Kurz verweilt und genossen: Kokos-Panna Cotta für das schnelle Vergnügen

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Inspiration Nichtstun – schnelles Dessert: Kokos-Panna-Cotta

Vier Tage frei! Daheim! Naja, drei Tage, wenn der Unterricht für den Jagdschein abgezogen wird, aber dennoch vier Tage, in denen das Telefon still steht und der Kopf sich erholen kann von der immer wieder neu zu denkenden strategischen Sprachgestaltung. Kreativität braucht Raum, braucht Platz und Luft und zwischendurch einfach mal Ruhe. Süßes Nichtstun, das sich dann blitzschnell in Inspirationen und Schaffensdrang verkehrt. Ich liebe das. Nichts war geplant und plötzlich möchten Rezepte getestet, Hosen genäht und Bücher gelesen werden. Ein unbekannter Wald lockt zum Osterspaziergang und ganz ohne Zwang finden sich plötzlich wunderbare Lösungen für die fortwährende Herausforderung, die uns in Form der eigenwilligen alten Bauernhausküche beschäftigt. Wände schief und krumm und ein Schlauch und niedrig, aber mit Charme, Terrazzo, Sonnenflecken und einem bodentiefen Fenster, das im Frühling und Sommer die Wärme hereinlässt und dem grauen Getüm als liebster Beobachtungsposten dient. Die Mittel sind begrenzt und überhaupt haben wir beschlossen, nicht anfangen zu wollen, mit Geld auf Probleme zu schmeißen, damit sie verschwinden. Es gibt ganz wunderbare Küchenträume, die sich mit viel Geld anpacken ließen – die Beton-Holz-Variante fände ich schön, aber es muss eben nicht sein und wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, sind wir hier im kleinen Haus große Freunde der gelebten Improvisation. Das passt zu uns und fühlt sich an wie Zuhause und wird belebt.

Also von einem vermeintlichen Idealbild verabschiedet und Ideen gesponnen, sobald die Arbeitsdenkmaschine einmal still steht. Das hat sie diesmal super gut geschafft, quasi über Nacht war es da, das Kleine-Ferien-Gefühl. Sofort fühlte sich der Karfreitagsspaziergang ganz anders an und die Herausforderung der Ostertorte konnte nicht schwer genug sein. Sie war etwas unterdrückt, die Lust Dinge zu tun. Vergraben unter drängenden Terminen und einem anhaltenden Gefühl des Unterwegssein. Dänemark, Berlin, Heidelberg, Frankfurt, Gießen, Köln – zu viele Orte in zu kurzer Zeit, das tut dem Kopf nicht gut. Also zurück. Ruhig vor Anker gegangen im Heimathafen und die gedanklichen Beine extra lang ausgestreckt, tief durchgeatmet und die Inspirationen genossen, die sich aus dem Nichtstun ergeben. Danke lieber Kopf, Du hast mir gezeigt, dass auf Dich Verlass ist und so gönne ich Dir kleine Fluchten, Spinnereien und mäandernde Gedankengänge, am Ende überraschst Du mich wieder mit einem Einfall. Und da ist es dann, das kleine große Glück des im Moment seins und des Schaffens aus mir selbst. Dafür braucht es das immer mal wieder, das Nichts. Nicht das Hinterherrennen und Hetzen durch Pläne und Projekte. Ich hoffe, die Lektion vergesse ich nicht so bald.

Und damit der Kopf viel Zeit hat, habe ich die freien Tage mit einer schnellen Leckerei begonnen, einfacher geht es in Sachen Dessert kaum.

Kokos-Panna-Cotta
(Ja, Panna heißt Sahne, aber da ich die nicht immer so vertrage, ersetze ich sie wo es geht durch möglichst cremige Kokosmilch ohne Zusätze. Mit einer Kokosmilch, die sich in Kokoscreme und Wasser trennt, hat es bei mir nicht geklappt)

400 ml cremige Kokosmilch
10 Blatt Gelatine
150 g gefrorene Himbeeren
20 g bittere Schokolade (85-90%)
1 Teelöffel geriebene Zitronenschale
Kokosmilch zum Glattrühren
Mark einer Vanilleschote, ausgekratzt
½ geriebene Tonkabohne
5 Esslöffel Xylit für die Panna Cotta + 2 Esslöffel für die Himbeeren

  • Die Gelatine für 5-10 min in kaltem Wasser einweichen.
  • In der Zwischenzeit die Kokosmilch mit der Vanille, der gemahlenen Tonkabohne, dem Xylit und der Zitronenschale kurz aufkochen und glatt rühren.
  • Die Gelatine ausdrücken und in die heiße Kokosmilch rühren. In eine Form oder Schale geben (je nachdem ob man die Panna Cotta später stürzen möchte) und über Nacht im Kühlschrank völlig fest werden lassen.
  • Die Panna Cotta vor dem Servieren wieder auf Zimmertemperatur bringen, dann schmeckt man die Vanille besser durch. Entweder portionieren oder die Form kurz in heißes Wasser halten und dann stürzen.
  • Die Himbeeren mit etwas Xylit zu einer Soße einkochen und nach Geschmack warm oder kalt zur Panna Cotta servieren.
  • Schokolade im Wasserbad schmelzen und mit Kokosmilch dickflüssig glatt rühren, ebenfalls über die Panna Cotta geben.

Das geht schnell und schmeckt nicht nur zum Nachtisch nach Frühling…

Guten Appetit und frohe Ostern!

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Dem Heugeruch verfallen und ein gefährlich leckeres Unvernunfts-Schoko-Brot

Schokobrot

Schokolade auf dem (Paleo-)Brot und dem Heugeruch verfallen

Ach komm, wir verschwinden einfach kurz. Wir packen nur das Nötigste und die kleine Katze ein und düsen über die Grenze in die  Herzens-Landschaft der Vogesen. Dort, wo die Luft fast prickelt in der Nase und einen der Blick über das Plateau berauscht mit immer neuen Variationen von Grün, Blau, Grau, Braun und allen Sonnen- und Nebelnuancen, die dazwischen liegen. Hier gibt es kein schlechtes Wetter, hier gibt es einen Wald, der jeden Tag ein anderes Gesicht zeigt und einem manchmal Sonnenflecken und dann wieder Pfützen und dahin wieselnde Wasserlaufe vor die Füße zaubert. Da, wo es einem vor Naturschönheit einen Kloss im Hals bescheren kann und wo in der Nacht das Sturmtier über die Wiesen und Felder rast und an den kleinen Häusern und Scheunen zerrt, dass es einem beinahe Angst und  Bange wird. Eben nur beinahe, denn der Wind treibt auch in der Nacht den Heugeruch vor sich her und die Decke wird etwas fester gewickelt und morgens der Zaubermoment beim Öffnen der Fensterläden: Wie sich der Himmel heute wohl gibt?

Der Kopf ist noch ganz gefangen von den Sinneseindrücken der freien Tage.  Und ganz verwöhnt fühlen sich Seele und Körper von warmen Sonnenstrahlen und steinigen Wegen mit weitem Blick. Und die Einsamkeit. Noch mehr als auf dem Dorf daheim. Alles ist so nah, weil man ja immer auch Furcht hat, es könnte einem die Decke auf den Kopf fallen und dabei findet man doch sogar noch viel mehr fern ab dessen, was man sich als Nabelschnur zum großen Treiben erhält. Und er pocht der Gedanke: Da geht noch was. Das geht noch weiter raus aufs Land… So wie hier oder anderswo aber eben noch ein bisschen mehr. Es scheint der Schritt in den Taunus, so radikal er für viele schon zu sein scheint, wird zur Probephase und es erwacht ein neuer Weg zur Form, der sich einem  irgendwann unter die Füße schieben wird. Wo er wohl hinführt? Das soll er mir beizeiten einfach zeigen. Bis dahin bleibt der Blick wach, damit ich nicht verpasse, was sich an Schönheiten am Wegesrand verbergen. Und während der Kopf am Holundereis arbeitet, hängt dem Essensdenken noch die Erinnerung an ein köstliches Sonnenfrühstück nach, mit Blick auf Blumen und in die Weite und beschirmt vom weiten Blau:

Cassavabrot mit Schokolade

Nein, vernünftig ist das sicher nicht. Und sollte auch nicht täglich auf dem Speiseplan stehen, aber es ist perfekt für Sonnensonntage und all die kleinen Morgende, die ein Extra verdient haben.

Das Rezept für das Brot findet sich auf einem sehr inspirierenden Blog in Sachen Rezepte

Die Schokocreme hat der besondere Mensch erdacht. Zum Glück.

Für vier dünne Scheiben:
2 großzügige Stücke bittere Schokolade (90-100%)
30 Gramm Butter
1 Teelöffel Xucker
Gewürze nach Lust und Laune (Zimt, Vanille, Chili, Salz,…)

Die Schokolade und die Butter sachte im Wasserbad schmelzen. Dabei frühzeitig aus der Wärme nehmen, die Masse soll nicht zu flüssig werden, nur homogen soll sie sein. Wer mag rührt etwas extra Süße, Vanille, Zimt, Chili oder oder oder… hinein und dann das Ganze auf den Brotscheiben verteilen und noch einmal kurz in den Kühlschrank geben.

Guten Appetit und seid maßvoll….

 

Eis, das – Eso-Skepsis, die

Paleo EisOh ja, Die Gewohnheiten sind träge Tierchen. Ich nehme mir jeden Morgen vor der Snooze-Taste die kalte Schulter zu zeigen und einfach mal direkt aufzustehen aber die erschlichenen zehn Minuten unter der Decke sind so kostbar, gerade weil man weiß, dass sie gleich vor bei sind. Und deshalb haue ich auf den Wecker und keife die Augen noch einmal extra fest zu.

Ein anderes Ritual, das etwas seltsam klingt auf den ersten Blick, ist, dass der Tag hier in der Regel mit Atem-Übungen beginnt.  Ich hatte tatsächlich starke innere Widerstände zu überwinden. Ein Blick auf das zugegebenerweise kitschige CD-Cover und ich begab mich in die totale Verweigerungshaltung und habe erst einmal losgepoltert, dass ich keinen Bock auf irgendeinen halbgaren Esoterik- Spiritualitäts-Kram habe. Da bin ich raus. Das war dann ok, aber als der besondere Mensch, mit dem ich lebe und den ich gerade auch für seinen kritischen Geist schätze, in der Folge immer entspannter wurde, wenn er sich zum Atmen zurückzog, wurde ich neugierig. Das wollte ich erst nicht zugeben, aber nach und nach habe ich mitgemacht. Und ich merke, dass es mir hilft morgens anzukommen. Fokussiert in den Tag zu starten und mich auch schneller entspannen zu können. Die Konzentration auf das Atmen ist auch ein guter Gradmesser um zu schauen, ob ich mich gerade innerlich mit irgendwelchen Reizthemen rumschlage und diese vom Schweinehund in die Verdrängungskiste gewühlt werden. Denn wenn ich innerlich angespannt bin und auf irgendwelchen Themen rum kaue fällt es mir schwerer mich davon frei zu machen und nur auf das Atmen zu konzentrieren. Wenn ich diese Hürde aber überwinde, hilft es mir in der Regel auch, um mich dann zu einem späteren Zeitpunkt hinzusetzen und zu überlegen, was mich da eigentlich stresst. Wie bei allem ist es eine Kopfhürde, die uns oft zurückschrecken lässt vor dem, was uns fremd ist. Und gerade Meditations- und Atemtechniken, wenn sie nicht gerade aus dem gesellschaftlich akzeptierten Yoga-Mainstream kommen, sind ja leichtes Ziel für Spott, Häme und Misstrauen. Ich denke bei allem was man tut, ist die beste Bewertung die persönliche, ehrliche Einschätzung ob es mir gut tut oder nicht. Wenn diese Bewertung positiv ausfällt, sollte es einem auch egal sein, was andere sagen.

Und bei allem was man tut sollte man Zwänge vermeiden. So gibt es zum Beispiel auch Tage, an denen ich lieber Pilates mache statt zu meditieren. Dann mache ich das. Und da sind auch Tage wo die Snooze-Taste ganz besonders extra verlockend daher kommt, aber an denen nehme ich den Kampf mit dem Schweinehund auf und freue mich.

Diese fiese kleine Stimme versuche ich auch dann zur Rede zu stellen, wenn sie versucht mir wieder ein Comfort Food schmackhaft zu machen. Denn, das gibt es einfach nicht in komplett gesund – das ist einfach eine Spielart des Essens, die Mäßigung verlangt, wenn man nicht dem Selbstbetrug erliegen will.

Dessen bin ich mir bewusst. Meistens. Neulich wohl nicht. Denn als ich wieder klar denken konnte, stand Karamel-Walnuss-Eis im Gefrierschrank…

Das Rezept

Zwei Dosen Kokosmilch
200 Gramm Walnüsse
Pfeilwurzelstärke
Butter
Xucker
Salz
Vanille

  • Drei bis vier Esslöffel Xucker in zwei gehäuften Esslöffeln Butter mit einer Prise Salz (ich nehme gerne etwas mehr) und etwas Vanille in einem Topf schmelzen und karamellisieren lassen. Dabei regelmäßig rühren und drauf achten, dass das Karamell nicht zu dunkel und somit bitter wird.
  • Das Karamell mit der Kokosmilch aufgießen.
  • Drei Esslöffel Pfeilwurzelstärke mit drei Esslöffeln Wasser glattrühren und unter die Kokos-Karamell-Milch rühren zum Binden/Andicken.
  • Nach Geschmack noch etwas Vanille und Xucker einrühren und alles kurz sieden lassen und dann unter Rühren abkühlen lassen bis es in einer Form in den Gefrierschrank wandern kann.
  • Nun die Walnüsse in einem Esslöffel Butter anrösten. Vom Herd nehmen und in der Pfanne noch einmal vier Esslöffel Xucker mit drei Esslöffeln Butter, Salz und Vanille karamellisieren lassen. Die Walnüsse in das Karamell rühren bis es eine schöne Mischung gibt und diese zum Aushärten kaltstellen.
  • Das Eis, in Ermangelung einer Eismaschine, regelmäßig durchrühren. Wenn es beginnt an den Rändern zu gefrieren, die karamellisierten Walnüsse etwas zerhacken und in die Eismasse rühren. Ein paar der Nusssplitter aufheben.

Das Eis braucht bei uns ca. drei Stunden bis es komplett gefroren ist.

Nun Servieren und mit ein paar karamellisierten Nusssplittern bestreuen.

Wenn möglich – mäßigen!

Guten Appetit!