Die Anderen sein lassen können und Haselnuss-Espresso-Makronen knuspern

Makronen und TretminenTretminen. Regelmäßig verwandelt sich das Thema Paleo-Ernährung dann doch wieder in eine Tretmine.  Auch wenn man versucht, die entsprechenden Diskussionen in schönen geselligen Momenten auf eine Minimum zu beschränken, ist es eben oft  ein Gegenüber,  dass das Thema nicht los lassen will und dann muss man sich kurz sortieren und überlegen, wie man das Ganze auflösen kann, wenn man merkt da ist eher Herbeireden von Stolpersteinen im Spiel, als ein neugieriges Interesse. Die Frage des gestrigen Abends war eigentlich recht interessant, denn sie zielte darauf ab, wie wir es denn mit der Ernährung halten würden, hätten wir Kinder… Das ist durchaus schon implizit Thema gewesen, zumeist in Form eines versteckten Vorwurfs, wenn uns gesagt wurde, ja  klar, wir können uns ja so ernähren, wir arbeiten zuhause und haben keine Kinder…

Und tatsächlich bleibt die Frage, wie wir es mit Kindern organisieren würden, das Essen, eine hypothetische. Kinder entwickeln letztlich ihre ganz eigenen Vorstellungen davon, was sie essen möchten und was eklig ist. Ich mochte früher keinen Vollkornreis und von Brötchen habe ich mir am liebsten die weiche Mitte rausgepickt und in Spinat mit Kartoffeln und Spiegelei habe ich lustlos gestochert, Eier waren eh eklig, genauso wie warme Milch und der Fettrand am Fleisch. Trotzdem wurden mir nicht unbegrenzt Extras aufgetischt, sondern es gab einfach Dinge, die ich lieber mochte als andere und die eein oder andere emotionale Diskussion.  Das ist dann vielleicht das Beste, was man Kindern mitgeben kann: Freude am Essen und Neugier auf Neues.  Und ganz ehrlich, ich würde versuchen auch in der kindlichen Ernährung das Paleo-Prinzip durchzusetzen. Es gibt genug Blogs von Müttern, die da auf wenig Probleme stoßen. Beziehungsweise die Probleme fangen dann dort an, wo sich eine dritte Partei meint in die Ernährungsdebatte einmischen zu müssen. Sicher, das ist eine Herausforderung, die eigene Ernährungsweise, etwa mit der Versorgung im Kindergarten, oder der Schule, oder bei Geburtstagen unter einen Hut zu bringen – aber ein Lohn ist sicherlich, dass man mit der richtigen Ernährung dazu beitragen kann, ein Kind auf den richtigen Weg zu bringen und für gute Startbedingungen zu sorgen. Zu oft hört man ja auch die Geschichten von kleinen Kindern, die schon im zartesten Alter von Unverträglichkeiten gebeutelt werden. Spätestens in der Pubertät verliert man ja eh an Einfluss, aber man hat ein Bewusstsein geschaffen.

Aber eigentlich ist es auch müßig darüber zu spekulieren, denn für mich stellt sich die Frage nicht, bzw. bleibt  im Reich des Theoretischen. Und ganz ehrlich, ich werde mir zukünftig noch genauer überlegen, mit wem ich mich auf ein solch  tückisches Konversationsparkett begebe. Mit vielen Müttern geht es tatsächlich nicht. Wenn ich dann noch dazu sage, dass ich keine Kinder plane, oder will, dann ist für viele klar, dass ich keine Kinder mag und ich werde zur potentiellen Kinderquälerin, weil ich mir, so ganz theoretisch, anmaße zu wissen, was gut sein könnte. Dabei ist der andere Standpunkt nicht weniger anmaßend, ist er zwar erfahrungsgeprägt, aber eben auch mit subjektiven Scheuklappen versehen.
Aber es gibt so Themen, die wären interessant für erwachsene Diskussionen, sind aber schwer zu besprechen. Denn viel zu oft sind Diskussionen um solche Themen, die letztlich den eigenen Lebensentwurf betreffen, nicht sehr erwachsen. Wenn ich mit erwachsen eine Position meine, die auch mal nach rechts und links überlegt und nicht darauf versteift ist, den eigenen Standpunkt zu verteidigen.
Wähle ich einem Lebensentwurf, der etwas grundsätzlich anders macht, sei es eben über das Essen, die Kinderfrage, die Arbeitsform, die Beziehungsgestaltung, ist das eine persönliche Entscheidung, die in diesen Bereichen dann oftmals eine bewusst getroffene Entscheidung für etwas ist, nicht dagegen. Das heißt, als Transferleistung würden im Idealfall die Mitmenschen erkennen, dass ein Wunsch nach Kinderlosigkeit nicht automatisch heißt, dass man etwas gegen Kinder hat, dass eine Kritik an den Konsummustern unserer Gesellschaft nicht bedeutet, dass man jeden um sich herum verurteilt, der sich wohler fühlt mit dieser Maschinerie und das heißt auch nicht, dass man, wenn man sich dem Paleo-Prinzip gemäß ernährt, die Nase rümpft wenn sich jemand ein Brötchen schmiert, oder eine Pizza bestellt.
Auch diese Menschen gibt es, die den eigenen Lebensentwurf als Maßstab nehmen und  bewerten, wie sich das Umfeld so schlägt – das ist anmaßend. Kleinkariert und wenig produktiv.
Für mich persönlich hat sich aber tatsächlich gezeigt, dass ich bei Menschen, die in ganz unterschiedlichen Bereichen etwas außerhalb dessen stehen, was man wohl allgemeinhin als Mainstream in all seinen Sinus-Milieu-Ausprägungen versteht, öfter auf ein ungetrübtes Interesse und auch auf Verständnis stoße. Und was ich ebenfalls denke ist, dass es traurig ist, dass der sich durchziehende, kommerzialisierte Individualismus in unserer Gesellschaft die Leute so gefangen nimmt und beschäftigt hält, dass dort, wo ein leise nagendes Gefühl spricht und den zarten Wunsch äußert, vielleicht etwas ändern zu wollen, dieser Wunsch oftmals betäubt wird durch die Sorgen, Ansprüche und Bedürfnisse, die einem der Lebensstil so aufzwängt. Und wenn man dann auf Menschen trifft, die etwas anders machen, kann dies eine Inspiration sein. Aber wenn die Angst vor Veränderungen zu groß, oder die Bequemlichkeit zu bequem ist, dann ist die Konfrontation mit anderen Lebensentwürfen ein Moment, indem man sich vielleicht selbst in Frage gestellt fühlt. Wobei man selber es ist, der sich dort in Frage stellt und kritisiert und dann beißt man zu, wo man vielleicht etwas hätte gewinnen können. Das ist nur allzu menschlich und nicht in diese Fallen zu tappen, erfordert eine Wachsamkeit den eigenen Gespenstern gegenüber und dem Mut, sich diese einmal ganz genau anzuschauen.

Oftmals sind es gar nicht die anderen, die uns enttäuschen, das sind wir nur zu oft selber, mit unseren Paketen an Erwartungen und Unsicherheiten. Das ist schade. Aber es kann einem helfen zu verstehen oder auch zu handeln, wenn man selber mit dieser Abwehr konfrontiert wird. Wir sind nicht verantwortlich für die Gedanken der anderen und dürfen dafür auch nicht bestraft werden. Kompliziert, diese Menschen. Merke ich tatsächlich immer öfter. Aber schön, dass so vieles möglich ist und man für sich immer wieder neue wundervolle menschliche Entdeckungen machen darf. Denn das ist nie schwarz und weiß, dazwischen ist ganz viel schönes unterschiedliches Grau. Gerne mit einer Note Flieder oder Blau.

Und wenn man sich manchmal mit sich oder der Welt versöhnen muss, dann ist ein Küchenabenteuer manchmal die perfekte Geste.

Haselnuss-Espresso-Makronen mit Schokocreme
Diese kleinen Dinger sind so unverschämt, dass ich sie tatsächlich eher als Dessert sehen, denn als Gebäck.

200 Gramm gemahlene, geröstete Haselnüsse
150 Gramm gehackte, geröstete Haselnüsse (einfach Haselnüsse im Ofen rösten und mit dem Pürierstab etwas zerkleinern)
3 Eiweiß
1 Tässchen starker Espresso
5-6 Esslöffel Xucker
50 Gramm möglichst bittere Schokolade (85% und mehr)
Ca. 40 Gramm Butter
Salz
Vanille

  • Denn Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  • Die Eiweiß mit einer Prise Salz schön steif schlagen. Während des Schlagens, nach und nach den Xucker einrieseln lassen. Die Masse ist dann am Ende schön weiß glänzend und fest.
  • Nun die Haselnüsse, 5 Esslöffel Espresso und einen Teelöffel Vanille vorsichtig unterziehen bis eine luftige, gleichmäßige, kompakte Nuss-Masse entsteht, je fester sie ist, desto weniger zerläuft sie im Ofen
  • Die Masse mit Löffeln zu Häufchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und auf der mittleren Schiene ca. 20 Minuten backen. Sie sollen nicht zu dunkel werden aber dürfen auch nicht zu weich sein.
  • Das Backpapier mit den Makronen vorsichtig auf einen Tisch ziehen und dort auskühlen lassen.
  • Während die Makronen backen, die Schokolade mit der Butter und drei Esslöffeln Espresso im Wasserbad schmelzen und gründlich vermengen.
  • Die Schokoladenmasse nun für ca. 40 Minuten in den Kühlschrank geben, bis sie sich gut in einen Spritzbeutel geben lässt.
  • Auf jede Makronen etwas Schokocreme geben und dann die Plätzchen ruhig noch einmal in den Kühlschrank stellen um die Creme auszuhärten.

Kaffee-Nougat lecker.

Guten Appetit!

Sommertage und das dicke Kind

Paleo DiätDer Himmel trägt sommerliches Grau, was die Frage ob Schwimmbad oder Schreibtisch hinreichend beantwortet. Eine gute Gelegenheit sich vielleicht einmal im Geschriebenen nackig zu machen.  Immerhin keine Sonnenbrand-Gefahr aber ein wenig Selbstüberwindung gehört dazu, dass innere dicke Kind nach außen zu tragen. Denn, Schwächen zeigt man nicht so gern. Aber gemäß der täglichen Schweinehund-Konfrontation drehe ich ihm eine lange Nase und lasse die Hosen runter. Oder so.

Wer sich im Internet über die Paleo-Ernährung informiert wird früher oder später auch auf die Vorher-Nachher-Bilder stoßen.

Es ist beeindrucken zu sehen, welche Veränderungen Menschen über die Umstellung der Ernährung erzielen können. Diese Menschen haben ihr Leben verändert.

Und ich werde dann immer leicht wütend wenn ich an die einschlägigen Frauen- und Lifestyle-Magazine denke, die einem jedes Jahr wieder den Bikini-Notfalls-Plan und die neusten Diät-Trends präsentieren. Man muss ihnen ja zu Gute halten, dass mittlerweile auch die Paleo-Ernährung auftaucht. Wenn auch nicht immer gut recherchiert und mitunter etwas tendenziös in der Darstellung. Es ist halt nicht so konform mit dem was uns der Mainstream bisher eingetrichtert hat.  Aber mal ganz ehrlich, die herkömmlichen Diäten haben doch eines bewiesen – sie wirken nicht oder nicht langfristig und kehren noch immer grundsätzliche Fakten unter Teppich: Es gibt nichts geschenkt in der Arbeit an der äußeren Hülle und mit dieser ist es auch nicht getan. Wer Änderungen erfahren will, muss sie konsequent umsetzen und darf nicht auf schnelle Belohnungen hoffen. Aber gekonnt wird da in den Redaktionen und bei den Urhebern der Konzepte mit den Sehnsüchten und Wünschen von uns Leserinnen gespielt. Und das Thema rührt so tief, dass wir es sogar schaffen unsere Rationalität auszuschalten und unsere Intelligenz zu beleidigen.

Aber zurück zum Wesentlichen: Ich mag nicht von Diäten sprechen, nicht von Diäten wie wir es heute zumeist verstehen. Für mich ist das Paleo-Konzept tatsächlich ein ziemlich weitgreifender Lebens Entwurf, der über  den bewussten Umgang mit Nahrung hinaus führt in andere Bereiche. Das ist der eine Grund. Der andere ist, dass bei mir ein innerliches Sich-Winden einsetzt wenn ich von Diäten spreche. Ich habe meine Erfahrungen hinter mir. Nie so wirklich schlimm, dass ich stark übergewichtig war, aber immer war ich am Kämpfen und es gab Schwankungen, die ich mit viel Anstrengungen versucht habe aufzufangen. Indem ich Punkte zählte, für teures Geld Diät-Fraß vertilgte, kurzzeitig Sportsüchtig war und und und….dauerhaft unzufrieden. Das vor allem.  Und das viel zu lange. Angefangen hat es mit 16 Jahren und einer Abhängigkeit von der täglichen Waagen-Tortur und hat mich dann begleitet.  Erschreckenderweise mein halbes Leben lang.

Wie oft war meine Stimmung und Tagesform abhängig  davon, was die Waage sagte und nachdem ich diese verbannt hatte (so viel Intelligenz besaß ich noch) hing es an den Klamotten. Ein ständiger Wechsel zwischen sich verhüllen um von den selbstempfundenen Makeln abzulenken und dem, meist leider sehr temporären, Gefühl der Akzeptanz.

Und das Schlimmste für mich war – ich wusste gar nicht wo ich hin wollte. Ich war nicht stark übergewichtig und hatte kein klares Ziel vor Augen, ich war nur nie zufrieden und habe eigentlich nur gesehen was  mir alles nicht gefiel an mir. In meiner Unzufriedenheit wurde das Ganze dann nur verstärkt und es gab eine Zeit, in der mich dem Gefühl zu sehr hingegeben habe – meine Erfahrung war ja: Ist egal was ich mache, ich werde eh nie so aussehen wie….ja, wie was oder wer? Auch wenn ich mich runterhungere werde ich nie 1,80 sein und Körper sind ja, wunderbarerweise, nicht genormt. Ich wusste nicht wo ich hin will mit meinem Äußeren, ich wusste nur dass mir nicht gefällt, was ich da im Spiegel sah, in den ich nicht so gerne schaute. Und dieser wenige Respekt mir selbst gegenüber rächte sich. Auf einmal zeigt die Waage, die ich zufällig kreuzte, 80 Kilo bei 1,65m an. Das ist nicht ok. Das ist zu viel und es sieht auch nicht gut aus. Ich hatte Kopfschmerzen, Knie-Probleme und Magen-Probleme.

Ich habe damals die Notbremse gezogen, wahnsinnig viel Sport gemacht und mein Leben umgekrempelt. Es zeigten sich Erfolge, ich war zufriedener aber noch nicht richtig. Auf einmal war es nicht nur mein Körper sondern auch das Sport-Pensum, die mich bestimmten. War ich zwei Tag nicht Laufen, sank meine Stimmung und ich hatte das Gefühl mit jeder Minute neue Kilos anzusetzen. Mir taten die Knie weh beim Laufen aber ich machte weiter, dazu noch Schwimmen und Yoga. Es war aber mehr ein Kampf als Vergnügen. Mein Körperbewusstsein und ich hatten dann nach ungefähr 2 Jahren einen Status Quo ausgefochten. Es war ok so wie es war. Nicht mehr und nicht weniger. Ich wollte mich davon nicht mehr bestimmen lassen.

Das ging aus ganz gut, war aber unterschwellig da, als ob eine Aussprache mit einem nahen Menschen im Raum steht, der man aus dem Weg geht.

Dann, vor etwas über einem Jahr, hielt dann die Paleo-Küche Einzug.  Und plötzlich änderte sich noch einmal alles. Kleine Wehwehchen verschwanden und ich merkte, dass eine Grund-Angespanntheit eben kein Normal-Zustand ist. Und, mein Bauch stand nicht mehr im Zentrum des Körpergefühls. Ein total komisches Gefühl nach langen Jahren einer angespannten Beziehung. Er gab auf einmal Ruhe. Keine Schmerzen, Unruhen oder Ballon-Zustände. Das war eine solche Erleichterung. Und dann nahm ich auch noch ab. Das hatte ja nicht im Vordergrund gestanden und bei mir dauerte es tatsächlich, während mein Mann in rasanter Zeit dahin schmolz , ließ mein Körper sich Zeit. Aber irgendwann merkte ich, dass aus einer Kleidergröße 40-38, erst eine 38 wurde und dann eine konstante 36. Und da stehen wir jetzt. Und ich habe keinen Grund mich zu beklagen. Das neu gewonnene Energie-Level hat den Sport zu einem regelmäßigen Begleiter gemacht. Allerdings in einem Maße, das mir gut tut und an dem sich meine Stimmung nicht mehr aufhängt. Und auf einmal sind da Muskeln, von denen ich nie dachte, dass ich sie einmal sehen würde.

Also alles gut, oder? Hmm, jein. So sehr mich der Blick in den Spiegel jetzt erfreut (ich muss zugeben manchmal ganz erstaunt zu sein), so sehr merke ich auch wie tief das gestörte Gefühl zu mir selber sitzt. Irgendwie war da immer ein gefühltes dickes inneres Kind, das alles Äußere weggewischt hat und für  Unzufriedenheit sorgte. Ich habe das Gefühl nach gut 20 Jahren konstanten Kampf um ein (mir nicht bekanntes) Wunschbild, ist erst jetzt der Zeitpunkt da, dem dicken Kind die Hand zu reichen und es in den Ruhestand zu schicken. Wenn ich die Länge der Zeit dieser inneren Auseinandersetzung und Unzufriedenheit betrachte, macht mich das traurig, bestärkt mich aber auch darin es nun besser zu machen. Und ich frage mich wie vielen es geht wie mir. Ob es in meiner Generation überhaupt so etwas gibt wie ein entspanntes, gesundes Körper-Bewusstsein. Ich fürchte fast nein, oder es ist nur ein kleiner Teil der Frauen (und auch Männer), die sich wirklich akzeptieren und angenommen haben. Und damit meine ich nicht, sich mit Übergewicht abzufinden, denn damit tut man seinem Körper einfach nichts Gutes und die gesundheitlichen Vorteile einer gesunden Ernährung und eines entsprechenden Gewichts sollten einem die Mühe wert sein – ist die langfristige Belohnung doch mehr als entschädigend. Ich meine die innere Einstellung, dass das Wohlbefinden eben nicht an den zwei Kilo hängt, die vermeintlich noch runter können – denn die bleiben als eingebildeter Störfaktor, bis man sich selbst die Hand reicht und einen Schluss-Strich zieht unter den Selbstbetrug und die Schinderei.

Ach ja und wenn ich ins Freibad gehe, denn die Sonne ist wieder da, dann leiste ich mir ein Akt der inneren Rebellion – ich ziehe meinen Bauch nicht ein!

Von großen und kleinen Pferdemädchen und dem lieben Sport

ReitsportIch habe es getan: Kaum raus aus der großen Stadt habe ich das Reiten wiederentdeckt.

In meiner Kindheit hatte er mich bereits fest im Griff – der Pferde-Virus und ich muss mich rückblickend bei meine Eltern bedanken für die starken Nerven mit denen sie diverse Pferde-Dramen durchgestanden haben.

Tauchte im Urlaub irgendwo ein Reiterhof am Wegesrand auf, war es schwer mich davon zu überzeugen, dass ich das Reiten auf den heimatlichen Reitstall verschieben soll.  Nein! Ich wollte an irgendwelchen Stränden entlang galoppieren und überhaupt war doch jedes Pferd mein bester Freund und hatte gerade zu mir eine ganz besondere Beziehung! Mit ungefähr 13 Jahren war dann aber erst einmal Schluss mit diesem Lebensinhalt.

Meine Freundinnen und ich verlagerten das Leben raus aus dem Reitstall und so verschwanden die Pferde erst einmal in der Erinnerung. Nur, irgendwann drängten sie sich wieder in den Vordergrund. Und plötzlich musste ich wieder an jeder Pferde-Weide am Wegesrand stehenbleiben und Hallo sagen.

Die logische Konsequenz war dann Reitunterricht. In der großen Stadt Berlin gestaltete sich das noch schwer, ohne Auto und ohne Zeit, und ich wollte nicht lange Fahrten in Kauf nehmen, um dann am Stadtrand auf  abgestumpften Groß-Pferden durch eine Reithalle zu zuckeln.

Also wartete ich ab und hier im Taunus fand sich dann die Lösung – ein Hof mit Islandpferden. Und nun geht es einmal die Woche aufs Pferd und ich stelle fest – es hat sich einiges verändert.

Statt die großen Tiere unbedarft mit der ganzen Tier-Liebe zu überfordern, zu der kleine Mädchen fähig sind, ist da jetzt ein großer Respekt vor den großen schönen Tieren, die einem auch jede Woche wieder zeigen, dass man noch eine Menge lernen muss. Aber jedes kleine Erfolgs-Erlebnis wird belohnt und allein der Umgang mit den Tieren sorgt für eine Entspannung und innere Ruhe, die man sonst schwer findet. Denn man ist gezwungen ganz im Moment und konzentriert auf das Tier zu sein. Der eigene Stress und die eigene Unruhe werden oftmals direkt gespiegelt durch ein genervtes Pferd. Und dann haben beide Seiten keinen Spaß.

Wenn man sich aber drauf einlässt und sich selbst zurück nimmt und sich einfach auf das Tier und das Reiten konzentriert, wird man mit einem echten Glücksgefühl belohnt.

Und so ist die Reitstunde nun fester Bestandteil des wöchentlichen Sportprogramms. Denn obwohl das Reiten auf manchen Ebenen über Sport hinausgeht, sollte man auch nicht unterschätzen, welche Vielzahl unbekannter Muskeln im Sattel aktiv wird.

Das ist der eine fixe Wochentermin, der andere Termin führt jede Woche einmal zum Krafttraining  ins Sportstudio. High Intensity Training – niemals wollte ich früher mit den Geräten eines Sportstudios in Berührung kommen.  Und dann auch noch mit Gewichten. Am Anfang hatte ich Angst, dass am Ende der Reise ein Ich in der Figur einer 80-er Jahre  Kugelstoßerin steht.  Weit gefehlt und völlig unbegründet.

Die Haltung ist deutlich besser, es sieht alles irgendwie besser aus und das allgemeine Wohlbefinden hat zugenommen.

Wenn man einmal anfängt, das Internet zum Thema Paleo zu durchforsten, fällt schnell auf, dass viele sich dieser Ernährungs- und Lebensweise über den Sport genähert haben. Wer also mehr Informationen zu der Wechselwirkung Ernährung und Trainingsleistung sucht, der wird mit Google glücklich.

Mein Ansatz war ein anderer, über das bewusster essen und leben wollen landete ich bei der steinzeitlichen Ernährung und der Sport kam dann in einem zweiten Schritt dazu.

Neben dem Reiten und dem Krafttraining  versuche ich noch zwei Pilates-Einheiten in der Woche unterzubringen. Diese kann man mit etwas Übung wunderbar zuhause absolvieren und ich finde es eine schöne Unterstützung des Krafttrainings, denn das Pilates zwingt einen zu sehr kontrollierten, gezielten Bewegungen, was einem mit einer verbesserten Körperbeherrschung bei allen anderen Sportarten zu Gute kommt.

Und wenn uns dann nicht das Leben durch die Republik treibt, werden die Wochenenden für Wanderungen im Taunus genutzt. Ich glaube, ich habe noch nie zuvor so viel Sport so mühelos in meinen Alltag integriert, was einfach auch daran liegt, dass ich mehr Energie habe und Prioritäten anders lege.

Es gibt da einfach ein Bewegungsbedürfnis, aber nicht aus dem Unwohlsein heraus, dass man schlechte Ernährung kompensieren möchte, sondern einfach, weil da ein angenehmer Energie-Überschuss und Freude an der Bewegung sind, die ausgelebt werden wollen.

Und der innere Schweinehund, der hält tatsächlich meist die Klappe, wo er mir früher halbe Tage lang Argumente ins Ohr gebrüllt hat, warum ich meinen Sport ausfallen lassen kann.

In Bewegung kommen!

Ärzte, die an Ärzten zweifeln

IMG_3379Es ist doch nun einmal so: Dem Urteil ausgewiesener Experten (Ärzte) trauen wir eher als den Meinungen interessierter Laien. Auch wenn diese mitunter die interessanteren Fragen stellen, da sie nicht beeinflusst sind durch akademische Traditionen und Lehrmeinungen.

Und ein persönliches Schicksal weckt unsere Empathie (hoffentlich) und vermittelt uns heikle Themen besser als jede wissenschaftliche Abhandlung es kann. Zumindest regt sie konkret zum Nachdenken an.

Auf eines dieser Schicksale bin ich vor kurzem in der deutschsprachigen Paleo/Primal-Gruppe gestoßen – ja wir sind gar nicht so wenige und werden immer mehr. Dort wurde in einer Diskussion auf das Video zum TED-Talk  von Dr. Terry Wahls  verwiesen. Unter dem Titel „Minding your Mitochondria“ beschreibt Dr. Wahls darin auf ergreifend unterhaltsame und sachlich fundierte Weise ihren persönlichen Weg seit der MS-Diagnose.

Selber Ärztin und in der Forschung tätig, suchte sie anfangs Hoffnung bei neuesten Therapien der klassischen Schulmedizin, doch dann führten sie ihr verschlechterter Gesundheitszustand und das Versagen der empfohlenen Methoden in eine völlig andere Richtung. Sie begann ihre eigenen Recherchen und kam letztlich an dem Punkt an, dass sie das Essen – die Versorgung ihres Körpers mit bestimmten Nährstoffen – als einen Schlüssel-Faktor entdeckte, um die Symptome ihrer Krankheit zu lindern.

Ich bin keine Medizinerin und viel zu kritisch, um schnellen Heils-Versprechen zu glauben und ich weiß, wie groß die Abwehr gegenüber „alternativen“ Methoden im Bereich der Gesundheit ist, aber die Mechanismen, die Dr. Terry Wahls in diesem Video erklärt laden sehr zum Nachdenken ein. „Du bist was Du isst“ gewinnt hier eine völlig neue Bedeutung.

Leider gibt es das Video nur auf Englisch, aber der BioMedizin-Blog hat die Fakten des Vortags noch einmal auf Deutsch zusammengefasst.

Eine Empfehlung.