Bombenstimmung am Kaffeetisch

Lemon BarEs gibt so einige üppigere Rezepte aus der Paleo-Küche, bei denen traue ich mich kaum sie weiterzugeben. Zu hoch ist das Sucht-Potential, da ich ja eigentlich nur schreibe um einen Einblick in einen ganz unspektakulär einfachen Paleo-Alltag zu geben, der ein normales Leben mit einer bewussten Lebensweise vereint. Aber es schmeckt so gut!

Persönlich bin ich anfangs bei so manchen durchdesignten US Paleo-Blogs vor Ehrfurcht in die Knie gegangen und habe mich gefragt wie machen die das? Soviel Kochen und Backen und immer appetitlich präsentiert und nebenbei noch Fermentieren und Dehydrieren und eEnkochen und Kosmetik selber herstellen und ein wahnsinniges Sport-Pensum absolvieren und und und…das hat mich erstmal wieder zurück getrieben in das innere Gedankenreich und mich Abstand nehmen lassen von einem Blog-Projekt.

Aber irgendwann dachte ich dann, warum nicht zeigen dass es auch anders geht. Oder was heißt anders –  einfach machen und sich nicht so sehr darum scheren, was andere denken. So wunderbar die Paleo-Lebensweise ist – für viele ist sie ein Randthema und wenn es dann noch weitergeht und man auch anfängt andere Produkte wie Kosmetik selber herzustellen und immer mehr gesunde alternative Lösungen für konventionelle Produkte sucht, wird man mitunter sanft belächelt und in die Sonderling-Schublade gesteckt.

Man kann dem sicherlich entgegensteuern wenn man sich ganz viel Mühe mit der Präsentation der Rezepte und dem Design des Blogs gibt, aber ich glaube mein Schwerpunkt liegt einfach auf dem Erzählen der kleinen Dinge, die so rund herum um das Kernthema Essen passieren.

Ach ja, eine solche Sache, die dem Umfeld auf der Seele zu brennen scheint, ist mein Gewicht. Ich weiß nicht was ich wiege, seit meiner Waagen-Abhängigkeit in Teenager-Jahren mache ich einen Bogen um die Dinger, denn es ist letztlich egal für meinen Alltag. Seit sich allerdings im Zuge der Ernährungsumstellung doch deutlich etwas an meinem Erscheinungsbild geändert hat oder zu haben scheint, man selbst steckt ja drin und sieht sich jeden Tag, gilt nun häufig eine der ersten Bemerkungen bei einem Wiedersehen meinem Gewicht, ob ich schmaler, kräftiger, gesünder, fiter oder mitgenommen aussehe. Und dann frage ich mich manchmal schon, was die Intention ist, denn natürlich, auch ich mache anderen Menschen Komplimente, aber die klingen anders und nicht so feststellend. Wenn ich keinen guten Tag habe, weil auch ich schlafe manchmal zu wenig dann ist es so als hätte ich damit dem Gegenüber den Beweis geliefert, das die Paleo-Ernährung nicht so gesund ist, wie ich immer behaupte. Dasselbe gilt für  vermeintliche Gewichtsschwankungen, die ich selber gar nicht registriere, denn alles passt, nichts kneift. Es verändert sich höchstens noch der Körper durch den regelmäßigen Sport.

Liebe Leute, Komplimente sind etwas wunderbares, von Herzen kommend, sind sie kleinen Geschenke des Alltags, die man seinen Mitmenschen machen sollte, wenn sie ehrlich sind. Das zeugt von Aufmerksamkeit und Respekt. Aber eine ständige Thematisierung meines Gewichts/Körpers – muss nicht sein. Und ganz ehrlich: Jemanden, der unsicherer ist, kann man mit solchen Kommentaren auch in üble Gedankengänge und Selbstzweifel schicken. Das ist nicht nett. Ich kommentiere ja auch nicht das Hautbild oder die Haarstruktur oder oder oder…suche mir irgendeinen blöden Aufhänger um irgendwie zu piksen.

So, das wollte mal raus. Und weil es so gut passt kann man sich ja nun gedanklich  wieder an die Kaffee-Tafel begeben, zu einer wirklich unverschämt lecker-sommerlichen Kuchen-Bombe: Lemon Bars

Das Rezept

Teig

2 Eier
¼ Tasse weiche Butter
3 Teelöffel Xucker
¼ Tasse Kokosmehl
¼ Tasse Kokosraspeln
½ Tasse Kokoschips
Prise Salz
1 Teelöffel Vanille

  • Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  • Die Eier mit dem Xucker und der Butter schaumig rühren.
  • Kokosmehl. Kokosraspeln, Kokoschips, Vanille und Salz unter die Eiermischung rühren bis sich ein klebriger Teig bildet. Aufpassen, dass man die Kokoschips nicht zu klein rührt, sie dürfen ruhig etwas größer sein, das sorgt für eine schöne Konsistenz des Boden.
  • Nun den Teig in einer gefetteten Form mit höherem Rand verteilen, dass sich eine gleichmäßige Teigschicht bildet.
  • Die Form für ca. 20 Minuten in den Ofen geben. Der Boden soll einmal durchbacken und darf ruhig etwas gold-braun auf der Oberfläche sein.

Die Creme

1 Tasse Zitronensaft (ca. 7-8 mittlere Zitronen)
6 Eier
4 Esslöffel Xucker
1/2 Tasse geschmolzene Butter
Prise Salz

  • Zitronen auspressen und den Saft durchsieben, damit keine Teilchen zurückbleiben.
  • Nun den Zitronensaft zusammen mit den 6 gequirlten Eier, dem Xucker und der Prise Salz in einer Rührschüssel über Wasserdampf (nicht im Wasserbad, zwischen Schüssel und Wasser soll etwas Luft bleiben langsam erhitzen.
  • Dabei ständig mit dem Schneebesen  weiterrühren, damit sich keine Klümpchen bilden!
  • Wenn die Ei-Masse sich langsam erwärmt, die geschmolzene Butter unterrühren und weiter mit dem Schneebesen dabeibleiben bis sich die Masse beim Rühren langsam verdickt.
  • Weiterrühren bis sich ein dickliche Pudding/Creme-Konsistenz ergeben hat.
  • Nun d die Zitronencreme auf dem fertig gebackenen Boden verteilen und die Form in Kühlschrank geben bis alles komplett durch gekühlt ist (ca. 3-4 Stunden).

Tipp: Der Kuchen schmeckt durch die vielen Eier am ersten Tag am besten und eignet sich auch hervorragend als Dessert!

Einfach noch  mit etwas Kokoschips garnieren und in Stücke schneiden – und  Sommer schmecken!

Guten Appetit!

Kopfsache Haar – DIY Shampoo Selbstversuch

SchattenDas Gras ist immer grüner hinter dem Zaun, und wenn es die Haare betrifft, will man oder besonders frau gerne das, was auf dem Kopf der anderen so scheinbar perfekt und mühelos wächst.

Wer glattes Haar hat, sehnt sich nach Locken und Lockenköpfe suchen oft verzweifelt nach wirkungsvoller Glättung. Braun will Blond und Kurz lieber Lang…..Erste Welt Probleme, nicht wahr? Aber der persönlichen Art, besonders, da wir uns in einer Gesellschaft bewegen, in welcher der erste Eindruck eben stark an Äußerlichkeiten festgemacht wird und gesundes, glänzendes Haar eine unterschwellige Botschaft ist, die ihre Adressaten erreicht.

Selber habe ich mit meinen Haaren so ziemlich alles gemacht, was möglich ist. Angefangen mit der ersten Rot-Färbung mit 15, folgten dann über die Jahre alle Längen zwischen Lang und Pixie-Kurz, Schwarz-, Braun- und Rot-Schattierungen bis hin zu Wasserstoff-Blond.

Vor einem halben Jahr habe ich dann einen Schlussstrich gezogen. Keine Chemie mehr für den armen Kopf! Aus 80er-Jahre Madonna-Blond wurde wieder ein mittleres Rotbraun und sie dürfen wieder wachsen.

Und es begann die Zeit der Schadensbegrenzung – das massive Bleichen hatte Spuren hinterlassen, das Gegensteuern mit immer mehr teuren „Pflege“-Produkten hat zu einer „Überpflegung“ der Haare geführt, wie meine nette Friseurin in Berlin mich aufklärte, und ich war etwas verzweifelt.

Bis dahin hatte die Routine wie folgt ausgesehen: Shampoo, Spülung, Haarkur (2x wöchentlich, Hitzeschutz für Locken, Locken-Öl für mehr Definition und wenn es hart auf hart kam: Haarspray. Also im Schnitt an die sechs Produkte und das Ergebnis: die Griffigkeit einer Plastik-Perücke. Vielen Dank auch.

Nachdem ich mir gedanklich selber in den Hintern getreten habe für soviel Dummheit, begann das Umdenken. Zuerst wurden das Shampoo und die Spülung durch hochwertige und hochpreisige Bio-Produkte ersetzt, die Kur- und die Styling-Produkte durch Kokos-Öl. Anfangs unsicher, zögerte ich zudem die Waschzeiten immer weiter raus (dämlich, ja, ich weiß: Ich habe täglich gewaschen und mich gewundert über die Sch….-Struktur).

Dann habe ich erst Kokos-Seife  getestet und dann Aleppo-Seife aus Oliven- und Lorbeer-Öl – so sehr ich die Seife und den Geruch mag, hat dies bei mir nicht funktioniert: aus Plastikhaar wurde Schmierkopf… gruselig. Ich weiß bis jetzt noch nicht, ob es daran liegt , dass ich meine Haare so lange chemisch behandelt habe oder ob ich mehr Geduld hätte haben müssen, bei vielen funktioniert es ja wunderbar. Ich für meinen Teil habe weitergesucht.

Und die Lösung kam dann in Form eines Beitrags im Paleo/Primal-Forum auf Facebook. Dort hatte jemand einen Artikel zu einem DIY Honig Shampoo gepostet. Perfekt, das war ein neuer Einsatz für das riesige Glas teuren Bio-Honigs, das ein sehr trauriges Dasein in der Speisekammer fristete.

Das Rezept

Honig
Wasser
Ätherisches ÖL (bei mir einmal mehr Lemongrass)

  • Honig und Wasser im Verhältnis 1:3 mischen. Dazu am besten das Wasser leicht erwärmen, damit der Honig sich löst. 0-15 Tropfen ätherisches Öl dazu geben und fertig!!!

(Ich habe direkt einen halben Liter angesetzt und dann für den Urlaub noch einmal nachproduziert und bin absolut begeistert.)

Die Haare werden nun wie gewohnt nass gemacht und die Honig-Lösung (bei meinem mittellangen Haar 5-6 Teelöffel) behutsam mit den Fingerkuppen in die Kopfhaut einmassiert. Dafür ruhig einen Moment Zeit nehmen. Diese kleine Massage macht morgens wach und entspannt und zudem werden so Schmutzpartikel gelöst und die Durchblutung angeregt. Die Honig-Lösung greift zudem nicht in die natürliche Fett-Produktion der Kopfhaut ein und nach einer Umstellungsphase (bei mir ca. zwei Wochen) lässt das Nachfetten der Ansätze deutlich nach. Ich habe gelesen, dass sich bei vielen Nutzern zudem Schuppenprobleme haben beseitigen lassen. Nun reagiert ja jeder Kopf individuell, aber ich für meinen Teil bin hoch zufrieden.

Mein Lieblings-Nebeneffekt aber war, dass aus dem, was bei mir immer leichte Wellen genannt wurde, nun ein richtiger massiver Lockenkopf geworden ist, der glänzt und gesund aussieht und sich tatsächlich wunderbar kämmen lässt. Durch das ätherische Öl duften die Haare ganz zart und angenehm und nicht künstlich.

Tja, der Weg führt halt nicht zurück und es ist wunderbar zu merken, dass man zart duftend und gepflegt durch den Tag wandeln und dabei die Chemie-Kiste der omnipräsenten Kosmetikindustrie links liegen lassen kann! Widerstand kann eben tatsächlich daheim im Kleinen beginnen!

Also dann – Kopf anschalten!

Es riecht so gut – Deo selber machen

Foto[1]Nachdem ich meine Liebe zum Kokosöl ja schon kundgetan habe hier noch ein Nachtrag: das DIY Deo.

Ich hätte nicht gedacht, jemals an den Punkt zu kommen, an dem selbstgemachte Kosmetik eine Option ist, vielleicht sogar die einzig konsequente.

Vorurteilsbeladen habe ich damit Menschen-Gruppen assoziiert, denen ich mich nicht zugehörig fühlte, oder ich fand die rigorose Ablehnung konventioneller Kosmetik-Produkte völlig überzogen.
So falsch kann man liegen und Zeiten und Menschen können sich ändern – zum Glück.

Und so bin ich nun angekommen an dem Punkt, wo ich nicht nur genau wissen will, was ich esse, sondern eben auch, was ich mit meiner Haut tue. Und eine der Chemie-Bomben, die sich länger im Badezimmer gehalten hat, war das herkömmliche Deo.

Gerüche sind ein persönliches Thema. Dreht es sich dabei doch um den persönlichen Geschmack und darüber hinaus führt das Thema Schwitzen und Schweiß in einen Bereich, in dem wir uns im Spannungsfeld von eigener Körperwahrnehmung und Gesellschaftsbild bewegen.  Die Werbung macht es uns doch vor: Wir sollen quasi „keimfrei“, hygienisch sauber und möglichst wenig natürlich sein. Ich für meinen Teil reagiere empfindlich, wenn mich mein Umfeld mit Gerüchen belästigt – sei es zu stak dosiertes Parfum oder unangenehme Körpergerüche. Bei ersterem kriege ich Kopfschmerzen und bei letzterem bleibe ich unwillkürlich auf Abstand. Die Nase entscheidet doch sehr schnell, was ihr zusagt und was nicht.
Ich will selber meinem Umfeld auch Respekt zollen und fühle mich wohler, wenn ich weiß, dass ich in bestimmten Situationen nicht plötzlich vor mich hinmüffel oder den Geruchssinn anderer Leute belästige. Deshalb war das konventionelle Deo so lange selbstverständlicher Begleiter, oftmals abgerundet durch noch andere Duftstoffe.

Bis ich irgendwann einmal, im Zuge meiner Arbeit, einen Termin bei einem Kosmetik-Hersteller hatte und mit Erschrecken erkannt habe, dass wir oftmals gar nicht wissen (oder auch nicht wissen wollen), was wir uns eigentlich antun in dem Bestreben, nicht zu Schwitzen. Der Mensch schwitzt nun einmal, unterschiedlich stark und manchmal vielleicht auch in nicht gesundem Ausmaß, aber diese körperliche Funktion hat ihre Berechtigung.

Keine Berechtigung sollten hingegen Wirkstoffe haben, die wir über den Körper aufnehmen und bei denen – wie etwa bei Aluminium – nicht abschließend geklärt ist, was sie anrichten.
Da wir unseren Körper mit seinen Funktionen aber nun nicht so einfach umstellen können wie unser Deo, war ich froh, für Letzteres einen Ersatz zu finden. Ein Deo zum Selbermachen, bei dem ich weiß, was drin ist und dessen Duft ich selbst gestalten kann.

Das Rezept fand ich hier.
Die Zutaten sind denkbar einfach und die Zubereitung schnell hinter sich gebracht.

3 TL Kokosöl
2 TL Natron
4 EL Pfeilwurzelstärke
5-10 Tropfen ätherisches Öl nach Wahl

Ich habe nur etwas mehr ätherisches Öl genommen: zehn Tropfen Zitronengras und fünf Tropfen Ingwer.

Das Kokosöl bei leichter Wärme schmelzen und mit den anderen Zutaten zu einem Brei vermischen. Das Ganze dann in ein kleines Gläschen und fertig ist das Duftwerk.

Jetzt fühle ich mich ganz zitronenfalterig und rundum wohl und bin schon gespannt, weiter einzutauchen in die Welt der selbstgemachten Kosmetik-Produkte.

Nachmachen lohnt sich!

Nachtrag: Weitere schöne Blogs zum Thema selbstgemachte (oder auch DIY-) Kosmetik sind:

The Pistachio Projekt 

Empowered Sustenance

Hinterwäldler 

Langsamer leben