Kickstart in den Tag – Wundermittel Knochenbrühe

collage.brüheEine häufige Frage für viele ist, was wir eigentlich zum Frühstück essen – da diese Mahlzeit ja traditionell mit Getreide besetzt ist. Ganz einfach: Bei uns ist das Frühstück zur Suppen-Mahlzeit geworden.

Ich war anfangs recht skeptisch was das Hantieren mit den Knochen betraf  und deshalb stammt das Rezept auch nicht von mir, sondern von meinem Mann. Rückblickend muss ich sagen, dass ich froh bin über die Hartnäckigkeit, mit der die Suppe bei uns eingeführt wurde. Anfangs hat mich der Geruch der vor sich hin siedenden Knochen echt gestört. Heute brauche ich meine tägliche Dosis Knochenbrühe. Und würde tatsächlich nicht mehr zu Instant-Brühe greifen. Es ist erstaunlich zu sehen, wie sehr die Lebensmittel-Industrie über Jahre unsere Sinne trainiert hat. Wir lehnen Neues oft erst einmal ab, wenn es in seiner Ursprünglichkeit nicht dem gewohntem Geschmack des Fertig-Produkt-Gegenstücks entspricht.

Aber damit ist ja zum Glück Schluss. Zurück zum lieben Suppentopf: Die Brühe sättigt nachhaltig und steckt voller wichtiger Mineralstoffe. Einen besseren Start gibt es  kaum. Und wie bei allem ist es hier nur eine kurze Umstellungszeit, bis man die lange trainierte Süß-Croissant-Marmeladen-Brot-Konditionierung durchbrochen hat! Und keine Sorge: Morgendliche Süß-Junkies essen nach der Brühe einfach noch einen Paleo-Keks.

Die Brühe ist auch immer eine optimale Grundlage wenn man einen Fasten-Tag einlegen möchte oder wieder ins Essen einsteigt: Ohne zu belasten, sorgt die Brühe für ein langanhaltend konstantes Energie-Level und es entstehen keine Energielöcher. Das ist meine Erfahrung. Diese Energielöcher (gerne am späten Vormittag und nach dem Mittagessen) haben mich früher wirklich beeinträchtigt und zu oft wurden sie kompensiert mit Zucker in jeder Form (Haribo,Kekse, etc.).

Mit einer vernünftigen Essens-Grundlage merkt man auf einmal, wie viele dieser oft unnötigen Zwischenmahlzeiten überflüssig sind.

Aber am besten probiert man es einmal selber aus! Die Brühe ist zudem eine super Grundlage für andere Rezepte wie etwa Gulasch. Wir haben immer eine Ration Brühe im Kühlschrank stehen, die für ca. eine Woche reicht. Man kann die Brühe auch portionieren und einfrieren.
Und nicht erschrecken- je nach Knochen geliert sie ganz wunderbar fest zu einem Suppenpudding!

Das Rezept

1,5 Kg frische Knochen vom Weide-Rind
1 großes Bund Suppengemüse (Möhren, Sellerie, Petersilienwurzel, Petersilie, Lauch)
1 großzügiges Stück Ingwer
1 Schuss Apfelessig (löst die Mineralstoffe aus den Knochen)
Gewürze (Kreuzkümmel, Senfkörner, Lorbeerblätter, gemahlener Koriander, Piment, Pfeffer, Paprika) – nach Belieben und Geschmack

KEIN SALZ während des Kochens!! Gesalzen wird erst am Ende bzw. wir salzen die einzelnen Portionen vor dem Servieren.

  • Die Knochen waschen und in einem großen Topf mit kaltem Wasser und dem Schuss Apfelessig bedeckt zum Kochen bringen. Wir nehmen nach der begrenzten Haltbarkeit unseres Schnellkochtopfes mittlerweile einen normalen, großen Topf aber es geht auch sehr gut und kürzer (3-4 Stunden) im Schnellkochtopf.
  • Die Knochen aufkochen und den Schaum, der sich auf der Oberfläche bildet, abschöpfen. Manche lassen ihn drin. Er trübt letztlich nur das Aussehen der Brühe.
  • Nun das geputzte und kleingeschnittene Suppengemüse, den kleingeschnittenen Ingwer und die Gewürze dazugeben. Man kann auch noch etwas Wasser angießen.
  • Alles einmal zum Sieden bringen und dann mindestens 24 Stunden auf kleinster Stufe weiterkochen. Wir haben aktuell einen Elektroherd aber haben die Suppe auch bedenkenlos auf dem Gasherd stehenlassen und sind zur Arbeit gegangen.
  • Wer nicht warten mag, kann sich zwischendurch eine Portion Brühe abschöpfen, Wasser nachgießen und die Brühe weiterköcheln lassen. Auch 48 Stunden schaden ihr nicht, sondern machen sie nur intensiver!
  • Am Ende die Brühe durch ein feines Sieb gießen und kurz zum Abkühlen in kaltes Wassers stellen. Dann ab damit in den Kühlschrank.

Man kann sich die Brühe pur mit einem Stück extra Butter und etwas frischen Kräutern oder etwas Wurst sowie Gemüse nach Wahl schmecken lassen. Ich bin eher puristisch und mag sie am liebsten pur oder mit Wurst und mit extra Butter und etwas Schnittlauch.

Und wer es vermeintlich eleganter mag, kann von seiner Bouillon schwärmen. Das ist nämlich nichts anderes.

Guten Appetit!

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Fasten und vom Braten träumen

IMG_3138Der Fasten-Selbstversuch. Dann doch. Nachdem es schon länger zur Diskussion stand, haben wir gestern Abend einfach mal beschlossen das Intermittent Fasting zu wagen, da diesem – abgesehen von reiner Faulheit- nichts entgegenstand. Einen letzten Ausschlag gab dann die sehr griffige „Gebrauchsanweisung“ auf dem Blog „paleoleben“ und so hieß es dann nach dem gestrigen Abendessen erst einmal Nahrungsaufnahme-Stopp.
Wir haben uns 22 Stunden gegeben und die gingen ganz wunderbar zügig vorbei. Der Tipp, die Schlafperiode in die Fastenzeit mit einzubeziehen, war sehr hilfreich und der Start in den Tag wurde mit viel grünem Tee ganz einfach.
Auch die Stimmung war weitestgehend positiv und erst zur späten Mittagszeit begann eine leichte Angespanntheit sich breit zu machen. Wobei es tatsächlich noch hätte weitergehen können.

Das Gefühl war ein ganz neues und positives – nicht aus Reflex heraus die nächste Mahlzeit einzunehmen, sondern zu schauen, wie der Körper auf den längeren Nahrungsentzug reagiert und was er mir mitteilt. Ich habe in der Vergangenheit eh schon festgestellt, dass bei einer konsequenten Paleo-Ernährung deutlich weniger Nahrung nötig ist und sich essensfreie Perioden nicht mehr zu sozialer Unverträglichkeit auswachsen. Sehr beruhigend. Und das Energie-Level ist konstanter, die Leistungsfähigkeit unterliegt weniger Schwankungen, was letztlich die Arbeitszeit einiger Frustrationen beraubt. Auch während des Fasten habe ich konzentrierte Kopfarbeit geleistet und zudem noch ein mittägliches Pilates-Pensum einbauen können.

Dennoch war die Knochen-Brühe zum „Fastenbrechen“ mit das Beste, was ich seit Langem gegessen habe! Bevor es aber die Brühe gab, war mein Geist kurzzeitig vom fixen Gedanken an ein bestimmtes Gericht besessen: Heidschnucken-Keule.
Diese Köstlichkeit, die es bei uns an Ostern gab, hat sich so eingebrannt, dass ich sie noch schnell teilen will. Heidschnucken sind wohl meine Lieblinge unter den Schafen. Andere Schafe mögen weiße Lämmer haben, aber keines schmeckt so wunderbar wie Heidschnucke!

Meine Zutaten

Eine frische Bio- Heidschnucken-Keule (es waren knapp 1,5 Kilo)
4-5 dicke Möhren
6 Zwiebeln
1 große Tasse Brühe
1 große Tasse trockenen Rotwein
Salz
Pfeffer
Rosmarin
Knoblauch
Olivenöl

  • Ofen auf 120 Grad vorheizen.
  • Die Heidschnucken-Keule säubern, trocken tupfen und ein paar Knoblauchzehen spicken. Da es keinen Rosmarinzweige gab, habe ich improvisiert und aus getrocknetem Rosmarin, etwas Knoblauch, Salz, Peffer und Olivenöl eine Pesto-artige Würzpaste hergestellt. Diese habe ich großzügig auf der Keule verteilt.
  • Möhren schälen und in grobe Stücke schneiden, Zwiebeln schälen und in Stücke schneiden und beides in einen großen Bräter geben. Dazu 3-4 Esslöffel Brühe.
  • Nun die Keule auf das Gemüsebett geben und in den Ofen schieben. Nach ca. 40 Minuten die Brühe und den Wein in den Bräter gießen, so dass die Keule schön schmoren kann.
  • Nach 3,5  Stunden war unsere Keule fertig und perfekt – noch leicht rosa. Um sicherzugehen, schneidet man die Keile an der fleischigsten Stelle an: tritt roter Bratensaft aus, dauert es noch. Ist der Saft klar – super!

Nun noch schnell den Tisch gedeckt und die Keule serviert, dazu das wunderbar durchgeschmorte Gemüse, das all die leckeren Aromen aufgenommen hat…

Guten Appetit!

P.S.: Bratenreste ergeben mit dem Olive-Fluff-Brot  ein absolut deliziöses Sandwich!!