Auf ein Neues und so. Und ein Huhn, nicht im Schnee aber im Ofen: Poulet Fermier mit Zitronen-Thymian-Butter

Poulet fermier - Huhn aus dem Ofen in den VogesenEingelullt von Schneestille und total erschöpft von Wanderungen auf Langlaufskiern und Schneeschuhen habe ich Silvester selig schlafend im Bett verbracht und den ersten Tag des neuen Jahres umso früher und umso frischer begonnen. Belohnt durch einen pastellenen Wintersonnenaufgang über der Hochebene, der einen sprachlos und gerührt zurück lässt.

Und ist nun alles anders? Alles neu und auf Null gedreht? Wohl kaum. Es geht weiter, das eigene Leben, es ist noch dasselbe wie am Vortag. Aber egal, ob das alte oder das neue oder auch das nächste Jahr – wir können uns doch sicher sein, dass die Zeit, die uns zusteht, immer wieder anders sein wird, immer neu. Auch wenn wir um Sicherheit bemüht vielleicht versuchen, sie in einen gut gemeinten Würgegriff der sich wiederholenden Rituale, Dynamiken und Wunschbilder festzurren zu wollen. Es wird sich immer wieder neu finden und je bewusster wir uns dessen sind und je weniger festgefahren in unseren Erwartungen und unseren Plänen, desto mehr Freude macht dieses immer Neue, das immer und ständig mal unverhofft um die Ecken lugt und uns freudig überrascht oder auch mal bös in den Rücken fällt. Eines ist sicher, weiter geht es immer und anders wird es auch immer sein. Also nicht zu viel wollen und sich lieber dem, was man tut, ernsthaft widmen. Abschließen, was einem am Herzen liegt, auch das Kleine genießen, Freude und Erfolge teilen und gönnen. Maß halten und verrückt denken, ehrlich sein und furchtbar mutig. Sich selbst und Andere überraschen und öfter mal den Mund halten und vielleicht lieber in den Arm nehmen oder eine Hand nehmen und reichen.
Jeden Tag. Einfach tun.
Und natürlich hat es durchaus seine Berechtigung und seinen Reiz, das hintersinnige und reflektierende Gedankenkarussell zum Jahresende. Ich wünsche eine aufregende Fahrt, mit einem frisch klingenden Fahrtwind in den Ohren und Neugier in den Augen!

Auch kulinarisch soll es ein wundervolles und gesundes neues Jahr werden! Ich habe den Besuch auf dem eisigkalten, windverwehten, schneebedeckten Wochenmarkt in Frankreich genutzt, um zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder ein Huhn zu kaufen. Poulet Fermier, das ist in Frankreich das klassische freilaufende Huhn – so natürlich dies klingt, so selten sind sie bei uns zu finden und wenn dann wird es richtig teuer. Anders auf Märkten, wo kleine regionale Erzeuger zu finden sind, da heißt es dann aber schnell sein, denn das Angebot ist wunderbar begrenzt. Wir hatten Glück und ein unglaubliches Abendessen (bei zwei Personen für zwei Abende) und einen fantastischen Duft in der Küche.

Poulet Fermier mit Zitronen-Thymian-Butter

1 freilaufendes Huhn (unseres hat etwas über zwei Kilo gewogen)
120 Gramm geschmolzene Butter
Thymian
Frische Petersilie
1 Zitrone
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
Salz
Pfeffer
Gemahlene scharfe Paprikaflocken
250 ml trockenen Riesling
5 mittlere Zwiebeln
5-6 knackige Karotten

  • Vier Esslöffel der geschmolzenen Butter mit Salz, Pfeffer und Paprikaflocken verrühren und beiseite stellen.
  • Vier Esslöffel gehackte Petersilie, zwei Esslöffel aromatischen Thymian, den Knoblauch und die kleingeschnittenen Filets einer Zitrone mit dem Rest der geschmolzenen Butter vermengen, bis sich eine buttrige Paste bildet, etwas Salz und Pfeffer dazu geben.
  • Die Zwiebeln vierteln und die Karotten der Länge nach halbieren und dann in Stücke schneiden (ca. 2 cm lang).
  • Das Huhn kalt abspülen und trocken tupfen. Dann an der Brust, an den Keulen und den Flügeln vorsichtig die Haut einschneiden, möglichst ohne das Fleisch zu verletzen, aber so, dass man die Gewürzbutter mit den Fingern unter die Haut schieben kann. Dann von außen gründlich massieren, so dass sich die Gewürzmischung schön gleichmäßig und großflächig unter der Haut verteilt.
  • Das Gemüse in eine etwas tiefere Form geben, salzen, pfeffern und mit 2/3 des Weißweins angießen.
  • Das Huhn mit der Brust nach oben auf das Gemüsebett geben, mit der Hälfte der gewürzten geschmolzenen Butter bestreichen und bei 190 Grad für gute 1,5 Stunden in den Ofen. Nach einer Stunde noch einmal den restlichen Weißwein angießen und die verbliebene Butter auf das Huhn träufeln.
  • Durch das Fett wird die Haut wunderbar knusprig, die Gewürze aromatisieren das Hühnerfleisch und das Gemüsebett profitiert von Fleischsaft und Hühnerfett.

Und dann guten Appetit und gerne die Finger zur Hilfe nehmen!

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3 Gedanken zu “Auf ein Neues und so. Und ein Huhn, nicht im Schnee aber im Ofen: Poulet Fermier mit Zitronen-Thymian-Butter

  1. Hallo Maie-Brit,
    vielen Dank für deine Einladung das neue Jahr nicht „wie gewöhnlich“ zu beginnen =)
    Das Rezept hört sich ganz wunderbar an!!! Allerdings werde ich es, in momentaner Ermangelung eines guten Fleischlieferanten, für’s Erste in die Rezeptsammlung übernehmen.
    Viele Grüße aus dem Rheintal in den Taunus von
    ManuEla.

    • Liebe Manuela,

      ganz herzlichen Dank für Deine Rückmeldung. Es war auf jeden Fall ein sehr wacher Beginn des Jahres und das war ziemlich angenehm 🙂
      Ja, es ist echt beinahe unmöglich gut aufgezogenes Geflügel zu bekommen. Aber ich habe beschlossen, mich noch einmal auf die Suche nach einer Quelle zu machen und langfristig muss man sonst vielleicht selber ran, wenn es die Umstände erlauben.
      Einen Gruß in schöne Rheintal!
      MaieBrit

  2. Pingback: Lektüre satt mit Yasmina Khadra und Teemomente im wankelmütigen Winter: Kokos-Chai | Teilstücke

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