In die Praxis und am Essen feilen: allerlei knusprige low carb Fritten-Varianten

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Wertvolle Praxis und Fastfood Freuden: Low Carb Pommes

Fertig. Gebangt, gezittert und geschenkt gab es nichts, aber nach 11 Monaten, über 300 Stunden samstäglichen Unterrichts, diversen Abenden in der Lerngruppe und einem Privatleben, das dem Jagdschein untergeordnet wurde, haben sich die Energie und Mühe ausgezahlt – ich bin frischgebackene Jungjägerin.

So ganz glauben kann ich es noch nicht. Nach all der Lernerei liegt da nun diese Urkunde und wartet nur darauf mir den ersten Jagdschein einzulösen. Ein wenig unwirklich. Auch der erste Arbeitseinsatz im Revier liegt bereits hinter uns – wir sind untergekommen, werden ein wenig an der Hand genommen und müssen aber auch Einsatz zeigen. Mein rechter Arm hat sich beim in-den-Boden-Hämmern von Zaunstäben bereits an die Grenzen gebracht – trockene Erde kann sehr hart sein und so ein ordentlicher Hammer schwer. Bisher war ich auch noch nicht in der Verlegenheit mehr als kleine Nägel in Wände zu schlagen, warum auch. Das will ich jetzt ändern. Und ein wenig stolz ist man dann auch auf das Geschaffte und ich freue mich auf die regelmäßigen Arbeitsansätze.
Erst war mir der direkte Übergang in die praktische Arbeit gar nicht so recht, ich habe gemault und wollte erst einmal ein paar freie Samstage und Zeit und und. Warum eigentlich? Eigentlich liegt es mir viel mehr weiter zu machen, dann denke ich gar nicht erst zu viel nach, was ich alles kann und schaffe, sondern werde in die Situationen geworfen und kann weiter lernen und mir neue Dinge aneignen.

Denn zu unterschätzen ist es nicht, für jemanden wie mich ist es eine völlig andere Welt. Trotz aller Liebe zur Natur war mein Leben immer eher vom klein- und später großstädtischen Umfeld geprägt. Natur gab es nur in Dosen. Für die Erholung oder leichthändig bei Freunden im Schrebergarten. Jäger kannte ich nicht, auch wenn es da das heimliche Interesse gab – sie waren mir fremd und es ergaben sich keine Berührungspunkte. Bis eben vor einem Jahr. Und nach all der Lernerei ist man nun auf einmal mitten drin in einer ganz eigenen Gemeinschaft, wird beglückwünscht zum Jagdschein, bekommt Tipps und Hilfe angeboten und ist aufgefordert sich einzubringen und anzupacken.

In meinem Leben bin ich noch nie in so kurzer Zeit in so viele neue Situationen gestürzt worden wie im letzten Jahr. Eine gute Schule und manchmal unbequem, habe ich doch mitunter Phasen einer seltsamen sozialen Unsicherheit, so Tage, an denen ich mich nichts Neuem aussetzen und nur vertrauten Ritualen und Gesprächen frönen möchte. Ja, diese Phasen setzen natürlich immer dann ein, wenn Neues anklopft und deshalb werden sie ignoriert, aber ich nehme sie kurz zur Kenntnis und frage mich, warum da anscheinend immer noch so Unsicherheiten sitzen. Was kann denn schon schief gehen? Man muss ja eigentlich niemandem etwas beweisen – außer eben sich selbst, gefühlt. Ich versuche einfach, mich offen in neue Situationen zu begeben, abzuwarten und hinzuschauen, wie die Menschen und Dinge so stehen. Ich muss nicht gleich den Kasper geben. Es ist angenehm sich in die Rolle der ruhigeren Zeitgenossen zu begeben, die nicht jede Situation wie eine Szene betreten und Reviere markieren wollen. Das findet sich ja auf allen Ebenen des Lebens, vom Hobby im Verein über den professionellen Kontext bis hin zum freundschaftlichen Zusammentreffen. Ich finde immer mehr Gefallen daran, vielleicht auch als unscheinbar wahrgenommen zu werden, will nicht so viel preisgeben. Möchte ganz in der Situation sein, aber stehe nicht für Spielchen zur Verfügung – das ist spannend und verschiebt mitunter Dynamiken und schafft Spannungen oder schönes Neues, wo man gar nicht damit gerechnet hätte.

Und ich höre hin, wenn ich Feedback bekomme. Denn so eine richtige Fremdeinschätzung ist ja selten. Man bekommt Lob oder Kritik und dazu oft die Agenda des Gegenübers, ob man will oder nicht. Aber so einen ersten Eindruck bekommt man nicht oft mitgeteilt und man sollte diese sammeln und ernst nehmen. In diesem Fall war es ein Mitjägerin aus dem Unterricht, die mir im Gespräch nach den Prüfungen erzählte, sie wäre anfangs irritiert gewesen und hätte gedacht, ich wäre so etwas wie eine vegane Jagdgegnerin, die den Kurs unterwandert (gemeinsam mit dem besonderen Menschen).

Das ist spannend, denn ich persönlich saß da ja mit meiner Binnensicht, die voll motiviert und sehr neugierig war. Aber ich war mir schon bewusst, dass wir vielleicht etwas aus dem Rahmen gefallen sind. Wobei ich mich nach wie vor schwer damit tue, das an Konkretem festzumachen. Es war das Gefühl, hier sind wir mal anders und nicht die anderen. Eine Lektion dieser Zeit war auf jeden Fall, dass ich mich bis zum Wegzug aus Berlin in einer recht homogenen sozialen Blase bewegt habe. Studium, Freundeskreis, Unternehmungen, Urlaub, Arbeitsumfeld, Kunden – das war, bei aller gelebten Individualität, schon recht übersichtlich in der Diversität. In der Hinsicht war das letzte Jahr mit all seinen neuen Bekanntschaften eine dringend notwendige und gute Schule, die sich hoffentlich fortsetzen wird. Wir sagen ja gerne von uns wie offen und kommunikativ wir sind, wie gut wir uns auf neue Situationen und Menschen einstellen können und wie wir so reden… Aber das sagen wir von uns, weil wir meist nicht so wirklich raus müssen aus der Komfortzone. Unsere Rollen sind meist klar definiert und aus denen heraus agieren wir. Das fühlt sich dann schon seltsam an, im Privaten plötzlich etwas zu tun, wo man sich völlig neu orientieren und mitunter auch das eigene Verhalten in Frage stellen muss. Die Lektion, mich nicht (ob bewusst oder unbewusst) aufs innere hohe Ross zu flüchten, möchte ich beherzigen. Gelegenheiten zeichnen sich genug am Horizont ab.

Und ich muss hinnehmen, dass dann auch erst einmal über meine zarte Hämmerei gescherzt wird – das muss auch echt dämlich ausgesehen haben. Wichtig ist, dass ich mich anstrenge einen Beitrag zu leisten und nach 40 Zaunstäben und drei Stunden Hammerschwingen dürfte es das nächste Mal auch schon leichter von der Hand gehen.

Weiter lernen und arbeiten am ich.

Neben all dem Neuen erhalte ich mir meine Kochzeiten. Ausprobieren und experimentieren am Herd entspannen mich so ungemein. Und nachdem wir vor kurzem die Burger wieder entdeckt haben, kamen nun die Fritten dran. Wenn auch nicht frittiert, sondern aus dem Ofen.

Aber nach einigen Versuchen tatsächlich knusprig und super lecker! Und sowohl paleotauglich als auch low carb.

Steckrüben und Knollensellerie-Fritten aus dem Ofen (Für 2 Personen)
Ich habe auch mit Süßkartoffel experimentiert, aber diese wird mir bei allem guten Geschmack dann doch zu weich.

1 mittlere Steckrübe (ca. 1 Kilo) oder Knollensellerie
Olivenöl
Salz
Scharfe Paprikaflocken
Zimt
Kreuzkümmel

  • Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  • Die Steckrüber oder Sellerie schälen, und in Scheiben von etwa einem 1 cm Dicke schneiden. Die Scheiben dann in Stifte schneiden (ca. 0,5- 1cm, nach Geschmack).
  • Die Stifte in eine Schüssel geben und mit großzügig Gewürzen und etwa 3 Esslöffeln Olivenöl mischen, so dass alle gleichmäßig mit Gewürzen und Öl bedeckt sind. Bei der Würzung kann man Schwerpunkte nach Geschmack setzen, ich betone gerne die Schärfe mit Extra viel Paprikaflocken und lasse die anderen Gewürze nur anklingen. Curry ist auch einen Versuch wert. Nur beim Salz bin ich generell großzügig.
  • Die gewürzten Stifte auf dem Backrost verteilen. Ganz ohne Backpapier einfach aufs Rost geben. Um Sauerei zu vermeiden, mache ich meist ein Backblech mit Burgern oder Frikadellen, das ich unter den Fritten in den Ofen schiebe und parallel mitbacke. So kann das Öl von den Fritten einfach auf das Blech tropfen und der Ofen bleibt verschont.
  • Darauf achten, dass das Blech nicht zu voll ist, die Fritten sollte nicht aneinander, sondern mit kleinen Abständen liegen.
  • Nun für 30-40 Minuten in den Ofen, bis die Oberfläche schön gebräunt und knusprig ist.
  • Wer die Muße hat, wendet die Fritten auf der Hälfte der Zeit, ich finde es tut nicht Not, da sie auf dem Rost nicht im Fett weich werden.

Dazu passt ein Dip nach Wahl oder einfach Butter.

Guten Appetit!

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