an die Hand und entwickelt einen nagenden kleinen Wissensvorsprung gegenüber der Protagonistin, nur um dann wieder auf eine völlig unvermittelte Wendung zu stoßen.

Ein düsteres Vergnügen, das die Nächte kurz machen kann. Ich habe gelesen bis mir vor Müdigkeit sprichwörtlich das Buch aus der Hand fiel.

Da hilft morgens dann nur ein starker Bulletproof… Im Winter gerne mit einer extra Portion Zimt oder zwei deren Kardamom-Kapseln im Kaffeepulver!!

Starke Frauen, körperliche Krisengebiete und ein einfacher Seelenschmaus: Steckrüben-Rindfleisch-Eintopf

Steckrübeneintopf mit RindfleischDa dachte man gerade, man wäre auf der Zielgeraden und trainierte sich Oberarme wie Michelle Obama an, aber bitte nicht zu sehnig, und freut sich, dass angeblich fit und gesund die neue Kleidergröße „unterentwickelter Teenager“ ist, da lassen die Medien den Blick wieder weiter nach unten wandern am weiblichen Körper. Und angsterfüllt, können wir nicht wegschauen, sondern lassen ebenfalls die Augen wandern. Nur um dann schamhaft die Oberschenkel übereinander zu schlagen, denn da ist sie verortet, die neueste Problemstelle: Die Thigh Gab, oder leichter auszusprechen aber weniger exotisch: Die Oberschenkel-Lücke.
Wenn Frau sich also gerade hinstellt und die Füße zusammenstellt, dann sollte eine Lücke bleiben zwischen den Oberschenkeln. Sollte. Vielleicht sollte man Frau dazu aber auch den ehrlichen Tipp geben, dass dieses Ideal schwer zu erfüllen ist und bei den meisten Frauen nur dann entsteht, wenn sie so geboren sind oder sich deutlich zu sehr runter gehungert haben. Dass viele Modells Lücken aufweisen, mag auch daran liegen, dass diese gerade im großen, exklusiven Modezirkus noch in pubertären Körpern stecken. Mal abgesehen davon, dass der Körpertyp Frau, der auf all den Bildern und in der Werbung die Blicke auf sich zieht, nur etwa einem Anteil von 5 % der Frauen entspricht.  Diese Frauen sind einfach so geboren, mit einem großen, schlanken bis sehr dünnen Körper. Aber irgendwie will es uns wohl nicht in die Köpfe, dass wir mit bestimmten festgelegten  körperlichen Parametern geboren sind, die nicht zu ändern sind. Und egal wie wir durch die Welt laufen, ist jeder Körper dann am schönsten, wenn er gesund ist, innen und außen. Das mit der inneren Schönheit, ne? Ja. Das ist etwas verdreht worden im Laufe der Jahre, es ist wohl eher die innere Balance, die mit dieser inneren Schönheit gemeint ist. Und es wird einiges dafür getan, uns immer wieder aus dieser zerbrechlichen Balance zu bringen. Denn Schönheitsideale wechseln,  ganz subversiv schleichen sich für eine bestimmte Zeit immer bestimmte (Stereo-)Typen in die Bilder ein, die uns vorgesetzt werden.  Das alles auch immer mit einer großen Portion „Man muss nur wollen“. Sind wir in einen anderen Körper geboren, als in den, den uns die Medien als temporär idealtypisch servieren, sind wir also selber schuld, wenn wir nicht alles dafür tun uns genau dahin zu verbiegen. Es ist aber einfach nicht möglich. Da helfen uns keine x Diäten, Fitness-Programme und teuren Mittelchen und Eingriffe.  Also leben wir in einem andauernden Krisengebiet, und das geht uns im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut.

Und wann immer sich nun die Oberschenkel berühren, wird man darauf aufmerksam gemacht, dass etwas noch anders, noch besser sein könnte. Dabei ist dieses Stöckchenbein-Ideal kein neues.

Aber mit dem immer wiederkehrenden Hype um ständig wechselnde Mediengrößen tritt immer wieder auch ein neuer Hype in Sachen Schönheit ins Rampenlicht. Eben wie die Oberarme von Michelle Obama, der Po einer Jennifer Lopez oder eben die Lücke zwischen den Oberschenkeln eines britischen Models, das gerade die erste Pubertätsphase hinter sich gelassen hat. Und dann schwappt es in die Magazine und auf die Blogs und es dringt zu einem vor, ob man es will oder nicht. Und dann ist diese blöde Lücke irgendwo im Bewusstsein und es scheint, sie bringt auch eine temporäre Lücke des gesunden Verstandes mit sich, denn ohne es zu wollen, wandert der Blick im Spiegel zu den Oberschenkeln und prüft, wo man da wohl steht… Das Problem ist, dass dieser Trend etwas harmlos daher kommt, denn er ist eine Ausgeburt der Werbeästhetik, die uns umgibt. Frauen in Dessous oder Bikinis oder in engen Hosen, sie alle zeigen sich mit Lücke und entsprechen unserer synchronisierten Vorstellung von schön, und makellos. Und obwohl wir wissen, was Photoshop alles kann, halten wir kurz inne und rümpfen die Nase und sagen uns wie fies es ist, dass die nicht eine einzige Delle am Schenkel haben, da können die Medien noch so viele Bilder von ungeschminkten Stars zeigen, die sind schnell vergessen, haften bleibt die Makellosigkeit. Ach ja, es gab ja auch andere Versuche. Erinnert sich noch jemand an die Zeit, in der das Brigitte Magazin ohne Modells gearbeitet hat?
Es hat nicht funktioniert. Zum einem stand (zu Recht) der Vorwurf im Raum, dass die Frauen, die für die Fotostrecken ausgesucht wurden eben doch eher Modell-Idealen entsprachen, zum anderen hielt der Abwärts-Trend der Auflage weiter an, es hat wohl nicht interessiert.

Ich habe damals ein paar Mal interessiert geblättert und ich fand es eher furchtbar, was einem da an gut gelauntem, attraktiv-erfolgreichen „Normal“-Standard serviert wurde.  Eine perfide Gehirnwäsche, sind das doch Frauen wie wir. Hmm, ja klar.  Ein bisschen in dieselbe Kerbe haut dann auch der Versuch diverser Magazine den persönlichen Kleidungsstil erfolgreicher Modeblogger in das eigene Format einzubauen. So authentisch und echt und so. Ja. Gekauft und Werbung und die Übergrößen tauchen nur im Zusammenhang mit einem neuen Hype um Übergrößenmodells auf oder werden sprachlich so feinsinnig demontiert, dass es zum Heulen ist. Sieht sie nicht schön aus in dem hautengen Kleid, das fast zwei Kleidergrößen wegschummelt und so frisch dank fülliger Apfelbäckchen?  Noch nicht schlimm genug, wenn man bedenkt, dass dieser Mist zu einem großen Teil von weiblichen Redakteurinnen geschrieben wird. Die brav konform laufen mit den Vorgaben des Mediums und der Industrie. Sprache ist ein starkes Werkzeug, ein Knopf, der noch mehr verfängt als Bilder. Denn wo Bilder wechseln, schleichen sich Begrifflichkeiten in unseren Sprachgebrauch ein und bleiben haften. Und die Bewertung, die dahinter steht, die haben nicht wir gemacht. Die haben wir übernommen. Ein eklatantes Beispiel dafür ist der Missbrauch des  Attributs stark. Starke Frauen, das sind entweder nervige Feministinnen oder Frauen mit Übergröße, will man uns weismachen. Stark ist kein schönes weibliches Attribut. Nein, nein. Wir sind tatsächlich immer noch tief verhaftet in weiblichen Idealvorstellungen, die uns als schutzbedürftige, zarte Wesen generieren. Schönheit heißt hier gefällig sein, einer Norm entsprechen und nicht aus der Reihe tanzen. Nur ab und zu mal, medienwirksam, für die Diversity. Und wer setzt uns diesen Bildern des Idealtyps Frau immer wieder aus? Wir bedienen diese Bilder, indem wir nicht lauter aufbegehren. Wir finden uns da vielleicht nicht immer drin wieder, wenn uns jemand fragen würde. Dafür sind wir zu aufgeklärt und abgeklärt und doch zupft das unsichere kleine Mädchen in unserem Inneren an unserem Ärmel und fragt sich besorgt, ob es wohl reinpasst, so wie es ist. Wir werden also in einem Zustand der andauernden kritischen Auseinandersetzung mit uns selbst gehalten. Und der Weg daraus ist schwer. Er scheint fast schwerer als weiter mitzumachen. Aber jeder Schritt auf dem Weg und jeder kritische Blick auf das, was uns da serviert wird, macht einen ein wenig mutiger und einsichtiger und stärker.

Und ich  möchte gerne stark sein.
In der Zwischenzeit gibt es Suppe fürs Seelchen:

Steckrüben-Rindfleisch-Eintopf
1 Liter gute Brühe aus Rinderknochen (ich kann nur empfehlen sich davon immer einen kleinen Vorrat einzufrieren oder einzukochen. Da die selbstgekochte Brühe so perfekt gehaltvoll ist, ist sie die perfekte Grundlage  für deftige Wintersuppen)
700 Gramm Suppenfleisch
1 Steckrübe (600 Gramm)
3-4 Lorbeerblätter
6-8 Wachholderbeeren
1-2 Teelöffel Kumin, nicht gemahlen
3-4 Nelken
1-2 Teelöffel Koriander, nicht gemahlen
Schwarzer Pfeffer
Salz
Wasser

  • Das Suppenfleisch am Stück in der Brühe mit den Gewürzen aufkochen und bei mittlerer Hitze weiterkochen bis es mürbe ist und sich leicht zerteilen lässt.
  • Das Suppenfleisch aus der Brühe nehmen und die Steckrübe schälen in löffelgroße Stücke schneiden und in die Brühe geben.
  • Das Fleisch klein schneiden und von eventuellen Sehnen befreien. Wenn das Fleisch sehr fettig ist, wird die Brühe schön gehaltvoll, dann kann man das Wabbel-Fett am Fleisch auch entfernen. Nicht jeder mag das.
  • Das Fleisch zu den Steckrüben in die Brühe geben, nun kann noch etwas Wasser nachgegossen werden, damit alles bedeckt ist. Ca. 45 Minuten weiter köcheln lassen, bis die Steckrüben gar sind. Nun noch einmal abschmecken und gegebenenfalls nachwürzen.

Guten Appetit!

Advents-Countdown auf allen Kanälen, Geschenkerausch und ein Süßkartoffel-Lebkuchen-Brownie

Paleo Brownie zu WeihnachtenWenn man den einschlägigen Magazinen derzeit glauben darf, sind Frauen recht einfach gestrickte Wesen. Ein bisschen Parfum, Unterwäsche oder etwas Glitzerschmuck unter den Baum gelegt und wir fangen an zu quietschen und dankbar mit den Wimpern zu klappern. Gerne nehmen wir auch etwas für die Porzellan-Sammlung oder einen schönen Bildband für die Inszenierung im Wohnraum. Praktisches bitte eher nicht, das hat so einen 50er-Jahre Hausfrau-Anstrich. Es sei denn es ist eine Kaffeemaschine, die mit gängig attraktiven Hollywood-Größen beworben wird und Unmengen an Aluminiummüll produziert… Aber diese ganzen schönen Frauchen-Dinge, die weibliche Attribute beschwören, die legt uns die Industrie gerne unter den Baum. Ernüchterung könnte eintreten, wenn die neue Kette nicht ebensolch einen Schwanenhals zaubert wie auf dem Hochglanz-Werbematerial, oder die Unterwäsche dann eben doch anders sitzt – Hey, Gummibänder schneiden gerne mal ein, egal wie viel oder wenig Speck sich darunter verbirgt. Und teure Image-Duftwässerchen verwandeln uns nicht in zarte Elfen, die durch die Gegend schweben und höchstens durch zarten Dufthauch auf sich aufmerksam machen. Kaschmirpullis vermitteln zwar haptische Freuden, aber lösen nicht unsere Sorgen und Ängste, genauso wenig wie die x-te Tasche, die ich unbedingt brauche, weil sie so gut zum neuen bunten Wintermantel passt, damit ich dann irgendwann in eine perfekt abgestimmte Uniform schlüpfen kann, die genau zeigt, wer ich bin.

Aaaah… Ne, die Weihnachtszeit liegt mir da dann nicht mehr, wo sie sich in eine Sehnsucht-Wunsch-Kauf-Lawine verwandelt. Man schaue sich nur um: Die Blog-Welt ist voll von Einkaufstipps für Vater, Mutter, Mann, Frau, Großeltern, Freunde, Katzen, Hunde und sich selber (damit wir auf Nummer sicher gehen und auch ganz bestimmt was unter dem Baum liegen haben). Seit Mitte November gibt es Geschenketipps im Wochentakt. Onlineshops machen es einem gleich ganz bequem: Entweder sucht man seine Geschenke direkt nach Preis gestaffelt oder verschlagwortet sie: Sprich, ordnet die Lieben, die bedacht werden sollen, schnell in greifbare Marketing-Kategorie-Kästchen ein und kriegt dann passende Vorschläge geliefert. Es ist einfach zu viel. Viel zu viel. Und da wir uns immer neue Kanäle erschließen, werden wir auf immer mehr Kanälen bombardiert. Magazine, Blogs, Instagram, Pinterest…. Mal ist es offensichtliche Werbung, mal sind es, diskreter verpackt, die persönlichen Lieblingsstücke all derer, die diese Kanäle bespielen, die einem um die Ohren gehauen werden. Sich zu entziehen wird schwer gemacht.
Geschenke auszupacken ist ein wunderschöner Moment, da stimme ich absolut zu, aber kann man da nicht wieder etwas Mäßigung reinbringen, statt die letzten Wochen des Jahres zwischen Adventsstress, Kopfrechnen, Einkaufslistenstress, zu vollen Läden, Schnappatmung unter kurzen Konsumkicks und dem unterdrückten Konsumkater zu leiden?
Ich möchte dieses Jahr nichts unter dem Baum. Im Ernst. Das ist nicht kokettiert und dann wird geschmollt, wenn niemand an mich denkt. Ne. Wer mich fragt, was ich mir wünsche, dem kann ich sagen: Vielen Dank für ein spannendes, schönes Jahr, bitte mach dir wunderschöne Feiertage, aber schenk mir nichts. Ich bin glücklich. Und so gerne ich auch selber Geschenke mache, würde ich auch hier gerne mal einen Gang runterschalten, die guten Wünsche und das an den anderen denken anders verpacken als in materieller Form unter dem Baum. Sind Briefe eine Lösung? Echte Briefe, per Post und von Herzen kommend, sind so selten geworden und eine so schöne Geste, finde ich. Ob man dieses Empfinden weitergeben kann? Die Beziehung in der man zu einem Menschen steht, sollte ja im besten Falle eh nicht an dem Wert oder der Ausgefallenheit des Geschenks gemessen werden (oft genug wird sie das aber leider).

Runterschrauben. Aus dem Weihnachtsfest vielleicht wirklich einen besinnlichen Tag machen und kein reines Pakete schlachten, zumindest für die Erwachsenen. Weg von den Bildern, wie es sein soll, alle zusammen unter dem Baum und bergeweise Glitzerpapier… so hätte es vor allem die Industrie gerne. Und der Druck landet beim Verbraucher. Und so werden jedes Jahr wieder, neben den Einkäufen, viele Rituale wiederholt, die so dazugehören und ein wenig Frustration setzt ein, wenn die Stimmung nicht aufkommen will. Wie soll sie das auch auf Knopfdruck, nach all den Wochen mit Weihnachtsfeiern und Einstimmungsstress? Wenn man mal genau hinhört, ist ein schönes Weihnachtsfest für viele dann auch nicht eines mit viel Getue und Tamtam, sondern eines, das entspannt und ohne Spannungen oder Weihnachtstretminen verläuft…. Das könnte doch von vorneherein ein Ansatz sein. Aber nichts ist schwieriger als mit alten Gewohnheiten zu brechen und das Weihnachtsfest ist in den meisten Fällen eine solch heilige Kuh, dass man sich kaum traut Änderungen vorzunehmen. Dabei kann doch auch hier, wie bei allem, immer mal wieder geschaut werden, ob es noch Sinn macht, so wie es ist oder ob man mit Neuerungen nicht auch etwas gewinnen kann, für alle Beteiligten.

Zwei Kerzen bleiben uns noch, bis wieder beschert wird. Zeit genug also, sich innerlich zu wappnen oder aber um mutig sein. Weihnachten kann so viel mehr sein als Coca-Cola-Weihnachts-Trucks. Geschenk-Pack-Stationen in Kaufhäusern und Abgespanntheit am heiligen Abend.

Auf jeden Fall kann Weihnachten einen Kuchen vertragen:

Süßkartoffel-Lebkuchen-Brownie
2 mittlere Süßkartoffeln
2 große Eier
60 Gramm Butter
2-3 Esslöffel Kokosmehl
3-4 Esslöffel Xucker (oder Süße nach Wahl)
1 Tasse Kakao
3 Teelöffel Lebkuchengewürz
1 Teelöffel Natron
1 Prise Salz

60 Gramm bittere Schokolade für den Überzug

  • Die Süßkartoffeln rund herum mit einer Gabel einstechen und bei 200 Grad im Ofen rösten, ca. 1 Stunde bis sei auf Druck nachgeben und die Schale Falten wirft, es soll sich ein feines Röstaroma entwickeln. Dann pellen, gründlich pürieren und etwas abkühlen lassen.
  • Die Eier verquirlen und mit dem Xucker und der Butter durch mixen bis sich eine schaumige Masse ergibt und diese  mit den Süßkartoffeln mixen.
  • Nun alle trockenen Zutaten vermengen, unter die Süßkartoffelmasse geben und gründlich mixen. Es soll ein kompakter klebriger Teig entstehen. Wir er zu trocken, hilft etwas Kokosmilch. Wird er zu flüssig, etwas Kokosmehl zugeben.
  • Den Teig in eine gebutterte Form geben und auf mittlerer Schiene ca. 40 Minuten bei 180 Grad backen.
  • Das Innere soll feucht sein aber außen soll es eine leichte Kruste mit Rissen geben
  • Den Kuchen abkühlen lassen. Die Schokolade im Wasserbad schmelzen und auf den Kuchen geben

Tipp: Außerhalb der Weihnachtszeit kann man das Lebkuchengewürz gut durch Vanille oder einen ordentlichen Schuss Espresso ersetzen und hat gleich einen anderen Geschmack.
Guten Appetit!

Wärme, Strickjacken, die letzten Nomaden und Petersilienwurzeln

Petersilienwurzel mit LammSo, nun ist es endgültig kalt. So kalt, dass die Katze meist nur kurz die Schnauze aus der Tür hält und sich dann doch für einen Tag im Warmen entscheidet. Ich kann es ihr nicht verübeln. Und während draußen die ersten weißen Flocken rieseln, sucht der Schweinehund nach kuscheligen Argumenten um den Spaziergang ausfallen zu lassen. Es ist ja auch so kalt…

Dann dreh doch die Heizung auf, Mmh, ja. Und dann explodiert der Gaszähler. Wir versuchen so viel es geht mit der Holzheizung zu heizen und haben uns nun auch für das Arbeitszimmer einen Ofen organisiert, damit einem bei einem langen Tag vor dem Rechner nicht die Hände abfallen. Sitzen lässt einen auskühlen. Ich finde es ist überhaupt nicht nötig im Winter alles so aufzuheizen, dass man in dünnem Hemd und barfuß durch die Wohnung laufen kann, das finde ich angesichts unserer beschränkten Ressourcen eher erschreckend realitätsfern. Aber man muss sich ja nun auch nicht aus Prinzip total verfrieren lassen und irgendwann hat man dann so viele Schichten an, dass man in Unbeweglichkeit verharrt. In Berlin habe ich über sieben Jahre in einer charmanten Wohnung mit Ofenheizung gewohnt. Schichten perfektionieren ist mir nicht fremd, aber ich genieße es auch morgens erst einmal die Heizung anzustellen, wenn der Ofen über Nacht ausgekühlt ist. Schon seit Längerem versuche ich jedoch beim Heizen meinen Verstand mit einzuschalten. Einen Raum konstant auf über 20 Grad zu halten, den ich nicht nutze? Stickige Heizungsluft über Nacht? Angefangen hat das Umdenken, wie bei den meisten auch, leider erst mit den steigenden Preisen für Strom und Gas, der Schock einer saftigen Nachzahlung, wenn der kalte Winter gerade vergessen ist… das möchte ich mir ersparen. Und ein weiterer Aspekt kommt hinzu: Auch für unsere kuschelig-warmen Winterwohnungen zahlt jemand anders einen Preis. Einen Preis, der letztlich höher ausfällt als eine Gasrechnung und uns alle betrifft. Wenn wir hier im Westen also die Heizungen aufdrehen und der Gaszähler zu rotieren beginnt, sollten wir nicht vergessen, dass zeitgleich etwa in der Tundra am Nordpolarmeer der Lebensraum eines der letzten Nomadenvölker zerstört wird.

Unaufhörlich wächst die Zahl der Gasbohrtürme, die der russische Konzern Gazprom in der Tundra aufstellen lässt um den Gasverbrauch Westeuropas zu bedienen. Und es stört ja erst einmal keinen, denn das Volk der Nenzen, die traditionell in diesem Bereich leben, ist zu weit weg, als dass sich irgendjemand aufregen würde. Macht irgendwie nicht so viel her, ein Rentier-Nomadenvolk vom Rande des Polarmeeres.

Wir schauen auf andere Orte, die laut Medien unsere Hilfe und Unterstützung brauchen und übersehen, was unser so selbstverständlicher Komfort für Auswirkungen hat. Nicht nur, dass der Lebensraum der Rentiere immer weiter eingeschränkt wird, die Ansiedlung der Gasindustrie in der Region hat noch viel verheerendere Folgen für ein Volk, das es bis ins 21. Jahrhundert hinein geschafft hat seine Traditionen zu bewahren und einem nomadischen Lebensstil zu folgen. Jetzt sind sie da, die Arbeitersiedlungen, das schnelle Geld und der moderne Lebensstandard. Natürlich, niemanden möchte man vorenthalten einen anderen Lebensweg einzuschlagen. Nur kommen wir einmal mehr mit den falschen Versprechungen einer materialistischen Welt daher, die Komfort und Modernität versprüht und eine Distanz schafft zu dem Lebensrhythmus, den sich diese Menschen so lange erhalten haben. Was dort gerade passiert, kann über das Ende einer weiteren Gesellschaftsform entscheiden. So dramatisch das klingen mag. Ist das Land in Konzernhand, ist irgendwann kein Platz mehr für die Rentiere und sind alle Kinder im staatlichen Ausbildungssystem untergebracht und schlagen konventionelle Berufswege ein, fehlt eine Generation, die Traditionen am Leben zu halten. Es braucht nicht viel um Traditionen sterben zu lassen und überliefertes Wissen ins Vergessen zu schicken – eine Generation, die sich nicht mehr für das interessiert, was so lange selbstverständlich war, und wer holt dieses Wissen dann zurück, wenn ein Bewusstsein dafür zurückkehrt? Wurde dieser Fehler nicht schon viel zu oft gemacht um ihn immer wieder zu wiederholen? Es scheint auch, dass ein nomadischer Lebensstil in seiner Unabhängigkeit schlecht passt zu einer Welt, in der alles immer weiter vernetzt wird und man von den Kontobewegungen über den Flugverkehr bis zu den Routen der Zugvögel einfach alles immer irgendwie im Blick haben kann. Aber wer hat das denn im Blick? Der einzelne, der so vor sich hinlebt und dabei vergisst, dass sich sein gesamtes Leben in wunderbaren Datenströmen wiedergeben lässt?  Es werden immer weniger Menschen, die ein Leben- und Gesellschaftsmodell abseits der sich ansonsten furchtbar schnell synchronisierenden Gesellschaft aufrecht erhalten können. Gibt es keine Möglichkeit diesen Menschen eine Wahl zu lassen, statt sie in Abhängigkeiten zu schicken, die sich als neue Freiheiten tarnen? Wo ist denn ein Land unter den vielen Ländern, in denen der Westen in den letzten Jahren sein kapitalistisch-demokratisches Heilsversprechen durchgedrückt hat, dem es wirklich und eindeutig besser geht? Komischerweise geschieht die Annäherung an den Westen nicht so schnell wie man meinen mag. Das sind Geburtsschmerzen, nicht wahr?  Die Medien bedienen ohne vor Scham rot zu werden Feindbilder und Klischees (das machthungrige Russland und der böse Muslim, der unsere Freiheit hasst sind zwei davon) und wir schlucken sie und nicken gutheißend mit dem Kopf, wenn wieder eine demokratische Bewegung medienwirksam inszeniert wird oder die Modernität Einzug hält und uns neue Ressourcen erschließt.  Wer profitiert? Das ist wohl letztlich überall die alles entscheidende Frage. In vielen Bereichen wir, mit unserem Lebensstil. Wir haben zu viel von dem, was wir nicht brauchen, und was wir noch nicht haben, das werden wir bald wollen. Und wir haben viel zu oft zu wenig von dem, was uns dringend gut täte: Empathie, Weitblick, den Mut hinzuschauen und zu sehen, was passiert und zumindest für sich persönlich daraus Konsequenzen zu ziehen und so zu handeln, dass wir unseren Spielraum nutzen. Es geht uns gar nicht so schlecht, da können wir uns ein bisschen Unbequem-sein eigentlich leisten. Und nicht nur zur Weihnachtszeit 10 Euro spenden für Brot für die Welt oder den Frieden am anderen Ende der Welt, sondern auch das restliche Jahr schauen, wo unser Lebensstandard sich überall wie auswirkt und wie wir langfristig etwas ändern können. Wir müssen das nur wollen.

Und das heißt nicht, dass wir nun alle frieren müssen. Davon hat keiner was, aber der schüchterne Griff um die Heizung aufzudrehen kann eine Entscheidung für eine Veränderung ein.

Manchmal wünschte ich, ich wäre meine Katze, die hat ein dickeres Fell.

Gutes Essen macht zum Glück auch warm.

Schnelles Petersilienwurzelgemüse mit Lammsteaks

Petersilienwurzel (ca. 350 Gramm)
1 große Zwiebel
2 Lammsteaks
Kokosöl
Salz
Pfeffer

  • Die Petersilienwurzel und die Zwiebel schälen und in einheitliche, kleinere Stücke schneiden.
  • Das Gemüse nun in großzügig Kokosöl andünsten und salzen und pfeffern. Auf mittlere Hitze weiterdünsten, die Petersilienwurzel darf gerne ein bisschen Röstraroma bekommen.
  • Die Lammsteaks pfeffern und von beiden Seiten kurz scharf in Kokosöl anbraten, damit sich die Poren schließen. Etwas 1-2 Minuten pro Seite. Dann jede Seite noch etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze weiter braten. Zum Ende hin salzen und das war es auch schon!

Guten Appetit!

Alle Jahre wieder: Adventsmassaker und Kürbis-Quiche zum Wohlfühlen

AdventsmassakerFrost glitzert auf den Dächern… Aber bevor ich mich jetzt in einer kitschigen Vorweihnachtssentimentalität verliere, es ist ja so die Zeit wo allerorten verkitschte Behaglichkeitsbilder beschworen werden, greife ich nach dem Taschentuch und mache mir die nächste Tasse Ingwertee.  So wunderbar knackig kalt die Sonne da draußen strahlt, merke ich, dass es auch die perfekte Zeit für Erkältungen ist. Und obwohl ordentlich eingepackt, hat einen dann schnell so eine Abgeschlagenheit im Griff.

Es  mag auch daran liegen, dass ich in den letzten zehn Tagen einige Tausend Kilometer im Auto verbracht habe und irgendwie aus dem Tritt geraten bin, zwischen netten Begegnungen und zu viel Unterwegssein. Also wird das Pensum etwas zurück geschraubt, was mir eher nicht so leicht fällt, ich will zu viel machen. Die Nähmaschine rattern hören, neue Rezepte testen, aufräumen, umräumen, ausmisten und daneben Energie in die Arbeit stecken. Zum Ende des Jahres setzt bei mir das Bedürfnis ein, einen runden Abschluss zu schaffen. Also Dinge zu erledigen, die ich vielleicht vor mir her geschoben habe. Das Bedürfnis nach innen zu horchen, was einen gestört hat, an sich selbst und im Umfeld, wo man anders handeln möchte. Eine grüblerische Tendenz zur Selbstreflexion begleitet mich ja unabhängig von Jahreszeiten, aber wenn andernorts die Adventsstimmungsmaschinerie in Gang gesetzt wird, beschleicht mich neben der dezenten Sehnsucht nach Tannengeruch eine etwas ausgeprägtere gewisse Melancholie.  So ein wenig in Gedanken zu schweben, finde ich durchaus angenehm. Das passt zu kurzen Tagen und schönen Wintersonnenuntergängen und langen Morgendämmerungen. Das ist ein bisschen so wie der Geruch nach Holzfeuer, der den Winter über durch das Haus zieht – eine grüblerische Note zur Tagesform.

Bilanz ziehen – dieses Jahr möchte ich das mal so richtig machen und habe mich entschlossen alles einmal festzuhalten. Für mich, aber auch gemeinsam mit dem besonderen Menschen: Wo war man überall, was hat man erlebt, was hat mich besonders gefreut oder belastet, was war schön und was war traurig, welche Ideen sind Realität geworden, welche wabern weiter durch den Kopf, haben sich total verändert oder sind verschwunden.  Eine Art Großputz in der Gedankenkammer. Und diesmal habe ich das Gefühl, herrscht gar nicht so ein Chaos wie in manch anderem Jahr. Anscheinend klappt es immer besser, das innerliche Sortieren zwischendurch, dann kann sich gar nicht so viel ansammeln und man muss nicht in so vielen verschiedenen Erinnerungskisten wühlen und übersieht dabei die Hälfte.

Und natürlich darf es auch wenig adventlich sein. Wobei ich ja kein Freund aufwendiger Dekorationsinszenierungen bin, sondern mag, was sich schnell so ergibt. Das war schon immer so. Zuviel und zu betont, verursacht mir die Adventsdekoration ein leichtes Unbehagen. Denn wie lässt sich dieser unglaubliche Vorfreude-Spannungsbogen dann aufrechterhalten?
Jeder Supermarktbesuch in den nächsten drei Wochen wird zur aggressiven Stimmungsmache mit Hilfe gängiger Weihnachtsmusik-Konserven. Die  Weihnachtskekse liegen schon seit Wochen auf den Sonderverkaufsflächen aus, jetzt wird aber noch einmal nachgerüstet und überall blinkt es und stinkt und leuchtet und will besinnlich sein?! Auch innerstädtische Weihnachtsmärkte haben sich größtenteils in Glühwein-Saufmeilen mit Ramschangebot verwandelt. Ein bisschen billiger Glanz – zu viel, zu hell, zu grell.  Das, so wird es den Leuten verkauft, ist Weihnachten. Für den dezenteren Geschmack gibt es durchaus immer wieder kleine Weihnachtsmarktperlen, hier findet sich dann schönes Kunsthandwerk und Biokinderpunsch. Doch sind und bleiben sie alle Märkte und laden uns wieder zum Konsum ein.

Und wen da manchmal ein schlechtes Gewissen befällt, weil man vielleicht nicht so überlegt gekauft hat, wie man es sich vorgenommen hat, der hat vielleicht den 30. November  genutzt und sich am Kauf-Nix-Tag beteiligt. Bei uns ist dieser Tag noch nicht so verbreitet, entstammt er doch eher der Tradition eines amerikanischen Konsumkalenders. Und auch wenn er sich durchsetzt, hat das Datum eigentlich einen leichten Nebengeschmack – einen Tag bevor dann der Advents-Countdownmit all seinen Besorgungen startet, einen Tag lang den Konsum verweigern…  Das empfinde ich als Gewissenberuhigung, dann ich ja wieder, habe  ja gestern nicht… Das ist wie Konsum mit gutem Gewissen, weil etwas nachhaltig, grün, öko, regional, fair oder was auch immer ist. Verkannt wird, dass das Konsumverhalten an sich die Wurzel ist.
Es ist schade, wie wir so zunehmend durch (in der Regel PR-)  gesteuerte Initiativen auf Dinge aufmerksam gemacht werden, die dem menschlichen Verstand auch so auffallen sollten. Aber so ist es ja einfach: Heute ist Dingsbums-Tag, alle sind wir heute ganz betroffen, die Zeitungen schreiben ihre so tiefsinnigen Sonderartikel und dann machen wir weiter wie bisher. Kinder, Frauen, Flüchtlinge, AIDS, Brustkrebs, Essstörungen, gestörte Selbstbilder, der Wald, Robben… – unsere gesellschaftlichen Themen und Probleme werden immer wieder zum Zugpferd für umtriebige Marketingabteilungen, die dann einem Unternehmen den Anstrich gesellschaftlicher Verantwortung verpassen und Zuständigkeiten umverteilen und neu besetzen. Weiter gedacht ist dies eine Entwicklung, die mir persönlich Sorge macht und ich empfinde es als Entmündigung, wenn wir in unserer Bequemlichkeit zulassen, dass uns die Verantwortung immer noch ein Stückchen mehr aus den Händen genommen wird und von Strukturen vereinnahmt wird, die wir nicht überschauen können.

Und die  so viel beschworene Adventszeit mit ihren blinkenden Verlockungen ist längst eine der Lieblingszeiten der Wirtschaft. Und wehe die Kaufprognosen fallen nicht positiv genug aus, dann wird ein finsteres Szenario ausgemalt, stattdessen sollte man sagen: Gut so, lasst es sein. So viele von uns haben immer weniger und das wollen wir nicht noch der Industrie in den Rachen schmeißen.
So wirklich frei fühle ich mich manchmal nicht in meinem Handlungsspielraum, zu viel prasselt auf einen ein an Anregungen, Einflüssen und Aufforderungen. Und von vielen Seiten hört man kurz vor Weihnachten eher ein Aufstöhnen und die Hoffnungsäußerung, dass es ja bald überstanden ist und man die Kekse nicht mehr sehen kann und einen die Lieder aggressiv machen und man hätte so was tolles Gebasteltes gesehen, aber man weiß nicht, wann man das noch schaffen soll… Und eigentlich sollte man noch drei Sorten Kekse backen… und… Und so verzieht sich die Vorfreude geknickt in eine stille Ecke und hofft auf ihren Moment und stattdessen  wanzt sich hartnäckiger Stress heran, der nach Glühwein und sozialen Verpflichtungen und festlicher Stimmung duftet… Und mit ganz viel Glück entlädt sich der Stress der Adventszeit dann unter dem hübschen Baum, der noch in letzter Minute schön gemacht werden wollte, dann wird das Essen nicht gelobt, die Deko kriegt keinen Auftritt und die Geschenke sind zu einfallslos oder eh selbst ausgesucht oder zu schnell ausgepackt… Dann hilft mehr Glühwein für den Moment und ein schwerer Kopf schleppt sich durch die Feiertage und die Besinnlichkeit, die auf ihren großen Auftritt zum Jahresende wartet, hat schon keine Lust mehr, sondern hofft auf weitere Ablenkung zu Sylvester. Nächstes Jahr, so der gute Vorsatz, wird dann wirklich alles anders gemacht.

Zu schwarze Gedanken in dieser hell glitzernden Zeit? Vielleicht, aber nicht nur. Wer gibt schon gerne zu, dass das Weihnachtsfest emotional ein Minenfeld sein kann und die Feiertage mitunter nicht nur schön, sondern auch herausgeputzt mit alten Spannungen sind?

Vielleicht deshalb, weil es eben nicht nur mildes Kerzenlicht und Bratapfelduft zum Fest der Feste gibt, macht sich das Bedürfnis breit aufzuräumen.
Und dabei kommt dann auch die Kiste mit den schönen Weihnachtserinnerungen ans Licht und in der raschelt es vielversprechend und  ich freue mich aufs Auspacken.

Und weil es nicht nur Kekse geben kann, etwas anderes, Herzhaftes aus dem Ofen.

Kürbis-Chorizo-Quiche

Für den Teig
200 Gramm Mandelmehl (wahlweise kann man 50 Gramm auch durch Walnussmehl ersetzen für eine andere Note)
1 großes Ei
50 weiche Gramm Butter
Salz
Pfeffer
Cayenne Pfeffer

Für den Belag
ca. 400 Gramm Hokkaido Kürbis in Spalten
2 mittlere Zwiebeln
150 Gramm Chorizo in Scheiben (ersatzweise eine andere scharfe Salami oder Speck)
2 Eier
Curry
Cayenne Pfeffer
Zimt
Salz
Pfeffer
Kokosöl

  • Den Ofen auf 180 Grad vorheizen
  • Das Mandelmehl mit der weichen Butter, dem Ei, einer Prise Salz, Cayenne Peffer und Pfeffer zu einem kompakten, klebrigen Teig kneten.
  • Eine Quicheform mit Butter einfetten, den Teig gleichmäßig dünn in der Form verteilen und am Rand leicht hochziehen, gleichmäßig mit der Gabel einstechen und für 15 Minuten bei mittlerer Schiene vorbacken.
  • Die Zwiebeln grob würfeln und mit den Kürbisspalten in etwas Kokosöl oder Butter anbraten, bis die Zwiebeln glasig sind und der Kürbis etwas weicher. Vom Herd nehmen und großzügig salzen, pfeffern und mit Curry würzen
  • Nun den Kürbis, die Zwiebeln und die Chorizo auf dem Quiche-Boden verteilen.
  • Die Eier verquirlen, salzen, pfeffern und mit einer Prise Zimt sowie Cayenne-Pfeffer würzen.
  • Die Eimasse gleichmäßig über den Kürbis auf die Quiche gießen.
  • Die Quiche für ca. 30 Minuten in den Ofen, bis das Ei gestockt, der Rand aber nicht zu dunkel ist.

Dazu passt sehr gut ein schlichter Feldsalat mit Apfel und Walnüssen.

Guten Appetit!