Zum Geburtstag ein Reisetipp mit viel Wald…und köstliche Tarte au Chocolat

VogesenGeburtstage sind mir irgendwie egal. Also meine eigenen. Ich mache nicht viel fest an der Zahl, die sich da jährlich ändert. Ich bin niemanden sauer, der ihn vergisst und ich werde verlegen, wenn man mir Geschenke macht, obwohl ich mich natürlich freue, es bereitet soviel Freude etwas auszupacken, von dem man nicht weiß, was es ist. Aber ich werde dann immer furchtbar verlegen und kriege einen roten Kopf. In der großen Stadt Berlin habe ich den Geburtstag nur immer als Vorwand genutz,t um einmal all die unterschiedlichen Leute zusammen zu kriegen, die einen so verstreut durch das Jahr begleiten. Denn dann kommen alle.

Dieses Jahr habe ich mir aber etwas anderes gewünscht und wir sind für ein paar herbstlich stürmische Tage in das kleine Haus in den Vogesen gefahren, das uns auch schon ein Sommer Highlight war.

Und ich kann gar nicht müde werden mich für diesen ganz wunderschönen Landstrich im Norden Frankreich zu begeistern. Gar nicht weit weg (aus dem Rhein-Main-Gebiet waren es knappe fünf Stunden Fahrzeit) liegt es deutlich näher als etwa Berlin, aber entführt einen in eine völlig andere Landschaft. Wer bei Strasbourg über den Rhein fährt schlängelt sich erst einmal durch den Elsass. Bis die Hügelkette am Horizont immer näher rückt.   

Eine seltsame Landschaft, die deutsch anmutenden Ortsnamen, die im Französischen recht putzig klingen, verweisen auf die turbulente Rolle, die dieser schmale Landstrich in der deutsch-französischen Vergangenheit oft innehatte. Neben unbestreitbar schönen Fleckchen, die die Region aufweist, geizen die Ortschaften entlang der Schnellstraßen mit ihren Reizen und strahlen selbst im Sommerlicht eine gewisse Tristesse aus. Also schnell durch gefahren und dann beginnt der Urlaub, sobald man bei St. Marie aux Mines  die Wahl zwischen Tunnel und Pass trifft. Wenn man sich bei guten Wetterbedingungen den Berg hinaufschraubt, wird man mit sattem Grün und wunderschönen Perspektiven belohnt.

Vogesen WälderDas ist es, womit dieser Landstrich mein Herz erobert hat, mit den ständig neuen Ausblicken, die sich dem Auge bieten. Sich scheinbar stapelnde Hügel und Berge, nicht einschüchternd hoch, aber doch Garant für ein paar schöne Steigungen, sommerliche Bergsonne sowie unprätentiöse kleine Skigebiete im Winter. Die Vogesen sind ein versteckter Schatz, die meisten Frankreichurlauber zieht es in den sonnigen Süden, an die markante Küste der Bretagne oder in die so beeindruckenden Städte Paris und Bordeaux, während die bescheidenen Berge der Vogesen zu unrecht mit einem trüben Bild assoziiert werden.

Nebelig kann es durchaus sein, selten habe ich einen Landstrich mit soviel Wasser gesehen, bei jedem Spaziergang sprudelt und gurgelt es früher oder später neben dem Weg entlang und im Herbst verwandelt sich mancher Weg in einen eiligen kleinen Bachlauf, mit dem man sich eine Strecke teilt.

Aber wenn die Wolken aufreißen und die Sonne scheint, kann man staunen und beobachten, wie sich der Nebel in Wolken von den Wäldern hebt und wenn sich manchmal ein leichter Schleier vor den eigenen Blick legt, weiß man, dass man gerade mit dem Kopf in einer zarten Wolke wandert. Und damit man nicht verloren geht im Reiz der verwunschenen Wälder, hat der Club Vosgien für eine Beschilderung der Wanderwege gesorgt, die entsprechenden Karten gibt es vor Ort in den Supermärkten und in den meisten Tabakläden.

Vos_3_collageUnd dann liegt es nur noch an einem, sich feste Schuhe anzuziehen und los zu streifen durch sommerlich zirpende, herbstlich farbenfrohe oder frühlingsfrische Mischwälder.

Und wenn man die Wege abseits der Touristenmagnete wählt, kann man in ziemlicher Einsamkeit die Landschaft genießen und sich bei den vielen plötzlich auftauchenden kleinen Siedlungen in Tälern und auf Lichtungen fragen, wie es wohl wäre, das Leben auf so einem typischen kleinen Vogesen-Hof. So ganz und gar, durch alle Jahreszeiten?

Das war es, was ich für meinen Geburtstag wollte. Das und eine Paleo-Version einer Tarte au Chocolat, weil so dekadent-köstlicher Kuchen einen Anlass braucht. Dann habe ich auch kein Problem meinen eigenen Geburtstagskuchen zu backen. Wie auch anders. Es war ein Experiment und ich werde es wiederholen.

Tarte au Chocolat

Boden
150 Gramm fein gemahlenes Mandelmehl
75 Gramm gemahlene Mandeln
gute 75 Gramm Butter
4 Esslöffel Xucker
2 Teelöffel Vanille
1 großes Ei, gequirlt
1 Prise Salz

Belag
200 Gramm dunkle Schokolade (ab 85% Kakaoanteil)
140 ml Kokosmilch (schön gerührt, dass man sowohl die festen Teile und das Wasser hat)
Prise Vanille

  • Ofen auf 200 Grad vorheizen.
  • Aus den Zutaten für den Teig ganz unkompliziert einem festen Teig Kneten. Ich mache es zumeist mit der Hand, um so die Butter besser einzuarbeiten.
  • Eine Tarte-Form buttern und den Teig darin gleichmäßig verstreichen, an den Rändern etwas hochziehen, mit einer Gabel ein paar Löcher in den Boden stechen und dann für ca. 20-25 Minuten durchbacken, bis er schön goldbraun ist. Zum Ende hin shcauen, dass er nicht zu dunkel wird.
  • Den Boden aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen.
  • Im Wasserbad die Schokolade in der Kokosmilch  schmelzen, die Vanille hinzugeben und alles schön glatt rühren.
  • Die Schokoladenmasse auf den Boden geben und die Tarte für ein/zwei Stunden in den Kühlschrank geben, damit der Belag sich setzt und hart wird.

Danach ist Selbstdisziplin gefragt. Schokoladiger geht es kaum!

Guten Appetit!

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Schokoladen-Desaster und Geburtstagskuchen

Paleo Schoko-TorteEin Geburtstagskuchen sollte es werden. Ein ganz besonderer Kuchen für meinen besondersten  Menschen. Ein anderer Kuchen als sonst. Denn gebacken wird hier ja regelmäßig. Auch wenn die meisten Leute (mich eingeschlossen) ihre Geburtstage gerne etwas herunterspielen und selbst nicht so ernst nehmen – man hat ja auch nichts dafür getan an diesem Tag das Licht der Welt zu erblicken, finde ich es immer ein besonderes Vergnügen über Geschenke und Geburtstags-Kuchen für andere Menschen nachzudenken.

Soweit die gutgemeinte Theorie, in der Praxis sah es dann leider erst einmal so aus, dass ich einen verheißungsvollen Kuchen versaut habe (eine Springform ins Wasserbad zu stellen ist nur dann gut, wenn man noch etwas Alufolie um die Form legt. Ansonsten macht man unfreiwilligerweise Wasserkuchen – und der lohnt die Arbeit nicht).

Nach der kurzen und schockierenden Erkenntnis, auf diesem Wege 500 Gramm 92% Schokolade verschwendet zu haben, habe ich mich wieder hingesetzt und mir überlegt, dass ich diesen Misserfolg nicht so stehen lassen kann.
Also habe ich geschaut, was die Speisekammer noch hergibt und habe mich einem weiteren Kuchen im Wasserbad gestellt. Zum Glück! Der Kuchen ist total leicht gemacht! Er ist ohne Nüsse! Er schmeckt auch als Dessert super! Und er sieht vielleicht harmlos aus…ist er aber nicht. Das Ursprungsrezept stammt wieder einmal von Swiss Paleo – einer meiner Lieblings-Anlaufstellen für Paleo Food Porn (um diesen Begriff jetzt auch mal unterzubringen), ich habe dann nur die Zutaten gekürzt und mit einem anderen Rezept gemischt, das ich leider nicht mehr finde.

Aber egal. Ich empfehle das Nachahmen, wenn einem der Sinn  nach etwas (mehr) Schokolade steht!

Das Rezept

250 Gramm bitteres Schokolade
6 Esslöffel Xucker
14 Teelöffel Butter (ja, ich habe tatsächlich gehäufte Teelöffel abgezählt)
4 Eier
Prise Salz
Teelöffel Vanille

Glasur
40-50 Schokolade
Kokosraspeln

  • Den Ofen auf 150 Grad vorheizen.
  • Den Xucker und die Butter mit der Schokolade im Wasserbad schmelzen. Vanille und Salz dazu.
  • Wenn die Schokolade geschmolzen ist, nicht zu heiß werden lassen, vom Herd nehmen und die verquirlten Eier unterrühren. Am besten mit dem Handrührgerät. Es entsteht ein kompakter Teig, der seidig-feucht glänzt.
  • Den Teig in eine gebutterte Quiche-Form geben und diese auf ein mit Wasser gefülltes Backblech stellen. Die Form sollte knapp zur Hälfte im Wasser stehen.
  • Nun ca. 50 Minuten im Wasserbad backen.
  • Den Kuchen aus dem Ofen holen und komplett auskühlen lassen. Dann die restliche Schokolade schmelzen und den Kuchen glasieren.
  • Diesen Alptraum konventioneller Ernährungs-Vorstellungen nun in den Kühlschrank stellen, er wird besser wenn er über Nacht noch so ein bisschen vor sich hinziehen kann und dann schön kühl und kompakt ist!

Vor dem Servieren noch etwas Kokosflocken drauf gestreut – das Auge isst mit und dann aufhören mit der Zurückhaltung und genießen!

Guten Appetit!

Schoko-Tage-in-Berlin-Cookies

Natürlich könnte man es sich einfach machen und auf Reisen „cheaten“ . Aber die zweimal, die ich das gemacht habe, wurden umgehend vom Körper kommentiert. Ja klar, das ist doch nur eingebildet und herbeigeredet – nein, es ist tatsächlich so, dass der Körper sensibilisiert wird und plötzlich „Dreck“ als solchen erkennt.
Deshalb bleibe ich konsequent, auch wenn dies mitunter bedeutet, dass einem Außenstehende einen Spleen attestieren oder es als unangenehm empfinden, wenn man im Restaurant genau nachfragt, was in den Saucen ist und darum bittet die  Kartoffeln wegzulassen. Ganz ehrlich – das ist nicht mein Problem, da projizieren die Leute dann ihre eigenen Unsicherheiten und fühlen sich unwohl, weil man vermeintlich unbequem ist. Nicht alle, aber viele reagieren so. Was schade ist. Denn freundlich nachgefragt, ist dies kein Affront gegen Kellner, sondern kann auch ein netter Einstieg in ein Gespräch sein.

Aber das ist ein Thema für sich.

Morgen geht es also wieder in die große Stadt Berlin, die alte Heimat. Sicher, es gibt das wunderbare Sauvage Restaurant, das köstliche Paleo-Küche bietet aber da waren wir schon oft und die Preise sind, bei aller Qualität, nicht für jeden Anlass passend. Ich würde es dennoch jedem empfehlen, der die Vielseitigkeit „steinzeitlicher“ Ernährung kennenlernen möchte.  Es ist für mich immer noch eines der Highlights im ausufernden Berliner Restaurant-Betrieb und ein Erlebnis für Freunde hochwertiger Küche, egal ob Paleo oder nicht.
Also diesmal nicht Sauvage,  sondern eine kleine Vorratstasche und weil wir so lange Auto fahren, gibt es ein Ausnahme-Goody für unterwegs. Ich bin übrigens gut im Ausnahmen finden. Irgendwie muss der Back-Wahn ja gerechtfertigt werden:
Paleo-Schoko-Kokos-Cookies!!

Mein Rezept

100 Gramm Mandelmehl
1 Esslöffel Kokosmehl
3 großzügige Esslöffel reines Kakao-Pulver
½ Tafel bittere Schokolade, gehackt (mind. 85% Kakao)
60 Gramm Butter
1 Prise Salz
3-4 Esslöffel Xucker
2 Teelöffel Vanille
1-2 Handvoll Kokos-Chips

  • Ofen auf 190 Grad vorheizen.
  • Alle Zutaten zu einem geschmeidigen festen Teig kneten.
  • Kleine Kugeln formen (etwa 16 Stücke), auf einem Backblech mit Backpapier verteilen und zu Plätzchen drücken.
  • Für ca. 10-12 Minuten in den Ofen (sie sollen nicht zu dunkel werden!) Dann den Ofen ausschalten und noch weitere 5 Minuten darin ruhen lassen.
  • Jetzt die Cookies aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Wer kann, wartet einen Tag! Es lohnt sich.

Guten Appetit!

Schokoladen-Tage in Bologna

MuffinSchokoladen-Tage sind eigentlich immer. Aber nur mit 85% Kakao und mehr und mit Bedacht. Aber so ein Stück zum Kaffee oder Tee – darf sein, muss (manchmal) sein.

Zuletzt hat die Schokolade in Form von Muffins die Reise nach Italien mit angetreten.

Wer den Paleo-Weg verfolgt, weiß, dass Reisen ihre Tücken haben. Ist die Ernährungslage vor Ort doch nicht immer so einfach zu gestalten wie mit der sorgsam gefüllten Speisekammer daheim. Aber es hat auch seinen ganz eigenen Reiz, sich durch die Supermärkte und Spezialitäten anderer Länder zu suchen und das ein oder andere Highlight zu finden.

Da die letzte Reise nach Italien noch ungezählte Panini und Cornetti beinhaltete (von Pasta ganz zu schweigen), haben wir vorgesorgt und uns ein paar besonders leckere Sachen einfach mitgenommen. So gab es zum fantastischen italienischen Espresso in Bolognas Strada Maggiore, der meinen Koffein-Konsum wieder extrem hochgeschraubt hat, eben Paleo-konforme Schoko-Muffins… das hat dem Italien-Erlebnis nicht geschadet. Im Gegenteil.

Meine Zutaten

(Ursprünglich ist das Rezept ein Kuchen, vor Jahren hat ihn eine Freundin gebacken und seitdem gehört er zu meinen Lieblingen, einfach auch weil er so schnell zubereitet ist)

200 Gramm bittere Schokolade (mind. 85%)
200 Gramm gemahlene Mandeln
200 Gramm Butter
4 Eier
2 Teelöffel Vanille
Prise Salz
1 Teelöffel Natron
4 Esslöffel Xucker

  •  Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  •  Schokolade, Butter und Xucker im Wasserbad schmelzen, bis eine homogene Masse entsteht.
  •  Die Mandeln, Natron, Salz, Vanille und die Eier unterrühren. Das ganze ergibt einen zähflüssigen Teig.
  •  Den Teig auf Muffin-Förmchen verteilen. Bei mir waren 14 Stück aus Papier. Auf ein Backblech und für ca. 20-25 Minuten in den Ofen, bis sich der Muffin gut aus dem Papier lösen lässt.
  •  Als Goodie kann man extra Schokolade als Topping nehmen oder man gibt Birnen und Walnüsse oder Kirschen in den Teig…
  •  Am besten schmeckten die Muffins ab Tag 2 aber nach dem Geruch, der aus dem Backofen kommt, müssen sie den erst einmal erleben…

Guten Appetit!!