Handle with Care: Zerbrechlichkeiten, das Gehirnwäsche-Pflaster von Dove und ein köstlich leichter Beilagen-Favorit: Orangen-Fenchel-Salat

Paleo_Orangen_Fenchelsalat

Frühlingshaftes gegen die miese Dove Tour

Es gibt so Menschen, die geben einem das Gefühl verstanden zu werden. Die hören zu, animieren ein lebendiges Gespräch und am Ende geht man mit dem wohligen Gefühl heim, schon lange nicht mehr so angeregte Gesellschaft gehabt und sich so tief gehend ausgetauscht zu haben. Inspiriert fühlt man sich. Doch in die Begeisterung und den guten Vorsatz, diese intensive Begegnung baldmöglichst wiederholen zu wollen, mengt sich auch ein nachdenkliches Gefühl, wenn man den wild rotierenden Kopf dann aufs Kissen bettet. Hat man vielleicht zu viel preisgegeben? Hat man zu viel von sich erzählt? Komischerweise ist es dann eher ein leichtes schlechtes Gewissen, das sich breit macht, man hat zu viel Raum eingenommen, denkt man schuldbewusst und nimmt sich vor es beim nächsten Mal anders zu machen. Was man aber eigentlich getan hat, in dem guten Gefühl verstanden zu werden, ist die Deckung zu verlassen, Zugeständnisse zu machen, was die eigenen Schwächen betrifft und wunderbare Vorlagen zu liefern, die sich in Ansatzpunkte für mehr oder weniger subtile Manipulationen und Kränkungen verwandeln.

Selber hat man nicht viel an die Hand bekommen. Außer eben dem Nicken und der Bestätigung im richtigen Moment. Ist doch auch wahr, wenn man sich so sehr versteht, dann muss man das gar nicht aussprechen, dann weiß man, wo der andere steht und dass das Gegenüber Ansichten, Schwächen und Ängste teilt. Weit gefehlt. In einer naiven Gutgläubigkeit, die ich nicht ganz ablegen möchte, die sich aber mittlerweile mit einer gesunden Wachsamkeit mischt, habe ich wohl mehr als einmal mehr von mir preisgegeben, als mir in dem jeweiligen Moment bewusst war. Aber Manipulationen möchte man ja auch nicht wahrhaben, niemandem schlechte Seiten unterstellen. Dann müsste man ja auch die eigenen betrachten. In der Folge inniger Informationenabfrage habe ich mich in manchen Beziehungen zu anderen Menschen dann aber oft gefragt, warum sich diese so kompliziert gestalteten. Die Intensität bekam einen Beigeschmack, der einen wie leergesaugt zurückließ und plötzlich dämmerte die Erkenntnis, dass es einen Preis haben kann, wenn man zu schnell zu offen ist. Sich aus solchen emotionalen Geflechten zu befreien, ist schmerzhaft und alles andere als einfach. Man sollte sich ihrer bewusst sein, wann immer die innere Stimme vorsichtig nachfragt, warum einen bestimmte Personen immer voll Zweifel, Schuldgefühl oder wie leer zurücklassen. Das muss nicht an einem selber liegen. An eigenen Unzulänglichkeiten. Das kann auch einfach mal dem geschuldet sein, dass nur all zu viele Menschen mit einem Hang zur Manipulation „gesegnet“ sind und recht skrupellos die Gefühle anderer Menschen zu Scherben zertreten, wenn es dem eigenen Vorteil dient. Zumeist noch so schön verpackt, dass daraus kaum ein Vorwurf zu formulieren ist.

Darauf gebracht haben mich die echten Frauen von Dove. Die mit der inneren Schönheit und dem Appell sich so anzunehmen, wie man ist. Ja klar. Das ist dann also gute Werbung. Ein Gewissen inmitten einer Marketingwelt voll nüchterner Zahlen. Die massive PR-Kampagne des Riesen Unilever stößt mir schon lange auf. Wann immer in den letzten Jahren der neueste Dove-Spot in den sozialen Netzwerken seine Runden drehte, zweifelte ich ein wenig. Und wenn dann alle ernsthaft nicken und sich mit den eigenen Zweifeln und mehr oder weniger ausgeprägten, oft eingebildeten Schwachstellen wiederfanden in dieser angenehmen Natürlichkeit inmitten der sonst im Übermaß servierten Hochglanz-Idealbilder, regt sich ein innerer Widerstand.

Natürlich wirken die Filmchen, die, gekonnt geschnitten, scheinbar natürlich ausgeleuchtet und mit massiv beeinflussender Musik unterlegt die Tränenausbrüche scheinbar ganz normaler Frauen begleiten, die vor der Kamera in einem absolut gestelltem Setting ihr eigene, wahre Schönheit entdecken. Wow. Wie revolutionär. Ja, irgendwie schon eine perfekte PR-Kampagne, die ein so positives Image aufbaut, dass man gar nicht mehr auf den Chemiecocktail auf der Verpackung schaut. Lustigerweise sind die Frauen, mit denen Dove wirbt, ja auch gar nicht der Typus Frau, der sich dann im entsprechenden Regal im Drogeriemarkt bedienen würde. Also greifen auch hier im wunderbaren Reich der kommerziell inszenierten Selbstfindung die grundlegendsten Mechanismen der Werbung. Das macht nicht alle Frauen zu Käuferinnen aber sichert Sympathien. Wer nicht Dove kauft, sondern eigentlich teurer und gerne Öko, der findet sich aber sicherlich in den dargestellten sympathischen und reflektiert wirkenden Frauen wieder. Denn Dove kommt so wenig furchteinflößend daher wie der nette Mensch, der einem im Gespräch das eigene Innerste aus der Nase zieht. Wir werden verstanden! Dove versteht uns.

Aber halt: Dove ist eine Marke. Ein Konstrukt, die Produktreihe eines Weltkonzerns, entstanden im Chemielabor, verpackt und betextet in einer Werbeagentur – seelenlos. Ausgerichtet auf Umsätze und Klickzahlen. Aber geschickt haben sie das gemacht, nicht wahr? Sie haben die Kritik an der Werbe- und Kosmetikindustrie, zu der sie gehören, einfach für sich vereinnahmt und in eine starke Argumentationslinie umgedreht. Der man nur schwer etwas entgegen setzen kann. Wer das tut, ist dann auch schnell in der Schublade der ewigen Miesmacher, der überall nur Schlechtes wittert.

Aber eines stimmt: Man versteht uns. Allerdings ist das nicht Dove, sondern das sind die Köpfe im Strategieteam hinter der Marke. Die uns und unsere Wünsche in ausführlichen Umfragen und Auswertungen vermessen haben. Wir tragen noch dazu bei, indem wir die Spots bereitwillig über unsere persönlichen Kanäle teilen und immer noch mehr Informationen liefern, wie man unsere Knöpfe drücken kann. Das ist tatsächlich gut verstanden.
Und es ist bedenklich, wenn Konzerne diese Leerstellen füllen, die wir zu empfinden scheinen. Wenn diese umsatzgetriebenen Konglomerate plötzlich zu unseren Fürsprechern werden und starke Schultern der Identifikation zum Anlehnen bieten, dann sollten wir nicht wie willige Schäflein ihre Botschaft weiterblöken, sondern uns wieder einmal fragen, wer dabei gewinnt.

Über das gesellschaftliche Engagement von Firmen sollte man noch einmal gründlicher nachdenken. Jetzt lohnt es sich aber erst einmal einen Blick auf den neuen Dove Spot zu werfen: Beauty-Patches, man könnte auch sagen Gehirnwäsche-Pflaster. Mit dem Spot und dem dort gezeigtem Frauenbild haben sie auf jeden Fall ordentlich daneben gegriffen. Und damit sich keine von uns ausgeschlossen fühlt, haben sie für eine so politisch korrekte Vielzahl an unterschiedlichen Frauentypen gesorgt, dass einem das Storyboard förmlich ins Gesicht springt. Dove erfindet den Placebo-Effekt neu. So langsam denke ich, wer drauf reinfällt ist selber schuld.

Und versuche derweilen milde auf die eigenen vermeintlichen körperlichen Baustellen zu blicken. Denn ein Teil von mir weiß, dass ich spinne aber ich bin eben auch Teil einer werbeumspülten Generation, der der Kopf vor falschen Bildern springt und die sich in immer noch viel zu kleinen Teilen darum bemüht, diese Bilder auf ein realistisches Maß zurück zu stutzen, damit wieder Platz wird für ein echtes Selbstbild.

Während ich daran arbeite, braucht es etwas frühlingshaft Leichtes:

Orangen-Fenchelsalat mit roten Zwiebeln

(Hier war es eine kleine Portion, die uns zu zweit gut gereicht hat als Beilage)

1 große frische Fenchelknolle (sie soll sich nicht zu trocken und schlaff anfühlen), in feine Streifen geschnitten
1 feste Orange, filetiert
eine halbe rote Zwiebel, in feine Streifen geschnitten
Gutes Olivenöl, gerne mit einer scharfen Note
Salz
Frisch gemahlener Pfeffer.

Den Fenchel, die Orange und die Zwiebel in einer Salatschale mischen, salzen, pfeffern und einen großzügigen Schluck Olivenöl dazu geben. Noch einmal mischen und etwas ziehen lassen – Voilà.

Der Salat passt wunderbar zu Fisch. Und so simpel die Zubereitung ist, so sehr hängt der Geschmack an der Qualität der Zutaten.

Tipp: Wer mag, kann die Zwiebeln auch weglassen oder sie durch ein paar feine kleine Kapern ersetzen….. (in einem kleinen Restaurant irgendwo in Bologna gab es dazu leicht geräucherten Schwertfisch und das war unsagbar köstlich…)

Guten Appetit!

Advertisements

Falsches Filet, falsche Freunde und die richtige Form

faux_collageIch habe neue Freunde – Ansätze von Bauchmuskeln. Ja und, wer hat die nicht? Ich. Also zumindest hatte ich die nie oder sie haben sich gut versteckt. Denn trotz Sport und Quälerei war da immer noch so was, das nicht in das Bild passte, das uns das da draußen als Vorstellung vom fitten, durchgepflegten Menschen indoktriniert hat. Aber als ausgeglichener, friedliebender Mensch war ich bereit zu Friedensverhandlungen und wir hatten uns auf einen Status Quo geeinigt.

Bis ich kürzlich festgestellt habe, dass der regelmäßige Sport sich auszuzahlen scheint. Dank der Ernährung hatte ich keinen Grund zu jammern und wollte auch nicht abnehmen, aber ich wollte meine neu gewonnen Energie nutzen und kräftiger werden.  Nun kann ich zum ersten Mal so etwas wie körperliche Auswirkungen von Sport feststellen. Ich bin begeistert.

Und ärgere mich nach wie vor über die eigene Dummheit, die tatsächlich phasenweise dachte, der Schlüssel zur glücklichen äußeren Form läge in den Supermarktregalen. Ja, ich kann mich immer noch aufregen über Nahrungsmittelkonzerne, die doppelten Reibach machen, indem sie einfach direkt Diät-Programme hinterher schieben.

Einen Aspekt hatte ich bei der ganzen Kopfschüttelei über die klingelnden Diätkassen ganz vergessen. Neben der Konditionierung des Konsumenten, dass man sich Veränderung in Form von Fertigprodukten kaufen kann, schraubt natürlich auch die Kosmetikindustrie massiv mit an diesem scheinbar konsumierbaren Menschenbild. Ganz vorne mit dabei wieder einmal Unilever – wer erinnert sich nicht, das waren die mit ihrer rührenden Kampagne mit den echten Frauen. Ein großartiger Marketing-Kniff und so viele Frauen haben sich auf einmal verstanden gefühlt in ihrer Vielfalt…Mal ehrlich, das glaubt doch hoffentlich niemand, dass denen irgendetwas am Wohlbefinden oder Selbstwertgefühl der Frauen liegt? Dass da eine Marke die Lanze aufgenommen hat und in den Krieg zieht für ein selbstbewussteres Körperbild? Es tut mir leid – nein.  Aber man wird eingefangen von emotionalen und gekonnt gemachten Werbespots , die geradezu schamlos unsere Unsicherheitsknöpfe drücken und uns suggerieren, dass wir verstanden werden. Und so wird eine Marke für den Konsumenten zu einem emotionalen Erlebnis. Entsprechend positiv ist dann die Einstellung den Produkten gegenüber beim nächsten Einkauf und man kommt gar nicht auf den Gedanken auf die Inhaltsstoffe zu schauen.

Nein, das sind falsche Freunde, die uns weismachen wollen, wir müssten für eine Veränderung nicht auch etwas leisten. Die uns weismachen, wir könnten den bequemen Weg der offerierten Fertig-Lösungen gehen. Es ist traurig wenn man bedenkt, wie oft man selber schon solcherart in seinen Entscheidungen manipuliert wurde. Die vermeintliche Quälerei, die wir hinter einer Veränderung unserer Lebensumstände wittern, lähmt viele von uns. Wir sind Meister im Erfinden von Erklärungsmustern, die dem inneren Schweinehund in die Hände spielen. Um was wir uns bringen, wenn wir niemals etwas investieren in die Arbeit an der echten Veränderungen, ist das unglaubliche Gefühl des Stolzes, wenn man seine eigenen Hürden überwindet und Erfolge erzielt (und diese Erfolge könnend dabei ganz unterschiedlich, vielfältig, klein, groß oder heimlich sein). Da wird der Deckel drauf gehalten, denn wer einmal anfängt, beginnt das Gefühl zu lieben, das jeder kleine Sieg über den inneren Schweinehund bringt und macht weiter. Nicht indem man Tausend Dinge  von heute auf morgen umreißt, sondern indem man sein eigenes echtes Tempo findet.

Unbequemlichkeit lohnt sich.

Ganz banal hat mein kleiner Kampf gegen den Schweinehund heute ganz prosaische Züge getragen und hing damit zusammen, dass irgendwie der Ruf nach einem Sonntagsessen lauter wurde. Ein Omelette wäre fix gegangen, ohne nachzudenken, das mache ich tatsächlich im Halbschlaf. Aber da lag ein Faux Filet vom Rind im Kühlschrank und mein superduber Spiralschneider wollte eingesetzt werden.

Also doch einmal nachdenken und dann war die Lösung so simpel und das Ergebnis so köstlich, dass ich froh bin mir den Moment genommen zuhaben.

Das Rezept

Faux Filet vom Weiderind mit Knoblauch Zucchini-Spaghetti

400 Gramm Faux Filet
2 mittlere Zucchinis
2 Zehen Knoblauch
Olivenöl
Kokosöl
Salz
Pfeffer

  • Die Zucchinis waschen, die Enden abschneiden und einmal durch den Spiralschneider drehen, so dass sich schön lange Zucchini-Spaghetti ergeben.
  • Das falsche Filet von möglcihen Sehnen befreien in gleichmäßige Scheiben schneiden und pfeffern. Das Kokosöl erhitzen und die Filets von beiden Seiten je eine Minute schön scharf anbraten. Ich habe mehrfach gelesen, dass das Faux Filet sich nicht zum Kurzbraten eignet und eher geschmort werden sollte, aber ich muss sagen es war wunderbar.
  • Parallel das Olivenöl erhitzen, den Knoblauch andünsten und dann die Zucchini-Spaghetti dazu geben. Salzen und pfeffern und unter gelegentlichem Durchrühren ca. 6 Minuten andünsten, bis sie leicht glasig und gar sind.

Fertig ist der Spaß. Mit dem Olivenöl und etwas Bratensaft für guten Geschmack und die Fett-Bilanz auf den Teller geben.

Guten Appetit!

Was’n das? Essen, echt und zum Anfassen in Zeiten des Plastikfraß

Paleo Fisch GrillAuch wenn man sie zu guten Teilen abgelegt hat, kann die eigene Naivität immer wieder Anlass für Heiterkeit oder ratloses Kopfschütteln sein. Irgendwo im sozialen Netz fand ich gestern einen Artikel verlinkt, der einem noch einmal klar zeigt, was die Lebensmittelhersteller in ihren Konsumenten sehen: Blöde, manipulationswillige Schafe, die sich das Denken ersparen, indem sie den Marken vertrauen und weiterhin bereitwillig für ihre bequeme Unwissenheit zahlen. Wobei Unwissenheit hier bedeutet, das Offensichtliche auszublenden, nicht Unwissenheit in Ermangelung zugänglicher Informationen.

Aber sei es drum, diese Gesellschaft bekommt vielleicht halt einfach das, was die Strippenzieher denken, das sie verdient.

Nur worüber rege ich mich eigentlich auf? Über das scheinheilige doppelte Spiel, das sich Konzerne wie  Heinz, Unilever und Nestlé wunderbar in klingelnde Kassen übersetzen lassen.

Das Szenario ist das Folgende: Weltweit kaufen Menschen mit der allergrößten Selbstverständlichkeit Produkte, die vielleicht noch althergebrachte Namen tragen, aber mit dem Ursprungsprodukt nur noch wenig gemein haben. Man denke nur an Inhaltsstoffe im Käse, Fertigkuchen und ominöse Würzmischungen, die uns das Leben leichter machen sollen. Ohne groß zu hinterfragen wandern die Dinge in die Einkaufswägen, ist ja auch so wenig Zeit und geht so schnell und was Gutes drin ist, steht groß vorne drauf. Wenn die Erleichterungen des Alltags aber langfristig schwerer machen, muss sich was ändern! Und so rutschen wir vor den Regalen einfach einen Meter weiter und kaufen Produkte derselben Unternehmen, die uns das Leben schwerer gemacht haben und suchen nach Hilfe. Und in den Marketingabteilungen werden die Hände gerieben und es ist ein großer Spaß. Beispiel: Grusel-Pampen wie Slim Fast, das eigentlich aus dem Hause Unilever stammt.  Scheint, man hat sich in der Zauberküche von Knorr und Kunst-Fetten wie Becel, Rama und Lätta der völligen Verkünstlichung von Nahrungsmitteln verschrieben. Aber es läuft, es läuft. Weltweit ersetzen Menschen ihre Mahlzeiten durch Slim Fast Produkte und haben keine Zweifel daran etwas zu konsumieren, dessen Inhaltsstoffe einem den Appetit verderben. Aber hey, es sind Vitamine zugesetzt. Na dann – wohl bekomms. Und als kleines Goodie obendrauf – Allpharm, der Hersteller von Slim Fast, hat auch noch feine biologische Insektizide im Programm. Wunderbare Welt der Chemie.

Subtiler wird es dann mit dem System vom Weight Watchers. Denn hier ist der Ansatz nicht der Schlechteste. Das dem Prinzip zugrunde liegende Punkte System, das Nahrungsmitteln aufgrund ihre Zusammensetzung Punkte zuteilt, zwingt zu einer bewussteren Ernährung, will man sein erlaubtes Punktekontingent einhalten oder unterbieten und abnehmen. Ad absurdum wurde das System aber mit dem Einstieg des Nahrungsmittel-Konzerns Heinz geführt. Der Hersteller von so überflüssigen wie schädlichen Produkten wie Ketchup, Fertigsoßen und Instantsuppen beglückt Konsumenten mit einer breiten Palette an Weight Watcher Fertigprodukten, die eine, ach so große Hilfe sind und einem durch die ausgewiesenen Punkte in der Diät unterstützen sollen. Ohne zu hinterfragen wird hier zugriffen. Man tut sich ja was Gutes, macht Diät! Das Denken wird ausgeschaltet und der Fertigfraß  dankend konsumiert.

Man denkt, es tut Menschen einfach nicht weh genug, als dass ein allgemeines Umdenken stattfinden könnte. Die gedankliche Transfer Leistung, dass was ich essen damit in Verbindung zu bringen wie es mir geht und welche Auswirkungen Nahrung auf den Körper hat, versagt immer wieder an irgendeiner Stelle der Gedankenkette. Würde man diesen Gedanken zu Ende denken, würde man zu vieles in Frage stellen, sich bewegen – etwas ändern müssen. Nö, heute nicht.

Besser selber machen: Whole Foods – im Englischen, wird im Deutschen mit vollwertiger Ernährung  übersetzt, was bei uns oftmals mit Vollkornkost gleichgesetzt wird. Das Konzept, das sich aber dahinter verbirgt, ist das einer Ernährung, die auf frischen, unbehandelten (sprich: frei von Zusatzstoffen) Lebensmitteln basiert.

Der einzig vernünftige und der ursprünglichste Weg sich zu ernähren, der einen sensibel werden lässt für die Perversionen, die die Lebensmittelindustrie produziert und welche Auswirkungen diese Produktionsbedingungen auf unsere Umwelt haben.

Deshalb: Mut gefasst, selber entschieden und immer wieder Neues ausprobiert, das einen da so in seinem natürlichen Zustand anlacht.

Wie neulich im Urlaub:
Sardinen aus der Bretagne
Einfach so auf den Grill.

Das Rezept
4-5 mittlere Sardinen pro Person
Olivenöl
Salz
Zitrone
Pfeffer

  • Den Grill runterbrennen bis die Kohle mit weißer Asche bedeckt ist.
  • Die Fische ausnehmen unter kaltem Wasser abspülen und trocken tupfen. Merke: Die Augen der Fische müssen klar sein. Hat ein Fisch trübe Augen, ist er nicht frisch und wird nicht gekauft!
  • Den Grillrost mit Olivenöl einreiben und die Sardinen ebenfalls mit Öl bestreichen.
  • Nun von jeder Seite ca. 5 Minuten knusprig grillen und wenden bevor der Fisch am Rost klebt.
  • Die Sardinen auf einen Teller eben und noch etwas Olivnenöl, Zitronensalz und nach Geschmack Pfeffer drüber geben.
  • Zum Essen nun, je nach Größe, den Kopf entfernen und die die Hauptgräte mit der Schwanzflosse entfernen. Bei kleineren Fischen lässt sich diese Gräte durchaus mitessen. Das ist eine Frage des Geschmacks.

Dazu Paleo-Brot, gegrillter Fenchel,schlichten grünen Salat mit Zitronensaft, Olivenöl Salz und Peffer und ein paar Beeren nach Wahl oder Apfelstücke.

Guten Appetit!