In den Morgen hinein und Rezepte gegen Hitze: Curry-Rohkostsalat mit Wildlachs

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Leichte Rezepte gegen die Hitze

Verheißungsvolles Grau zieht da vor dem Fenster auf. Verheißungsvoll, da es ein reinigendes Gewitter verspricht. Ich mag den Sommer. Sehr. Ich mag es, wenn der frühe Morgen schon nach flirrender Mittagshitze riecht. Ich mag es, wenn auch der Alltag plötzlich diesen Sommerferienschimmer bekommt, weil ich barfuß durchs Haus schleichen und die Winterpullis in eine Auszeit schicken kann. Deshalb bin ich diesem Sommer auch sehr dankbar, ich weiß nicht wann wir zuletzt so viele heiße Tage hatten? Schon jetzt haben sich im gedanklichen Augenblicksammelalbum wunderbar sommerliche Momente aus dem Taunus, aus Wiesbaden, Köln, Passau, München und den Vogesen angesammelt, die sich zu einem einzigen langen Sommereindruck verbinden.

Aber… Ja, was wären Gedanken über das Wetter ohne ein Aber? Die bleischweren Hitzenächte der letzten Zeit hinterlassen doch ihre Spuren und ein kühler Windhauch, der durchs Schlafzimmer zieht und die Decke noch gemütlicher macht, ist mehr als willkommen. Es sieht ganz danach aus, als würde diese Sehnsucht bald gestillt.

Bis es soweit ist, verlaufen Alltag und Leben im Sommerrhythmus. Der Wecker klingelt früher für einen Tee- und Lesemoment im Bett bei frühmorgendlicher Sommergeräuschkulisse vor den Fenstern. Auch die Arbeit beginnt früher. Es ist meine produktivste Zeit, die Stunden bevor in den anderen Büros nach und nach die Arbeit beginnt und irgendwann in Form von E-Mails und Anrufen zu mir findet. Der Kopf ist noch klar beisammen, die Hitze noch eine attraktive Ahnung, die sich erst am Nachmittag in eine gewisse Anstrengung verkehrt.

Momente zum Durchatmen und Kühle genießen, brachte in letzter Zeit der frühmorgendliche Ansitz im Revier. Wann immer die Verpflichtungen und Termine es zulassen (also tendenziell zu selten) zieht es uns auf den Hochsitz im Feld oder im Wald.  Die entscheidende Erfahrung des ersten Schusses fehlt dabei noch. Aber darum geht es auch gar nicht. Das wird sich ergeben (muss, ich habe ein großes Adventsessen geplant). Viel spannender ist es momentan, die verschiedenen Ecken des Reviers kennenzulernen und zu entdecken welches Wild sich wo gerne zeigt. Dabei hat sich für mich gezeigt, dass ich am allerliebsten am frühen Morgen unterwegs bin. Raus zu gehen, wenn es noch dunkel ist (im Sommer ist das schmerzhaft früh). Leise seinen Platz zu beziehen und in der Dunkelheit den noch ungewohnten Geräuschen zu lauschen. Wenn man nichts sieht, klingt auch eine Maus im trockenen Laub ziemlich laut. Das zunehmende Licht der Dämmerung zu genießen und den Vögeln zu lauschen, die frech ihren neuen Tag beginnen. So manche schöne Begegnung ergibt sich da und es ist keine Zeitverschwendung ein Bestimmungsbuch dabei zu haben. Und wenn es langsam heller wird, belohnt einen so manche Beobachtung. Sei es der junge Fuchs, der noch irgendwie unbedarft über die Wiese und am Feldrand entlangstakst, sich hinter den Ohren kratzt und völlig verpasst, dass 15 Meter von ihm entfernt ein leicht gestresster Hase sich seinen Weg durch das hohe Gras bahnt. Oder die Ricke, die laut schmatzend im Raps steht, bis irgendwann die Zwillingskitze aus der Deckung kommen und man ein geradezu liebevolles Wiedersehen beobachtet. Da sitzt dann der tiefbraune Baummarder, das Goldkehlchen, auf dem Weg und schaut mit Knopfaugen wachsam um sich bevor es mit kleinen Sprüngen im Raps verschwindet. Und natürlich das schlaue Schwarzwild, die Wildschweine, die man im Dunkeln noch neben sich im Feld hat grunzen und schmatzen hören und die plötzlich nur noch ein dickes Hinterteil sind, das geschwind in weiter Ferne in der Sicherheit des Feldes verschwindet. Oder der bisherige Höhepunkt, der Hirsch, der da mitten auf der morgendlcihen Wiese steht und einen anzuschauen scheint, bevor er das beeindruckende Haupt abwendetund zum klar murmelnden Bach zieht.

Auch im Hochsommer kann es des Morgens empfindlich kühl werden und mit der stärker werdenden Morgensonne legt man leise eine wärmende Schicht nach der anderen ab und freut sich über die Thermoskanne Tee. Dabei sein zu dürfen, wie der Tag die Nacht verdrängt und um einen herum alles zu erwachen beginnt, das Ganze alleine mit sich und den ungetrübten Sinneseindrücken – es hat etwas fast meditatives und unglaublich entspannendes. Dann langsam kommen die Menschen, mit ihren Hunden, auf der morgendlichen Laufrunde oder beim Spaziergang in der Kühle des Morgens und fast widerwillig packt man seine Sachen zusammen und hofft, bald wieder den Wecker früh stellen und hinausgehen zu können.

So begonnen, verlängert sich der Tag ungemein und mit der Zeit bekommt man auch das Müdigkeitsloch in den Griff. Das der Jagderfolg bisher ausblieb, ist dabei nebensächlich. Zu kostbar und schön sind die neuen Erfahrungen.

Und wenn der Tag sich dann langsam zu einem heißen klebrigen Klumpen verdichtet, braucht es ein leichtes Essen.

Lieblings-Curry-Rohkostsalat (mit Wildlachs)

1-2 mittlere bis große Kohlrabi
1 großes Bund große Radieschen
1 mittlere Zwiebel
1 kleiner säuerlich-süßer Apfel
optional: 1 Handvoll geröstet, gehackte Walnüsse
Olivenöl
Walnussöl
Apfelessig
(Dijon)Senf
Pfeffer
Salz
Currypulver
Zitrone

  • Die Kohlrabi schälen, vierteln und grob raspeln. Dann die Radieschen waschen und ebenfalls grob raspeln. Beides zusammen in ein nicht zu grobes Sieb geben, leicht salzen und dann mit den Händen großzügig die Flüssigkeit herauspressen. Ich mache  so vier Durchgänge, um zu verhindern, dass der Salat zu nass wird.
  • Wer sehr strikt Low-Carb isst, lässt den Apfel weg. Wer sich sicher fühlt, raspelt den Apfel, beträufelt ihn mit Zitronensaft und gibt ihn unter das Gemüse.
  • Nun die Zwiebel schälen, sehr fein hacken und unter den Salat mischen.
  • Aus Walnuss- und Olivenöl, Apfelessig, Senf, Salz, Pfeffer und einer großzügigen Portion Curry eine Vinaigrette zusammenrühren und unter den Salat mischen. Diesen dann ruhig etwas durchziehen lassen, dabei gelegentlich mischen. Wer Nüsse verträgt, gibt vor dem Servieren noch die gerösteten Walnüsse dazu.
  • Als Begleiter empfiehlt sich ein Wildlachsfilet. Ganz simpel, mit Zitrone beträufelt, gesalzen und gepfeffert und in der Pfanne in Kokosöl gebraten.

Tipp: Zum Kochen verwende ich sonst kein fertiges Currypulver, es empfiehlt sich genau auf die Inhaltsstoffe zu schauen, oft versteckt sich Traubenzucker oder anderes in Würzmischungen.

Guten Appetit!

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