Lieblingswetter, Lieblingsstücke und Lieblingsessen: Eine Art Persischer (Blumenkohl) Juwelenreis mit Datteln, Feigen und Mandeln

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Herbstliebe: Juwelenreis aus Blumenkohl

Das goldene Herbstwetter versetzt mich alljährlich wieder in absolute Höchststimmungen. Die Luft bekommt eine knisternde kalte Note, die die Gedanken erfrischt, Morgende sind in Nebelkissen verpackt und scheint die Sonne, tut sie dies golden vor dem fast metallischen Blau eines Herbsthimmels.

Kaum eine Zeit im Jahr begeistert mich so sehr wie die Zeit, wenn die Luft nach Herbst riecht und sich beim Anblick der bunten Blätterpracht ein wenig angenehme Melancholie in die Freude mischt. Vielleicht liegt es daran, dass ich ein Oktoberkind bin oder dass ich mich auf die Leseabende am Ofen freue, auf Ausritte im Herbstwald und dick eingepackte Spazier- und Reviergänge. Vom Draußen scheine ich gerade nicht genug zu bekommen und habe, angesichts eines seltsamen Energieüberschusses, wieder vorsichtig mit der Lauferei begonnen. Vorsichtig, weil ich meine strapazierten Knie schonen will und auch deshalb, weil ich nie wieder an den Punkt kommen möchte, an dem meine Tageslaune davon abhängt, ob ich es zum Joggen und dabei zu dem mir gesetzten Pensum geschafft habe. Hallo Sportsucht. Da gleitet man wohl schneller rein, als einem bewusst wird, wenn man es zu verbissen angeht. Angesichts der Vielzahl an öffentlichen (Wettkampf) Läufen habe ich auch das Gefühl, dass immer mehr Menschen auch im Laufen den Wettbewerb, das Kräftemessen und die Leistung brauchen. Da kann dann auch der Gesundheitsaspekt abhanden kommen. Also bewege ich mich sehr entspannt und in meinem Tempo durch den herbstlichen Buchenwald, dessen hohe Stämme an eine lichtgesprenkelte grüne Kirche erinnern. Genieße Ein- und Ausblicke am Feldrand und gehe es bewusst an. Und bin überrascht, die morgendlichen Atemübungen und der veränderte Lebensstil sorgen für eine viel bessere Grundkondition als noch zu Zeiten in der großen Stadt, wo ich den Hochzeiten auch noch etwa 20 Kilo mehr auf die Laufstrecke gebracht habe. Der Kampf gegen mich selbst spielt diesmal weniger eine Rolle, die Entspannung steht im Vordergrund. So werde ich unverkrampft die überschüssige Energie los, die sich durch die langen Tage am Schreibtisch anstaut und die sich durch Betriebsamkeit anderer Art scheinbar nicht abbauen lässt.

Der Herbst ist auch die Zeit, in der ich mich wieder meiner Nähmaschine annähere. Seit einigen Monaten habe ich mir eine ziemliche Konsumverweigerung im Bezug auf Kleidung auferlegt. Schon beim letzten Ausräumen der Winterkleidung habe ich gemerkt, dass ich eigentlich alles habe. Auch nachdem ich jetzt ganz brutal durch meinen Schrank gegangen bin und vieles Gutes als Spenden weitergegeben habe, bleibt mir eine abwechslungsreiche Garderobe. Ich will noch freier werden von der medial verstärkten Vorgabe der Modeindustrie, zu jeder neuen Saison irgend etwas Neues anschaffen zu müssen. Das heißt nicht, dass man keine Freude am Schönen haben kann. Ich will es nur bewusster gestalten und mich freier machen von Trends, die nur dazu führen, dass im Zweifel seltsame Schrankleichen in den eigenen Besitz wandern, die vermeintlich mal total en vogue waren. Ich spreche aus Erfahrung. Der besondere Mensch meint immer eine Spur Exzentrik würde ich wohl nie aus meinem Stil kriegen, aber das finde ich ok, ich setze aber auf Stücke, die zeitlos sind. Auf bessere Verarbeitung und Materialien. Ich will Textilmüll vermeiden und die textilen Sklaventreiber nicht unterstützen.

Ein Schritt dahin ist auch, wieder mehr selbst zu machen. Das erste Lieblingsstück, das im Zuge der herbstlichen Nählust eingezogen ist, ist inspiriert von diesem sympathischen Blog. Ich habe einen dicken Wollstoff verwandt und noch Ärmel dran gesetzt und plötzlich hielt ich in den Händen, was ich mir gewünscht hatte: Eine super kuschelige, bequeme und dabei schöne Strickjacke für kalte Tage. Ganz wichtig: Mit Taschen. Der Vorteil am Selbstgemachten ist auch, dass man online mittlerweile eine gute Auswahl an Biostoffen bekommt. Weiter geht es für mich sicher mit einigen Modellen aus diesem netten und hilfreichen Buch, das meine Gebete erhört zu haben scheint und auf komplizierte, fiese Schnittmuster verzichtet. Das ermöglicht einen intuitiveren Zugang zum Nähen und mit etwas Verständnis dafür, wie Kleidungsstücke funktionieren, bietet es super Anleitungen, die sich noch weiter entwickeln lassen.
Das treibt mich gerade um. Und ist auch Ausgleich zu den Momenten, in denen die Last der Nachrichten unserer Zeit zu sehr drückt. Denn bei aller Achtsamkeit und Auseinandersetzung muss man auf eine gesunde Balance achten, damit einen die Schreckens- und Trauermeldungen nicht lähmen. Das ist die Kehrseite der ständig verfügbaren Information. Wir müssen bewusster filtern und uns auch ein Stück weit vor der Informationsflut schützen, ohne untätig zu werden und die Augen zu verschließen. Kein Leichtes.

Auch in der Küche hält Herbst Einzug. Meine Lieblingsgewürze sind die warmen Noten. Zimt, Anis, Muskat, Nelke, Ingwer, Cayennepfeffer – sie alles haben etwas Rundes, Beruhigendes, Wärmendes. Und so war es naheliegend, den Tausendsassa Blumenkohl geschmacklich ein herbstliches Upgrade zu geben. Inspiriert vom persischen Juwelenreis habe ich improvisiert und mit dem, was der Gewürzschrank hergab, ein neues Lieblingsgericht gekocht.

Quasi Blumenkohl) Juwelenreis mit Datteln, Feigen und Mandeln
(ca 3-4 Portionen als Beilage)

1 großer Kopf Blumenkohl, gewaschen und entweder grob gerieben oder im Mixer auf Reiskorngröße gehackt
4-5 getrocknete Feigen, weich und ohne harten Stiel, in kleine Stücke geschnitten
5-6 getrocknete Datteln, entsteint und in kleine Stücke geschnitten
1 Handvoll Mandelstifte oder gehobelte Mandeln
Frisch geriebene Schale einer halben, ungespritzten Orange
Kurkuma
Lebkuchengewürz
Cayennepfeffer
Salz
schwarzer Pfeffer
Butter

  • Zwei Esslöffel Butter in einer großen Pfanne schmelzen, die Mandeln, Datteln und Feigen hinzugeben und sacht anrösten, bis die Mandeln eine leichte Farbe haben.
    Den geraspelten Blumenkohl dazugeben und mit zwei weiteren Esslöffeln Butter auf mittlerer Hitze regelmäßig rühren, damit nichts ansetzt. Die Orangenschale hinzugeben sowie etwa einen knappen Esslöffel Kurkuma, eine großzügige Prise Salz, etwas frischen schwarzen Pfeffer und einen Teelöffel Cayennepfeffer. Alles gründlich vermengen, bis die Masse eine gleichmäßig gelb-goldene Farbe hat.
  • Dann einmal abschmecken, um ein Gefühl für den Grundgeschmack zu bekommen. Nun nach und nach das Lebkuchengewürz hinzugeben, umrühren und immer wieder abschmecken, damit es nicht zu intensiv wird. Ich habe etwa einen Esslöffel genommen, aber es ist individuelle Geschmackssache, wie stark die Gewürze hervortreten sollen.
  • Der Reis sollte nicht zu schwer und weich-klebrig werden, sondern noch eine körnige Konsistenz mit buttriger Note haben.

Dazu gab es Wildbratwürste, aber auch Hühnerfleisch oder Lamm stelle ich mir gut vor. Ich werde weiter probieren.

Guten Appetit!

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