Morgengrumpeln, Speck und so

Bacon PancakesIch habe ja schon mehrmals erwähnt, dass es auf Facebook eine Paleo-/Primal-Gruppe gibt. Ich habe die Gruppe als echte Erleichterung empfunden, nachdem wir uns in den ersten Monaten unseres Paleo-Selbstversuches ein wenig, sagen wir, wunderlich vorkamen. Es war schön zu lesen, dass auch andere Menschen umgetrieben werden von der Suche nach Weidemilch-Butter-Quellen und sich über die optimale Fettzufuhr Gedanken machen.

Die Mitglieder in der Gruppe sind so unterschiedlich, wie die individuellen Beweggründe sich mit gesunder Ernährung zu beschäftigen. Viele kommen aus der Sport- und dort besonders aus der Cross Fit-Ecke (ich möchte auch mal! Gibt es hier vor Ort nur noch nicht und so kämpfe ich einmal die Woche auf der Freihantel-Fläche in einem Sportstudio rum), andere sind aus gesundheitlichen Gründen auf die Paleo-Ernährung gekommen oder wollen abnehmen, was ja auch unter gesundheitliche Aspekte fällt.  Und dank dieser unterschiedlichen Menschen bekommt man jede Menge Ideen, Inspirationen und Informationen. Denn kein Thema ist so abseitig, dass es nicht irgendwann in eine Frage verpackt wird. Und noch dazu ist das sehr informative Paleo Wiki entstanden.

Wunderbar. Denn nicht immer hat man Lust sich durch die vielen, informativen US-Blogs zum Thema zu wühlen.

Aber manchmal ecke ich innerlich etwas an, wenn ich mich in dieser Facebook-Gruppe rumtreibe und das immer dann, wenn ich das Gefühl habe, dass der ein oder andere versierte Steinzeit-Esser sich päpstlicher als der Papst benimmt. Was nicht ausbleibt, wenn sich über 2000 Menschen zu einem Thema austauschen, das Hintergrundwissen erfordert. Es steckt in vielen von uns sich zu Experten aufzuschwingen, ob gefragt oder nicht. Ich freue mich lieber über jeden in dieser schnell wachsenden Community, der beginnt seine Essgewohnheiten zu überdenken und mehr auf sich zu achten. Was dann jeder daraus macht, wer dabei bleibt, das will und sollte ich mir nicht anmaßen zu bewerten.

Eines der Themen, die ab und zu für Diskussionen sorgen, ist der Food Porn  bezogen auf Comfort Food und da fühle ich mich angesprochen, denn ich überlege auch jedes Mal ob ich das nächste Kuchen-Rezept posten soll oder nicht. Aber ganz ehrlich – wir sind alle erwachsen und wer sich denkt, er könne den ganzen Tag Paleo Kuchen und Gebäck in sich hineinstopfen und gesund und dünn oder was auch immer werden – der hat noch nicht richtig nachgedacht, hat der Bequemlichkeit noch nicht den Kampf angesagt.

Wer sich aber bewusst mit seiner Ernährung auseinandersetzt, kommt automatisch an den Punkt wo er Gewohnheiten unter die Lupe nimmt und sich selbst davor schützt, ungesunde Essens-Rituale einfach nur zu verschieben.

So viel eigenes Bemühen und Bewusstsein vorausgesetzt, habe ich heute eine Frühstücks-Alternative zur obligatorischen Brühe – Speck-Pfannkuchen…

Mein Rezept

3 Eier
2 gestrichene Esslöffel
Kokosmehl
Bacon in Streifen
Gemahlener Pfeffer
Salz
Schnittlauch
Schmalz
Butter

  • Die Eier gründlich quirlen  (ich bin da etwas zwanghaft und bearbeite sie ausgiebig mit den Schneebesen).
  • Die Eimasse mit Salz Pfeffer würzen und Schnittlauch unterrühren.
  • Nach und nach das Kokosmehl unterrühren bis die Konsistenz etwas klebrig wird.
  • Großzügig Schmalz in der Pfanne schmelzen.
  • Den Teig in die Pfanne geben, dass sich ein runder, nicht verlaufender Fladen ergibt und nun von jeder Seite etwa 5 Minuten knusprig anbraten. Den Pfannkuchen an die Seite schieben und Speck nach Wahl und Bedarf im Schmalz mit anbraten.
  • Der Pfannkuchen reicht gut für zwei Personen.

Also ab auf den Teller und noch etwas extra Butter und Pfeffer obendrauf!

Guten Appetit!

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Gute Begleiter – Kürbis-Brot

Kürbis-BrotSo, ich will unbedingt noch einen zuverlässigen kulinarischen Begleiter vorstellen, bevor ich  mich dem totalen Koch-Wahnsinn hingebe – das Wochenende steht in Form von Gästen vor der Haustür und ich habe eine irgendwo in mir tief verwurzelte Sorge, es könnte jemand nicht satt nachhause gehen.

Seit man als Kind bei den Verabredungen der Erwachsenen etwas vom besonderen Essen probieren durfte, ist dieser Zusammenhang fest verwurzelt: Ein schöner Abend bedeutet gutes Essen und Gastgeber-Sein. Beides Dinge, die ich sehr mag. Auch wenn es da kurz immer den Moment gibt, in dem ich denke, das schaffe ich alles nicht.  Dieses Gefühl resultiert meist aus dem Blick auf die umfangreiche Einkaufsliste, die einen kritischen Gedanken auf den Weg schickt – muss das sein? Ja, für mich muss das sein. Kochen bis zum Umfallen und dann in einem Zustand seliger Zufriedenheit zu fallen wenn Gäste über dem Essen ins Gespräch kommen. Dazu kommt, dass ich aus dem Alter raus bin, in dem die Menge des vorhandenen Alkohols über den Gelungenheits-Grad eines Abends entschied. Erwachsen-Sein kann so lecker sein!

Und dabei geht es auch nicht um ein Fischen nach Komplimenten : Haut rein und seid glücklich und wenn sich schmatzendes Schweigen ausbreitet, dann ist das größte Kompliment! Alles andere wäre Narzissmus, ausgetragen auf dem Rücken der Gäste. D s gibt es auch, aber dann schmeckt es halb so gut.  Und wenn ich ganz ehrlich bin, ich liebe die Vorbereitungen im Vorfeld – wenn aus einem Haufen Einkäufe ganz viele unterschiedliche Mahlzeiten entstehen, wenn man merkt, dass das Zeit-Management immer besser wird und man über viele Handgriffe nicht mehr so lange nachdenken muss. Und weil ich das Wirbeln beim Kochen so genieße, tue ich mich immer schwer Zuarbeiten zu delegieren – am liebsten mache ich alles selber. Das ist etwas, woran ich noch arbeiten werde. Denn helfende Hände sind ja angenehm.  Das Selbst ist halt auch eine sogenannte „Work in Progress“.

Damit den nicht Paleo-Essern unter den Gästen (was alle betrifft) nichts fehlt, gibt es immer auch Brot auf dem Buffet. Niemanden soll etwas aufgedrängt werden. Aber ich mache meistens noch eine Paleo-Variante. Im Prinzip ist es ja am sinnvollsten, sich den Automatismus „Ich brauche Brot zum Essen“ abzugewöhnen, denn Paleo-Brot bedeutet immer viel Nuss-Mehl. Aber für Ausnahmen finde ich das absolut ok. Man sollte halt einfach nicht das konventionelle Essen 1:1 übertragen und sich täglich ein halbes Paleo-„Brot“ reinziehen.

Ein brotiger Begleiter für diverse Essen ist das Kürbis-Brot. Ich habe es mir irgendwann aus einem amerikanischen Halloween-Menu geklaut. Ich weiß leider nicht mehr wo. Durch die süßliche Note ist es ein interessanter Kontrast zu vielen Speisen und ist wunderbar wandelbar in Würzung. Ich habe es abgewandelt und eher herzhaft gemacht

Mein Rezept

2,5 Tassen Mandelmehl (ich habe es nicht in Gramm umgewandelt sondern einfach dieselbe Tasse genommen, ca. 220 ml, um das Verhältnis beizubehalten)
1-1,5 Tassen Kürbis-Mus (aus gekochten oder gerösteten Kürbis, diesen einfach pürieren)
3 große Eier
0,5 Teelöffel Natron
große Prise Muskat
1 Teelöffel geriebenen Ingwer
2 Teelöffel Curry
1 Teelöffel Cayenne-Pfeffer (ich mag es scharf)
0,5 Teelöffel Salz

  • Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  • Alle Zutaten mit dem Hand-Rühgerät mixen. Ist der Teig zu flüssig, etwas Mandelmehl hinzu. Ist er zu trocken etwas mehr Kürbis und eventuell ein Schluck Wasser. Es soll ein kompakter fester Brei sein.
  • Eine Auflaufform großzügig fetten.
  • Teig einfüllen, glatt streichen und für 25-30 Minuten in den Ofen. Es bildet sich eine leichte Kruste und die Masse leistet leichten Widerstand wenn drauf drückt aber es soll nicht zu trocken sein.

Raus auf den Ofen und in Stücke schneiden – am besten ein Stück Butter auf das warme Kürbis-Brot und sofort genießen.

Guten Appetit!