Es schaffen wollen und das Grillen planen: Low Carb Blumenkohlsalat mit Bacon-Mayo

140418_Blumenkohlsalat

Lernen und genießen: Low Carb Blumenkohlsalat mit Bacon Mayonnaise

Seit 10 Monaten beherrscht die Jungjägerausbildung die Wochenenden und seit Jahresanfang auch diverse Abende unter Woche. Heute war er plötzlich da, der letzte reguläre Unterrichtstag. Ein Gefühl, wie früher kurz vor den großen Ferien. Nur statt der Zeugnisse steht nun der Prüfungsmonat an. Vier Teile sind es, nächsten Samstag geht es in schriftlicher Form los. Wie viel Wissen hat sich verfangen im letzten Jahr? Welche Lücken müssen noch gestopft werden, neben der intensiven Kopfarbeit im Arbeitsalltag? Wo lässt sich noch ein Stündchen abzweigen für einen Blick in die Bücher und die Bearbeitung alter Prüfungen zur Selbstkontrolle? Kann ich mein Lernen auf den letzten Metern noch effektiver gestalten. Ist das Nervosität, die da wie ein kleines Nagetier in meinem Hinterkopf sitzt und leise vor sich hinraspelt?

Wer sich Prüfungen jedweder Art stellt, nimmt auch die Möglichkeit des Scheiterns in Kauf. Wer immer nur auf Nummer sicher geht, kann auf eine Kette von Erfolgen zurückblicken, aber testet nicht den eigenen Mut. Bin ich auch bereit zu scheitern? Würde ein Misserfolg mich in Frage stellen? Einer unserer Ausbilder meinte, wir sollten uns nicht verrückt machen, es wäre die unwichtigste Prüfung unseres Lebens. Ich finde, das stimmt nur bedingt. Denn keine andere Prüfungssituation in meinem Leben ist so sehr einer freien Entscheidung entsprungen. Ihr liegen keine äußeren oder institutionellen Zwänge und Vorgaben zugrunde. Sie ist etwas, was ich für mich gewählt habe. Jetzt bin ich gespannt, was ich daraus mache oder ob ich in eine zweite Runde muss. In einem Monat weiß ich mehr, bin entweder etwas gedämpft oder unglaublich erleichtert.

Und wenn es läuft wie geplant, was dann? Dann kommen wir hoffentlich in einem tollen Revier unter. Zarte Bande sind geknüpft. Die Zeit der Jungjägerausbildung ist eigentlich in Wahrheit die Befugnis, das Lernen in der Praxis zu beginnen. Dann wird die Theorie der Praxis ausgesetzt. Ich kann es kaum erwarten und habe einen tiefen Respekt vor diesem Prozess.

Aber davor heißt es lernen, lernen, verstehen, diskutieren, bestimmen. Der Kopf ist gerade in Hochform. Lernen kann einen in einen ähnlichen Rausch versetzen wie ein erfolgreicher langer Lauf. Es lohnt, sich selbst im Auge zu behalten. Den Druck rauszunehmen, die Freude zu behalten.

Mache ich mir zu viel Stress, steige ich kurz aus. Gehe raus in den Frühling vor der Tür, der einen momentan in himmelblaue Stimmungen versetzt.

Oder ich koche. Gutes Lernen hat viel mit guter Ernährung zu tun. Wir können unsere Energie und damit auch unsere (Denk-)Leistung steigern, wenn wir genau hinhören und in Belastungszeiten sorgsam mit uns umgehen, statt auf schnelle Kicks und Glücklichmacher zu setzen.

Ein Rezept der letzten Tage, ein Übungslauf fürs Grillen nach den Prüfungen:

Blumenkohlsalat
Der Blumenkohl ist der Tausendsassa der Low Carb-Küche. Wie Kartoffeln oder Reis besticht er durch eine gewisse Neutralität im Geschmack und lässt sich wunderbar in diversen Formen integrieren. Hier vertreibt er die Kartoffeln für eine leichtere Variante des geliebten Mayonnaise Salats zum Grillen.

1 großer Blumenkohl
1-2 Bund Frühlingszwiebeln
1 Bund Radieschen
körniger Senf
Salz
Pfeffer
8 – 10 ausgebackene Baconstreifen (das Fett auffangen)

Mayonnaise:
2 große oder 3 kleine Eigelb
1 TL Senf (Dijon)
250 sehr mildes Olivenöl
Baconfett
1-2 TL Zitronensaft
Salz
Prise Xylit
Den Salat am Vorabend zubereiten und an einem kühlen Ort durchziehen lassen!

  • Blumenkohl in kleine Röschen schneiden, gut waschen und ruhig etwas weicher als bissfest blanchieren.
  • Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Die Radieschen in feinere halbe Scheiben schneiden.
  • Den Bacon ausbraten und das Fett auffangen.
  • Für die Mayonnaise, die Eigelbe mit dem Rührgerät in einem hohen Becher kurz aufschlagen, den Senf dazugeben und wieder aufschlagen.
  • Das ÖL mit dem noch weichen Baconfett mischen und 1/5 tröpfchenweise zur Ei-Senf-Mischung geben, bis sich eine glatte Creme ergibt.
  • Das restliche Öl-Fett-Gemisch langsam unter ständigem Rühren zugießen, bis die Mayonnaise die gewünschte dickcremige Konsistenz hat.
  • Zitronensaft dazu geben und mit Salz und Xylit abschmecken.
  • 1-2 Esslöffel körnigen Senf unter die Mayonnaise rühren und nach Belieben salzen und pfeffern.
  • Blumenkohl, Frühlingsgszwiebeln und Radieschen in eine Schüssel geben und die Mayonnaise unterheben. Zum Schluss den knusprigen Bacon in Stücken untermengen.

Der Salat schreit nach Bratwurst und ersetzt jeden traditionellen Grill-Begleiter mit Leichtigkeit!

Guten Appetit!

Es riecht so gut – Deo selber machen

Foto[1]Nachdem ich meine Liebe zum Kokosöl ja schon kundgetan habe hier noch ein Nachtrag: das DIY Deo.

Ich hätte nicht gedacht, jemals an den Punkt zu kommen, an dem selbstgemachte Kosmetik eine Option ist, vielleicht sogar die einzig konsequente.

Vorurteilsbeladen habe ich damit Menschen-Gruppen assoziiert, denen ich mich nicht zugehörig fühlte, oder ich fand die rigorose Ablehnung konventioneller Kosmetik-Produkte völlig überzogen.
So falsch kann man liegen und Zeiten und Menschen können sich ändern – zum Glück.

Und so bin ich nun angekommen an dem Punkt, wo ich nicht nur genau wissen will, was ich esse, sondern eben auch, was ich mit meiner Haut tue. Und eine der Chemie-Bomben, die sich länger im Badezimmer gehalten hat, war das herkömmliche Deo.

Gerüche sind ein persönliches Thema. Dreht es sich dabei doch um den persönlichen Geschmack und darüber hinaus führt das Thema Schwitzen und Schweiß in einen Bereich, in dem wir uns im Spannungsfeld von eigener Körperwahrnehmung und Gesellschaftsbild bewegen.  Die Werbung macht es uns doch vor: Wir sollen quasi „keimfrei“, hygienisch sauber und möglichst wenig natürlich sein. Ich für meinen Teil reagiere empfindlich, wenn mich mein Umfeld mit Gerüchen belästigt – sei es zu stak dosiertes Parfum oder unangenehme Körpergerüche. Bei ersterem kriege ich Kopfschmerzen und bei letzterem bleibe ich unwillkürlich auf Abstand. Die Nase entscheidet doch sehr schnell, was ihr zusagt und was nicht.
Ich will selber meinem Umfeld auch Respekt zollen und fühle mich wohler, wenn ich weiß, dass ich in bestimmten Situationen nicht plötzlich vor mich hinmüffel oder den Geruchssinn anderer Leute belästige. Deshalb war das konventionelle Deo so lange selbstverständlicher Begleiter, oftmals abgerundet durch noch andere Duftstoffe.

Bis ich irgendwann einmal, im Zuge meiner Arbeit, einen Termin bei einem Kosmetik-Hersteller hatte und mit Erschrecken erkannt habe, dass wir oftmals gar nicht wissen (oder auch nicht wissen wollen), was wir uns eigentlich antun in dem Bestreben, nicht zu Schwitzen. Der Mensch schwitzt nun einmal, unterschiedlich stark und manchmal vielleicht auch in nicht gesundem Ausmaß, aber diese körperliche Funktion hat ihre Berechtigung.

Keine Berechtigung sollten hingegen Wirkstoffe haben, die wir über den Körper aufnehmen und bei denen – wie etwa bei Aluminium – nicht abschließend geklärt ist, was sie anrichten.
Da wir unseren Körper mit seinen Funktionen aber nun nicht so einfach umstellen können wie unser Deo, war ich froh, für Letzteres einen Ersatz zu finden. Ein Deo zum Selbermachen, bei dem ich weiß, was drin ist und dessen Duft ich selbst gestalten kann.

Das Rezept fand ich hier.
Die Zutaten sind denkbar einfach und die Zubereitung schnell hinter sich gebracht.

3 TL Kokosöl
2 TL Natron
4 EL Pfeilwurzelstärke
5-10 Tropfen ätherisches Öl nach Wahl

Ich habe nur etwas mehr ätherisches Öl genommen: zehn Tropfen Zitronengras und fünf Tropfen Ingwer.

Das Kokosöl bei leichter Wärme schmelzen und mit den anderen Zutaten zu einem Brei vermischen. Das Ganze dann in ein kleines Gläschen und fertig ist das Duftwerk.

Jetzt fühle ich mich ganz zitronenfalterig und rundum wohl und bin schon gespannt, weiter einzutauchen in die Welt der selbstgemachten Kosmetik-Produkte.

Nachmachen lohnt sich!

Nachtrag: Weitere schöne Blogs zum Thema selbstgemachte (oder auch DIY-) Kosmetik sind:

The Pistachio Projekt 

Empowered Sustenance

Hinterwäldler 

Langsamer leben

Wenn man’s nicht essen kann, gehört’s auch nicht auf die Haut – oder wie ich mein Herz an das Kokos-Öl verlor

IMG_3692Ich bin (oder war?) das, was man ein typisches Opfer der Kosmetik-Werbung nennen könnte. Kein Sommer ohne diverse Neuanschaffungen im Nagellack-Bereich (auch wenn es am Ende immer der gleiche ist, der die Zehennägel schmückt), die Überzeugung, dass mich mehr Lippenstifte glücklicher machen – auch wenn ich das Gefühl eigentlich nicht mag. Und ungezählte Lidschatten-Töne – obwohl ich höchstens zum Kajalstift greife.

Und nicht zu vergessen die ewige Suche nach der perfekten Wimperntusche für die perfekte Länge…

Dann waren da noch all die Cremes, die mich frischer machen und Produkte, welche die Haare seidiger machen sollten – eigentlich gab es immer ein Argument für etwas Neues im Badezimmerschrank.

Ganz plötzlich dann, mit der umgestellten Ernährung, schlich sich die Erkenntnis ein: Gesunde Ernährung bringt mehr als jede teure Feuchtigkeitscreme. Und die Haare wachsen dank der guten Nahrung schneller und seidiger als je zuvor. Tatsächlich hat der Verzicht auf Giftstoffe im Essen dazu geführt, dass ich immer sensibler auf neue Produkte reagiert habe.

Ich habe letztlich den Blick auf die Inhaltsstoffe gewagt und kein Wort verstanden. Wenn ich genau darauf achte, was ich esse – wie kann ich dann die Scheuklappen aufsetzen bei dem, was ich mit meiner Haut anstelle? Die Konsequenz war schnell gezogen und äußerte sich in einer riesigen Plastiktüte voller Kosmetik und Körperpflege-Produkte, die ich entsorgt habe. Auch wenn es zugebenerweise kurz hart war, den Rest Chanel-Nagellack zu entsorgen. Aber dieser Moment des Zögerns hat mir gezeigt, dass es gut ist, sich da ein Stück weit unabhängig zu machen.

Und dann war ich ehrlich zu mir selbst: Ein Minimum an Kosmetik habe ich mir erlaubt, da ich vor Geschäftsterminen und anderen Anlässen das Ritual des Schminkens sehr mag. Aber ich habe mich begrenzt – nur das, was ich wirklich brauche und regelmäßig benutze. Das sind: Ein Lippenstift, eine Wimperntusche, zwei Kajalfarben, ein Rouge, einen Puder und einen Nagellack. (die Produkte sind von Lavera oder Benecos) Und ja: ein bisschen Mädchen-Glitzer-Puder-Zeugs ist auch dabei.

In Sachen Hautpflege gibt es nur noch ein Produkt: natives Kokosöl!

Ausschlaggebend waren sicher auch Artikel wie dieser.

Für das Gesicht, aber auch für den Körper nach dem Duschen, greife ich jetzt in das große Glas, das vorher nur in der Küche stand. Die Haut wird unglaublich zart und samtig und das Öl zieht erstaunlich schnell ein und ist sehr ergiebig. Im Gesicht erfrischt es und besonders die Augenpartie wirkt erholter mit einer extra Portion Öl. Und das Beste: Überreste an den Händen fungieren als Handcreme oder werden in die Haare gegeben wie ein Haarwachs, um fliegende Härchen zu bändigen.

Gerade bei meinem lockigen Haar ist das Kokos-Öl perfekt, um ein bisschen extra Feuchtigkeit zu geben und die Locken zu definieren. Gerne mache ich vor dem Waschen auch einmal eine extra Haarkur und gönne den Haaren eine extra Portion Öl, das ich dann auswasche.

Momentan warte ich gerade auf eine Lieferung ätherischer Öle und dann werde ich in die Produktion duftender Körperöle einsteigen und einmal das DIY–Deo-Rezept  ausprobieren – denn was in den Hochleistungs-Deodorants unserer Tage steckt, ist mehr als gruselig!

Tatsächlich ist es ein Weg, der immer weiter führt: Wer einmal begonnen hat zu beobachten, was er sich und seinem Körper jeden Tag zuführt, kann entweder die Augen verschließen oder weitergehen und schauen, wo sich immer noch etwas ändern lässt.

Und wo man sich frei machen kann von verführerischen Werbungen, die gerade auch im Bereich der Körperpflege vermehrt auf den hochpreisigeren Bio-Zug aufspringen und mit dem schwankenden Gewissen der Leute Geld verdienen. Und die Zeiten des Klischees sind vorbei, dass eine bewusstere Einstellung zu Kosmetikprodukten gleich zu ungeschminkten, Rohleinen tragenden, moralaposteligen Wesensveränderungen führen muss.
So, dann mal auf und einen Blick ins Badezimmer geworfen!

Wohl bekomm’s!