Wohin schauen? Die temporäre Zuflucht Küche: Blumenkohl aus dem Ofen, irgendwie mediterran

Blumenkohl aus dem Ofen

Von der Zuflucht in der Küche in unruhigen Zeiten: Blumenkohl aus dem Ofen

Wohin schauen? Mit einem Kloss im Hals und mehr als sprachlos nach Paris? Von Mitgefühl bewegt auf die leidenden Menschen in Gaza oder Westafrika? Entgeistert in die Städte der USA, wo der Glauben an demokratische Werte von staatlicher Gewalt kaputt geprügelt wird? Verwirrt von zu vielen, zu lauten und zu unreflektierten Stimmen in Richtung Ukraine? Entgeistert und von Unbehagen erfüllt auf die Pegida-Bewegung und ihre zu vielen Schäfchen? Enttäuscht und entzaubert auf die erschreckend flache Landschaft der Mainstream-Medien?

Soll man den Kopf ausschalten und zur Ablenkung den Verlockungen des Konsums folgen? Super Sale überall, weil trotz weihnachtlicher Bescherung doch immer noch was fehlt zum Glück? Man könnte sich auch medienübegreifend auf allen Kanälen zu Tode amüsieren.

Nein, es ist nicht egal, das eigene kleine Leben mit seinen Fallstricken und Hürden, bietet es doch die befreienden Momente großen Glücks, mutiger Verrücktheit und innerer Wärme, die einen bestehen lassen im großen Rauschen. Kostbar und überlebensnotwendig sind sie, die Momente, in denen wir ganz bei uns sind, ausbalanciert, zufrieden, im großen kleinen Glück. Und je mehr sich alles bewegt, desto wichtiger finde ich, diese Momente aus mir heraus zu schaffen, allein und mit anderen. Aber sie nicht zu konsumieren, wie alles andere, sondern zu versuchen, immer etwas Aufmerksamkeit für sie zu bewahren.

Ich möchte zufrieden sein, mit mir und allem, was ich tue. Und ich glaube, damit habe ich mir eine ziemlich komplexe Aufgabe gestellt, die mich mein Leben lang ausfüllen wird. Denn so richtig fertig sind wir ja (zum Glück) nie, mit dem Lernen, Leiden und Freuen. Und es geht mir gar nicht darum in einer endgültigen Zufriedenheit anzukommen und dort in einem behaglich plüschig-warmen Nest zu erstarren. Es ist der Weg, der mich reizt. Mit all seinen Begebenheiten und Begegnungen. Ich mag Neues und ich mag irgendwie auch, nicht um die nächste Kurve schauen zu können – grundsätzlich sehe ich das Leben positiv. Es ist schön und es ist das, was ich habe. Und darum muss ich es in die Hand nehmen. Und auch die Menschen mag ich. Freundschaften und Austausch sind die schönste und größte Inspiration und Bereicherung. Eine Kostbarkeit. Aber bei allem, was leuchtet und gut tut, manchmal legt es sich einem so schwer auf die Schulter, das Treiben der Welt, dass es schwer fällt nicht ins Straucheln zu kommen.

Wohin schauen? Die Frage wird für mich immer drängender. Und was tun? Die Passivität, die die meisten von uns in der Komfortzone festhält, muss ein Auslaufmodell werden, wenn sich der Optimismus einen Platz in der Zukunft sichern soll.

Was tun? Es gärt in mir und setzt sich in Bewegung. Wenn ich zufrieden sein will, dann darf ich nicht nur auf mich schauen. Ich muss anfangen mich zu bewegen. Nicht gefällig und so dass es immer gut passt. Nein, ich glaube, um etwas in Bewegung zu setzen, muss man wachsen, auch mal über die eigene Bequemlichkeit und Furcht hinaus. So stark möchte ich gern sein und den richtigen Weg finden, aus der Lautlosigkeit zu treten. Denn einfach so weitermachen – das dürfen wir doch eigentlich nicht.

Und wenn es zu sehr drückt und mir die Welt den Blick versperrt, dann ist ein gutes Rezept die Bewegung, der Gang an die frische Luft oder das Wirbeln in der Küche, um im Duft und in den vielen Handgriffen wieder zu mir zu finden.

Ein schnelles Rezept aus dem Ofen (wunderbar auch für vegetarischen Besuch):

Ganzer Blumenkohl aus dem Ofen – mediterran

1 Blumenkohl
400 ml passierte Tomaten
2 Knoblauchzehen, fein gehakt
1 mittlere Zwiebel, gewürfelt
120 Gramm weiche Butter
Pfeffer
Salz
Cayenne Pfeffer
Prise Zimt
Prise Nelkenpulver
Prise Cumin
Thymian
Salbei
100 Gramm schwarze griechische Oliven, halbiert, ohne Stein

  • Den Blumenkohl von den Blättern befreien, waschen und den Strunk so kürzen, dass der Blumenkohl in einer Auflaufform sitzen kann, ohne umzufallen.
  • Die weiche Butter mit der Hälfte des Knoblauchs, dem Nelkenpulver, Cayenne Pfeffer, Zimt und Cumin, Salz und etwas Salbei vermengen und den gesamten Blumenkohl damit einstreichen.
  • Den restlichen Knoblauch, die Zwiebel, Thymian, Salbei, Pfeffer und die Oliven mit den passierten Tomaten in einer Auflaufform verrühren und den Blumenkohl darauf setzen.
  • Nun für eine gute Stunde bei 180 Grad in den Ofen.

Ein Tipp: Vorsicht mit dem Salz in der Tomatensoße, die griechischen Oliven haben es in sich und schnell wird es zu viel. Wer es fleischig mag, schneidet noch schnell grobe Bratwürste oder Mettenden in die Tomatensoße, das macht das Ganze herzhaft.

Guten Appetit!

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