Kalte Liebe und Honigcreme selbstgemacht: DIY Egyptian Magic

Kosmetik selber machen Honigcreme

Kosmetik DIY: Honigcreme

 

Knisterkalt ist es. Endlich ist aus einem zu milden Novembergrau ein Winterhauch geworden, der die Landschaft überzieht und mich morgens beim Atmen am geöffneten Fenster kurz frösteln lässt. Es ist die Jahreszeit der gezwiebelten Kleidungschichten, wenn das dünne Eis auf den Pfützen unter den Füssen knistert und man bei jedem Gang ins Freie die rosigsten Wangen bekommt.
Die Zeit, in der die Wolle des Schals am Kinn kratzt und der Wechsel zwischen Kälte und beheiztem Raum der Haut einiges abverlangt.
Und es ist die Zeit der langen Abende – einen solchen habe ich am Rechner verbracht und arbeitsbedingt Naturkosmetik recherchiert. Eingelullt von sich wiederholenden Heils- und Schönheitsversprechen und sichtlich abgestumpft angesichts der Makellosigkeit auch vermeintlich natürlicher Werbeschönheiten, bin ich dann in einem Onlineshop hängengeblieben und habe mich von den Inhaltstoffen einer Creme verführen lassen: Honig, Olivenöl, Bienenwachs, Gelee Royale, Propolis und Blütenpollen, das klang irgendwie überzeugend übersichtlich und machte Sinn. Wenn ich Honig auch nicht esse, finde ich ihn für die kosmetische Anwendung ganz fantastisch. Und irgendwie war da auch schon der Gedanke – wenn ich alle Inhaltsstoffe aussprechen kann, dann kann ich das doch bestimmt auch nachbauen? Also habe ich alle Vernunft über Bord geworfen und 25 Euro für 118ml Egyptian Magic investiert. Danach hart geschluckt und mich gefragt, ob ich spinne und doch gespannt auf die Post gewartet. In der Zwischenzeit habe ich dann noch rausgefunden, dass die teure Creme in der aus der Zeit gefallenen Verpackung anscheinend schon einmal als der neue SCH… durch die Beautyredaktionen und Blogs gescheucht wurde.  Auch diese mediale Legitimation meines Impulskaufes konnte mich nicht wirklich beruhigen. Ich fühlte mich ein wenig an die Zeit erinnert, als ich, unbewusst beeinflusst von Verpackungsdesign und Werbebotschaften und dem Sicherheitsversprechen der richtigen Marke, viel zu oft meine viel zu vielen Kosmetikprodukte wechselte, bis mir meine überpflegte Haut einen Strich durch die Rechnung machte und plötzlich verrückt spielte. Die letzten zwei Jahre war ich eigentlich vollkommen zufrieden mit meinen Kokosöl- Aloe Vera-Variationen. Aber der Vorstellung von Bienenwachs-Honig-Duft bin ich einfach mal erlegen. Zum Glück. Jetzt ist ein weiterer Alleskönner eingezogen und ersetzt mir in der stressigen Wintersaison das Kokosöl, das nun mit Aloe Vera zum Hauptdarsteller der Sommersaison wird und in der Winterpflege etwas an den Rand rückt. Ganz davon trennen möchte ich mich nicht. Das kleine Tiegelchen Egyptian Magic hat sich bezahlt gemacht und statt einfach nur wieder stumpf auf Kaufen zu klicken, bin ich in die Eigenproduktion eingestiegen und super zufrieden. Die Zutaten habe ich in Bioqualität und aus Deutschland im Internet gekauft, was sich deutlich mehr rechnet und ich bin schon am überlegen, wem ich direkt eine Probiermenge weitergeben mag. Der Duft nach Honig und Bienenwachskerzen, der mich immer so sonderbar wohlig beruhigt und bis heute ein Argument für Weihnachtsmärkte und ihre Kerzenstände ist, entspricht dem gekauften Produkt. Die Farbe ist etwas dunkler, was aber wohl dem Olivenöl geschuldet ist und mich nicht stört.
Die super einfache Anleitung zum Nachbau habe ich hier gefunden.

Ich habe nur noch je einen Teelöffel Propolis, Blütenpollen und Gelee Royal hinzugefügt – aber ein guter, unbehandelter, sprich nicht erhitzter Honig kann diesen Zusatz sicher ersetzen.

Und ich habe einen zusätzlichen großen Esslöffel Kokosöl hinzugegeben, da ich auf diesen treuen Begleiter nicht verzichten wollte und ich das Verhältnis lieber zugunsten Fett als Bienenwachs schieben wollte.

Die Creme schmilzt durch die Körperwärme und ist dann sehr ergiebig. Ich finde sie zieht erstaunlich schnell ein und ich nehme sie tatsächlich für alles: Gesicht, Lippen, Hände, Füße, Ellenbogen, Beine und sparsam in die Locken geknetet.

So bin ich bisher sehr gut durch den Winter gekommen und freue mich noch immer bei jedem Öffnen über den Geruch.

Viel Spaß beim selber machen!

 

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3 Gedanken zu “Kalte Liebe und Honigcreme selbstgemacht: DIY Egyptian Magic

  1. Yibbieeeh, dachte ichs mir doch, dass ich nicht die Erste war, bei der der Selbstrühren-Gedanke aufkam, nachdem ich den Preis und das Gejubele um diese Creme gestern entdeckt habe. 😀

    Wie macht sich die Creme nun mittelfristig? 🙂

    Och, wenn du eine noch haltbare Probiermenge überhättest … 😉

    • Ich bin nach wie vor begeistert! Für mich geht es jetzt in eine neue Produktionsphase, wo das Wetter wieder kühler wird. Meine Vorräte sind leider aufgebraucht, aber ich war für meine Haut auch im Sommer zufrieden und habe zumindest abends auf das Honigzeugs gesetzt. Natürlich, die durchscheinende Konsistenz des fertigen Produkts habe ich noch nicht erreicht, aber dieses Mal will die fertige Creme mal sieben und schauen, wie es dann aussieht. Hauptsache ich weiß, was an Inhaltsstoffen drin steckt. Und auch für die Lippen und Hände und Füße bin ich super angetan. Dazu muss ich noch sagen, dass ich gerade im Winter eher trockene Haut habe, das ist ja immer ganz subjektiv, was man sich gerne ins Gesicht schmieren mag. 🙂

      • Och, solange die Creme gut wirkt & einzieht und die Textur nicht lästig ist, wär für mich alles gut. 😉 Die Optik ist mir da gleich. 🙂

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