Vom Reh: im tiefen Wald oder gebadet in Rotwein und Orange als Rehgulasch mit grünem Pfeffer

Paleo Festessen Rehgulasch mit OrangeDas Reh springt hoch, das Reh springt weit, warum auch nicht, es hat ja Zeit.
(Heinz Erhardt)

 

Und was soll ich mich grämen, dass das Reh mir so viel an freier Zeit voraus hat. Die Zeit, die ist, ist angefüllt mit Momenten, die zählen. Statt sich nach einem definierten Zeitraum der Ruhe zu sehnen, sollte ich für das nächste Jahr vielleicht einfach lernen, das, was passiert, bewusst zu genießen und zu erleben, statt immer zu sehen, was da alles auf einen zugerollt kommt. Aus der Entfernung sieht die mit Terminen angefüllte Zeit immer aus wie ein unbezwingbarer Berg und ehe man es sich versieht, ist auch dieser Zeitbrocken an einem vorbeigerast. Denn rasen tut sie auch die Zeit, die am Anfang eines Jahres so unbegrenzt scheint und am Ende einfach vorne und hinten nicht reichen will. Aber warum nicht etwas mitnehmen ins nächste Jahr. Nicht mit Vorsätzen, die unter Druck setzen sondern mit dem Versprechen an sich selbst, im Fluss zu bleiben und zu genießen, was passiert. Denn das mit den Plänen sollte man nicht zu eng festzurren, das Leben lässt sich nicht in Projekte und Listen packen, es passiert. Immer anders und in einem immer neuen Tempo. Und vielleicht sollte man einfach den kleinen Kitzel des Ungewissen genießen und das Beste aus dem machen, was einem begegnet, egal, wie klein es scheint, es könnte sich in etwas Wunderbares verwandeln.
Also, vielleicht ein bisschen durch die Zeit springen, wie das Reh und zwischendurch anhalten und mit ebenso großen Augen neugierig um sich zu blicken.

Manchmal und zunehmend mehr bemühen wir uns an Wild zu kommen. Beim Jäger unseres Vertrauens, der uns gleichzeitig auch als angehende Jungjäger unter die Fittiche genommen hat. Ganz nebenbei kann man auch noch die lieben Menschen um sich herum teilhaben lassen an dem, was einen umtreibt und begeistert.

Mit einem guten Essen.

Rehgulasch mit Orange und grünem Pfeffer
(10 Personen)
(Ich habe 48 Stunden vor dem Essen das Fleisch mariniert und das Gulasch dann am Vorabend des Essens gekocht, so dass es an den zwei Tagen viel Zeit zum Köcheln hatte)

3 kg Rehgulasch, frei von Sehnen
1 l Bordeaux
300 g Schalotten, in Streifen geschnitten
Saft und fein geriebene Schale von 2 unbehandelten Orangen
3 Möhren fein gewürfelt
300 ml Wildfond
1 Glas eingelegter grüner Pfeffer
ca. 15 Pimentkörner
ca. 8 Lorbeerblätter
ca. 10 Nelken (lieber etwas sparsam, sie sind doch recht intensiv, ich mag das aber manch ein lieber Esser nicht…)
Pfeffer
Salz
Butterschmalz

  • Das Gulasch abspülen und trockentupfen und in einen Topf geben.
  • Mit dem Wein und dem Saft und der Schale einer Orange aufgießen, bis es bedeckt ist.
  • Drei Lorbeerblätter zur Seite legen, den Rest der Gewürze im Mörser leicht andrücken und zum Fleisch in die Marinade geben.
  • Das Fleisch nun 24 Stunden an einem kühlen Ort durchziehen lassen, dabei gelegentlich umrühren.
  • Das Fleisch aus der Marinade nehmen, kurz abtropfen lassen und dann in großzügig Butterschmalz scharf anbraten, wenn die Gulaschstücke von allen Seiten etwas Farbe haben, die Schalotten dazu geben und andünsten bis sie glasig sind.
  • Die Möhrenwürfel dazu geben und die Marinade durch ein Sieb dazu gießen.
  • Den Saft und die Schale der zweiten Orange und den Wildfond dazu geben.
  • Die Pfefferkörner abtropfen lassen und mit drei Lorbeerblättern zum Gulasch geben. Salzen und pfeffern und kräftig aufkochen, dann auf kleiner Stunde so lange wie möglich weiterköcheln lassen. Ich habe es einmal 2-3 Stunden und am nächsten Tag noch einmal 4 Stunden köcheln lassen.
  • Die letzten zwei Stunden den Deckel abnehmen, um die Flüssigkeit noch einmal zu reduzieren.

Leckeres Extra: Eine Packung Cranberries waschen und mit einem kleingeschnittenen Apfel, etwas Wasser und Esslöffeln Xylith zu einem Kompott einkochen, das kalt wunderbar zum Gulasch passt! Zum Gulasch gab es Maronen-Püree, in diesem Fall mit Pastinaken (1kg Pastinaken und 750 g Maronen).

Zum Dessert kam ein Mousse au Chocolat auf den Tisch, das so schnell weg und so lecker war, dass es nicht aufs Foto wollte.

Guten Appetit und schöne Feiertag!

 

 

 

 

 

 

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