Loslegen und zarte Zitronen-Forellen

Paleo ins neue JahrSchon gemerkt? Fühlt sich gar nicht neu und anders an. Momentan nur sehr entspannt. Das Tempo ist noch zurückgeschraubt, trotz sich drängelnder Termine. Der Kopf steckt noch voller Schneeverwehungen und frischer Luft, aber der Alltag steht schon in der Tür und  wird die Schüchternheit wohl allzu schnell abgelegt haben.

Statt Kommunikationskonzepte zu durchdenken, möchte der Kopf gerade lieber noch um gutes Essen und jene Bücher kreisen, die wunderbarerweise die Urlaubstage unberührt überstanden haben – dann bleibt wohl noch was für die kommenden dunklen Abende, die zwischen jetzt und dem Hell stehen. So viele gute Bücher, da steht mir das Schlafbedürfnis manchmal im Weg. Aber alles zu seiner Zeit.

Auch wenn das manchmal nicht leicht fällt, wenn man Zeuge eines Gespräches wird, in dem sich voller Stolz der volle Tagesplan mit den zig Freizeitvorlieben und Betätigungen um die Ohren gehauen wir.
Sollte ich doch vielleicht, nur eine Stunde noch, so einen total durchgeplanten Tag mit Arbeit, Schreiben, Lesen, Nähen, Sport und und und… Da möchte ich manchmal gerne fragen, was an Raum bleibt. Raum um sich einzulassen, zuzuhören und etwas reinzugeben. Raum auch für Leerlauf, den besten Motor für Kreativität, wenn man den Leerlauf positiv besetzt und nicht als Makel sieht.  Oftmals habe ich mich gelähmt gefühlt, wenn mir jemand erzählt hat, was alles möglich ist und ich dann feststellen musste, dass ich vor allem damit beschäftigt war, mich selber unter einen Hut zu kriegen. Mittlerweile habe ich all diese Teile vom Ich ganz gut zusammengefügt und es bleibt der Raum für vieles anderes, aber plötzlich ist es mir nicht mehr so wichtig, so viel zu machen. Was vielleicht daran liegt, dass es mir bei den Dingen, die ich tue, tatsächlich um mich geht. Niemand muss mögen, was ich koche, niemand ist gezwungen zu lesen, was ich schreibe, meine Hobbys spielen sich im Privaten ab. Mach ich ja auch so bei anderen. Wäre ja sonst auch kaum auszuhalten. Ich glaube, wir sind es uns selbst schuldig genau zu schauen, welchen der ständig strömenden Sinneseindrücke wir uns aussetzen und uns entsprechend auch zu entziehen. Nicht durch Verdrängung oder Augenverschließen, aber durch gelegentliches geflissentliches Ignorieren. Tut gut. Und tut niemandem weh. Und wenn es jemandem weh tut, dann ist das, nur zu oft, das Problem der anderen.

Tatsächlich, der Jahreswechsel war keine Zäsur, auch wenn das einem gerne so eingeredet wird, als ob man in der Neujahrsnacht alles auf null zurückdrehen und plötzlich anders machen könnte. Das geht tatsächlich jeden Tag, das Ändern. Und so unbequem es manchmal sein mag, ziehe ich es vor das zu leben, was ich sage. Ich sehe mich nicht als moralische Instanz, die beurteilen darf und kann, wie andere sich aufführen sollten, das wäre furchtbar und unglaublich anstrengend in einer Gesellschaft wie der unseren, aber mit offenen Augen und einem Hang zur gesunden Reflexion wird doch deutlich, wie vieles im Zwischenmenschlichen im Argen liegt und wie oft der Schlüssel dort liegt, im Umgang mit unseren tatsächlichen Nächsten und nicht auf einer wohlklingenden Metaebene, die uns reden, aber nicht entsprechend handeln lässt. Und so wurde so manches persönliche neue Jahr sicherlich mit hehren Vorsätzen und Zielen überfrachtet und der Weg hin zum Sich-unter-Druck-setzen und eventuellen Enttäuschungen ist vorgezeichnet.

Aber im Grunde wäre jeder frei, diese Entscheidungen jederzeit zu treffen und auch umzusetzen. Der freiwillige Neujahres-Selbstbetrug (ja, jetzt wird alles anders, besser, langsamer, aktiver, bewusster, leichter, netter, kreativer, blablabla…) zeigt schon sein wahres Gesicht. Die sozialen Netzwerke zeigen wie viel Menschen jetzt schon Scherze über gute Vorsätze machen und sich wappnen, nach innen und außen, wenn es dann nicht so klappen sollte, wie man sich das selbst im Stillen versprochen hat. Es geht nicht darum zu verstummen und alles für sich zu behalten, aber manchmal denke ich, wir sind heimlich still und leise in die Überzeugung gedrängt worden, dass es unserer Motivation unheimlich förderlich ist, wenn wir alle guten Absichten nur möglichst laut äußern, ebenso wie alles was wir tun gut sichtbar vor uns herzutragen. Und letztlich setzen wir uns (und auch andere) nur selbst unter Druck und strampeln und versuchen dem laut hinausgeschrienem Bild zu entsprechen und trauen uns nicht die Tür zu knallen und zu sagen, dass das Mist ist. Dass es verdammt nochmal nicht so einfach ist, wie es aussehen mag. Dass Nähen nicht nur ein Spaß sondern auch ein Nähte auftrennen und Kleinklein sein kann, dass ein vergeigtes Rezept einfach scheiße schmecken kann, dass das nach außen strahlende sichere Selbstbild so flüchtig wie ein Spiegelbild im Wasser sein kann, dass man nicht immer alles machen kann, weil man seinen Schlaf braucht, dass man nicht alle Menschen mag, sondern manche ziemlich fies und schädlich findet und und und…

Sich aufregen wäre so einfach, Themen gibt es genug. Aber dann motzt man ja. Oder rechtfertigt sich, oder ist so negativ. Und negativ sind wir ja nicht. Wir suchen ja die Balance in allem… und scheitern immer wieder an den Hürden, die wir selber gesetzt haben.

Also nicht zurück auf Los, sondern weiter gehen und nach interessanten Abzweigen schauen, auch mal mittendrin umkehren, vor allem aber die Augen offenhalten. Und den Geist.

Und nicht vergessen gut zu essen. Für die Energie.

Zitronenforellen mit Thymian
Paleo_ForelleWer die Möglichkeit hat an frische Forellen heranzukommen, sollte sich das nicht entgehen lassen. Denn eine frische Forelle hat einen so zarten Geschmack, dass es gar nicht viel braucht um sie in ein feines schnelles Essen zu verwandeln.

Für die Planung: die Anzahl der Forellen hängt ab von der Größe der Fische. Ich rechne mit 2 bei einer mittelkleinen Größe. Denn viel bleibt nicht an Fleisch.

6 Forellen (am besten beim Händler ausnehmen lassen)
2 Zitronen, schälen und in Stücke schneiden
getrockneter Thymian
Salz
Pfeffer
Butter

  • Die Forellen gründlich spülen und trocken tupfen. Nun mit einigen Zitronenstücken, je einem knappen halben Teelöffel getrocknetem Thymian und etwas Salz und Pfeffer füllen.
  • Großzügig Butter in der Pfanne erhitzen und die Forelle darin 5-10 Minuten (nach Größe des Fisches) von jeder Seite braten. Dabei aufpassen, dass man den Fisch rechtzeitig wendet, damit nicht das zarte Fleisch von den Gräten fällt.

Dazu reicht ein grüner Salat mit Avocado, Tomate und einem knackigen Dressing mit Rotisseur-Senf und feingehackten Charlotten…

Guten Appetit!

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