Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm – Kästner für die Seele und eingelegte Eier für die Nostalgie

Eingelegte EierEs gibt wenige Lebenslagen, zu denen man nicht ein paar wohlgefasste Worte beim verehrten Herrn Kästner findet. Nichts Menschliches war ihm fremd und viele Themen ähneln sich damals wie heute. Auch die Sehnsüchte, wie es scheint. Heute wie damals ein Sehnsuchts- und ein Lieblingsort: Der Wald.

Grund genug,, das Vergnügen immer einmal wieder zu teilen.

Passend zum sonntäglichen Gang durch den Wald vor der Tür und der immer wieder wunderbaren Erkenntnis, dass es eben oft nicht mehr braucht um durchzuatmen und runterzufahren, als diese (scheinbar) stillen Riesen, deren hohe Stämme einen mitunter sanft in ein Gefühl der Andacht stupsen, wie es nur die Natur vermag (und mitunter sakrale Bauten) und der Bereitschaft sich darauf einzulassen.

Die Wälder schweigen
Die Jahreszeiten wandern durch die Wälder.
Man sieht es nicht. Man liest es nur im Blatt.
Die Jahreszeiten strolchen durch die Felder.
Man zählt die Tage. Und man zählt die Gelder.
Man sehnt sich fort aus dem Geschrei der Stadt.

Das Dächermeer schlägt ziegelrote Wellen.
Die Luft ist dick und wie aus grauem Tuch.
Man träumt von Äckern und von Pferdeställen.
Man träumt von grünen Teichen und Forellen.
Und möchte in die Stille zu Besuch.

Man flieht aus den Büros und den Fabriken.
Wohin, ist gleich! Die Erde ist ja rund!
Dort, wo die Gräser wie Bekannte nicken
und wo Spinnen seidne Strümpfe stricken,
wird man gesund.

Die Seele wird vom Pflastertreten krumm.
Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden
und tauscht bei ihnen seine Seele um.
Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm.
Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.

(Erich Kästner)

 

Und wieder daheim möchte ich Faul sein genießen. Und habe deshalb eine Lieblingsspeise auf Vorrat eingelegt, die irgendwie aus der Mode gekommen ist…

Eingelegte Eier

Glückliche Eier (hier waren es 13)
0,5 l Apfelessig
0,5 l Wasser
4 Esslöffel Senfkörner
1 TL Chilis, gehakt
1 TL Nelken
6-7 Lorbeerblätter
1 TL Salz
1 gestrichener Esslöffel Xylith
Gläser mit Deckel

  • Eier hart kochen, abschrecken, pellen und auf die kochen heiß ausgespülten Gläser verteilen.
  • Wasser und Apfelessig mit den Gewürzen aufkochen und für den Geschmack des Suds knapp 10 Minuten köcheln lassen. (Der Flüssigkeitsanteil ist abhängig von der Gläsergröße, wichtig ist nur das Verhältnis 1:1)
  • Den Sud dann auf die Gläser verteilen, abkühlen lassen und ab in den Kühlschrank, sie halten sich einige Wochen, können sich durch den Essig aber verfärben. Bei uns sind sie meist eh nach 2-drei Wochen weg.

Guten Appetit!

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2 Gedanken zu “Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm – Kästner für die Seele und eingelegte Eier für die Nostalgie

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