Hoch die Tassen oder nicht: Von kleinen und großen Süchten

lasterhaft

selbst gedreht und eingeschenkt: von kleinen und großen Süchten

Er rast dahin der Sommer und von einem nach ihm benannten Beschäftigungstief ist leider nichts zu merken.

Darüber geschieht vieles wie nebenbei.

Und bei der schnellen Taktung ist sie schon fast vergessen, die Woche in den Vogesen mit frühmorgendlichen Wanderungen voller Abenteuer, den Lesestunden unterm Apfelbaum, den Kuchenfreuden und der genussvollen Zigarette ab und an in der Abendsonne.

Auch wenn dies auf zunehmendes Unverständnis stößt: Ich gehöre der aussterbenden Klasse der Raucher an. Dank gesellschaftlicher Einschränkungen fühle ich mich nach diesem Satz wie jemand, der sagt: „Hallo, ich bin Alkoholiker.“ Und da mir das Thema Alkoholismus nur allzu vertraut ist aus dem Familien- und Freundeskreis, muss ich sagen: „Ich rauche sehr gerne.“ Und umgebe mich lieber mit Rauchern als mit Säufern. Was ein seltenes Glas Wein für mich ja nicht ausschließt. Ich bin keine Ketten- oder Zwangsraucherin, eher so eine Gelegenheits-, Genuss- und Gesellschaftsraucherin, Manchmal rauche ich über Tage und Wochen gar nicht und dann wieder mehrere Tage am Stück. Immer selbstgedreht und ohne Zusätze. Mein Körper sagt ziemlich genau, wenn er dann erst einmal wieder genug hat. Aber das Rauchen ist zu einem Balanceakt geworden. Ich nehme natürlich Rücksicht auf Nichtraucher. Sogar im eigenen Zuhause würde ich nichtrauchende Gäste nicht einfach so vor vollendete rauchende Tatsachen stellen. Das Verständnis würde ich mir dann auch manchmal wünschen, wenn ich unter vielen Nichtrauchern unterwegs bin und mich in die jeweilige Raucherecke begebe.

Denn immer wieder kommt es vor, dass voll Unverständnis und Kritik nach der Zigarette gefragt wird und man gleichzeitig dem besonderen Menschen kopfschüttelnd begegnet, wenn er sagt, dass er keinen Alkohol trinkt.

Das ist für mich manchmal schwer nachzuvollziehen, ich sehe Alkohol und Rauchen in einem ähnlichen Spannungsfeld beheimatet. Und es führt auch zu nichts, sich gegenseitig die mehr oder weniger sinnvollen Fakten um die Ohren zu schlagen. Welches dieser Laster das Gesündere ist. Ich habe beiden in meinen Großstadtjahren ausgiebigst gefrönt und mich nicht immer wohl gefühlt dabei.

Aus den vielen Gauloises der jungen Erwachsenzeit sind Selbstgedrehte ohne Zusätze geworden. Das ist ganz pragmatisch billiger und wunderbarerweise stinkt es nicht im Rauchraum Küche. Mit den Jahren ist aus einem unüberlegten und oft überflüssigen Rauchen eine seltenere, bewusste Handlung geworden und so kann es auch gerne bleiben.

Den Alkohol bekomme ich noch seltener zu Gesicht und je länger er wegbleibt, desto weniger attraktiv erscheint er aus der Ferne. Es bleibt der Reiz der Kombination eines guten Essens mit dem passenden Glas Wein. Aber Glas, nicht Flasche. Einmal auf Verzicht gebracht, zeigt einem der Körper ziemlich deutlich, dass Alkohol ein Gift ist. Hallo Kopfschmerz… Und den oft zitierten Zustand der angenehmen Entspanntheit empfinde ich als gefährlich, wenn er als zu angenehm empfunden wird, ist er allzu häufig zu Gast und der Weg in Abhängigkeiten ist schleichend. Nur zu einfach wird aus dem kleinen Entspannungsglas am Abend ein festes Ritual, das gerne auch mehr und mehr Raum einnimmt. Ein jeder soll es mit dem Alkohol halten wie er möchte, aber es ist falsch, dass Saufen und Trinken gesellschaftlich toleriert werden und Ausrutscher und harte Fälle dann mit einem amüsanten Etikett versehen werden. War halt wieder eine harte Nacht und für alle unterhaltsam, wohingegen der Raucher so langsam immer stärker als Assi besetzt ist. Da Rauchen durch den Rauch stärker auf das direkte Umfeld wirkt, finde ich es wichtig Rücksicht zu nehmen, aber ähnlich unangenehm sind Bekanntschaften, die im Zuge der wechselnden Weingläser in der Artikulation nachlassen, spannende Themen nicht weiter verfolgen können und das so lebhaft begonnene Gespräch versickern lassen. Der Schalter legt sich um ab einem gewissen Pegel. Manch einer wird dann unterhaltsam, denkt er, denn die Hemmungen fallen, andere werden emotional, es werden Herzen ausgeschüttet, Bekenntnisse gemacht, die dann bitte wieder im Dunkel der Nacht verschwinden sollen und Konflikte brechen auf, an die man sich nüchtern nicht heran wagt. Wer Weinabende und Ähnliches kennt, weiß, was ich meine. Die kleinen Gedanken rollen wie geschmiert und verwandeln sich in vermeintliche Geistesblitze. Mit den Promille wächst die Nähe und vermeintliche Verbundenheit, wer Böses denkt, kann sich jetzt bestens über sein Gegenüber informieren, die Selbstzensur gerät ins Wanken. Und so mancher öffnet sein Herz und schüttet es aus, ohne aufzufangen und zu merken, was zu viel erzählt ist. Dieses blöde Gefühl am nächsten Morgen, der Kopf ist etwas schwer – über was hat man noch geredet? Da war doch was, irgendetwas hat man erzählt, das fühlte sich nicht richtig an, aber es wollte raus. Egal, wenn ich selber es nicht mehr weiß, weiß es (hoffentlich) auch kein anderer mehr. Die morgendliche Inventur des fantastischen Abends kann schmerzhaft und beschämend ausfallen, wenn das Geschehen vom Alkohol gelenkt wurde. Und damit man sich beim nächsten Mal nicht so gehemmt fühlt ob des kleinen schlechten Gefühls im Hinterkopf, macht man sich locker und nimmt noch ein Glas.

Ich habe mir Regeln aufgestellt. Ich trinke nie alleine (das kommt aus meiner Geschichte und ist für mich negativ besetzt), ich höre auf, wenn dieses entspannte Gefühl anklopft (was nach 1,5 Gläsern Wein der Fall ist), ich trinke nicht, wenn ich in angespannten sozialen Situationen bin oder mich unwohl fühle, ich trinke nicht, um etwas als Sicherheit in der Hand zu halten, ich lasse mir keine Getränke aufschwatzen und ich gehe, wenn die Leute zu betrunken werden, dass ich mich nicht mehr amüsiere. Das klappt zu allermeist und wenn eine Regel gebrochen wird, merke ich das ganz genau. Das Ergebnis ist ein seltener Weingenuss, zumeist in vertrauter Runde, wo ich weiß, dass keine Gräben aufbrechen und die Menschen am Tisch plötzlich die Masken fallen lassen oder eine scheinbare Wesensveränderung durchlaufen. Die Male wo es nicht geklappt hat, war die Scham am nächsten Morgen die beste Rechnung, die ich hätte bekommen können, garniert mit einem dicken Kopf, der einem den schönen Morgen versaut.

Wer mich kennt, mag behaupten, das wäre scheinheilig, ich habe für meinen Ruf viel getrunken, und selber gerne gewitzelt, wie sehr ich ihn mag den Exzess. Bedingt durch mein Wissen, welche Gesichter der Alkoholismus aber haben kann, war da aber eben auch immer ein Teil, der sich unwohl gefühlt hat und den ich erfolgreich betäubt und an so manchen Abend ertränkt habe. Über viele Jahre war es in meinen jüngeren (aber eben nicht jugendlichen, sondern bereits erwachsenen) Jahren so, dass der Sonntag fast durchgängig keinen Morgen hatte. Er begann am Nachmittag, die frühen Morgenstunden waren oftmals Teil des Heimwegs, aber keine Zeit, um in den Tag zu starten. Das ist ja auch der Reiz des Lebens in so mancher großen Stadt und im Besonderen Berlins, es ist wie eine Insel der Möglichkeiten, zu denen eben auch gehört bis spät in die 30er und oftmals darüber hinaus nicht mit dem bewegten Leben der jüngeren Jahre brechen zu müssen. Der Wein wird besser, die Cocktails teurer und mit dem Alter leistet man sich Upgrades, was die Lokalitäten betrifft, aber man kann wunderbar Betäubung konsumieren, ohne dass es irgendjemandem komisch vorkommt. Das hat natürlich seine Vorzüge, aber ermöglicht einem eben auch sich immer weiter von sich selbst zu entfernen und kleine Gedankenstimmen, die ja manchmal die sehr schüchternen Vorboten von Veränderungen sind, im Keim zu ersticken. So bewahrt man sich vor der Unbequemlichkeit so mancher vielleicht schwierigen Veränderung, so schöpft man aber vielleicht auch nicht voll aus, was alles möglich wäre. Wer nicht trinkt, ist erst mal die Spaßbremse (das kriegt der besondere Mensch dann oft vermittelt, der ja keinen Tropfen trinkt) und muss sich schwer beweisen im Laufe eines solchen Abends oder wandert in einen irgendwie als unangenehm oder anstrengend empfundene Schublade. Ähnlich wie bei vielen anderen Veränderungen reagieren viele Menschen bei diesem Thema besonders empfindlich, auch weil das Thema Umgang mit Alkohol vielleicht etwas triggert. Man würde sich den Spaß verbieten, das Trinken sei Weinkultur, man würde es zu weit treiben…, das sind einige der Argumente. Statt einfach hinzunehmen, wenn jemand einfach aus freien Stücken nicht mehr trinkt. Wie muss es wohl den vielen trockenen Alkoholikern gehen? Jemand, der so stark war eine Sucht zu überwinden und für sich eine klare Entscheidung getroffen hat, muss sich immer wieder erklären.

Ein emotionales Thema, die Trinkerei. Es gibt viele Menschen, die ein ganz ungetrübtes, ja nüchternes Verhältnis zum Alkohol haben. Aber es gibt eben auch viele, die ihre Schwierigkeiten mit dem Thema haben und in Abwehrmechanismen verfallen, die meist die treffen, die es anders machen. Obwohl deren Haltung ja nichts mit ihnen zu tun hat. Und dann gibt es die offiziellen Zahlen, die einen eigentlich veranlassen sollten auch mit diesem Thema sensibler umzugehen.

Und so dreht der Kopf immer mal wieder um die vielen Gesichter der Süchte unserer Zeit und das ist eine sich erneuernde Einladung, was man tut bewusst und mit Bedacht zu tun und sich in keine Abhängigkeiten zu begeben.

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In die Praxis und am Essen feilen: allerlei knusprige low carb Fritten-Varianten

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Wertvolle Praxis und Fastfood Freuden: Low Carb Pommes

Fertig. Gebangt, gezittert und geschenkt gab es nichts, aber nach 11 Monaten, über 300 Stunden samstäglichen Unterrichts, diversen Abenden in der Lerngruppe und einem Privatleben, das dem Jagdschein untergeordnet wurde, haben sich die Energie und Mühe ausgezahlt – ich bin frischgebackene Jungjägerin.

So ganz glauben kann ich es noch nicht. Nach all der Lernerei liegt da nun diese Urkunde und wartet nur darauf mir den ersten Jagdschein einzulösen. Ein wenig unwirklich. Auch der erste Arbeitseinsatz im Revier liegt bereits hinter uns – wir sind untergekommen, werden ein wenig an der Hand genommen und müssen aber auch Einsatz zeigen. Mein rechter Arm hat sich beim in-den-Boden-Hämmern von Zaunstäben bereits an die Grenzen gebracht – trockene Erde kann sehr hart sein und so ein ordentlicher Hammer schwer. Bisher war ich auch noch nicht in der Verlegenheit mehr als kleine Nägel in Wände zu schlagen, warum auch. Das will ich jetzt ändern. Und ein wenig stolz ist man dann auch auf das Geschaffte und ich freue mich auf die regelmäßigen Arbeitsansätze.
Erst war mir der direkte Übergang in die praktische Arbeit gar nicht so recht, ich habe gemault und wollte erst einmal ein paar freie Samstage und Zeit und und. Warum eigentlich? Eigentlich liegt es mir viel mehr weiter zu machen, dann denke ich gar nicht erst zu viel nach, was ich alles kann und schaffe, sondern werde in die Situationen geworfen und kann weiter lernen und mir neue Dinge aneignen.

Denn zu unterschätzen ist es nicht, für jemanden wie mich ist es eine völlig andere Welt. Trotz aller Liebe zur Natur war mein Leben immer eher vom klein- und später großstädtischen Umfeld geprägt. Natur gab es nur in Dosen. Für die Erholung oder leichthändig bei Freunden im Schrebergarten. Jäger kannte ich nicht, auch wenn es da das heimliche Interesse gab – sie waren mir fremd und es ergaben sich keine Berührungspunkte. Bis eben vor einem Jahr. Und nach all der Lernerei ist man nun auf einmal mitten drin in einer ganz eigenen Gemeinschaft, wird beglückwünscht zum Jagdschein, bekommt Tipps und Hilfe angeboten und ist aufgefordert sich einzubringen und anzupacken.

In meinem Leben bin ich noch nie in so kurzer Zeit in so viele neue Situationen gestürzt worden wie im letzten Jahr. Eine gute Schule und manchmal unbequem, habe ich doch mitunter Phasen einer seltsamen sozialen Unsicherheit, so Tage, an denen ich mich nichts Neuem aussetzen und nur vertrauten Ritualen und Gesprächen frönen möchte. Ja, diese Phasen setzen natürlich immer dann ein, wenn Neues anklopft und deshalb werden sie ignoriert, aber ich nehme sie kurz zur Kenntnis und frage mich, warum da anscheinend immer noch so Unsicherheiten sitzen. Was kann denn schon schief gehen? Man muss ja eigentlich niemandem etwas beweisen – außer eben sich selbst, gefühlt. Ich versuche einfach, mich offen in neue Situationen zu begeben, abzuwarten und hinzuschauen, wie die Menschen und Dinge so stehen. Ich muss nicht gleich den Kasper geben. Es ist angenehm sich in die Rolle der ruhigeren Zeitgenossen zu begeben, die nicht jede Situation wie eine Szene betreten und Reviere markieren wollen. Das findet sich ja auf allen Ebenen des Lebens, vom Hobby im Verein über den professionellen Kontext bis hin zum freundschaftlichen Zusammentreffen. Ich finde immer mehr Gefallen daran, vielleicht auch als unscheinbar wahrgenommen zu werden, will nicht so viel preisgeben. Möchte ganz in der Situation sein, aber stehe nicht für Spielchen zur Verfügung – das ist spannend und verschiebt mitunter Dynamiken und schafft Spannungen oder schönes Neues, wo man gar nicht damit gerechnet hätte.

Und ich höre hin, wenn ich Feedback bekomme. Denn so eine richtige Fremdeinschätzung ist ja selten. Man bekommt Lob oder Kritik und dazu oft die Agenda des Gegenübers, ob man will oder nicht. Aber so einen ersten Eindruck bekommt man nicht oft mitgeteilt und man sollte diese sammeln und ernst nehmen. In diesem Fall war es ein Mitjägerin aus dem Unterricht, die mir im Gespräch nach den Prüfungen erzählte, sie wäre anfangs irritiert gewesen und hätte gedacht, ich wäre so etwas wie eine vegane Jagdgegnerin, die den Kurs unterwandert (gemeinsam mit dem besonderen Menschen).

Das ist spannend, denn ich persönlich saß da ja mit meiner Binnensicht, die voll motiviert und sehr neugierig war. Aber ich war mir schon bewusst, dass wir vielleicht etwas aus dem Rahmen gefallen sind. Wobei ich mich nach wie vor schwer damit tue, das an Konkretem festzumachen. Es war das Gefühl, hier sind wir mal anders und nicht die anderen. Eine Lektion dieser Zeit war auf jeden Fall, dass ich mich bis zum Wegzug aus Berlin in einer recht homogenen sozialen Blase bewegt habe. Studium, Freundeskreis, Unternehmungen, Urlaub, Arbeitsumfeld, Kunden – das war, bei aller gelebten Individualität, schon recht übersichtlich in der Diversität. In der Hinsicht war das letzte Jahr mit all seinen neuen Bekanntschaften eine dringend notwendige und gute Schule, die sich hoffentlich fortsetzen wird. Wir sagen ja gerne von uns wie offen und kommunikativ wir sind, wie gut wir uns auf neue Situationen und Menschen einstellen können und wie wir so reden… Aber das sagen wir von uns, weil wir meist nicht so wirklich raus müssen aus der Komfortzone. Unsere Rollen sind meist klar definiert und aus denen heraus agieren wir. Das fühlt sich dann schon seltsam an, im Privaten plötzlich etwas zu tun, wo man sich völlig neu orientieren und mitunter auch das eigene Verhalten in Frage stellen muss. Die Lektion, mich nicht (ob bewusst oder unbewusst) aufs innere hohe Ross zu flüchten, möchte ich beherzigen. Gelegenheiten zeichnen sich genug am Horizont ab.

Und ich muss hinnehmen, dass dann auch erst einmal über meine zarte Hämmerei gescherzt wird – das muss auch echt dämlich ausgesehen haben. Wichtig ist, dass ich mich anstrenge einen Beitrag zu leisten und nach 40 Zaunstäben und drei Stunden Hammerschwingen dürfte es das nächste Mal auch schon leichter von der Hand gehen.

Weiter lernen und arbeiten am ich.

Neben all dem Neuen erhalte ich mir meine Kochzeiten. Ausprobieren und experimentieren am Herd entspannen mich so ungemein. Und nachdem wir vor kurzem die Burger wieder entdeckt haben, kamen nun die Fritten dran. Wenn auch nicht frittiert, sondern aus dem Ofen.

Aber nach einigen Versuchen tatsächlich knusprig und super lecker! Und sowohl paleotauglich als auch low carb.

Steckrüben und Knollensellerie-Fritten aus dem Ofen (Für 2 Personen)
Ich habe auch mit Süßkartoffel experimentiert, aber diese wird mir bei allem guten Geschmack dann doch zu weich.

1 mittlere Steckrübe (ca. 1 Kilo) oder Knollensellerie
Olivenöl
Salz
Scharfe Paprikaflocken
Zimt
Kreuzkümmel

  • Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  • Die Steckrüber oder Sellerie schälen, und in Scheiben von etwa einem 1 cm Dicke schneiden. Die Scheiben dann in Stifte schneiden (ca. 0,5- 1cm, nach Geschmack).
  • Die Stifte in eine Schüssel geben und mit großzügig Gewürzen und etwa 3 Esslöffeln Olivenöl mischen, so dass alle gleichmäßig mit Gewürzen und Öl bedeckt sind. Bei der Würzung kann man Schwerpunkte nach Geschmack setzen, ich betone gerne die Schärfe mit Extra viel Paprikaflocken und lasse die anderen Gewürze nur anklingen. Curry ist auch einen Versuch wert. Nur beim Salz bin ich generell großzügig.
  • Die gewürzten Stifte auf dem Backrost verteilen. Ganz ohne Backpapier einfach aufs Rost geben. Um Sauerei zu vermeiden, mache ich meist ein Backblech mit Burgern oder Frikadellen, das ich unter den Fritten in den Ofen schiebe und parallel mitbacke. So kann das Öl von den Fritten einfach auf das Blech tropfen und der Ofen bleibt verschont.
  • Darauf achten, dass das Blech nicht zu voll ist, die Fritten sollte nicht aneinander, sondern mit kleinen Abständen liegen.
  • Nun für 30-40 Minuten in den Ofen, bis die Oberfläche schön gebräunt und knusprig ist.
  • Wer die Muße hat, wendet die Fritten auf der Hälfte der Zeit, ich finde es tut nicht Not, da sie auf dem Rost nicht im Fett weich werden.

Dazu passt ein Dip nach Wahl oder einfach Butter.

Guten Appetit!

Nervenflattern – Nerven stärken und Ablenkungsmanöver: Koriander-Minz-Butter-Wildlachs mit grünem Spargel vom Blech

Lachs vom Blech

Nervennahrung: Wildlachs mit grünem Spargel vom Blech

Am Wochenende, da gab es diesen zauberhaften Moment, da wollte ich mir das Essen am allerliebsten so als Bild an die Wand hängen. Die Freude wäre von kurzer Dauer gewesen – es war Wildlachs, und seit ich einmal in einer befreundeten WG Nahrungskunst als „Work in Progress“ beim verfallenden Entstehen zuschauen konnte/musste/durfte, habe ich für mich beschlossen eine Grenze zu ziehen, zwischen leiblichem und Kunstgenuss.

Sei es drum – er war nicht nur vorher schön anzusehen, sondern auch nach dem Ofen eine Freude. Eine Wonne. Und hat sich ganz weit oben platziert auf der Liste der Gerichte, die ich gerne für liebe Menschen koche. Und das elegante Filetieren schaffe ich mir durch Wiederholung sicherlich auch noch drauf. Momentan ist es eher der Lachs-Massaker-Teller, der den Gast erreicht, aber Freunde verzeihen so etwas. Und die wollen ja auch keine Berührungsängste vor der Inszenierung, sondern einen schönen Abend und was in den Magen.

Aber gerne doch. Ein weiterer Vorteil: Mal abgesehen von einem begleitendem Salat und einem netten Dessert, kommen hier alle Bestandteile des Essens auf ein Blech und gemeinsam in den Ofen, dadurch ist man gleich viel ungeteilter in seiner Aufmerksamkeit und somit entspannter und sitzt mit am Tisch, statt mit einem halben Ohr im Gespräch und zwei Händen zwischen Herd und Arbeitsfläche zu tänzeln.

Deshalb bin ich ein solcher großer Fan von Eintöpfen, Backblechgerichten, Schmortöpfen… Ab einem gewissen Punkt macht sich dieses Essen quasi von alleine.

Und schnell geht es zudem, das Vorbereiten des Fisches. Fast zu schnell, denn momentan sind Rezeptideen vor allem Ablenkungsmanöver für die Kopfmaschine. Denn da läuft es sich gerade heiß und die Aufregung wächst, dabei möchte ich so gerne entspannt sein. Muss entspannt sein. Am Samstag ist Schießprüfung. Die letzte Etappe im Prüfungsmarathon für den Jagdschein. Schriftliche und mündliche Prüfung sowie Praxis liegen erfolgreich hinter uns (der besondere Mensch teilt die Begeisterung ja) und nun folgt der eine Teil, auf den man sich nicht mit Lernen vorbereiten kann, sondern wo man sich unter Kontrolle haben muss. Ich möchte es so gerne schaffen! Die Motivation ist da. Voll und ganz. Umso mehr seit wir das traumhafte Revier besucht haben, in dem wir eventuell als Jungjäger unterkommen könnten. Ich möchte raus und anfangen in der Praxis zu lernen. Außerdem möchte ich so gerne ein Wurst-Seminar machen. Eigene Wildwurst herstellen… Ich glaube tatsächlich, ich habe mir selten etwas so sehr gewünscht wie den erfolgreichen Abschluss dieser Prüfung. Wenn es nicht klappt, ist es ok, muss es ok sein, das macht ja eigentlich nichts mit mir als Mensch. Aber nach einem knappen Jahr Lernerei möchte ich raus. Also koche ich und backe und überlege mir Rezepte und Variationen und tue mir körperlich Gutes, in der Hoffnung, so auch meine Nerven zu verwöhnen. Und am Samstag vor der Prüfung werde ich extra früh aufstehen. Ein wenig Pilates machen, um dem Körper Nervosität zu nehmen, Atemübungen machen für die Konzentration und ordentlich frühstücken, auch wenn er flattert, der Prüfungsmagen. Und dann werde ich mich der Situation stellen und egal, wie es ausgeht, so oder so bin ich schon jetzt ein bisschen stolz auf das, was ich da neben Arbeit und Privatem geleistet habe. Das kann man ruhig mit gutem Essen belohnen.

Koriander-Minz-Butter-Wildlachs mit grünem Spargel
(für 4 Personen)

Ein Wildlachs (ohne Kopf), ca. 1,3 kg
1 kg grüner Spargel
1 Bund Frühlingszwiebeln
5 Esslöffel frischer Koriander, gehackt
Salz
Pfeffer
Olivenöl

Tomaten-Minz-Butter
150 g Butter, Zimmertemperatur, weich
2 Esslöffel Tomatenmark
2 Esslöffel Minze, gehackt (getrocknet oder frisch)
1-2 Esslöffel scharfe Paprikaflocken
etwas schwarzer Pfeffer
Salz

  • Als erstes die Butter zubereiten, indem alle Gewürze und das Tomatenmark in eine Schüssel zur Butter gegeben werden und das Ganze dann mit einer Gabel durchgedrückt wird, bis sich eine gleichmäßige Masse ergeben hat. Die fertige Butter ruhig etwas ziehen lassen.
  • Den Fisch unter kaltem Wasser abspülen, trockentupfen und auf ein leicht eingeöltes Backblech legen. Von innen salzen und pfeffern, 2-3 Esslöffel des Korianders in den Fisch geben, sowie die knappe Hälfte der Minz-Butter im Fisch verteilen.
  • Den Fisch zuklappen und noch ein paar Butterflocken oben auf die Haut geben.
  • Den Spargel waschen und die Enden einen knappen Zentimeter abschneiden, je nachdem, wie frisch er ist, reicht auch die Hälfte. Sind die Enden sehr holzig, hier einen Zentimeter schälen.
  • Die Frühlingszwiebel waschen und in Ringe schneiden, mit dem Spargel, dem restlichen Koriander sowie Flocken der Minzbutter vermischen und zu dem Fisch auf das Blech geben, vermischen und zu dem Fisch auf das Blech geben.
  • Ofen auf 180 Grad vorheizen und großzügige 35-45 Minuten im Ofen garen, bis die Haut des Fisches knusprig ist und Falten bildet.
  • Nun nur noch filetieren und mit dem Spargel servieren.

Dazu passt ein schlichter Salat, mit einem Spritzer Zitrone.

Guten Appetit!

Kleiner Tipp: Von der Minzbutter mache ich gerne mehr, sie schmeckt nämlich auch vorzüglich zu Lamm oder auf Burgern, aufs Omelett oder oder….

Der pinke Elefant im Raum: Kinderkriegen

Wie stehe ich zum Kinderkriegen

Wie stehe ich zum Kinderkriegen?

Nicht, dass der Kopf nicht schon genug in Bewegung wäre. In diesem Falle hat er lang Gedanken gewälzt und überlegt, ob es zu privat ist, diese zu teilen. Aber manchmal lohnt es sich über den eigenen Schatten zu springen.

Schwangerschaften im abgesteckten Zirkel eines Bekanntenkreises sind mitunter vergleichbar mit einer ansteckenden Krankheit – es bleibt meist nicht bei einer. Und man verzeihe mir das Bild, es lag so im Raum. Als Frau zwischen Ende zwanzig und Ende dreißig entkommt man dem Thema Schwangerschaft nicht. Freundeskreise verändern sich einfach, sobald kleine Kinder ins Spiel kommen und neben den schönen Neuerungen und der Freude für Freunde, muss man sich auch einiges gefallen lassen, wenn man die Entscheidung des Kinderkriegens für sich nicht so eindeutig und schnell mit „Ja“ beantworten kann oder will.

Es gibt die super entspannten Mütter, die sich freuen, dass da jemand für einen Moment das Kind abnimmt und die sich offen begeistern, mal nicht unter anderen Müttern zu sein. Da gibt es meist sehr unterhaltsame Geschichten, aber ganz ehrlich, es ist auch keine positive Werbung für den Mütterstand, wenn man erzählt bekommt, wie viel Wettbewerb über den Vergleich von Entwicklungsstadien bei Kleinkindern abläuft. Schlimm hört es sich auch an, wenn einem intelligente Frauen, die erfolgreich im Beruf sind, erzählen, dass sie sich unter Druck gesetzt fühlen, wenn sie sehen wie generalstabsmäßig andere Eltern den Entwicklungsprozess ihrer Kinder planen. Hier ein Instagram-Foto vom Klavierunterricht der leiben Kleinen, auf Facebook schnell das Bild vom Kinderchor oder dem Kreativ-Workshop der Kleinen geteilt. Nicht immer ohne Absicht wird hier bereits ein Wettbewerb geschürt, der natürlich auch auf die Kinder abfärbt und liebe Menschen fragen sich, ob sie ihr Kind für die Zukunft benachteiligen, wenn sie ihm einfach erst einmal ganz viel Raum lassen. Und natürlich fragt man sich in Gedanken, wie würde ich es lösen?

Dann gibt es Menschen, die gar nicht oft genug betonen können, wie unvergleichlich das Mutterglück ist und sie schaffen es leise Mitleid mitschwingen zu lassen, wenn man sagt, man sei sich nicht sicher, ob ein Leben mit Kind der eigene Weg ist. Natürlich respektiere man solche Entscheidungen, aber… Und im nächsten Moment, wenn sich der Goldschatz in eine kleine Heulboje verwandelt, weicht auch das Mutterglück für einen guten Moment der Angespanntheit, Genervtheit und das Gesicht strahlt nicht mehr vor mütterlicher Liebe, sondern wird hart. Und wieder die Frage, wie würde ich das wohl handhaben?

Und auch wenn allen meinen Bekannten ganz wunderbare kleine Menschen als Kinder beschert wurden, wer sagt denn, dass es immer so ist. Was ist, wenn sich da ein Wesen entfaltet, das mir so gar nicht liegt? Wenn es andere Kinder piesackt, lügt und manipuliert… Wenn es einen mir völlig fremden Lebensweg wählt, meine Werte und Bildungsziele nicht teilt?? Wie frei davon sind Eltern, Kinder nicht mit eigenen Wünschen, Ambitionen und Bildern zu besetzen. Wie viel Freiraum kann man ertragen, wie viel unabhängige Entwicklung hinnehmen, ohne sich in Kämpfen zu verausgaben, um das Kind in eine bestimmte Form zu pressen. Man will doch nur das Beste?

Und was ist mit all den äußeren Faktoren, denen ich einen kleinen Mensch aussetze? Wie stabil sind unsere gesellschaftlichen Strukturen? Wie lange noch, bis sich der Raubbau an unserem Planeten in Konflikten äußert, die auch uns in unserer westlichen Blase direkter stören?

Ich glaube, wer Momente reinen Glücks gespürt hat, kann sich auch ohne praktische Erfahrung in Grundzügen vorstellen, wie unfassbar intensiv viele Momente mit dem kleinen Wesen sind. Wobei dabei bei mir leider auch die Erklärungsstimme laut wird, das sind die Hormone, es muss die enge Bindung geben, da die kleinen Zwerge sonst überhaupt nicht lebensfähig sehen.

Ich kann mir nicht helfen und es tut mir auch nicht leid, aber ich kann die Frage nach dem Kinderkriegen nicht durch eine rosarote Blume und im Rama-Familien-Kontext sehen. Es wird dann ja oft behauptet, man würde sich der Verantwortung nicht stellen wollen, wäre egoistisch, nicht bereit Kompromisse einzugehen. Blablabla… Ich bin nicht am Hadern, weil ich denke, ich würde etwas aufgeben müssen. Es gibt so viele Beispiele, die zeigen, dass Familien gerade dann funktionieren, wenn sich die Eltern nicht der Selbstaufgabe verschreiben – sondern auch an sich und ihre vielen weiteren Rollen arbeiten (in der Partnerschaft, im Beruflichen) und die Elternrolle als eine weitere, bereichernde integrieren. Sind glückliche Eltern nicht auch gute Vorbilder? Ich würde es mir so wünschen.

Mir so wünschen, das ist der Punkt, mit dem ich hadere. Was möchte ich? Ich kann nicht mehr so knallhart sagen, dass ein Leben ohne Kinder einfach mein Modell ist. Es ist vielmehr so, dass es völlig ok ist, wenn es so bleibt, wie es bis hierher ist – kinderlos.

Und vielleicht sind es die Hormone (ich möchte mich ungern von chemischen Prozessen meines Körpers leiten lassen) oder es sind die erstaunlich vielen unerwarteten Kommentare von Freunden und Bekannten, die uns sagen, dass wir bestimmt entspannte Eltern wären. Oder es ist die Tatsache, dass angesichts des Umstands, dass ich mich im letzten Drittel der 30er bewege, die Entscheidung auch biologisch und auch moralisch zu einer endgültigen wird. Egal in welche Richtung. Ich kann nicht mehr klar nein sagen, aber ich kann auch nicht eindeutig ja sagen… Wenn ich mich dafür entscheide, falle ich voll und ganz in die Schreckgespenstgruppe der anstrengenden Spätgebärenden – ich muss die Klischees ja nicht erfüllen. Aber wie alt ist zu spät? Es ginge dann ja nicht mehr nur um mich und den besonderen Menschen, sondern um noch ein Leben.

Schön ist es, wie offen wir über dieses Thema sprechen können, ehrlich ohne Vorbehalte. Aber manchmal nagt da auch die Frage, ob sich das Thema der letztlich biologischen Funktion der Fortpflanzung mit rationalen Abwägungsmodellen lösen ist.

Ich weiß es nicht. Tatsächlich wusste ich noch nie etwas so sehr nicht. Naja, für den Moment ist der Kopf ja auch mit anderen Themen am Rotieren.

Vielen Dank.

Es schaffen wollen und das Grillen planen: Low Carb Blumenkohlsalat mit Bacon-Mayo

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Lernen und genießen: Low Carb Blumenkohlsalat mit Bacon Mayonnaise

Seit 10 Monaten beherrscht die Jungjägerausbildung die Wochenenden und seit Jahresanfang auch diverse Abende unter Woche. Heute war er plötzlich da, der letzte reguläre Unterrichtstag. Ein Gefühl, wie früher kurz vor den großen Ferien. Nur statt der Zeugnisse steht nun der Prüfungsmonat an. Vier Teile sind es, nächsten Samstag geht es in schriftlicher Form los. Wie viel Wissen hat sich verfangen im letzten Jahr? Welche Lücken müssen noch gestopft werden, neben der intensiven Kopfarbeit im Arbeitsalltag? Wo lässt sich noch ein Stündchen abzweigen für einen Blick in die Bücher und die Bearbeitung alter Prüfungen zur Selbstkontrolle? Kann ich mein Lernen auf den letzten Metern noch effektiver gestalten. Ist das Nervosität, die da wie ein kleines Nagetier in meinem Hinterkopf sitzt und leise vor sich hinraspelt?

Wer sich Prüfungen jedweder Art stellt, nimmt auch die Möglichkeit des Scheiterns in Kauf. Wer immer nur auf Nummer sicher geht, kann auf eine Kette von Erfolgen zurückblicken, aber testet nicht den eigenen Mut. Bin ich auch bereit zu scheitern? Würde ein Misserfolg mich in Frage stellen? Einer unserer Ausbilder meinte, wir sollten uns nicht verrückt machen, es wäre die unwichtigste Prüfung unseres Lebens. Ich finde, das stimmt nur bedingt. Denn keine andere Prüfungssituation in meinem Leben ist so sehr einer freien Entscheidung entsprungen. Ihr liegen keine äußeren oder institutionellen Zwänge und Vorgaben zugrunde. Sie ist etwas, was ich für mich gewählt habe. Jetzt bin ich gespannt, was ich daraus mache oder ob ich in eine zweite Runde muss. In einem Monat weiß ich mehr, bin entweder etwas gedämpft oder unglaublich erleichtert.

Und wenn es läuft wie geplant, was dann? Dann kommen wir hoffentlich in einem tollen Revier unter. Zarte Bande sind geknüpft. Die Zeit der Jungjägerausbildung ist eigentlich in Wahrheit die Befugnis, das Lernen in der Praxis zu beginnen. Dann wird die Theorie der Praxis ausgesetzt. Ich kann es kaum erwarten und habe einen tiefen Respekt vor diesem Prozess.

Aber davor heißt es lernen, lernen, verstehen, diskutieren, bestimmen. Der Kopf ist gerade in Hochform. Lernen kann einen in einen ähnlichen Rausch versetzen wie ein erfolgreicher langer Lauf. Es lohnt, sich selbst im Auge zu behalten. Den Druck rauszunehmen, die Freude zu behalten.

Mache ich mir zu viel Stress, steige ich kurz aus. Gehe raus in den Frühling vor der Tür, der einen momentan in himmelblaue Stimmungen versetzt.

Oder ich koche. Gutes Lernen hat viel mit guter Ernährung zu tun. Wir können unsere Energie und damit auch unsere (Denk-)Leistung steigern, wenn wir genau hinhören und in Belastungszeiten sorgsam mit uns umgehen, statt auf schnelle Kicks und Glücklichmacher zu setzen.

Ein Rezept der letzten Tage, ein Übungslauf fürs Grillen nach den Prüfungen:

Blumenkohlsalat
Der Blumenkohl ist der Tausendsassa der Low Carb-Küche. Wie Kartoffeln oder Reis besticht er durch eine gewisse Neutralität im Geschmack und lässt sich wunderbar in diversen Formen integrieren. Hier vertreibt er die Kartoffeln für eine leichtere Variante des geliebten Mayonnaise Salats zum Grillen.

1 großer Blumenkohl
1-2 Bund Frühlingszwiebeln
1 Bund Radieschen
körniger Senf
Salz
Pfeffer
8 – 10 ausgebackene Baconstreifen (das Fett auffangen)

Mayonnaise:
2 große oder 3 kleine Eigelb
1 TL Senf (Dijon)
250 sehr mildes Olivenöl
Baconfett
1-2 TL Zitronensaft
Salz
Prise Xylit
Den Salat am Vorabend zubereiten und an einem kühlen Ort durchziehen lassen!

  • Blumenkohl in kleine Röschen schneiden, gut waschen und ruhig etwas weicher als bissfest blanchieren.
  • Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Die Radieschen in feinere halbe Scheiben schneiden.
  • Den Bacon ausbraten und das Fett auffangen.
  • Für die Mayonnaise, die Eigelbe mit dem Rührgerät in einem hohen Becher kurz aufschlagen, den Senf dazugeben und wieder aufschlagen.
  • Das ÖL mit dem noch weichen Baconfett mischen und 1/5 tröpfchenweise zur Ei-Senf-Mischung geben, bis sich eine glatte Creme ergibt.
  • Das restliche Öl-Fett-Gemisch langsam unter ständigem Rühren zugießen, bis die Mayonnaise die gewünschte dickcremige Konsistenz hat.
  • Zitronensaft dazu geben und mit Salz und Xylit abschmecken.
  • 1-2 Esslöffel körnigen Senf unter die Mayonnaise rühren und nach Belieben salzen und pfeffern.
  • Blumenkohl, Frühlingsgszwiebeln und Radieschen in eine Schüssel geben und die Mayonnaise unterheben. Zum Schluss den knusprigen Bacon in Stücken untermengen.

Der Salat schreit nach Bratwurst und ersetzt jeden traditionellen Grill-Begleiter mit Leichtigkeit!

Guten Appetit!

Kurz verweilt und genossen: Kokos-Panna Cotta für das schnelle Vergnügen

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Inspiration Nichtstun – schnelles Dessert: Kokos-Panna-Cotta

Vier Tage frei! Daheim! Naja, drei Tage, wenn der Unterricht für den Jagdschein abgezogen wird, aber dennoch vier Tage, in denen das Telefon still steht und der Kopf sich erholen kann von der immer wieder neu zu denkenden strategischen Sprachgestaltung. Kreativität braucht Raum, braucht Platz und Luft und zwischendurch einfach mal Ruhe. Süßes Nichtstun, das sich dann blitzschnell in Inspirationen und Schaffensdrang verkehrt. Ich liebe das. Nichts war geplant und plötzlich möchten Rezepte getestet, Hosen genäht und Bücher gelesen werden. Ein unbekannter Wald lockt zum Osterspaziergang und ganz ohne Zwang finden sich plötzlich wunderbare Lösungen für die fortwährende Herausforderung, die uns in Form der eigenwilligen alten Bauernhausküche beschäftigt. Wände schief und krumm und ein Schlauch und niedrig, aber mit Charme, Terrazzo, Sonnenflecken und einem bodentiefen Fenster, das im Frühling und Sommer die Wärme hereinlässt und dem grauen Getüm als liebster Beobachtungsposten dient. Die Mittel sind begrenzt und überhaupt haben wir beschlossen, nicht anfangen zu wollen, mit Geld auf Probleme zu schmeißen, damit sie verschwinden. Es gibt ganz wunderbare Küchenträume, die sich mit viel Geld anpacken ließen – die Beton-Holz-Variante fände ich schön, aber es muss eben nicht sein und wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, sind wir hier im kleinen Haus große Freunde der gelebten Improvisation. Das passt zu uns und fühlt sich an wie Zuhause und wird belebt.

Also von einem vermeintlichen Idealbild verabschiedet und Ideen gesponnen, sobald die Arbeitsdenkmaschine einmal still steht. Das hat sie diesmal super gut geschafft, quasi über Nacht war es da, das Kleine-Ferien-Gefühl. Sofort fühlte sich der Karfreitagsspaziergang ganz anders an und die Herausforderung der Ostertorte konnte nicht schwer genug sein. Sie war etwas unterdrückt, die Lust Dinge zu tun. Vergraben unter drängenden Terminen und einem anhaltenden Gefühl des Unterwegssein. Dänemark, Berlin, Heidelberg, Frankfurt, Gießen, Köln – zu viele Orte in zu kurzer Zeit, das tut dem Kopf nicht gut. Also zurück. Ruhig vor Anker gegangen im Heimathafen und die gedanklichen Beine extra lang ausgestreckt, tief durchgeatmet und die Inspirationen genossen, die sich aus dem Nichtstun ergeben. Danke lieber Kopf, Du hast mir gezeigt, dass auf Dich Verlass ist und so gönne ich Dir kleine Fluchten, Spinnereien und mäandernde Gedankengänge, am Ende überraschst Du mich wieder mit einem Einfall. Und da ist es dann, das kleine große Glück des im Moment seins und des Schaffens aus mir selbst. Dafür braucht es das immer mal wieder, das Nichts. Nicht das Hinterherrennen und Hetzen durch Pläne und Projekte. Ich hoffe, die Lektion vergesse ich nicht so bald.

Und damit der Kopf viel Zeit hat, habe ich die freien Tage mit einer schnellen Leckerei begonnen, einfacher geht es in Sachen Dessert kaum.

Kokos-Panna-Cotta
(Ja, Panna heißt Sahne, aber da ich die nicht immer so vertrage, ersetze ich sie wo es geht durch möglichst cremige Kokosmilch ohne Zusätze. Mit einer Kokosmilch, die sich in Kokoscreme und Wasser trennt, hat es bei mir nicht geklappt)

400 ml cremige Kokosmilch
10 Blatt Gelatine
150 g gefrorene Himbeeren
20 g bittere Schokolade (85-90%)
1 Teelöffel geriebene Zitronenschale
Kokosmilch zum Glattrühren
Mark einer Vanilleschote, ausgekratzt
½ geriebene Tonkabohne
5 Esslöffel Xylit für die Panna Cotta + 2 Esslöffel für die Himbeeren

  • Die Gelatine für 5-10 min in kaltem Wasser einweichen.
  • In der Zwischenzeit die Kokosmilch mit der Vanille, der gemahlenen Tonkabohne, dem Xylit und der Zitronenschale kurz aufkochen und glatt rühren.
  • Die Gelatine ausdrücken und in die heiße Kokosmilch rühren. In eine Form oder Schale geben (je nachdem ob man die Panna Cotta später stürzen möchte) und über Nacht im Kühlschrank völlig fest werden lassen.
  • Die Panna Cotta vor dem Servieren wieder auf Zimmertemperatur bringen, dann schmeckt man die Vanille besser durch. Entweder portionieren oder die Form kurz in heißes Wasser halten und dann stürzen.
  • Die Himbeeren mit etwas Xylit zu einer Soße einkochen und nach Geschmack warm oder kalt zur Panna Cotta servieren.
  • Schokolade im Wasserbad schmelzen und mit Kokosmilch dickflüssig glatt rühren, ebenfalls über die Panna Cotta geben.

Das geht schnell und schmeckt nicht nur zum Nachtisch nach Frühling…

Guten Appetit und frohe Ostern!

Lieblingshausmittel zum Durchatmen und vom falschen Pflichtgefühl: Zwiebelsaft und Kranksein können

kranksein dürfen und Hausmittel

Gute Besserung: Kranksein aushalten und Zwiebelsud

Man sollte sich bewusst sein, dass es im Leben immer Dinge gibt, die man nicht so gut kann. Für mich gehört Kranksein auf jeden Fall auf die Liste der Dinge, die ich nur schlecht beherrsche. Solange mich nicht ein heftiges Fieber ans Bett fesselt (zum Glück war dies nicht so oft der Fall), muss man mich regelmäßig zurück ins Bett scheuchen, denn irgendwie treibt es mich immer wieder mit irgendeiner Ausrede auf die Beine und ich beginne zu werkeln. Sei es das schlechte Gewissen, dem besonderen Menschen bei Krankheit doppelt mit Mehrarbeit zu belasten: Er muss dann sowohl das Büro als auch den Haushalt schmeißen oder mir fallen alle Telefonate und E-Mails ein, denen ich mich so gerne mal wieder widmen wollte.

Es fällt mir so schwer, das loszulassen. Mit dem Ergebnis, dass ich zu einer miserablen Patientin mutiere, die ständiger Ermahnung bedarf, was ein Mehr an Arbeit bedeutet. Das möchte ich nicht. Deshalb arbeite ich am Kranksein-können. Die letzten Tage hatte ich Gelegenheit dazu. Ein paar Tage an der dänischen Nordsee, ungewohnter Weingenuss, zu wenig Schlaf dank zu schöner langer Gespräche und eine zusätzliche körperliche Belastung für den müden Körper durch Joggingeinheiten im Küstenwind – was als Erholung gedacht war, führte dazu, dass ich vier Tage im Bett lag und statt motiviert in die nächste Projektphase bei unserer Arbeit zu springen, türmten sich die Informationen und E-Mails und die Unruhe wuchs.

Nicht gut. Und überhaupt nicht gesund. In der Regel ist es immer möglich mal zu sagen: „Ich bin krank, ich schaffe das heute nicht.“ Vielleicht ist danach mehr zu tun, aber es ist möglich. Gerade, wenn man als gewissenhaft und zuverlässig eingeschätzt wird, legen einem vernünftig denkende Menschen keine Steine in den Weg. Aber was ist es dann, was die meisten Menschen noch krank ins Büro treibt? Hustend und röchelnd, belästigen wir unsere Kollegen und stecken mitunter noch andere um uns herum an, was dann für noch mehr Arbeit sorgt.

Es gibt die schlimmen Arbeitssituationen, in denen einem vermittelt wird, dass eine Abwesenheit durch Krankheit nicht gern gesehen wird. Ich habe das selbst erlebt, bin ohne Stimme und mit Fieber, vollgestopft mit Medikamenten quer durch die Republik geflogen, um Journalisten auf Presseveranstaltungen Rede und Antwort zu stehen. Was für ein Bild gibt das ab? Von mir und dem Arbeitgeber. Eine befreundete Journalistin zog mich schließlich mit spitzen Fingern beiseite, ich war eine mehr als offensichtliche Ansteckungsquelle und sagte: „Geh ins Hotel. Es tut mir weh mit Dir zu sprechen. Du tust Dir keinen Gefallen.“ Zwei weitere Tage dauerte es, bis ich das ok hatte, heim zu fahren. Zu dem Zeitpunkt war aus einer Mandelentzündung eine Bronchitis geworden, die auf dem besten Weg war, eine Lungenentzündung zu werden. Der Arzt war mehr als schockiert mich erst zu diesem Zeitpunkt zu sehen und schrieb mich krank. Krank wurde ich vor allem deshalb, weil der Reiserei eine intensive Phase der Eventplanung vorrausgegangen war. Das Ganze in einer zu der Zeit wenig entspannten Arbeitsatmosphäre. Eine schlechte Kombination. Was hängenblieb, war der Eindruck, nicht belastbar zu sein. Denn neben Genesungswünschen war da auch die versteckte Frage, ob ich meiner leitenden Position gewachsen bin. Übersetzt: Wer durchhält, wird belohnt, wer schwächelt, zeigt zu wenig Ehrgeiz. Aber was für ein Vorbild möchte man abgeben? Gerade auch gegenüber Mitarbeitern, für die man verantwortlich ist? Ich will doch auch, dass jeder, der sich nicht gut fühlt weiß, dass er krank sein darf. Dass dies keine Gefährdung der Position bedeutet. Das ist menschlich und normal und eine solche Einstellung hält die Leute langfristig gesund.

Aber es gibt sie, die fiesen Mechanismen der Arbeitswelt, die viele antreiben, noch mehr zu geben, wenn der Körper einem längst sagt: „Bitte lass mich Pause machen. Ich kann nicht mehr.“ Kein Job ist es wert, sich gesundheitlich zu ruinieren. Die eigene Gesundheit ist nicht auswechsel- und ersetzbar. Arbeitssituationen lassen sich, auch wenn es manchmal schwer vorstellbar ist, neu definieren, neue Perspektiven finden sich. Ich habe kurz nach der Krankheitsphase für mich die Konsequenzen gezogen, den Job gekündigt und den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Kurz zuvor wurde mir ein Posten in der Geschäftsführung in Aussicht gestellt, mit der Bemerkung: „Das sind drei vier Jahre harte Arbeit und dann kannst Du Dich zurücklehnen und machen lassen.“ Was für eine unrealistische Einschätzung und was für ein beleidigender Schwachsinn. Drei Jahre weiter im Volldampfmodus und ich hätte mich kaputt gearbeitet und es gibt nie eine Garantie, wie man sich in der Anstellung weiterentwickelt. Man arbeitet immer noch für jemand anderen.

Jetzt haben wir unser eigenes Büro. Das ist auch stressvoll. Und ich bin natürlich getrieben von einem Verantwortungsgefühl Kunden und Partnern gegenüber. Aber wenn ich krank bin, bin ich krank und wenn ich das äußere, stoße ich auf Verständnis, ernst gemeinte gute Wünsche und den Wunsch, erst wieder von mir hören zu wollen, wenn ich gesund bin.

Das ist gesund. Wir sind es unserer Gesundheit schuldig, auf uns zu hören und uns ein dickes Fell zuzulegen gegen subtile Beeinflussungen von außen, die uns immer weiter treiben, wenn es eigentlich nicht mehr geht. Das kann man lernen. Genauso wie man lernen kann, den verlockenden Fehler zu vermeiden, zu denken, man wäre unersetzlich. Jeder kennt die Kollegen, die offensichtlich still leidend zur Arbeit erscheinen und sich im entgegengebrachten Mitgefühl baden und kommunizieren: „Ohne mich läuft es nicht“. Das ist nicht gesund. Das macht krank und kostet all zu oft die Energie der anderen.

Also ab unter die Decke und ausgeruht!

Bei Husten, der nicht locker werden will, hilft eine Hausmittel:

Zwiebelsud

Zwei bis vier Zwiebeln in Ringe schneiden und in 0,75 l Wasser aufkochen. Dann eine halbe Stunde köcheln lassen. Mit Xylit oder Honig süßen und mehrmals am Tag eine Tasse heiß trinken.

Gute Besserung!