Hasenweich, der Zettelkasten von Michael Ende und eine Kuchenlieben-Variation: Orangenkuchen

Paleo Orangenkuchen mit Michael EndeKeine Zeit, zu spät, zu spät…  Momentan bin ich voll im Modus des weißen Kaninchens aus Alice im Wunderland. Eine Lektüre, die ich Erwachsenen nur ans Herz legen kann! Der Kontakt  mit dem Disney Spielfilm brachte meine Eltern in die Bedrängnis, mir ein Kaninchen zu schenken, ich wollte einfach nicht mehr Ruhe geben. Weiß gab es nicht, dafür schwarz und hasenweich ist definitiv eine feststehende Messeinheit für die Flauschigkeit von Dingen.

Aber nicht immer ist das Leben hasenweich, dann würde man sich vor wohlbehaglicher Trägheit kaum rühren. Gerade ist es umtriebig. Der quasi Beamtenjob unter den Texter-Aufträgen, der Einsatz auf Unternehmensseite, treibt mich für die Dauer eines Projektes regelmäßig in die 80er Jahre Kälte einer Ansammlung steriler Frankfurter Bürobauten. Pendler-Alltag, den ich gerade nur überstehe, weil er temporär ist. Und dann denke ich, dass das Jammern auf zu hohem Niveau ist. Immerhin können wir vom Texten leben und haben es schon ganz schön.  Und so wird tief durchgeatmet, die Zeit daheim zwischen den Hügeln genutzt, auch wenn das Schreiben etwas kurz kommt. Aber ich habe mir von Anfang an vorgenommen, mich niemals treiben zu lassen von dieser privaten Beschäftigung. Also läuft es so, wie der Fluss des Lebens es gerade hergibt.

Und dieser Lebensfluss hat mich gerade mitten in die Gefilde der grauen Herren gespült.  So geht es mir, wenn ich morgens in Frankfurt den Massen ausweiche, die nur keinen Schritt ausweichen wollen um auf kürzestem Weg in die weiterführende S-Bahn zu gelangen. Zeit sparen, effizient ein, den Blick aufs Smartphone oder energisch nach vorne gerichtet. Keine Zeit für ein freundliches Lächeln nach rechts oder links. Schade, wenn man bedenkt, dass der Spruch doch stimmt: Das Lächeln, das Du aussendest kehrt stets zu Dir zurück. Ich versuche mich darin zu üben, die Menschen um mich herum bewusst wahrzunehmen, was tatsächlich dadurch erschwert wird, dass die meisten damit beschäftigt sind, sich hinter ihren Mausern und Masken zu verstecken. Wie oft erlebt man direkte Blickkontakte? Die fühlen sich schon befremdlich an. Wie schade. Die zu vielen Männer in dunklen Geschäftsanzügen, die mehr oder weniger fit das Tempo durchziehen, das signalisieren soll: Hier kommt ein Macher. Die Frauen, weniger im Kostüm, aber dafür öfter auf Absätzen. Wobei Schuh und Absatzhöhe so einiges über das Selbstbild oder die eingenommene Rolle der Schuhträgerin zeigen. Besonders schwierig, die resoluten Frauen mit Biss, die der Welt zeigen, dass sie dazu gehören und ihre Kompetenz unter den Füssen zu tragen scheinen und mitunter schwer daran tragen, wie es aussieht. Das sind die Schritte, die man schon aus der Entfernung durch Flure hallen hört, die aufdringlich die Räume betreten und wahrgenommen werden wollen.

All diese Menschen verteilen sich dann morgens hinter spiegelnden Scheiben, die so wirken als wollten sie den Himmel draußen halten und ihn nicht hineinlassen, in ihre immer sterilen und leblosen Flure, egal wie viel persönlichen Krempel die Kollegin hortet und egal, ob das Unternehmen kreative Spielräume und Ruhezonen oder Sitzinseln integriert. Es bleibt  Arbeitsraum. Raum, der den Großteil des Tages schluckt und uns irgendwann wieder entlässt in die verbleibenden freien Stunden. Die Schritte sind dann  ebenfalls schnell, es geht mit der Bahn ins nächste Kästchen,  Zuhause genannt, aber weniger Energie schwingt mit.  Der Nachhauseweg ist die Zeit, die der Metamorphose vom Arbeitstier-Lohnsklaven zum Privatmenschen gehört.

Nicht immer muss es so sein, aber viel zu oft ist es so.  Und ich habe da keine Lust mehr drauf und mache es anders. Aber der temporäre Einblick in die Alltagsrealität so vieler Büros ist doch immer wieder lehrreich. Und lässt mich dankbar sein.

Und der Gedanke an die grauen Herren lässt mich zurück daheim nach einem anderen Buch von Michael Ende greifen: Seinem Zettelkasten. Kein weiterer Roman, aber eine Sammlung von Stoffen, Skizzen und Notizen, die voller Wahrheiten stecken und das Bild eines Autors und Menschen zeichnen, der ganz genau hingeschaut und verstanden hat. Nicht immer mit dem Strom geschwommen ist und in seiner verzaubernden feinen Sprache einen Ausdruck gefunden hat, der nicht aufmerksamkeitsheischend daherkommt, sondern durch die Wahrhaftigkeit, den klaren Blick und die reiche Fantasie so berührt und bewegt.

Ein Zettelkasten, der so reich ist, dass ich wohl noch öfter hineingreifen werde.

Hier ein kleiner Gedanke, den ich sehr groß finde und der mir aus der Seele spricht in seiner Sicht auf die Schreiber dieser Welt, die uns als Publikum suchen:

Stilistische Mätzchen

Bei manchen Autoren kann ich den Eindruck nicht loswerden, dass sie beim Schreiben ständig den kleinen Finger abspreizen und ein feines Mündchen machen. Meist werden sie von der Kritik als bedeutende Stilisten gefeiert. Mich verärgert das eher. Wenn sich mir beim Lesen immer wieder das Gefühl aufdrängt, dass der Autor mich durch seine Zeilen hindurch mit hochgezogenen Augenbrauen anblickt, als wolle er fragen: „Hast du auch gemerkt, wie ungewöhnlich und feinsinnig ich das wieder formuliert habe?“, dann verliere ich jede Lust und klappe das Buch zu. (Michael Ende)

Recht hat er. Und leider finden sich diese Mätzchen ja nicht nur unter den Autoren.

Aber neben den Autoren, die man, wenn man könnte gerne mal am Tisch sitzen hätte, gibt es ja auch noch andere menschliche Lichtblicke und denen sollte man ab und zu einen Kuchen backen.

Aus Lemon Bread wird Orangenkuchen

Als Lemon Bread hat der Kuchen mitunter unseren Frühstückstisch bereichert.  In Ermangelung von Zitronen sind in diese Version Orangen gewandert.

Zu Recht.

Teig

6 Eier
40 Gramm geschmolzene Butter
Zesten von zwei (ungespritzten) Orangen
Saft von 1,5 Orangen plus Flüssigkeit nach Wahl (Wasser, Kokosmilch) um auf ca. 220 ml zu kommen
2 Teelöffel Vanille
5-6 Esslöffel Zucker
ca. 80-100  Gramm Kokosmehl

Glasur
3 großzügige Teelöffel Butter
3 großzügige Teelöffel Xucker
Zesten und Saft von einer halbe Orange
1 Teelöffel Vanille

  • Ofen auf 18o Grad vorheizen.
  • Eier, Butter und Xucker schaumig schlagen.
  • Orangen-Zesten, Orangensaft, die Butter sowie Flüssigkeit und Vanille dazugeben und mit dem Xucker verquirlen. Es entsteht eine leicht cremige Konsistenz, die aber noch läuft.
  • Das Kokosmehl dazu geben und quirlen. Mit dem Kokosmehl ruhig eher geizig sein. Der Teig sollte eine cremige Konsistenz haben, nicht zu trocken sein. Wenn er zu krümelig wird, etwas Flüssigkeit nachgießen.
  • Den Teig in eine gebutterte Kastenform geben und im Ofen ca. 40 Minuten backen, bis der Kuchen an der Oberfläche schön gebräunt ist.
  • In der Zwischenzeit die Zutaten für die Glasur in einem kleinen Topf erhitzen, bis der Xucker mit der Butter verschmolzen ist.
  • Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen, dann die Glasur verteilen und den Kuchen in das Gefrierfach (wenn es schnell gehen soll) oder in den Kühlschrank stellen, bis er komplett gut abgekühlt ist und die Glasur angezogen hat.

Tipp: Den Kuchen abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

Guten Appetit!

Advents-Countdown auf allen Kanälen, Geschenkerausch und ein Süßkartoffel-Lebkuchen-Brownie

Paleo Brownie zu WeihnachtenWenn man den einschlägigen Magazinen derzeit glauben darf, sind Frauen recht einfach gestrickte Wesen. Ein bisschen Parfum, Unterwäsche oder etwas Glitzerschmuck unter den Baum gelegt und wir fangen an zu quietschen und dankbar mit den Wimpern zu klappern. Gerne nehmen wir auch etwas für die Porzellan-Sammlung oder einen schönen Bildband für die Inszenierung im Wohnraum. Praktisches bitte eher nicht, das hat so einen 50er-Jahre Hausfrau-Anstrich. Es sei denn es ist eine Kaffeemaschine, die mit gängig attraktiven Hollywood-Größen beworben wird und Unmengen an Aluminiummüll produziert… Aber diese ganzen schönen Frauchen-Dinge, die weibliche Attribute beschwören, die legt uns die Industrie gerne unter den Baum. Ernüchterung könnte eintreten, wenn die neue Kette nicht ebensolch einen Schwanenhals zaubert wie auf dem Hochglanz-Werbematerial, oder die Unterwäsche dann eben doch anders sitzt – Hey, Gummibänder schneiden gerne mal ein, egal wie viel oder wenig Speck sich darunter verbirgt. Und teure Image-Duftwässerchen verwandeln uns nicht in zarte Elfen, die durch die Gegend schweben und höchstens durch zarten Dufthauch auf sich aufmerksam machen. Kaschmirpullis vermitteln zwar haptische Freuden, aber lösen nicht unsere Sorgen und Ängste, genauso wenig wie die x-te Tasche, die ich unbedingt brauche, weil sie so gut zum neuen bunten Wintermantel passt, damit ich dann irgendwann in eine perfekt abgestimmte Uniform schlüpfen kann, die genau zeigt, wer ich bin.

Aaaah… Ne, die Weihnachtszeit liegt mir da dann nicht mehr, wo sie sich in eine Sehnsucht-Wunsch-Kauf-Lawine verwandelt. Man schaue sich nur um: Die Blog-Welt ist voll von Einkaufstipps für Vater, Mutter, Mann, Frau, Großeltern, Freunde, Katzen, Hunde und sich selber (damit wir auf Nummer sicher gehen und auch ganz bestimmt was unter dem Baum liegen haben). Seit Mitte November gibt es Geschenketipps im Wochentakt. Onlineshops machen es einem gleich ganz bequem: Entweder sucht man seine Geschenke direkt nach Preis gestaffelt oder verschlagwortet sie: Sprich, ordnet die Lieben, die bedacht werden sollen, schnell in greifbare Marketing-Kategorie-Kästchen ein und kriegt dann passende Vorschläge geliefert. Es ist einfach zu viel. Viel zu viel. Und da wir uns immer neue Kanäle erschließen, werden wir auf immer mehr Kanälen bombardiert. Magazine, Blogs, Instagram, Pinterest…. Mal ist es offensichtliche Werbung, mal sind es, diskreter verpackt, die persönlichen Lieblingsstücke all derer, die diese Kanäle bespielen, die einem um die Ohren gehauen werden. Sich zu entziehen wird schwer gemacht.
Geschenke auszupacken ist ein wunderschöner Moment, da stimme ich absolut zu, aber kann man da nicht wieder etwas Mäßigung reinbringen, statt die letzten Wochen des Jahres zwischen Adventsstress, Kopfrechnen, Einkaufslistenstress, zu vollen Läden, Schnappatmung unter kurzen Konsumkicks und dem unterdrückten Konsumkater zu leiden?
Ich möchte dieses Jahr nichts unter dem Baum. Im Ernst. Das ist nicht kokettiert und dann wird geschmollt, wenn niemand an mich denkt. Ne. Wer mich fragt, was ich mir wünsche, dem kann ich sagen: Vielen Dank für ein spannendes, schönes Jahr, bitte mach dir wunderschöne Feiertage, aber schenk mir nichts. Ich bin glücklich. Und so gerne ich auch selber Geschenke mache, würde ich auch hier gerne mal einen Gang runterschalten, die guten Wünsche und das an den anderen denken anders verpacken als in materieller Form unter dem Baum. Sind Briefe eine Lösung? Echte Briefe, per Post und von Herzen kommend, sind so selten geworden und eine so schöne Geste, finde ich. Ob man dieses Empfinden weitergeben kann? Die Beziehung in der man zu einem Menschen steht, sollte ja im besten Falle eh nicht an dem Wert oder der Ausgefallenheit des Geschenks gemessen werden (oft genug wird sie das aber leider).

Runterschrauben. Aus dem Weihnachtsfest vielleicht wirklich einen besinnlichen Tag machen und kein reines Pakete schlachten, zumindest für die Erwachsenen. Weg von den Bildern, wie es sein soll, alle zusammen unter dem Baum und bergeweise Glitzerpapier… so hätte es vor allem die Industrie gerne. Und der Druck landet beim Verbraucher. Und so werden jedes Jahr wieder, neben den Einkäufen, viele Rituale wiederholt, die so dazugehören und ein wenig Frustration setzt ein, wenn die Stimmung nicht aufkommen will. Wie soll sie das auch auf Knopfdruck, nach all den Wochen mit Weihnachtsfeiern und Einstimmungsstress? Wenn man mal genau hinhört, ist ein schönes Weihnachtsfest für viele dann auch nicht eines mit viel Getue und Tamtam, sondern eines, das entspannt und ohne Spannungen oder Weihnachtstretminen verläuft…. Das könnte doch von vorneherein ein Ansatz sein. Aber nichts ist schwieriger als mit alten Gewohnheiten zu brechen und das Weihnachtsfest ist in den meisten Fällen eine solch heilige Kuh, dass man sich kaum traut Änderungen vorzunehmen. Dabei kann doch auch hier, wie bei allem, immer mal wieder geschaut werden, ob es noch Sinn macht, so wie es ist oder ob man mit Neuerungen nicht auch etwas gewinnen kann, für alle Beteiligten.

Zwei Kerzen bleiben uns noch, bis wieder beschert wird. Zeit genug also, sich innerlich zu wappnen oder aber um mutig sein. Weihnachten kann so viel mehr sein als Coca-Cola-Weihnachts-Trucks. Geschenk-Pack-Stationen in Kaufhäusern und Abgespanntheit am heiligen Abend.

Auf jeden Fall kann Weihnachten einen Kuchen vertragen:

Süßkartoffel-Lebkuchen-Brownie
2 mittlere Süßkartoffeln
2 große Eier
60 Gramm Butter
2-3 Esslöffel Kokosmehl
3-4 Esslöffel Xucker (oder Süße nach Wahl)
1 Tasse Kakao
3 Teelöffel Lebkuchengewürz
1 Teelöffel Natron
1 Prise Salz

60 Gramm bittere Schokolade für den Überzug

  • Die Süßkartoffeln rund herum mit einer Gabel einstechen und bei 200 Grad im Ofen rösten, ca. 1 Stunde bis sei auf Druck nachgeben und die Schale Falten wirft, es soll sich ein feines Röstaroma entwickeln. Dann pellen, gründlich pürieren und etwas abkühlen lassen.
  • Die Eier verquirlen und mit dem Xucker und der Butter durch mixen bis sich eine schaumige Masse ergibt und diese  mit den Süßkartoffeln mixen.
  • Nun alle trockenen Zutaten vermengen, unter die Süßkartoffelmasse geben und gründlich mixen. Es soll ein kompakter klebriger Teig entstehen. Wir er zu trocken, hilft etwas Kokosmilch. Wird er zu flüssig, etwas Kokosmehl zugeben.
  • Den Teig in eine gebutterte Form geben und auf mittlerer Schiene ca. 40 Minuten bei 180 Grad backen.
  • Das Innere soll feucht sein aber außen soll es eine leichte Kruste mit Rissen geben
  • Den Kuchen abkühlen lassen. Die Schokolade im Wasserbad schmelzen und auf den Kuchen geben

Tipp: Außerhalb der Weihnachtszeit kann man das Lebkuchengewürz gut durch Vanille oder einen ordentlichen Schuss Espresso ersetzen und hat gleich einen anderen Geschmack.
Guten Appetit!

Das Runde will auf den Tisch – Kokos-Kürbis-Taler und das Gemüse-Desaster

Paleo FladenMan könnte meinen, es gibt nur Kürbisse  und Süßkartoffeln  in den Tiefen meinen Vorratsschrankes. Hmm, nein. Aber ich mag beides sehr gerne und man kann wunderbar vielfältig damit kochen.  Zudem sind sie fantastische Nährstoff-Lieferanten und, was ich besonders wichtig finde bei einer Kohlenhydrat-reduzierten Ernährung: Sie halten den Blutzucker-Spiegel stabil  – also keine Heißhunger-Attacken obwohl doch erst eine Stunde zuvor ordentlich gegessen hatte.

Das mit dem Gemüse, auch wenn ich bei Süßkartoffeln und Kürbissen im Hinblick auf die Gattung wohl nicht von Gemüse sprechen kann, aber ich bin keine Botanikerin, finde ich nach wie vor verwirrend. Manche scheiden aus, einfach wegen ihres Kohlenhydrat-Gehalts, andere mag ich nicht essen, da ich mich frage ob saubere Landwirtschaft dahinter steckt.  Wir scheinen als Spezies ja viel Energie darin zu investieren, den Planeten von unserer belastenden Existenz zu befreien.

Dann wieder gibt es Gemüsesorten, die vertrage ich nicht mehr so ohne weiteres: Von Paprika rülpse ich, dass es nicht mehr zu entschuldigen ist und Tomaten sorgen mitunter für juckende Spannungen der Haut rund um den Mund. Und warum soll ich  mich wieder an etwas gewöhnen, das mir anscheinend nicht gut tut?

Dann Salat: Mag ich nach wie vor sehr gerne, aber ich habe immer etwas Sorge was drin steckt, auch bei Bio und mein Magen verträgt die rohe Struktur auch nur in Maßen. So verringert sich die Liste von ganz alleine und trotzdem ist eigentlich immer etwas Gemüse dabei – nur halt viel weniger. Wo ich früher zwei Zucchini, eine Aubergine und zwei Tomaten angebraten hätte, als Beilage für zwei Personen, reicht heute eine Zucchini voll und ganz. Total abgefahren, manchmal denke ich ich müsste mehr essen, aber einfach nur weil ich es jahrelang so gemacht habe.

Und eine ganz neue Erfahrung ist es auch unterwegs zu sein. Ein Grund für den Wegzug aus der großen Stadt war ja die Sehnsucht nach dem weiten Grün. Hier im Taunus haben wir es gefunden und so machen wir uns regelmäßig bei wunderschönen Wanderungen kaputt oder gehen Paddeln oder oder…der Rucksack ist viel leichter, wenn man nicht noch den nächsten Fix für den Blutzuckerspiegel mitschleppen muss. Manchmal nehme ich pro Forma etwas Kleines mit, denn da ist die heimliche innere Sorge man könnte in der Wildnis Mitteldeutschlands, fern ab jeder Zivilisation, verhungern. Und dann stelle ich meistens fest, dass ich den Proviant zuhause wieder auspacke. Und wer nun mault, dass man dann ja nirgendwo einkehren kann, dem muss ich sagen, dass ich kulinarisch unterwegs selten vom Hocker gehauen wurde und nichts spricht dagegen in der Manier guter alte Ausflugslokale einen fiesen schwarzen Kaffee  oder einen Teebeutel-Tee zu trinken. Das sorgt auch für gedankliche Zeitreisen. Und ganz selten findet man auch kleine Perlen, die dann auch die Geschmacks-Snobs unter den Wanderern (zu denen ich mich oftmals zähle) glücklich machen, mit einer italienischen Kaffeemaschine oder  losem Tee.

Aber zurück zudem was bleibt, wenn man durch eine Ernährungsumstellung sein Nahrungspalette neu sortiert. Es ist mir ein großes Vergnügen zu schauen, was alles möglich ist mit den Dingen, die ich mag. Süßkartoffel-Schoko-Brownie, Rote-Beete-Schoko-Kuchen…lecker oder nomnom wie man wohl sagt.

Ich habe mein Kürbisbrot abgewandelt und eine trockenere Version in Form von Talern oder kleinen Fladen daraus gemacht.

Mein Rezept

1,5 Tasse Kürbiswürfel (ca 250 ml)
100 Gramm  Butter
3-4 Esslöffel Kokosmehl
2-3 Eier (drei, falls der Teig mit zweien zu trocken ist)
Salz
Pfeffer
Cayenne Pfeffer
Getrocknete Korianderblätter

  • Den Ofen auf 200 Grad vorheizen
  • Die Kürbiswürfel in der Butter weich schmoren und dann pürieren.
  • 2 Eier quirlen und unter die etwas abgekühlte Kürbismischung rühren.
  • Das Kokosmehl nach und nach unterrühren, der Teig soll fest aber nicht zu bröselig sein – im Zweifel das dritte Eier hinzufügen
  • Nun nach Geschmack mit den Gewürzen abrunden. Ich empfehle etwas mehr Schärfe, die passt gut zu der buttrigen Süße des Kürbis.
  • Aus dem Teig 4-5 gleichmäßige Kugeln formen und auf dem Backpapier ausgekleideten Backblech zu Fladen drücken.
  • Für ca. 20-25 Minuten in den Ofen. Die Konsistenz sollte am Ende eher etwas trocken und die Oberfläche angebräunt sein.

Tipp: Dazu passen wunderbar krosser Bacon (auf dem Bild ist es gebratener Schweinebauch) und eine Curry-Butter!

Guten Appetit

Bombenstimmung am Kaffeetisch

Lemon BarEs gibt so einige üppigere Rezepte aus der Paleo-Küche, bei denen traue ich mich kaum sie weiterzugeben. Zu hoch ist das Sucht-Potential, da ich ja eigentlich nur schreibe um einen Einblick in einen ganz unspektakulär einfachen Paleo-Alltag zu geben, der ein normales Leben mit einer bewussten Lebensweise vereint. Aber es schmeckt so gut!

Persönlich bin ich anfangs bei so manchen durchdesignten US Paleo-Blogs vor Ehrfurcht in die Knie gegangen und habe mich gefragt wie machen die das? Soviel Kochen und Backen und immer appetitlich präsentiert und nebenbei noch Fermentieren und Dehydrieren und eEnkochen und Kosmetik selber herstellen und ein wahnsinniges Sport-Pensum absolvieren und und und…das hat mich erstmal wieder zurück getrieben in das innere Gedankenreich und mich Abstand nehmen lassen von einem Blog-Projekt.

Aber irgendwann dachte ich dann, warum nicht zeigen dass es auch anders geht. Oder was heißt anders –  einfach machen und sich nicht so sehr darum scheren, was andere denken. So wunderbar die Paleo-Lebensweise ist – für viele ist sie ein Randthema und wenn es dann noch weitergeht und man auch anfängt andere Produkte wie Kosmetik selber herzustellen und immer mehr gesunde alternative Lösungen für konventionelle Produkte sucht, wird man mitunter sanft belächelt und in die Sonderling-Schublade gesteckt.

Man kann dem sicherlich entgegensteuern wenn man sich ganz viel Mühe mit der Präsentation der Rezepte und dem Design des Blogs gibt, aber ich glaube mein Schwerpunkt liegt einfach auf dem Erzählen der kleinen Dinge, die so rund herum um das Kernthema Essen passieren.

Ach ja, eine solche Sache, die dem Umfeld auf der Seele zu brennen scheint, ist mein Gewicht. Ich weiß nicht was ich wiege, seit meiner Waagen-Abhängigkeit in Teenager-Jahren mache ich einen Bogen um die Dinger, denn es ist letztlich egal für meinen Alltag. Seit sich allerdings im Zuge der Ernährungsumstellung doch deutlich etwas an meinem Erscheinungsbild geändert hat oder zu haben scheint, man selbst steckt ja drin und sieht sich jeden Tag, gilt nun häufig eine der ersten Bemerkungen bei einem Wiedersehen meinem Gewicht, ob ich schmaler, kräftiger, gesünder, fiter oder mitgenommen aussehe. Und dann frage ich mich manchmal schon, was die Intention ist, denn natürlich, auch ich mache anderen Menschen Komplimente, aber die klingen anders und nicht so feststellend. Wenn ich keinen guten Tag habe, weil auch ich schlafe manchmal zu wenig dann ist es so als hätte ich damit dem Gegenüber den Beweis geliefert, das die Paleo-Ernährung nicht so gesund ist, wie ich immer behaupte. Dasselbe gilt für  vermeintliche Gewichtsschwankungen, die ich selber gar nicht registriere, denn alles passt, nichts kneift. Es verändert sich höchstens noch der Körper durch den regelmäßigen Sport.

Liebe Leute, Komplimente sind etwas wunderbares, von Herzen kommend, sind sie kleinen Geschenke des Alltags, die man seinen Mitmenschen machen sollte, wenn sie ehrlich sind. Das zeugt von Aufmerksamkeit und Respekt. Aber eine ständige Thematisierung meines Gewichts/Körpers – muss nicht sein. Und ganz ehrlich: Jemanden, der unsicherer ist, kann man mit solchen Kommentaren auch in üble Gedankengänge und Selbstzweifel schicken. Das ist nicht nett. Ich kommentiere ja auch nicht das Hautbild oder die Haarstruktur oder oder oder…suche mir irgendeinen blöden Aufhänger um irgendwie zu piksen.

So, das wollte mal raus. Und weil es so gut passt kann man sich ja nun gedanklich  wieder an die Kaffee-Tafel begeben, zu einer wirklich unverschämt lecker-sommerlichen Kuchen-Bombe: Lemon Bars

Das Rezept

Teig

2 Eier
¼ Tasse weiche Butter
3 Teelöffel Xucker
¼ Tasse Kokosmehl
¼ Tasse Kokosraspeln
½ Tasse Kokoschips
Prise Salz
1 Teelöffel Vanille

  • Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  • Die Eier mit dem Xucker und der Butter schaumig rühren.
  • Kokosmehl. Kokosraspeln, Kokoschips, Vanille und Salz unter die Eiermischung rühren bis sich ein klebriger Teig bildet. Aufpassen, dass man die Kokoschips nicht zu klein rührt, sie dürfen ruhig etwas größer sein, das sorgt für eine schöne Konsistenz des Boden.
  • Nun den Teig in einer gefetteten Form mit höherem Rand verteilen, dass sich eine gleichmäßige Teigschicht bildet.
  • Die Form für ca. 20 Minuten in den Ofen geben. Der Boden soll einmal durchbacken und darf ruhig etwas gold-braun auf der Oberfläche sein.

Die Creme

1 Tasse Zitronensaft (ca. 7-8 mittlere Zitronen)
6 Eier
4 Esslöffel Xucker
1/2 Tasse geschmolzene Butter
Prise Salz

  • Zitronen auspressen und den Saft durchsieben, damit keine Teilchen zurückbleiben.
  • Nun den Zitronensaft zusammen mit den 6 gequirlten Eier, dem Xucker und der Prise Salz in einer Rührschüssel über Wasserdampf (nicht im Wasserbad, zwischen Schüssel und Wasser soll etwas Luft bleiben langsam erhitzen.
  • Dabei ständig mit dem Schneebesen  weiterrühren, damit sich keine Klümpchen bilden!
  • Wenn die Ei-Masse sich langsam erwärmt, die geschmolzene Butter unterrühren und weiter mit dem Schneebesen dabeibleiben bis sich die Masse beim Rühren langsam verdickt.
  • Weiterrühren bis sich ein dickliche Pudding/Creme-Konsistenz ergeben hat.
  • Nun d die Zitronencreme auf dem fertig gebackenen Boden verteilen und die Form in Kühlschrank geben bis alles komplett durch gekühlt ist (ca. 3-4 Stunden).

Tipp: Der Kuchen schmeckt durch die vielen Eier am ersten Tag am besten und eignet sich auch hervorragend als Dessert!

Einfach noch  mit etwas Kokoschips garnieren und in Stücke schneiden – und  Sommer schmecken!

Guten Appetit!

Sommer-Frühstücks-Liebe: Lemon Bread

LemonUnter der Woche steht zum Frühstück Brühe auf dem Plan aber am Wochenende ist es schön, die Routine zu durchbrechen und so tobe ich mich gegen Ende der Woche meist mit neuen Rezept-Ideen aus dem Internet oder Freestyle-Versuchen aus.
Nun mag der ein oder andere denken, was ein Stress, aber das ist Ansichtssache und man muss ja nicht tun was man nicht mag. Für mich sind Kochen und Backen, zum Glück, sehr entspannende Tätigkeiten, bei denen ich gut nachdenken kann.
Backen war tatsächlich früher nie meine Stärke. Über Jahre gab es bei mir nur einen Kuchen. Mit der Ernährungsumstellung wurde es dann noch komplizierter – komische neue Zutaten, Nussmehle mit anderen Eigenschaften als Getreide. Es war tatsächlich im Ergebnis manchmal frustrierend, was da in der Anfangszeit entstand.

Was aber sicherlich auch daran lag, dass ich mit bestimmten Geschmacks -Erwartungen an die Ergebnisse meiner Experimente herangegangen bin und diese natürlich nicht erfüllt wurden.

Ungezählte Kuchen  und Kekse später wird es immer besser und auch Gäste merken nicht mehr, dass mit dem Kuchen „etwas nicht stimmt“.

Ein Rezept aus der Anfangszeit, das sich mir als besonders furchtbar eingebrannt hat, war ein Zitronen-Mohn-Kuchen. Die Stevia-Süße schmeckte zu sehr durch, das alles war zu trocken und und es brauchte literweise Tee um den Hals wieder frei zu bekommen. Damit war Zitronenkuchen erst einmal von der Liste.

Bis dieser wankelmütige Sommer begann und ich Lust auf etwas Frisches hatte. Zitrone – das schmeckt irgendwie wie Sonne, die durchs Fenster scheint. Das wollte ich. In Paleo-konformer Form. Zum Frühstück.

Und dann stolperte ich auf meiner Suche einmal mehr über das Blog Primally Inspired  und da war es, das Rezept! Ich habe die amerikanischen Mengenangaben einmal umgerechnet und jetzt steht der letzte Rest vom Schätzchen im Kühlschrank und wartet auf die nächste Kanne Earl Grey.

Und wie immer gilt: Kuchen ersetzt keine Mahlzeit! Ich lege immer wieder Tage ein, an denen ich komplett auf das süße Zeug und anderes Comfort Food verzichte und faste einmal in der Woche. Essen soll etwas Bewusstes sein und bleiben und man sollte sich niemals stimmungsmäßig von Essen abhängig machen, auch wenn dieses „gesund“ ist.

Aber für die besonderen Momente hier das Rezept:

Teig

6 Eier
40 Gramm Butter
Zesten von zwei (ungespritzten) Zitronen
Saft von zwei Zitronen plus Flüssigkeit nach Wahl (Wasser, Kokosmilch) um auf ca. 220 ml zu kommen
2 Teelöffel Vanille
5-6 Esslöffel Xucker
ca. 80 Gramm Kokosmehl

Glasur

2 großzügige Teelöffel Butter
3 großzügige Teelöffel Xucker
Zesten und Saft von einer Zitrone
1 Teelöffel Vanille

  • Ofen auf 18o Grad vorheizen.
  • Eier, Butter und Xucker schaumig schlagen.
  • Zitronen-Zesten, Zitronensaft + Flüssigkeit und Vanille dazugeben und weiter rühren.
  • Das Kokosmehl dazu geben und kneten. Der Teig hat eine feste, aber buttrig-geschmeidige Konsistenz. Wenn er zu krümelig wird, etwas Flüssigkeit nachgießen.
  • Den Teig in eine gebutterte Kastenform geben und im Ofen ca. 40 Minuten backen, bis der Kuchen an der Oberfläche schön gebräunt ist.
  • In der Zwischenzeit die Zutaten für die Glasur in einem kleinen Top erhitzen, bis der Xucker mit der Butter verschmolzen ist.
  • Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen, dann die Glasur verteilen und den Kuchen in das Gefrierfach (wenn es schnell gehen soll) oder in den Kühlschrank stellen, bis er komplett gut durchgekühlt ist.

Dazu passt perfekt ein leichter Earl Grey oder ein frischer Grüner Tee!

Guten Appetit!