Altes neu entdecken: Peter, Paul & Mary und Feldsalat quasi Niçoise

Zwischen Stille und Musik

Zwischen Stille und Musik

Musik muss passen. Es gab eine Zeit, da bin ich selten ohne Musik im Ohr unterwegs gewesen. Auf dem Fahrrad durch den morgendlichen Verkehr (total dämlich, weil lebensgefährlich) oder beim Joggen durften es gerne Hip Hop oder Funk sein. In der S-Bahn oder auf Zugfahrten ließ sich wunderbar in Alben schwelgen – ich werde nie eine Zugfahrt durch den winterlichen Norden Richtung Dänemark vergessen: Verschneite Weiten und im Ohr das erste Album von The XX. Zu schön um es in Worte zu fassen… In der WG waren es eine Zeitlang die Kings of Leon, Bon Iver und Songs for Joy, die unsere Küche beschallten. Im Badezimmer war Mädchendikso und beim Ausgehen bildete immer Musik der Hintergrund für das Funkeln des Abends und auch bei der Arbeit in der Agentur wurde zwischendurch musikalisch Dampf abgelassen.

Was ich dabei völlig verlernt hatte, war Stille zu genießen. So verkehrte sich das Hörverhalten für ein ganze Zeit in das Gegenteil, ich habe mir Musik-frei genommen. Außer im Auto auf langen Fahrten. Die wie ein Film vorbeirauschende Landschaft lechzt förmlich danach, Hintergrund für einen Soundtrack zu sein. Für diese Momente musste es aber etwas völlig anderes sein, etwas, was neben dem Klang der Musik noch den Klang der Gedanken zuließ, diese in Bewegung setze – das andere Musikerlebnis fand sich mit Music for the Movements von Gurdijeff und de Hartmann.

Und ich habe wieder gelernt Stille zu genießen und habe mir selbst den Raum gelassen, zu merken, dass ich Stille brauche, einfach, damit ich mich besser höre. Es hat sich stark verändert, das Musik hören. Ich mag Musik nicht mehr gerne unbewusst nebenbei hören, außer im Hintergrund eines Essens. Ich mag sie genießen, mich in Klang oder Texte verhören. Ich genieße Konzerte wieder viel mehr, wähle sie auch anders aus und genieße den Moment, mit einer Tasse Tee und einer Kerze nach der Lernerei in der Küche zu sitzen und alte Sachen neu zu entdecken. Sowie Peter, Paul & Mary.
Wunderschöner Folk. Musik, die man mitsingen möchte, der man zuhören will und die sich wunderbar weich um die Schultern legt, wie ein warmer Schal. Kein Kitsch, sondern kritisch und besorgt, aber eben auch hoffnungsvoll und  wunderbar selbstverständlich und selbstgenügsam. Reinhören lohnt sich.

Und nachdem wir neulich einmal wieder Besuch waren und es als Mittagessen Feldsalat mit Ei gab, dachte ich, es wäre doch an der Zeit mal wieder einen Salat Niçoise zu machen, nur eben mit Feldsalat. Feldsalat und Ei sind nämlich ziemlich dicke Freunde.

Alle paar Monate kaufe ich ein, zwei Dosen Thunfisch und hoffe, das auch wirklich der nachhaltig gefischte moralisch vertretbare Fisch drinsteckt, der draufsteht. Auch Fischessen wird dank der Überfischung ja zunehmend zu einem echten Standpunkt und stellt den Fischliebhaber vor lange Sucherei nach den richtigen Produkten.

Feldsalat quasi Niçoise
(4 Portionen)
(Ich sage quasi, weil die Grundzutaten ja auch variieren)

500g Feldsalat, wer findet, kauft ihn frisch vom Feld, auch wenn es mehr putzen bedeutet, haben die Blätter deutlich mehr Biss und werden nicht weich wie die abgepackten Winzlinge aus Frankreich
5 glückliche hartgekochte Eier
200 Gramm schwarze Oliven, die salzigen, die so schön trocken eingelegt sind
2 weiße oder rote Zwiebeln
3 Dosen Thunfisch, eingelegt ohne Öl (weil meist Sonnenblumenöl)
frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer
Salz
Olivenöl
Rotweinessig
Das ist die reduzierte Version, aber natürlich passen noch wunderbar Tomaten, Sardellen, Frühlingszwiebel,…

  • Feldsalat gründlich putzen, trocken schleudern und auf Teller verteilen.
  • Die Zwiebeln in feine Ringe schneiden und auf den Tellern verteilen.
  • Den Thunfisch abtropfen lassen, mit einer Gabel auflockern und auf die Portionen verteilen.
  • Die Oliven entsteinen und halbieren und auf die Teller verteilen.
  • Nun nur ganz unkompliziert mit Pfeffer, Olivenöl und Essig anmachen. Beim Salz vorsichtig sein, die Oliven und der Thunfisch sind meist schon sehr salzig, also Zurückhaltung üben.

Schnell gemacht und super lecker!

Guten Appetit!

 

 

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