Nervenflattern – Nerven stärken und Ablenkungsmanöver: Koriander-Minz-Butter-Wildlachs mit grünem Spargel vom Blech

Lachs vom Blech

Nervennahrung: Wildlachs mit grünem Spargel vom Blech

Am Wochenende, da gab es diesen zauberhaften Moment, da wollte ich mir das Essen am allerliebsten so als Bild an die Wand hängen. Die Freude wäre von kurzer Dauer gewesen – es war Wildlachs, und seit ich einmal in einer befreundeten WG Nahrungskunst als „Work in Progress“ beim verfallenden Entstehen zuschauen konnte/musste/durfte, habe ich für mich beschlossen eine Grenze zu ziehen, zwischen leiblichem und Kunstgenuss.

Sei es drum – er war nicht nur vorher schön anzusehen, sondern auch nach dem Ofen eine Freude. Eine Wonne. Und hat sich ganz weit oben platziert auf der Liste der Gerichte, die ich gerne für liebe Menschen koche. Und das elegante Filetieren schaffe ich mir durch Wiederholung sicherlich auch noch drauf. Momentan ist es eher der Lachs-Massaker-Teller, der den Gast erreicht, aber Freunde verzeihen so etwas. Und die wollen ja auch keine Berührungsängste vor der Inszenierung, sondern einen schönen Abend und was in den Magen.

Aber gerne doch. Ein weiterer Vorteil: Mal abgesehen von einem begleitendem Salat und einem netten Dessert, kommen hier alle Bestandteile des Essens auf ein Blech und gemeinsam in den Ofen, dadurch ist man gleich viel ungeteilter in seiner Aufmerksamkeit und somit entspannter und sitzt mit am Tisch, statt mit einem halben Ohr im Gespräch und zwei Händen zwischen Herd und Arbeitsfläche zu tänzeln.

Deshalb bin ich ein solcher großer Fan von Eintöpfen, Backblechgerichten, Schmortöpfen… Ab einem gewissen Punkt macht sich dieses Essen quasi von alleine.

Und schnell geht es zudem, das Vorbereiten des Fisches. Fast zu schnell, denn momentan sind Rezeptideen vor allem Ablenkungsmanöver für die Kopfmaschine. Denn da läuft es sich gerade heiß und die Aufregung wächst, dabei möchte ich so gerne entspannt sein. Muss entspannt sein. Am Samstag ist Schießprüfung. Die letzte Etappe im Prüfungsmarathon für den Jagdschein. Schriftliche und mündliche Prüfung sowie Praxis liegen erfolgreich hinter uns (der besondere Mensch teilt die Begeisterung ja) und nun folgt der eine Teil, auf den man sich nicht mit Lernen vorbereiten kann, sondern wo man sich unter Kontrolle haben muss. Ich möchte es so gerne schaffen! Die Motivation ist da. Voll und ganz. Umso mehr seit wir das traumhafte Revier besucht haben, in dem wir eventuell als Jungjäger unterkommen könnten. Ich möchte raus und anfangen in der Praxis zu lernen. Außerdem möchte ich so gerne ein Wurst-Seminar machen. Eigene Wildwurst herstellen… Ich glaube tatsächlich, ich habe mir selten etwas so sehr gewünscht wie den erfolgreichen Abschluss dieser Prüfung. Wenn es nicht klappt, ist es ok, muss es ok sein, das macht ja eigentlich nichts mit mir als Mensch. Aber nach einem knappen Jahr Lernerei möchte ich raus. Also koche ich und backe und überlege mir Rezepte und Variationen und tue mir körperlich Gutes, in der Hoffnung, so auch meine Nerven zu verwöhnen. Und am Samstag vor der Prüfung werde ich extra früh aufstehen. Ein wenig Pilates machen, um dem Körper Nervosität zu nehmen, Atemübungen machen für die Konzentration und ordentlich frühstücken, auch wenn er flattert, der Prüfungsmagen. Und dann werde ich mich der Situation stellen und egal, wie es ausgeht, so oder so bin ich schon jetzt ein bisschen stolz auf das, was ich da neben Arbeit und Privatem geleistet habe. Das kann man ruhig mit gutem Essen belohnen.

Koriander-Minz-Butter-Wildlachs mit grünem Spargel
(für 4 Personen)

Ein Wildlachs (ohne Kopf), ca. 1,3 kg
1 kg grüner Spargel
1 Bund Frühlingszwiebeln
5 Esslöffel frischer Koriander, gehackt
Salz
Pfeffer
Olivenöl

Tomaten-Minz-Butter
150 g Butter, Zimmertemperatur, weich
2 Esslöffel Tomatenmark
2 Esslöffel Minze, gehackt (getrocknet oder frisch)
1-2 Esslöffel scharfe Paprikaflocken
etwas schwarzer Pfeffer
Salz

  • Als erstes die Butter zubereiten, indem alle Gewürze und das Tomatenmark in eine Schüssel zur Butter gegeben werden und das Ganze dann mit einer Gabel durchgedrückt wird, bis sich eine gleichmäßige Masse ergeben hat. Die fertige Butter ruhig etwas ziehen lassen.
  • Den Fisch unter kaltem Wasser abspülen, trockentupfen und auf ein leicht eingeöltes Backblech legen. Von innen salzen und pfeffern, 2-3 Esslöffel des Korianders in den Fisch geben, sowie die knappe Hälfte der Minz-Butter im Fisch verteilen.
  • Den Fisch zuklappen und noch ein paar Butterflocken oben auf die Haut geben.
  • Den Spargel waschen und die Enden einen knappen Zentimeter abschneiden, je nachdem, wie frisch er ist, reicht auch die Hälfte. Sind die Enden sehr holzig, hier einen Zentimeter schälen.
  • Die Frühlingszwiebel waschen und in Ringe schneiden, mit dem Spargel, dem restlichen Koriander sowie Flocken der Minzbutter vermischen und zu dem Fisch auf das Blech geben, vermischen und zu dem Fisch auf das Blech geben.
  • Ofen auf 180 Grad vorheizen und großzügige 35-45 Minuten im Ofen garen, bis die Haut des Fisches knusprig ist und Falten bildet.
  • Nun nur noch filetieren und mit dem Spargel servieren.

Dazu passt ein schlichter Salat, mit einem Spritzer Zitrone.

Guten Appetit!

Kleiner Tipp: Von der Minzbutter mache ich gerne mehr, sie schmeckt nämlich auch vorzüglich zu Lamm oder auf Burgern, aufs Omelett oder oder….

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